Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 839 (eBook)

Ruhe sanft und komm nie wieder (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3569-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 839 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Ruhe sanft und komm nie wieder (2. Teil).

Der Zug nach Warschau fuhr wie ein rollender Sarg durch die Nacht. Er kam von Berlin. Keiner der wenigen Fahrgäste wusste, welches Drama sich in einem der Wagen abspielte. Einer der Passagiere war ein hochgewachsener Mann. Er trug einen dunklen Umhang, stand in einem der Abteile und schaute aus dem Fenster. In seinem Gesicht regte sich nichts, er starrte nur hinaus in die Nacht. Mit den Händen hielt er sich an den Fenstergriffen fest. Sein Körper bewegte sich leicht im Rhythmus der Schwingungen, denn das polnische Schienennetz war alt und ließ keine hohen Geschwindigkeiten zu. Der einsame Mann dachte nach. Er überlegte, ob er möglicherweise einen Fehler begangen hatte. War es richtig von ihm gewesen, John Sinclair allein gehen zu lassen? Der wiederum wollte nach seiner Freundin Jane Collins sehen, die in einem anderen Abteil - besetzt von drei gefährlichen Männern - verschwunden war. Der Einsame wusste es nicht genau. Außerdem musste er seinen Weg gehen. Er war auf der Welt, um gerecht zu sein. Schon sein Name wies darauf hin. Er hieß Raniel. Ein Name für einen Engel, und er war auch ein Engel, denn er hatte auf zwei Existenzebenen gelebt, und er hatte einen Sohn namens Elohim, um den er sich kümmern musste ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Ruhe sanft und komm nie wieder (2. Teil)


Der Zug nach Warschau fuhr wie ein rollender Sarg durch die Nacht. Er kam von Berlin. Keiner der wenigen Fahrgäste ahnte, welches Drama sich in einem der Wagen abspielte. Einer der Passagiere war ein hochgewachsener Mann. Er trug einen dunklen Umhang, stand in einem der Abteile und schaute aus dem Fenster.

In seinem Gesicht regte sich nichts. Er starrte nur hinaus in eine nachtschwarze Landschaft. Er hatte die Arme angehoben und die Hände um die Fenstergriffe gelegt. Sein Körper bewegte sich leicht im Rhythmus des Zuges. Das polnische Schienennetz war alt und ließ keine hohe Geschwindigkeit zu.

Der einsame Mann dachte nach.

Er überlegte, ob er möglicherweise einen Fehler begangen hatte. War es richtig von ihm gewesen, John Sinclair allein gehen zu lassen? Der wiederum wollte sich um seine Freundin Jane Collins kümmern, die ihm einfach zu lange in einem anderen Abteil – besetzt von drei gefährlichen Männern – verschwunden war.

Der Einsame wusste es nicht genau. Außerdem musste er seinen Weg gehen und nicht den des Geisterjägers. Er war auf der Welt, um gerecht zu sein. Schon sein Name wies darauf hin.

Er hieß Raniel.

Ein Name für einen Engel, und er war ein Engel, denn er hatte auf zwei Existenzebenen gelebt, und er hatte einen Sohn namens Elohim, um den er sich ebenfalls kümmern musste.

Sein Leben bestand aus zahlreichen Fäden. Heute aber sah es so aus, als würden sie wieder einmal zu einem Knotenpunkt zusammenlaufen, um dort zu explodieren.

Der Gerechte sah die huschenden Schatten jenseits der Scheibe. Er konnte nicht ausmachen, ob es Bäume, Büsche oder irgendwelche Schuppen waren, die Dunkelheit machte eine Identifizierung einfach unmöglich. Er seufzte, es hatte keinen Sinn, wenn er im Abteil stehen blieb und sich selbst in der Scheibe beobachtete. Er musste einfach etwas tun, sonst war alles zu spät.

Irgendwo bewunderte er John Sinclair auch, dass er es allein gewagt hatte, sich auf die Suche nach dieser Frau zu machen. John musste ja damit rechnen, auf Feinde zu treffen, die kein Erbarmen kannten.

Der Gerechte hatte sich entschlossen. Noch immer umfassten seine Hände die beiden Griffe.

Dann zog er plötzlich an ihnen. Die Scheibe klemmte etwas. Stotternd fuhr sie nach unten, und der kalte Fahrtwind schlug dem Mann ins Gesicht.

