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John Sinclair 807 (eBook)

Das Gespenst von Angus Castle

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3537-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 807 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Das Gespenst von Angus Castle.

Wenn ich jemals in einer gottverlassenen Gegend gestanden hatte, dann hier in Schottland, irgendwo in den Highlands, ziemlich weit weg von jeglicher Zivilisation, aber in Sichtweite eines Schlosses, das einen verlassenen Eindruck machte. Es sah nicht natürlich aus, es wirkte so, als sei es für Werbeaufnahmen dort plaziert worden, um wenig später wieder abgeholt zu werden. Es thronte nahezu theatralisch auf diesem Felsen in dem abgelegenen Hochmoor. Die ausgefallene Architektur und die einzigartige Umgebung verliehen seinen Türmen eine morbide Atmosphäre. Es war wie eine perfekte Illusion aus einem Schauerroman. Das Schloss war nicht mal groß, es erinnerte eher an ein Jagdschlößchen. Ein Kokon aus Spinnweben schien es umwickelt zu haben. Davon ließ ich mich natürlich nicht abhalten. Ich musste auf das Schloss, und ich wollte es sehen - das Gespenst von Angus Castle.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Gespenst von Angus Castle


Wenn ich jemals in einer gottverlassenen Gegend gestanden hatte, dann hier in Schottland, irgendwo in den Highlands, ziemlich weit weg von jeglicher Zivilisation, aber in Sichtweite eines Schlosses, das einen verlassenen Eindruck machte.

Es sah nicht natürlich aus, es wirkte so, als wäre es dort für Aufnahmen platziert worden, um wenig später wieder abgeholt zu werden. Es thronte nahezu theatralisch auf dem Felsen in dem abgelegenen Hochmoor. Die ausgefallene Architektur und die einzigartige Umgebung verliehen seinen verrotteten Türmen eine morbide Atmosphäre. Es war wie eine perfekte Illusion aus einem Schauerroman.

Das Schloss war nicht einmal groß und erinnerte mehr an ein Jagdschlößchen. Ein Kokon von Spinnweben schien es umwickelt zu haben.

Angus Castle hieß das Schloss, mehr wusste ich noch nicht darüber.

Dabei war ich nach Schottland gekommen, um mich mit diesem Schloss zu beschäftigen, und ich war nicht irgendeinem Anruf gefolgt, sondern dem meines Vaters. Er hatte mich herbestellt, ohne sich jedoch zu zeigen. Ich wusste nicht einmal, ob er in der Nähe wartete. Wenn ja, dann hielt er sich gut versteckt.

Obwohl ich den Bau noch nicht von innen gesehen hatte, gab er mir bereits jetzt Rätsel auf. Ich wusste instinktiv, dass ich mich damit noch näher zu befassen hatte. Sicherlich würde ich noch Überraschungen erleben.

Natürlich hatte ich meinen Vater gefragt, um was es ging, denn grundlos rief er nicht an. Er hatte nur ausweichend geantwortet und mir erklärt, dass ein Treffen wichtig wäre.

Nun ja, ich würde schon sehen.

Meinen Wagen hatte ich auf dem unbefestigten Weg stehen lassen, der in der Nähe dieses Gebäudes auslief. Von der langen Reise war ich ziemlich müde, obwohl ich einmal unterwegs in einem Hotel übernachtet hatte.

In dieser Höhe wehte ein angenehm frischer Wind, der kühl über mein Gesicht strich. Er brachte den Geruch der frischen Natur mit. Es roch nach Gras, nach Blumen und irgendwo auch nach Weite und Fernweh. Da ich mich sehr hoch befand, wirkte das Land ziemlich flach. Weite Ebenen, die Hochmoore, dazwischen Gürtel aus Gestrüpp, kaum Wald, dafür Wasser. Zahlreiche kleine Seen zeichneten die Umgebung. Ihre dunkle Füllung sah aus wie verschieden große Augen. Das Wasser war nicht klar, aber auch nicht schmutzig, nur düster wie alle Gewässer hier. In einem satten Grün schimmerte es, und manchmal wischten die Farben auch ineinander.

