John Sinclair 874 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3605-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Das Tier (2. Teil).
Johnny Conolly hatte die Angst besiegt oder sie zumindest unterdrückt, aber die Dunkelheit hatte er nicht vertreiben können. Nach wie vor hüllte sie ihn ein, presste sich an ihn, sodass er sie manchmal mit einem Monster verglich, das ihm den Atem rauben wollte.
Sie war einfach da, er hätte es auch ändern können, aber seit der letzten Begegnung mit dem Wesen traute er sich nicht, die Flamme des Feuerzeugs aufzischeln zu lassen.
Er wollte nichts sehen. Nicht den Gabentisch des Grauens und auch nicht das Wesen, das unter ihm seinen Platz inmitten von Blut und Tierkadavern gefunden hatte.
So blieb Johnny stehen, mit dem Rücken an die verschlossene Tür gelehnt. Er hoffte und betete, dass dieses schreckliche Wesen nicht zu ihm kam und ihn fraß.
In den letzten Minuten seiner Gefangenschaft hatte er immer stärker an einen Ghoul gedacht, an diese leichenfressenden Gestalten, die schrecklichsten aller Dämonen, aber der typische Leichengeruch, der von den Ghouls ausging, wehte ihn nicht an.
Wer war das Wesen dann?
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Das Tier (2. Teil)
Johnny Conolly hatte die Angst besiegt oder sie zumindest unterdrückt, aber die Dunkelheit hatte er nicht vertreiben können. Nach wie vor hüllte sie ihn ein, presste sich an ihn, sodass er sie manchmal mit einem Monster verglich, das ihm den Atem rauben wollte.
Sie war einfach da, er hätte es auch ändern können, aber seit der letzten Begegnung mit dem Wesen traute er sich nicht, die Flamme des Feuerzeugs aufzischeln zu lassen.
Er wollte nichts sehen. Nicht den Gabentisch des Grauens und auch nicht das Wesen, das unter ihm seinen Platz inmitten von Blut und Tierkadavern gefunden hatte.
So blieb Johnny stehen, mit dem Rücken an die verschlossene Tür gelehnt. Er hoffte und betete, dass dieses schreckliche Wesen nicht zu ihm kam und ihn fraß.
In den letzten Minuten seiner Gefangenschaft hatte er immer stärker an einen Ghoul gedacht, an diese leichenfressenden Gestalten, die schrecklichsten aller Dämonen mit, aber der typische Leichengeruch, desr von den Ghouls ausging, wehte ihn nicht an.
Wer war das Wesen dann?
Johnny wollte aus seinem Verlies heraus. Lange würde er nicht mehr durchhalten. Immer wieder verstärkte sich die Furcht. In der tiefen Dunkelheit entwickelte sich daraus eine Panik, die er einfach nicht mehr so leicht unterdrücken konnte.
Nicht immer war es still.
Ab und zu hörte er auch seinen unheimlichen Nachbarn. Da klangen dann Geräusche auf, die er kaum fassen konnte. Manchmal hörten sie sich an wie ein Schlürfen, denn vernahm er ein Klatschen oder Schmatzen, durchdrungen von einem kaum unterdrückten Knurren oder anderen satten, zufrieden klingenden Lauten.
Das Wesen war da.
Er hatte es gesehen.
Zumindest eine Hand und einen Arm, dessen Farbe ihn doch jetzt beunruhigte. So sah zwar der normale Arm eines Menschen aus, die Hand in etwa auch, aber die Haut war so widerlich rosafarben gewesen, glatt und ohne ein einziges Härchen.
Die Haut wie bei einem Ferkel.
Mit dem Rücken gegen die Tür gelehnt, atmete Johnny tief durch. Er wusste nicht, wie oft er schon über die Ereignisse der Vergangenheit nachgedacht hatte, nun aber kamen sie ihm wieder in den Sinn.