Er streckte seinen Kopf vor.

Der Zug fuhr auf dieser Strecke besonders langsam. Den Grund kannte Raniel nicht. Er glaubte aber, einen Damm zu sehen, auf dem sich die Wagenschlange voranbewegte, und an der Seite des Damms schimmerten lange Wasserstreifen, die aussahen wie Kanäle.

Raniel kniff die Augen zusammen. Der Wind wühlte sich in sein Haar. Er wehte es in die Höhe, als wollte er es abreißen. Der Gerechte starrte nach vorn, dort befanden sich auch die beiden Gepäckwagen.

Der Gerechte versuchte es. Mit einem geschmeidigen Dreh schwang er sich aus dem Fenster. Er schien plötzlich schmaler geworden zu sein. Auch der lange Mantel behinderte ihn nicht bei seiner Klettertour, für ihn zählte nur der Erfolg.

Was ein Stuntman in einem Film schaffte, das brachte auch der Gerechte fertig, denn er verließ den Wagen auf diese ungewöhnliche Art und Weise. Er war wie eine Katze. Sein Körper schien sich zusammengezogen zu haben. Er hatte ihn nicht nur gedreht, sondern auch in die Höhe geschraubt und seine Arme dem Dach entgegengestreckt, wo er an einer schmalen, vorstehenden Rinne Halt finden wollte. Krumm wie eine übergroße Banane hing der Gerechte an der Außenwand des Zugs. Er hatte sich bewusst für diesen ungewöhnlichen Weg entschieden, denn er wollte die Überraschung auf seiner Seite haben.

Der Fahrtwind war sein Feind. Immer wieder suchte er sich in dieser Gestalt sein Ziel. Er wollte nicht, dass der Mensch über die Gesetze der Natur triumphierte.

Raniel kämpfte.

Er gewann.

Die Rinne hatte seinen Händen Halt genug gegeben. Sie bog sich nur einmal durch, als er sich hochschwang und sein rechtes Bein dabei einen Bogen schlug. Mit dem Knie erreichte er zuerst das Dach des Wagens und stellte sofort fest, dass es feucht war. Er rechnete damit, dass es auch glatt sein würde.

Raniel gab nicht auf. Auf dem Bauch robbte er weiter, bis er ungefähr die Dachmitte erreicht hatte, und dort duckte er sich tief, denn er wollte dem Fahrtwind so wenig Widerstand wie möglich bieten.

Den nächsten Wagen konnte er noch erkennen. Die anderen wurden von der Dunkelheit verschluckt. Die Lokomotive sah er ebenfalls nicht. Manchmal hatte er auch das Gefühl, durch Wolken zu fahren, doch es waren nur Dunstflecken, die sich in dieser Nähe gehalten hatten und von irgendwelchen Bächen abgesondert wurden.

Raniel war zufrieden, richtete sich nur um eine Idee auf. Sofort bekam der Wind mehr Angriffsfläche. Er schlug gegen ihn, packte den Mantel und schleuderte ihn an der Seite hoch wie eine knatternde Fahne.

Davon ließ sich Raniel nicht beirren. Er hatte den schwierigsten Teil des Unternehmens geschafft, alles andere würde auch noch klappen, davon ging er aus.

Er musste einen bestimmten Wagen erreichen. Welcher das genau war, wusste er selbst nicht, aber er würde es herausfinden. Und so setzte er seinen Weg fort.

Er schob sich auf dem glatten Dach vorwärts, blieb dabei auf allen vieren und Raniel erreichte nach einer Weile den nächsten Wagen.

Weiter in Richtung Lok.

Die Abteile unter ihm gehörten noch zur ersten Klasse, das wusste er. Und er wusste auch, dass er dort John Sinclair, dessen Freundin und die anderen nicht finden würde. Wären sie dagewesen, hätte er es mit seinem untrüglichen Instinkt wahrgenommen.

Er lächelte, denn plötzlich kamen ihm seine Eltern in den Sinn. Sie waren nicht seine leiblichen gewesen, sie hatten ihn, das Findelkind, nur aufgezogen.

Das aber lag lange zurück, sehr lange …

Heute hatte er andere Aufgaben zu erledigen. Er war zu einem Jäger geworden, denn er wusste, dass uralte Kräfte überlebt hatten. Dass die Kreaturen der Finsternis aus tiefer vorbildlicher Zeit es verstanden hatten, zu überleben.