Es war eine Umgebung von herber Schönheit. Nicht verspielt oder nett, sondern ziemlich rau, denn im Herbst und Winter tobten Stürme über das Land. Sie würden um die Mauern des Schlosses heulen, an den Dächern zerren und die runden Türme zum Jammern bringen. Es waren viele Fenster vorhanden. Ich wusste nicht, ob dahinter Menschen lebten, ich sah keinen Schatten, der sich bewegte, nicht einmal Scheiben fielen mir auf.

Angus Castle war verlassen worden.

Aber wo steckte mein Vater?

Ich hatte den Wagen etwa vor zehn Minuten verlassen und war in seiner Nähe stehen geblieben. Wenn er sich irgendwo in der nahen Umgebung aufhielt, hätte er mich sehen müssen, doch er zeigte sich nicht. Er blieb verschwunden.

Ich schaute zum Himmel. Auch er konnte mir keine Antwort geben. Die weißen Wolken lagen auf der blauen Fläche wie gezeichnet. Sie wirkten so hoch und fern. Man konnte sich kaum vorstellen, dass diese Gegend auch bald im Nebel versank. Dieser Flecken Erde gehörte noch zu denen, die nicht vom Tourismus eingenommen worden waren.

Da hörte ich das Singen!

Es war keine menschliche Stimme, die sich durch ein Lied gemeldet hatte, es war ein Geräusch, das ich eben als singend ansah. In meinem Rücken war es aufgeklungen, und ich drehte mich um.

Nichts war zu sehen – oder doch?

In der Luft schien ein Flimmern zu hängen, ein zitternder Schein, der nicht verschwinden wollte. Er war einfach da, und ich schaute gebannt gegen einen künstlichen Regenbogen, der allerdings nicht aus den Spektralfarben bestand, sondern nur aus einer hauchzarten. Einer Mischung aus Gold und Silber.

Dann war der eigenartige Regenbogen weg.

Ich schluckte, zwinkerte mit den Augen, räusperte mich und überlegte, ob ich mich geirrt haben konnte.

Vielleicht. In dieser Einsamkeit bildet man sich gewisse Dinge ein, die hätten geschehen können. Zwar kannte ich kein Motiv für dieses Klirren, doch an einen Irrtum wollte ich auch nicht glauben.

Etwas war da.

Etwas belauerte mich aus dem Unsichtbaren hervor, und ich kam damit noch nicht zurecht. Ich drehte mich auf der Stelle, weil ich auch annahm, dass sich das Klirren weiterbewegte, aber selbst an der grauen Fassade des Schlosses sah ich nichts.

Wo steckte mein Vater?

Verflixt noch mal, er hatte mich herbestellt, er musste kommen, um mich zu begrüßen! Oder war er nicht da?

Das konnte durchaus sein. Ich war zu früh gekommen. Wir hatten keinen konkreten Zeitpunkt ausmachen können und hatten uns darauf verständigt, gegen Mittag an Ort und Stelle zu sein.

Es war kurz vor zwölf! Ich konnte mir ein wenig wie Gary Cooper vorkommen, der in dem Film High Noon einsam und allein auf seine Gegner wartete.

Ich hatte keine und überlegte, wo ich warten sollte. Im Wagen, vielleicht im Schloss. Bei der zweiten Möglichkeit zögerte ich, denn es hatte etwas an sich, das mich davon abhielt, es schon jetzt zu betreten. Ich wollte nicht von einer Drohung sprechen, das wäre übertrieben gewesen, sehr anziehend wirkte das Gemäuer nicht.

Also warten.

Draußen bleiben, die gute Luft atmen und sich dorthin stellen, von wo aus ich den Weg, den ich gefahren war, überblicken konnte. Eine Strecke, die sich durch das Land schlängelte, Dörfer miteinander verband, wo Menschen lebten, die mit der Einsamkeit zurechtkamen und sich darüber auch nicht beschwerten.

Wieder das Singen!

Ich zuckte zusammen, weil etwas über mich hinweggeflogen war, haarscharf, fast durch die Frisur.

Ich ging nach vorn, drehte mich, schaute wieder zurück und sah soeben noch das gleiche Phänomen wie beim ersten Mal. Etwas Helles verschwand.