Begonnen hatte es mit seinem Freund Marty. Sie waren nach Schulschluss in ihr Wohngebiet gefahren, und vor dem Haus der Stones hatte Marty plötzlich einen Stein aufgehoben, um ihn Johnny über den Kopf zu schlagen. Er hatte ihn töten wollen, und er hatte dabei mit einer fremden Stimme von einem Gabentisch des Grauens gesprochen.1
Johnny war dem Angriff entwischt, aber er hatte es seinen Eltern erzählt. Sein Vater wollte sich der Sache annehmen, was er sicherlich auch getan hatte, nur war Johnny inzwischen entführt worden. Jemand hatte an einer einsamen Stelle auf ihn gelauert, ihn dann vom Rad geholt und in einem bewusstlosen Zustand in dieses Verlies geschafft, in dem er auch erwacht war und noch immer nicht wusste, wo er sich genau befand.
Hin und wieder hatte er die unheimlich klingende Musik über sich gehört. Deshalb konnte er davon ausgehen, dass er sich möglicherweise unter einer Kirche befand oder aber unter einer Kirchen-Disco, denn dorthin hatten auch Spuren geführt.
Vieles war ihm unklar geblieben, doch eines stand fest. Aus eigener Kraft würde er sich aus diesem Gefängnis nicht befreien können, dafür hatten schon andere gesorgt.
Was würde passieren? Warum hatte man ausgerechnet ihn geholt? Was hatte er den anderen getan? Johnny würde sich selbst keine Antwort geben können, das mussten andere tun, und er war davon überzeugt, dass er nicht die ganze Nacht über allein bleiben würde. Irgendetwas würde und musste geschehen, denn das Leben ging weiter, auch seines und auch, wenn es auf einer schiefen Bahn verlief.
Er wartete.
Stunden waren erst vergangen, doch Johnny kamen sie vor wie lange Tage ohne Licht.
Manchmal hörte er die Musik, dann wieder nicht. Im Augenblick war es so, dass er sie nicht hörte. Sie hielt sich irgendwie zurück, als wollte sie ihn nicht stören.
Dafür vernahm er andere Geräusche, sie kamen von draußen. Zuerst wollte Johnny es nicht glauben, aber er stand nun mal dicht an der Tür, und diese Laute waren jenseits dieser Sperre aufgeklungen.
Tritte, Stimmen?
Beides.
Johnny wusste nicht, was sich jenseits der Tür befand. Er rechnete mit einem dunklen Kellergang, aber auch mit einer Treppe, und plötzlich schrak er zusammen. Nicht etwa vor Angst, mehr aus Überraschung, denn unter der Tür hindurch drang ein heller Streifen in sein Verlies.
Der Junge wurde in seiner Annahme bestätigt. Jemand bewegte sich auf sein Gefängnis zu, und er hoffte auch, dass dieser Jemand die Tür aufschließen und ihn befreien würde.
Das war die eine Seite, die helle. Aber es gab noch eine Zweite, die düstere. Was war, wenn sich Feinde auf sein Versteck zubewegten, um ihn zu vernichten?
Diese Möglichkeit bestand. Er konnte es sich auch vorstellen, dass sie ihn opfern würden. Er hatte den Gabentisch des Grauens gesehen, zuvor das Blut darauf, auch das verkehrt stehende Kreuz, die Papierrolle, das alte Buch und den Totenschädel. Das waren Beigaben, für eine Opferung. Trotz seines jungen Alters kannte sich Johnny gut aus, denn sein Leben war bisher anders verlaufen als das der meisten Jungen in seinem Alter.
Er schaute auf den Lichtbalken.
Der blieb bestehen.
Er hörte auch die Tritte und die Stimmen, denn er hatte ein Ohr gegen das Holz gepresst. Mit dem anderen horchte er in die Dunkelheit hinein.
Da hörte er auch etwas!
Johnny erstarrte. Wieder dieses hässliche Schleifen, verbunden und vermischt mit Lauten, die darauf schließen ließen, dass ein ETWAS versuchte, sich zu artikulieren, aber nichts weiter hervorbrachte als nur ein dumpfes Schmatzen und Stöhnen.
Johnny sah sich in einer Zwickmühle. Er wusste nicht, was er noch unternehmen sollte.
Auf der einen Seite kamen sie einen Gang entlang. Auf der anderen waren die Leute auch nicht mehr weit entfernt.
Jemand rutschte heran.
Das Zittern kannte Johnny bereits. Er nahm es hin, und es blieb auch, als er die Finger seiner ausgestreckten Hand in die rechte Hosentasche schob, wo sich das Feuerzeug befand.
