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John Sinclair 830 (eBook)

Das Vampirloch

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3560-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 830 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Das Vampirloch.

Ich hörte Schritte und hatte endlich freie Sicht. Was ich zu sehen kriegte, traf mich wie ein Schlag. Der Mann, der unbeirrt und allein auf das Vampirloch zuschritt, war Sir James! Er starrte hinein, sah Blut, überall Blut, und nichts anderes beherrschte seine Gedanken. Blut, Blut, Blut!

Ein ergreifender Roman! Was wird aus Sir James? Werden John und Suko ihn retten?

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Vampirloch


Auf einmal roch Eddy Figueras Blut. Er starrte auf das gekippte Fenster, als käme der Blutgeruch von dort, doch das stimmte nicht. Der Geruch hatte seinen Ursprung in der Küche, in der Eddy hockte.

Figueras würgte. Da auch sein Speichel nach Blut schmeckte, überkam ihn der Ekel, und er schüttelte sich.

Reiß dich zusammen! befahl er sich. Sei kein Narr! Du musst jetzt ruhig sein und die Nerven bewahren. Den Blutgeruch bildest du dir nur ein. Und wenn nicht, dann muss er draußen seinen Ursprung gehabt haben.

Vielleicht im Hof …?

Nein, wieso auch? Das war nicht möglich, denn diese Ursache wäre sicherlich auch von Nachbarn bemerkt worden, und Reaktionen hatte es nicht gegeben. Er glaubte zudem nicht daran, dass er allein den Blutgeruch wahrnahm, dafür gab es keine vernünftige Erklärung.

Aber er war da, und er blieb auch!

Ebenso wie Eddy, der nicht unbedingt aufstehen und in die Firma fahren musste. Als Außendienstler konnte er sich seine Zeit einteilen. Der erste Termin lag ziemlich spät, gegen Mittag. Bis dahin waren es noch einige Stunden.

Er schaffte es, sich zusammenzurei-Ben. Ganz ruhig, als wäre nichts geschehen, blieb er am Frühstückstisch sitzen. Nur seine Augen bewegten sich, sie waren auf der Suche nach der Ursache. Sie sollten die Quelle des Geruchs ausfindig machen, doch es gab keine, zumindest sah er sie nicht.

Da er sich schon zur Ruhe gezwungen hatte, tat er so, als wäre alles völlig normal. Er ließ seinen Blick über den Tisch wandern, auf dem das Frühstück stand.

Da schimmerte der Kaffee braun in der Tasse. Daneben stand der Teller mit dem Brot, das sich Eddy gerade mit Konfitüre hatte bestreichen wollen. Das Frühstücksei hatte er gegessen. Die Eierschalen lagen auf dem Becher. Da war das blanke Besteck; auf der Warmhalteplatte schimmerte die metallene Kanne, und selbst an den Orangensaft hatte er gedacht, denn Eddy war ein Mensch, der sehr gern und auch intensiv frühstückte. Er gehörte nicht zu den Junggesellen, die hastig ihren Kaffee im Stehen tranken, sich dabei noch anzogen und aus der Wohnung eilten. Für ihn musste der Tag mit einem gewissen Ritual beginnen.

Ach ja, und die Zeitung lag noch auf dem Tisch. Doch gelesen hatte er sie noch nicht.

Eddy stand auf.

Ruckartig, wie jemand, der sich zu einer bestimmten Tat entschlossen hatte. Bei Eddy war es der Gang zum Fenster. Er wollte es ganz öffnen, sich hinauslehnen, um herauszufinden, woher dieser verfluchte Geruch stammte.

Figueras hatte den Eindruck, dass sich der Geruch abschwächte, je näher er dem Fenster kam. Er konnte sich auch irren, so genau wollte er sich da nicht festlegen.

Die kalte Novemberluft traf ihn. Figueras wohnte im Erdgeschoss. Von der Küche aus schaute er auf die kleine Grünfläche, die zwischen den vor Kurzem erst fertiggestellten Häusern angelegt worden war. Wer hier lebte, musste schon gut verdienen, denn die Mieten waren nicht niedrig.

