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John Sinclair 801 (eBook)

Ruine des Schreckens (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3531-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 801 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Gespenster der Nacht (2. Teil).

Die Welt explodierte um uns herum in einem grellen, künstlichen und blendenden Licht, wobei das aggressiv klingende Röhren eines Automotors alle anderen Geräusche überlagerte, auch unser Fluchen.

Die Katastrophe war nur noch Zentimeter von uns entfernt. Nach menschlichem Ermessen konnten wir ihr kaum noch entgehen. Das wusste Kommissar Harry Stahl ebenso wie ich. Aber Harry behielt die Nerven.

Er setzte in diesem Fall alles auf eine Karte. Das Lenkrad des Opel riss er mit einer heftigen und zuckenden Bewegung herum. Das Fahrzeug gehorchte präzise. Es schleuderte nach rechts und folgte dabei willig der Lenkbewegung.

Was dann passierte, ging einfach unter und war auch für mich nicht mehr genau nachvollziehbar.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Ruine des Schreckens (2. Teil)


Das Bild am düsteren Nachmittagshimmel ließ an Schaurigkeit nichts zu wünschen übrig.

Grauen perfekt – Grauen, das einen Namen hatte.

AEBA!

Vier Buchstaben nur, ein abstrakter Begriff, der allerdings zerlegt werden konnte, sodass die Buchstaben einen anderen Sinn bekamen und plötzlich Gestalt annahmen.

Astaroth, Eurynome, Bael und Amducias!

So lauteten die wahren Namen der vier Dämonen, die zum unmittelbaren Dunstkreis des mächtigen Luzifer gehörten. Diesmal jedoch waren sie nicht durch ihre Diener, die Horror-Reiter, vertreten, sondern zeigten sich als Erzdämonen.

Sie schwebten in den Wolken als Zerrbilder des Schreckens, und sie schauten auf die Erde nieder, als sollte diese im nächsten Augenblick von ihnen zerstört werden.

Die vier waren die Gründer gewaltiger Reiche. Sie waren so alt wie die Welt, sie hatten wahrscheinlich miterlebt, wie sie entstand. Sie waren hineingeraten in den gewaltigen Kampf zwischen Gut und Böse. Dass sie noch existierten, ließ darauf schließen, wie mächtig sie waren. Zudem standen sie unter dem Schutz des finstersten aller gefallenen Engel, Luzifer.

AEBA stand für Hinterlist, Grausamkeit, Vernichtung und Chaos. Sie selbst aber griffen nur selten in den Lauf der Dinge ein, dafür hatten sie ihre Diener, die Horror-Reiter. Wenn sie sich selbst zeigten, so wie jetzt, musste schon etwas Außergewöhnliches passiert sein.

Jeder von ihnen versuchte den anderen an Scheußlichkeit zu überbieten. Den Anfang machte Astaroth als eine männliche Medusa. Auf seinem Schädel verteilten sich ringelnd knallrote Schlangen, die aussahen wie dicke Blutfäden. Augen schimmerten kalt wie grüne Steine, in die sich kein Lichtreflex verirrt hatte. Kein Mund, keine Nase und keine Ohren.

Eurynome war der Dämon mit dem Ziegenkopf. Geifernd, bösartig, ein langer Schädel mit bleckenden Zähnen. Unter dem Schädel zeigten sich die schwellenden Formen eines reifen Frauenkörpers in einer abstoßenden Pose.

Bael hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit einem übergewichtigen Buddha. Er war nackt, schwammig, breit und wuchtig. Seine Haut war mit einem dünnen Goldfilm überzogen, und die Pupillen bestanden ebenfalls aus kleinen Goldplättchen.

Amducias machte noch den menschlichsten Eindruck von allen. Er wirkte wie ein eleganter Beau. Allerdings nur von der Rückseite her gesehen. Drehte er sich um und wandte dem Betrachter seine Vorderfront zu, sah alles ganz anders aus. Da hatte er dann keinen Kopf mehr, sondern eine lang gezogene Schnauze, die Ähnlichkeit mit der eines Krokodils aufwies.

