John Sinclair 805 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3535-1 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Krallenhand (2. Teil).
Fiona Finley leuchtete der Tod entgegen! Er strahlte aus den Augen einer roten, geisterhaften Gestalt, die regungslos am Ende des Flurs stand und wie ein Wächter aus der Hölle wirkte.
Fiona kannte den Namen der Gestalt nicht, sie wusste nur, dass sie dem Totengesicht in die Falle gelaufen war, denn aus diesem Haus gab es kein Entrinnen mehr.
Zwei kalte Laternen, böse und grausam, Unheilbringer aus dem Jenseits, die so gar nicht zu der roten Geistergestalt passen wollten, aber einen Menschen bannten.
So auch Fiona!
Sie wusste nicht mehr, wie sie der Falle entrinnen sollte. Sie schaute zurück. Dort befand sich die Tür zu dem Zimmer, in dem sie nach ihrer Bewusstlosigkeit erwacht war und die seltsamen Geräusche gehört hatte.
Noch immer klangen die unheimlichen Laute in ihren Ohren nach. Bei jedem Schritt über die Bohlen hatte es sich angehört, als splitterten oder knirschten Knochen.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Krallenhand (2. Teil)
Fiona Finley leuchtete der Tod entgegen! Er strahlte aus den Augen einer roten, geisterhaften Gestalt, die regungslos am Ende des Flurs stand und wie ein Wächter aus der Hölle wirkte.
Fiona kannte den Namen der Gestalt nicht, sie wusste nur, dass sie dem Totengesicht in die Falle gelaufen war, denn aus diesem Haus gab es kein Entrinnen mehr.
Zwei kalte Laternen, böse und grausam, Unheilbringer aus dem Jenseits, die so gar nicht zu der roten Geistergestalt passen wollten, aber einen Menschen bannten.
So auch Fiona!
Sie wusste nicht mehr, wie sie der Falle entrinnen sollte. Sie schaute zurück. Dort befand sich die Tür zu dem Zimmer, in dem sie nach ihrer Bewusstlosigkeit erwacht war und die seltsamen Geräusche gehört hatte.
Noch immer klangen die unheimlichen Laute in ihren Ohren nach. Bei jedem Schritt über die Bohlen hatte es sich angehört, als splitterten oder knirschten Knochen.
Dieses weiße Haus auf den Klippen war nicht normal. In ihm wohnte das Böse, der Schrecken, alles Grausame, das sich ein Mensch nur vorstellen konnte. Und seine Bewohnerin war die Schlimmste von allen. Sie hütete dieses Haus und brachte mit ihrem Totenblick alles zum Schweigen, denn sie war es, die befahl.
Fiona atmete schwer. Die Angst hatte ihr den kalten Schweiß aus den Poren getrieben. Sie wagte es nicht, ihn wegzuwischen, die andere hätte diese Geste falsch einstufen können.
Und dann kam sie vor.
Sie ging nicht, sie schwebte. Es war nichts zu hören. Schattenhaft glitt sie durch den Gang, als hätte jemand ein Tuch geworfen und einen Körper darauf gemalt.
Sie war das Versprechen, sie war der Tod, und nichts würde sie davon abhalten.
Kalt wurde es – eisig kalt!
Fiona fror, als wäre ihr Rücken mit Eis eingerieben worden. Dennoch rührte sie sich nicht, denn diese nicht normale Kälte war bereits der Vorbote des Todes.
Sie kam näher und näher …
Sie brachte die Kälte mit, und Fiona hörte sich selbst mit den Zähnen klappern. Sie zitterte und spürte unter ihren Füßen, wie der Boden allmählich nachgab. Die Bohlen wurden weich, sie schienen sich zu öffnen, um sie zu verschlingen.
Das Totengesicht schwamm plötzlich vor ihr. Es war ein großes Gesicht, viel größer als das eines Menschen, und der Gesichtsausdruck war böse und leer.
Dann der Mund. Wie gezeichnet. Zwei schmale Lippen, darüber die Nase, das mörderische Grinsen und wieder diese verfluchte Kälte, dass Fiona umgab wie ein Kokon.
Der Tod war da.