Dem wollte und musste er einen Riegel vorschieben. Deshalb war er der Gerechte geworden.

Er war ein Mensch, der mit dem Tod auf du und du stand, was ihm nichts ausmachte, denn daran hatte er sich gewöhnt.

Der nächste Wagen.

Mit einer geschmeidigen Bewegung hatte er dessen Dach erreicht. Dort duckte er sich für einen Moment, eine Windbö schlug gegen seinen Körper, warf ihn aber nicht um, denn Raniel war zu stark.

Der Zug stampfte weiter. Die Wagen zitterten. Eine lange Kurve lag vor der Schlange. Der Zug legte sich für einen Moment nach links, blieb dabei, und Raniel musste achtgeben, dass er nicht zur Seite hin wegrutschte und über den Rand glitt.

Er schaffte es.

Er trotzte dem Wind und der Kälte. Er machte weiter. Nichts konnte ihn mehr aufhalten, und es dauerte nur kurze Zeit, bis er sein Ziel erreicht hatte.

Diesmal befand er sich auf dem Dach eines Gepäckwagens. Unter ihm lagerten die Pakete, die Kisten und anderen Sendungen, die in Warschau ausgeladen wurden.

Er spürte allerdings auch, dass sich nicht weit von ihm entfernt, allerdings unsichtbar für ihn, jemand aufhielt, der es gewagt hatte, sich den Kreaturen der Finsternis zu stellen.

Sinclair war dort unten.

Die Frau ebenfalls.

Und noch die drei anderen.

Er spürte sie, denn sie strahlten etwas ab, das sie einfach nicht unterdrücken konnten. Es war eine schlimme Aura, die sich in all den vergangenen Zeiten gehalten hatte. Nichts hatte diesen Gruß aus der Urzeit zerstören können. Und es war zudem der Geruch des Bösen, der Niedertracht und des Todes, der den Gerechten umflorte.

Hier war er richtig.

Der Zug hatte die Kurve wieder verlassen und rollte jetzt ruhiger dahin.

Raniel richtete sich auf.

Wind schlug in sein Gesicht, er peitschte die langen, dunklen Haare weit zurück. Jetzt wurde die Sicht besser, und er entdeckte in der Ferne einen bleichen Schimmer. Dort lag eine größere Ortschaft. Wahrscheinlich war es schon Poznan, wo der Zug halten würde.

Das gefiel dem Gerechten nicht. Er geriet etwas in Zeitdruck. Dann fasste er unter seinen Mantel.

Er zog eine Waffe hervor. Der lange Gegenstand sah aus wie ein Stab. Im Prinzip war er das auch, nur wer näher hinschaute, stellte schnell fest, dass mit diesem Stab auch gekämpft werden konnte.

Raniel hielt ein Schwert in der Hand.

Er wagte es, richtete sich auf, schwang das Schwert in die Höhe, und dabei veränderte es sich. Plötzlich war es genauer zu erkennen, und wiederum unterschied es sich von einer normalen Waffe.

Dieses Schwert bestand aus Glas.

Raniel schlug zu!

*

Ich hatte die Tür des Gepäckwagens mit dem Vierkantschlüssel geöffnet und spielte alles oder nichts. Ich musste es einfach tun, um Jane Collins zu retten.

Ob sie sich schon jetzt in einer lebensbedrohlichen Lage befand, das wusste ich nicht, rechnen musste ich mit allem, und deshalb sprang ich mit gezogener Waffe in den Waggon.

Während ich über die Schwelle eilte, hatte ich plötzlich das Gefühl, als hätte jemand die Zeit angehalten. Ich fühlte mich umgeben von einer anderen Zeit, von einer anderen Ebene oder Dimension, und ich wunderte mich darüber, was ein Mensch innerhalb weniger Sekunden doch alles aufnehmen konnte.

Das Bild war einfach genial und gleichzeitig gefährlich. Ich erkannte Henry O. Sellnick, den Beerdigungsunternehmer wieder, dessen Mund ein widerliches Grinsen zeigte und dabei auf eine ungewöhnliche Weise verschoben war.

Ich sah auch...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3569-2 / 3838735692
ISBN-13 978-3-8387-3569-6 / 9783838735696
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70