Es war genau der Augenblick, an dem er sich selbst überwunden hatte. Er musste etwas tun, er musste sich den Dingen stellen, auch wenn sie noch so schlimm waren.
Der Schweiß klebte auf seiner Handfläche. Es war nicht einfach, das Feuerzeug zu halten. Sein Mund verzerrte sich, er wartete einige Sekunden und versuchte, sich zu beruhigen.
Es klappte einigermaßen, und Johnny zerrte wieder einmal seinen schon an der Kuppe leicht angesengten Daumen über das raue Rad hinweg. Kleine Funken spritzten, dann hatte das Gas Feuer gefangen, und eine ruhige Flamme stach in der halben Länge eines Fingers in die Höhe. Um Johnnys Hand herum breitete sich eine Lichtinsel aus, aber alles, was jenseits davon lag, wurde von der Dunkelheit verschluckt. Auch der Ort, an dem er die Geräusche gehört hatte.
Johnny gab trotzdem nicht auf. Er hatte einmal den Kick bekommen, und er würde es auch durchziehen.
Er bewegte sich von der Tür weg. Natürlich in kleinen, zittrigen Schritten. Er spürte den Schweiß in Tropfenbahnen über sein Gesicht rinnen, er schmeckte dann das Salz auf der Zunge, aber es war ihm egal, alles war ihm egal.
Er wollte endlich sehen.
Johnny schlich geduckt vor.
Auch die Flamme bewegte sich. Sie ließ sein Muster über die Steine des unebenen Kellerbodens tanzen. Ein Muster, das sich weiter nach vorn bewegte, je mehr sich der Junge seinem Ziel näherte.
Den Gabentisch des Grauens sah er nicht. So weit brauchte er nicht zu gehen, denn was sich darunter versteckt gehalten hatte, war hervorgekrochen und hockte am äußeren Lichtkreis der Flamme.
Zum ersten Mal sah Johnny das Tier!
*
»M … mmm … utter …?
Es war nicht ein Wort, aber Marty Stone, der es immer hatte normal aussprechen können, war in diesem Fall wie vor den Kopf geschlagen. Er glaubte, ein Fremder zu sein, und er wartete darauf, dass sich unter ihm das Loch auftat, um ihn zu verschlingen.
Er wollte es nicht wahrhaben, er schüttelte den Kopf. Die Umgebung war ihm fremd, er hasste diesen feuchten Keller mit dem widerlichen Schimmelgeruch. Er war dieser fremden Frau aus der Kirchen-Disco heraus gefolgt. Sie war dort verschleiert und als Königin der Nacht aufgetreten, und sie hatte sich ausgerechnet ihn aus den zahlreichen Gästen ausgesucht, um mit ihm in diesen Keller zu gehen. Das Gesicht hatte er nicht erkennen können. Doch nun sah Marty es, und er konnte es nicht fassen.
Vor ihm stand seine Mutter Susan Stone!
Marty verstand nichts mehr.
Die Welt war für ihn in den letzten Sekunden noch schlimmer geworden. In den Tagen zuvor hatte er sowieso gelitten, weil etwas anderes versucht hatte, ihn zu übernehmen. Er hatte sich mit schlimmen Gedanken herumplagen müssen, sogar mit Mordgelüsten, die er bei Johnny Conolly beinahe in die Tat umgesetzt hätte, und nun erlebte er die absolute Härte. Das wollte ihm nicht in den Kopf.
»Ich bin es tatsächlich, Marty!«
»Nein! Nein!« Er brachte die beiden Worte abgehakt hervor, als müsste er das Sprechen erst noch lernen. Er wich zurück, den ersten Schritt, den zweiten, dann stieß er mit der linken Hacke gegen die Kante der untersten Stufe, fiel zurück, erwischte auch den Handlauf nicht mehr und prallte auf die Treppe.
Dort blieb er sitzen, die Augen geschlossen, weil er hoffte, dass er diese furchtbare Halluzination irgendwann vertreiben konnte.
Es war keine Einbildung,...
| Erscheint lt. Verlag | 23.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3605-2 / 3838736052 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3605-1 / 9783838736051 |
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