Tief holte ich Luft.

Beim ersten Mal hätte ich noch an eine Täuschung glauben können, nun aber war ich fest davon überzeugt, dass mich jemand beobachtete. Ein Wesen, ein Geist möglicherweise, der sich von seinem Ort der Verbannung gelöst hatte und jetzt freigekommen war.

Das alte Schloss konnte ich mir durchaus als einen Ort der Verbannung vorstellen. Es hatte etwas Morbides, es strahlte ein Geheimnis ab, das tief in seinen Mauern verborgen blieb und sich so leicht nicht zeigen würde. Aber ich war gewarnt. Mit meiner Ruhe und relativen Ausgeglichenheit war es dahin. Mit jeder Sekunde, die verstrich, erhöhte sich bei mir die Spannung. Ich wartete einfach darauf, dass sich etwas tat, ich sehnte das dritte Erscheinen herbei.

Dabei ging ich davon aus, dass es diesmal anders sein würde. Nicht mehr so geisterhaft, sondern direkter. Der Feind oder das Unbekannte war näher an mich herangekommen.

Automatisch suchte ich nach einer Deckung. Ich wollte mich einfach nicht hinter den Mauern des Schlosses verstecken, und richtete mein Augenmerk auf den Wagen, der sich in dieser Umgebung wie ein Fremdkörper ausnahm und so etwas wie einen Schutzraum darstellte.

War er okay?

Schmutzig war er, mein Rover, und das Sonnenlicht ließ ihn kaum glanzvoller erscheinen. Die Umgebung, der Himmel, das Schloss und ich spiegelten sich in den matten Scheiben wider.

Oder …?

Für einen Augenblick glaubte ich, im Innern des Fahrzeugs eine Bewegung gesehen zu haben. Nur sehr schwach, vielleicht auch eine Einbildung, aber trotzdem so stark, dass ich mich gezwungen sah, doch nachzuschauen.

Der Weg lag etwas tiefer. Zumindest an der Stelle, wo ich meinen Rover abgestellt hatte. Ich rutschte eine fläche Böschung hinunter, bewegte mich dann schneller und hatte das Fahrzeug mit dem nächsten großen Schritt erreicht.

Neben der Fahrerseite blieb ich stehen.

Abwarten, ducken, hineinschauen oder die Tür öffnen. Ich tat alles zugleich.

Der Rover war leer!

Tief atmete ich durch. Also war ich doch einer Täuschung erlegen. Ich schüttelte den Kopf und lachte innerlich. Wie hätte es auch anders sein können? Ein leeres Auto interessierte keine Geister.

Wieder richtete ich mich auf.

Dabei schaute ich zwangsläufig über das Wagendach hinweg. Als ich mich noch in der Bewegung befand, hörte ich vor mir abermals das singende Geräusch.

Unwillkürlich zog ich den Kopf ein. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Singen jetzt bedeutungsvoller und intensiver war. Jedenfalls stärker als bei den beiden Malen zuvor.

Da stand er.

Nur die Wagenbreite trennte uns. Ein Mann war aus dem Nichts erschienen, und er starrte mich aus seinen leeren Augen traurig an. Das alles hätte ich noch locker hingenommen, wenn mich nicht eine Tatsache misstrauisch gemacht hätte.

Dieser Mann gehörte nicht in meine Zeit. Er sah aus wie jemand, der aus der Vergangenheit zu Besuch gekommen war …

*

Ich hatte den Atem angehalten und spürte, wie der Speichel in meine Kehle rann und räusperte mich.

Der Mann und ich starrten uns an. Er blieb einfach stehen, als wollte er, dass ich mir seinen Anblick einprägte. Er war es wert, das stimmte.

Ein roter Umhang, ein gelblich schimmerndes Wams, eine Hose, ein Gürtel und halbhohe Stiefel. Das Haar des Mannes war schwarz, ebenso wie der Bart, der sein Kinn umwucherte und sich an den Wangen hoch bis hin zu den Ohren zog. Sein Gesichtsausdruck war nicht finster, er kam mir irgendwie fragend und voller...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3537-4 / 3838735374
ISBN-13 978-3-8387-3537-5 / 9783838735375
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