Der Tod schlug zu!
Waren es Hände, die sich auf ihre Brust legten, waren es Schatten, die sie umgaben? Fiona Finley wusste es nicht. Plötzlich fror ihr Blut ein, sie versteifte im Stehen, und sie hatte das Gefühl, als würde sie ausgesaugt. Verlor sie das Leben, die Seele …?
Dann schwankte sie. Mal kippte sie nach rechts, dann wieder nach links. Die Gedanken, die ihr durch den Kopf wirbelten, konnte sie nicht in eine Folge bringen, denn die Eiseskälte, der Gruß aus der Totenwelt, hielt sie in ihren Klauen.
Die Frau sank in die Knie!
Ein letzter Wehlaut drang aus ihrem Mund, den sie nicht mehr schließen konnte. Er blieb verkrampft offen, als sie den Boden berührte und zu einer regungslosen Person wurde, über der die Frau mit dem Totengesicht wie ein höllischer Engel schwebte.
Sie war zufrieden, denn in dieser starren Person steckte kein Funken Leben mehr.
Mit einer lautlosen Bewegung drehte sie ab, wehte durch das Haus und löste sich auf. Es sah aus, als wäre sie von den alten Wänden verschluckt worden, und tief aus dem Boden erklang ein zufriedenes Stöhnen, als würde sich das weiße Haus auf den Klippen darüber freuen, wieder eine neue Beute bekommen zu haben …
*
Dass James Hurt nicht mehr der Jüngste war, wusste er. Deshalb störte es ihn auch nicht, wie sehr er stöhnte, denn dies war ihm vergönnt. Schließlich lag die in einen Teppich eingerollte Frau auf seiner Schulter, und er musste sie so schnell wie möglich wegschaffen.
Wenn er dann auch Finley fortgeschafft hatte, würde er den Rover der neuen Person wegfahren, und niemand würde Verdacht schöpfen.
Sein Atem drang nur schwer über die Lippen. Bei jedem Schritt schwankte der Mann. Zudem lief er Gefahr, seine Beute zu verlieren, sie rutschte auf der Schulter hin und her, des Öfteren musste er nachfassen, was nicht ohne Mühe geschah, denn jede Bewegung schmerzte seinen alten Knochen.
Er war auf einem Schleichweg in Richtung Strand gelaufen, denn nur von dort konnte er das weiße Haus auf den Klippen ungesehen betreten. Er wusste den Weg, vielen anderen war er verschlossen geblieben, was ihm natürlich sehr entgegenkam, so blieb das Geheimnis zwischen ihm und seiner Frau gewahrt.
Das harte Dünengras wuchs hoch. Die Dünen selbst bildeten Buckel, zwischen denen er sich bewegen konnte, ohne vom Ort aus beobachtet zu werden.
Das Meer lag links von ihm. Eine gewaltige graue Fläche mit silbrigen Kämmen, die immer wieder gegen die Küste liefen und teilweise im breiten Sandstreifen versickerten.
Die Wolken hatte der Wind vertrieben. Der Himmel zeigte ein monotones Graublau.
Es war auch kühl geworden. Keiner hielt sich mehr in der Nähe auf. Die zum Säubern bereitgestellten Strandkörbe bildeten eine bräunliche Insel. Vögel segelten mit nahezu stoischer Gelassenheit durch die Luft, glotzten auf Strand und Wasser nieder, auf der Suche nach einer lohnenden Beute.
James Hurt rutschte einen Sandhang hinunter. Gras bremste ihn. Der Teppich mit der Frau darin löste sich von seiner Schulter. Hurt schaute ihm fluchend hinterher und sah, dass er am Fuß des Hanges liegen blieb. Dabei hatte er sich ein wenig aufgerollt, und eine starre Hand schaute hervor. Die Finger sahen aus wie die einer Toten, aber der Mann wusste, dass Glenda Perkins nicht tot war. Sie würde bald tot sein, denn der Totengeist sollte sie bekommen. Wieder ein Opfer für das Jenseits, damit Menschen davon verschont wurden. Wenn man es wusste, war es ganz einfach, aber es gab nur wenige Menschen in Harrings-on-sea, die eingeweiht worden waren. Die Hurts gehörten dazu. Sie hatten den Anfang gemacht, und sie würden so schnell nicht aufhören. Vor allen Dingen dann nicht, wenn die Touristen einfielen. Den einen oder anderen würde kaum jemand vermissen. Und wenn schon, ein älteres Ehepaar geriet bestimmt nicht in Verdacht.