Woher diese vier Gestalten erschienen waren, konnte wohl niemand so recht sagen. Wahrscheinlich aus den Tiefen der Hölle, aus schrecklichen Dimensionen, in die niemals das Auge eines Menschen hineingeschaut hatte. Sie waren gelockt worden, man hatte sie gereizt, und sie wollten zeigen, dass mit ihnen zu rechnen war.

Zwei Menschen jedenfalls sahen dieses schreckliche Bild am Himmel. Und diese beiden ging es auch etwas an.

Der eine war ein achtzigjähriger Schriftsteller namens Robert Morse, der in einem Seniorenstift lebte und Besuch von einem Polizisten bekommen hatte. Als Inspektor Suko hatte er sich vorgestellt. Beide waren sich sympathisch gewesen, und Robert Morse hatte zu Suko auch Vertrauen gefasst. Nicht nur das, er hatte ihn sogar als eine große Chance angesehen und ihm eine golden schimmernde Münze vermacht, ein sogenanntes Orakel, auf dessen Oberfläche ein Mann eingraviert worden war, der auf einem Fluss ruderte und sich dabei von Vögeln mit mächtigen Schwingen beobachtet fühlte.1

Der alte Mann hatte die Gestalten der Erzdämonen zuerst gesehen und Suko darauf aufmerksam gemacht. Eine kurze Drehung hatte dem Inspektor gereicht, um sie ebenfalls zu sehen.

Er starrte sie an.

Im ersten Augenblick schloss er die Augen. Er wollte kaum zugeben, was er da sah. Es war auch für ihn überraschend gekommen, obwohl er eigentlich hätte damit rechnen müssen, denn die Zeichen standen auf Sturm, und die Zeichen waren negativ geworden. Das Böse hatte zum Kampf geblasen und mit ihm die Kreaturen der Finsternis.

Luzifer lachte im Hintergrund.

Suko schaute den Autor an. Der alte Mann saß in einem Schaukelstuhl, er wippte leicht vor und zurück, auch jetzt, als der Schrecken ihn erfasst hatte, kam der Stuhl nicht zur Ruhe. An das leise Knarren hatte sich Suko längst gewöhnt, er hörte es kaum, aber er sah auch nicht die Angst auf dem Gesicht des alten Mannes, denn sein Interesse galt nur den vier Erzdämonen.

Sie standen in den Wolken. Ihre Gesichter waren nicht klar, trotzdem gut zu erkennen, und er hatte das Gefühl, als wären sie nur ihretwegen erschienen. Sein Blick glitt wieder in die Tiefe, denn hinter dem breiten Fenster des Wintergartens lag ein Park. Suko hatte dort zwei Spaziergänger gesehen, und er war gespannt, wie diese beiden bei dem Anblick reagierten.

Sie taten nichts.

Sie gingen weiter, als wäre nichts geschehen. Sie schauten weder zum Himmel noch zur Seite, für sie waren die Fratzen am Himmel einfach nicht existent.

War es vielleicht so, dass nur Suko und Robert Morse diese Gestalten sahen?

Man musste mit allem rechnen, denn die vier vereinigten eine gewaltige Macht. Sie konnten Zeiten manipulieren, sie schafften es, den Menschen etwas vorzugaukeln, und sie sahen sich als Teil eines Ganzen an, denn auch sie gehörten zum Kreislauf der Welt, wo sich Gut und Böse verteilten.

Suko war einige Schritte vorgegangen und drehte sich um, als er den scharfen Atem des Schriftstellers hörte. Morse sprach mit sich selbst, er war aus der Fassung geraten, er zitterte, und sein Gesicht hatte auch die letzte Farbe verloren.

Neben ihm blieb Suko stehen. Auch das konnte den alten Mann nicht beruhigen, heftig atmete er weiter, strich immer wieder über seine Stirn, um den kalten Schweiß abzuwischen.