Eddy schob die Gardine zur Seite und öffnete das Fenster ganz. Er schaute auf die Parkplätze, wo nur wenige Fahrzeuge standen. Er sah die Buschreihen, die die Parktaschen voneinander trennten, und er sah den Hausmeister, der mit einem breiten Besen das Herbstlaub zusammenfegte.

Der Mann schaute zufällig in Eddys Richtung, sah ihn und winkte. Eddy kannte den Hausmeister nur als einen leutseligen Menschen. Wäre dem etwas aufgefallen, hätte er sicherlich auch einige Worte gesagt, so aber war es beim nachbarschaftlichen Winken geblieben.

Eddy blieb am Fenster. Er drehte seinen Kopf nach rechts, anschließend in die andere Richtung. Er nahm die frische Herbstluft wahr, durch die auch noch der Geruch des feuchtfauligen Laubs schwebte, der für diese Jahreszeit so typisch war.

Aber kein Blutgestank.

Dem Hausmeister war aufgefallen, dass Figueras noch immer am Fenster stand. Er lehnte seinen Besen gegen die Mauer, wischte die Handflächen am Stoff des grauen Kittels ab und schlenderte auf den Mieter zu. Er schaute den Mann mit den schwarzen, lockigen Haaren an, der seine spanische Herkunft nicht verbergen konnte. Der Hausmeister beneidete ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe. »Keine Termine heute, Mr. Figueras?«

»Schon, George, aber nicht heute Morgen.«

»Das ist gut.«

»Dafür arbeite ich oft bis in die Nacht hinein. Irgendwo gleicht sich wieder alles aus.«

»Da haben Sie recht.«

Figueras lächelte etwas kantig. Er war nicht auf den Mund gefallen, das durfte er in seinem Job auch nicht, aber in diesem Moment fiel ihm nicht ein, wie er den Hausmeister auf ein bestimmtes Thema ansprechen sollte. Er bot ihm deshalb eine Zigarette an.

»Danke, die nehme ich gern.«

»Ist auch ein anderer Geruch«, sagte Eddy, beugte sich vor, um George das Feuerzeug zu reichen.

»Wie meinen Sie das, Mr. Figueras?«

»Nur so.«

»Stört Sie was?« George blieb mit seiner Frage am Ball. Er merkte nicht, dass er Eddy damit einen Gefallen getan hatte, obwohl der noch immer nicht so recht mit der Sprache herauswollte.

»Was heißt stören, George? Ich hatte vorhin den Eindruck, als röche es in meiner Küche nach Blut.«

»Hä?«

»Ja, Sie haben richtig gehört, nach Blut.«

Dem Hausmeister wäre fast der Glimmstängel aus der Hand gefallen. Er grinste und wusste nicht, was er dazu sagen sollte. »Sie … Sie meinen wirklich, dass es nach Blut gerochen hat?«

»Ja.«

»Kann ich mir nicht denken.«

»Wollen Sie mal die Nase bei mir reinstecken?

George wollte noch nicht. »Haben Sie sich denn geschnitten, Mr. Figueras?«

»Nein, habe ich nicht.«

»Woher stammt dann der Geruch?« Der Hausmeister zeigte ein skeptisches Grinsen. »Ich kann ja mal mitkommen und mitriechen«, schlug er vor und wollte lachen, was er allerdings nicht tat, als er das ernste Gesicht des Mieters sah.

»Ja, kommen Sie.«

»George!«

Der Hausmeister zuckte zusammen, als er die schrille Stimme der Frau hörte. »Verdammt, meine Alte! Sorry, Mr. Figueras, ich kann jetzt nicht. Ich habe Helen versprochen, sie zum Einkaufen zu fahren. Soll ich später mal vorbeikommen?«

»Das hat keinen Sinn, da bin ich auf Tour.«

»Sie können auch am Abend klingeln.«

»Ich weiß Bescheid.« Das wusste Eddy wirklich, denn der Hausmeister war immer froh, wenn er ein Schwätzchen halten konnte und seiner Frau für einige Stunden entwischte.