Zuerst war diese Glenda Perkins an der Reihe. Es wurde auch Zeit, denn sie hätte es beinahe geschafft, das Verschwinden ihrer Freundin Fiona Finley aufzuklären. Neugierig gewesen war sie. James Hurt und seine Frau hatten alle Tricks aufbieten müssen, um sie loszuwerden. Zum Glück gab es da noch die kleine Susy.
Ein Kind – aber auch ein untoter Teufel!
Er musste lächeln, als er an sie dachte und dabei in seinen dunklen Gummistiefeln den schmalen Hang hinabstampfte.
Neben dem Teppich blieb er stehen. Wind spielte mit seinen grauen Haaren, als er sich drehte und noch einmal nachschaute, ob er auch nicht beobachtet wurde.
Hurt konnte nichts Verdächtiges feststellen. Er war zufrieden mit sich selbst, ließ sich auf die Knie fallen und knurrte wie ein Tier, das sich mit seiner Beute beschäftigte.
James Hurt rollte den Teppich auf und betrachtete die Frau. Ein Schauer durchrieselte ihn. Glenda war eine schöne Frau. Obwohl Hurt aus dem »gefährlichen Alter« heraus war, spürte er seinen Trieb, als er die Blicke über den Körper gleiten ließ.
Vor Wochen wäre ihm das nicht passiert, jetzt aber glaubte er fest daran, dass die Jugend und damit eine gewisse Kraft noch einmal in ihm erwachten.
Auch das hing mit den Opfern zusammen. Das Totengesicht schien sein Versprechen zu halten. Wenn das so weiterging, standen ihm noch herrliche Zeiten bevor. Er leckte sich über die Lippen, als er daran dachte. Das war einfach wunderbar, das war super, das war hervorragend, da würde er wieder im siebten Himmel schweben und alles so wunderbar finden.
Junge, glatte Frauenkörper, die er so lange vermisst hatte. Alles würde zurückkehren, und als er jetzt über den Körper der Bewusstlosen strich, da malte er sich in seiner Fantasie die herrlichsten Dinge aus.
Leider musste er warten, und schlagartig erwachte er aus seinem herrlichen Traum.
Sie musste weg. Nur nicht hier liegenlassen. Das Haus und damit auch das Totengesicht brauchte sie.
Es waren zwei Wege, die hinführten. Einmal war es der offizielle, der aber vor einer verschlossenen Haustür endete, zum anderen war es der Schleichweg, den erst einmal nur er kannte. Es war der beschwerliche, denn er musste durch die Röhre kriechen, die unter dem Dünensand auf das Haus zuführte.
Der Beginn der Röhre lag nicht weit entfernt. Strauchwerk verdeckte diesen Eingang. Bisher war er noch nicht wiederentdeckt worden, denn in diesem Teil der Dünen legte man keine Rast ein. Man spazierte hindurch, um an den Strand zu gelangen.
Der Mann drückte das Gestrüpp zur Seite. Er schuf eine Öffnung, packte die Frau, trug sie an den Eingang der Röhre und schob sie hinein.
Es war ein beschwerlicher Weg, den beide zurücklegen mussten, deshalb schaffte er noch den Teppich herbei und legte die Frau darauf. Er selbst verzichtete darauf, als er in die Röhre hineinkroch. Man hatte vor Jahren einen unterirdischen Kanal geplant, weil es im Ort des Öfteren zu Überschwemmungen gekommen war. Die Realisation war allerdings aus Kostengründen unterbrochen worden, und so reichte die Röhre nur bis zum Haus an den Klippen.
Feuchtigkeit klebte an den Wänden und hatte dort einen grünlichen Film entstehen lassen, dessen Farbe nur im Licht eines...
| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3535-8 / 3838735358 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3535-1 / 9783838735351 |
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