»Ich wusste es«, sagte er. »Es ist das Böse, das unsere Zeit beherrscht. Man kann ihm einfach nicht entkommen. Wir Menschen haben Fehler begangen, wir haben nie auf das Böse geachtet, wir haben darüber gelacht, aber das hätten wir nicht tun dürfen. Ich wusste es, ich habe es schon vor Jahren gewusst, als ich die Ruine fand. Ich bin zu der Wand nie vorgedrungen, aber ich habe ihre Ausstrahlung bemerkt, Suko, verstehen Sie?«

»Das glaube ich.«

»Es war anders. Ich kann es Ihnen nicht beschreiben. Es war zeitlos, nicht in Worte zu fassen. Und glauben Sie mir eines, mein Freund. Ich habe die alte Ruine fluchtartig verlassen. Ich wollte den Namen Gamala vergessen.«

»Heißt so das Kloster?«

»Ja, so heißt es. Man spricht nicht gern darüber. Die Schrecken sind einfach zu groß gewesen. Die Mönche starben, viele andere auch, sie gingen in den Tod. Das Kloster ist eine riesige Leichenhalle. Noch heute findet man in den Ruinen die alten, bleichen Gebeine, denke ich. Es ist grauenhaft, denn dort ist das Böse der alten Zeit noch lebendig geblieben. Du musst achtgeben, wenn du dort bist, du musst dich vorsehen, und lasse dich niemals von der Ruhe täuschen, die dort herrscht, denn es ist eine trügerische Totenstille.«

Suko hatte den hastig gesprochenen Worten genau zugehört, ohne allerdings die Gesichter der vier Erzdämonen aus den Augen zu lassen. Sie blieben, und sie schauten, sie waren böse, und Suko fragte sich, was sie unternehmen würden.

Nichts taten sie.

Sie schickten auch keinen ihrer Diener, und Suko beruhigte sich allmählich. Er griff in die Tasche und holte das Orakel hervor. Der alte Mann hatte es ihm gegeben, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben, und Suko freute sich über den Beweis des Vertrauens. Er würde alles versuchen, um das Vertrauen des Autors und Forschers nicht zu enttäuschen. Über die Handhabung des Orakels wusste er noch nicht Bescheid. Suko konnte nur hoffen, dass es ihm den Weg zur Bundeslade zeigen würde, denn sie allein war die ultimative Waffe gegen die Kreaturen der Finsternis.

Es wunderte Suko nicht einmal, dass die vier Erzdämonen zu den Kreaturen der Finsternis zählten oder zumindest auf deren Seite standen, denn sie waren ebenso alt, und sie verstanden es, sich immer noch einem mächtigen Dämon zuzuwenden, eben Luzifer und auch in ehemaligen Zeiten Asmodina, der Tochter des Teufels.

Doch jetzt verschwanden sie.

Suko wusste nicht, wie lange sie sich gezeigt hatten, die Zeit war in diesem Fall bedeutungslos geworden, aber das erste Auftauchen schien ihnen gereicht zu haben.

Kurz und drohend. Eine Warnung ausstrahlend, sich nicht um Dinge zu kümmern, die andere nichts angingen.

Sie zogen sich zurück, und ihre hässlichen Gesichter lösten sich einfach auf.

Sollte das alles gewesen sein? Darüber dachte Suko nach, und er wollte es eigentlich nicht akzeptieren. Sie tauchten nicht einfach aus Spaß auf, es musste einfach mehr dahinterstecken, doch um dieses Rätsel würde Suko sich später kümmern.

Morse wischte über seine Augen. »Sie sind weg, nicht wahr?« hauchte er.

»Ja.«

»Freuen Sie sich?«

Suko hob die Schultern. »Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll.«

»Nein, auf keinen Fall. Das ist die Macht des Bösen, Inspektor. Sie hat uns bewiesen, dass sie noch anwesend ist. Das dürfen Sie niemals vergessen.«

»Das Orakel hat uns nicht geholfen.« Suko hatte es etwas vorwurfsvoll gesagt.

Der alte Mann schaute zu ihm hoch. »Wie sollte es auch, mein Freund? Wie sollte es auch?«

»Das verstehe ich nicht.«

»Das Orakel ist keine Waffe, Inspektor. Es ist einfach nur ein Wegbereiter, mehr nicht.«

»Wohin?«

...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3531-5 / 3838735315
ISBN-13 978-3-8387-3531-3 / 9783838735313
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