Figueras schaute ihm nach, wie er wegging, bevor er sich seufzend umdrehte. Noch spürte er die kalte Luft in der Nase, was sich allerdings änderte, als er tiefer in die Küche ging.

Da war der Geruch wieder!

Eddy besiegte die Gänsehaut. Je näher er an den Küchentisch herantrat, umso mehr verstärkte er sich. Der Vertreter suchte nach einem passenden Ausdruck, und ihm kam nur der Begriff vollmundig in den Sinn, der ihm in diesem Zusammenhang überhaupt nicht gefiel.

Neben seinem Stuhl blieb er stehen. Das Fenster hatte er nicht wieder geschlossen. Die Kälte des grauen Tages kroch in die Küche, und Eddy glaubte, dass ihm dieser Geruch genau von unten her in beide Nasenlöcher stieg.

Von unten …?

Da war der Tisch, der Boden. Er suchte Letzteren nach irgendwelchen Blutflecken ab. Es war nichts zu sehen. Nur die normalen Steinfliesen, rein und fleckenlos.

Er schluckte. Sein Gesicht hatte sich leicht gerötet, als er wieder stand. Seine Augen brannten entsetzlich.

Wieder schnupperte er und senkte den Kopf dabei dem Tisch entgegen, wo das Frühstück stand.

Ja, da war der Geruch intensiver!

Eddy bekam es mit der Wut zu tun. Er fing an zu suchen. Er schob das Geschirr zur Seite, auch das Besteck, doch er entdeckte nicht den kleinsten Blutfleck.

Und doch hatte sich der Geruch verstärkt.

Eddy ballte vor Wut die Hände zu Fäusten. Er sah direkt vor sich die zusammengefaltete Zeitung und senkte den Kopf noch tiefer.

Ja, das war die Quelle!

Die Zeitung roch nach Blut!

Das konnte nicht wahr sein. Er nahm sie hoch, wollte sie wegschleudern, als aus der Zeitung der zusammengefaltete Reklamebogen hervorrutschte, blutrot, mit schwarzen Buchstaben bedruckt.

Figueras stand unbeweglich auf dem Fleck und starrte die Reklame an. Er sah sie nicht nur, er roch sie auch, denn der Blutgeruch ging von diesem bedruckten Reklamebogen aus …

*

Eddy Figueras wollte es selbst nicht glauben. Er stand da und wusste nicht, wie er das alles in die Reihe bringen und was er dabei denken sollte. Es war unmöglich, es war verrückt, völlig irrational.

Blutgestank aus bedrucktem Papier! Das grenzte schon an Wahnsinn, doch ein Irrtum war ausgeschlossen. Eddy beugte sich wieder vor, atmete tief durch die Nase ein, dann nahm er den Bogen in die Hand, setzte sich und faltete das Reklameblatt auseinander.

Im ersten Moment zuckte er zurück, weil ihn das blutrote Papier irritierte. Seine Dichte war nicht überall gleich, zum unteren Rand hin nahm sie zu.

Trotzdem fiel die schwarze Zitterschrift deutlich auf. In großen, beinahe schon traurig anmutenden Buchstaben war der Begriff auf den roten Untergrund gezeichnet oder gedruckt worden.

Er las, doch die Buchstaben verschwammen vor seinen Augen. Einige Male musste er zwinkern, und mit bebenden Lippen las er dreimal den Namen Vampirloch.

Dabei schüttelte er den Kopf.

Figueras merkte nicht, wie er förmlich in den Bann dieses fremden Phänomens gezogen wurde. Einige Male wischte er fahrig über seine Stirn, dann hatte er sich wieder unter Kontrolle und las weiter. »Kommen Sie zu uns. Erleben Sie Londons blutigsten Ort …«

Er schüttelte...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3560-9 / 3838735609
ISBN-13 978-3-8387-3560-3 / 9783838735603
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