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John Sinclair 843 (eBook)

Tunnel der hungrigen Leichen (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3573-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 843 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Tunnel der hungrigen Leichen (1. Teil).

Der Mann schwamm und kämpfte um sein Leben!

Eiskalt war das Wasser. Zu kalt, um darin zu überleben, doch es gab für den Bedauernswerten keine andere Chance, nachdem der Tunnel ihn ausgespien hatte wie ein Stück Unrat. Und er hatte Glück.

Wieder tauchte der Mann auf. Sein verzerrtes Gesicht tanzte wie ein bleicher Reflex auf der Wasserfläche. Der Kanal war einfach zu breit, um eine normale Gracht zu sein. Der Tunnel musste seinen Körper in den Fluss geschwemmt haben, in die Amstel.

Wichtig war es für ihn, eines der Ufer zu erreichen oder vielleicht auf ein Boot zu klettern, diese Kähne jedoch waren für ihn so meilenweit entfernt.

Zumindest sah es aus seiner Perspektive so aus. Er fühlte sich so klein und allein gelassen. Er trat Wasser. Obwohl er es eilig hatte, nahm er sich die Zeit. Orientierung musste sein.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Tunnel der hungrigen Leichen (1. Teil)


Der Mann schwamm und kämpfte um sein Leben!

Eiskalt war das Wasser. Zu kalt, um darin zu überleben, doch es gab für den Bedauernswerten keine andere Chance, nachdem der Tunnel ihn ausgespien hatte wie ein Stück Unrat. Und er hatte Glück.

Wieder tauchte der Mann auf. Sein verzerrtes Gesicht tanzte wie ein bleicher Reflex auf der Wasserfläche. Der Kanal war einfach zu breit, um eine normale Gracht zu sein. Der Tunnel musste seinen Körper in den Fluss geschwemmt haben, in die Amstel.

Wichtig war es für ihn, eines der Ufer zu erreichen oder vielleicht auf ein Boot zu klettern, diese Kähne jedoch waren für ihn so meilenweit entfernt.

Zumindest sah es aus seiner Perspektive so aus. Er fühlte sich so klein und allein gelassen. Er trat Wasser. Obwohl er es eilig hatte, nahm er sich die Zeit. Orientierung musste sein.

Der Mann drehte den Kopf, als er Wasser trat. Er hörte sich selbst keuchen und husten. Die schmutzige Brühe war ihm längst in den Mund gedrungen. Sie schmeckte nach allem möglichen Dreck, nur war für ihn nicht herauszufinden, wonach, und darüber wollte er lieber nicht nachdenken.

Was aus der Höhe klein aussah, kam ihm so riesig vor. Über Amsterdam lag die Dunkelheit. Sie war wie schwarzer Teer und saugte selbst den Schein der Lichter auf, als wollte sie dem Flüchtling alle Hoffnungen nehmen und ihn auf die große, endgültige Dunkelheit vorbereiten.

Wellen rollten heran, überspülten ihn. Das Wasser war kalt wie Eis, der Mann drehte sich um, die Tunnelöffnung hinter ihm war verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Der Wellenteppich war schwarz, nur hin und wieder schimmerte ein Lichtfleck wie ein bleicher Spiegel.

Wohin?

Er sah einen Schatten. Kompakt, etwas unförmig, sich leicht bewegend, genau am gegenüberliegenden Ufer. Rechts davon mündete eine Gracht in den Fluss, die Brücke spannte sich dabei wie ein düsterer Halbmond über das Wasser.

Er holte Luft.

Sein Hals schmerzte. Die Stimmbänder hatten gelitten, sie waren rau geworden. Das Wasser brannte in seinen Augen, die Kälte nahm zu. Sie wollte ihn steif machen. Er wusste nicht, wie lange er sich schon in den kalten Fluten befand. Er war vor dem Grauen geflohen. Ob er ihm entwischt war, konnte er nicht sagen.

Der Mann hatte sich entschlossen. Seine Überlegungen hatten nur Sekunden gedauert. Er würde dorthin schwimmen, wo sich der Bootkörper auf der Wasserfläche abzeichnete.

Um diese Zeit fuhr kaum noch ein Boot. Drei Stunden nach Mitternacht kam selbst eine Stadt wie Amsterdam zur Ruhe.

Der Mann schwamm weiter. Er musste schnell sein, deshalb wollte er kraulen. Er spürte, wie steif er geworden war. Die Arme und auch die Beine glichen starren Stöcken, aber er durfte über diese Dinge auf keinen Fall nachdenken und sich verrückt machen lassen. Andere Tatsachen waren wichtiger, viel wichtiger. Denn er hatte etwas Fürchterliches entdeckt, das unbedingt gemeldet werden musste, auch wenn es ihm keiner glauben würde. Doch es entsprach den Tatsachen. Und er musste Leute finden, die seiner Entdeckung nachgingen.

Der Mann schwamm. Gegen die Wellen und die Strömung ankämpfend. Er konnte beides nicht berechnen, das Wasser war wild, es gurgelte und schmatzte, es bestand aus unzähligen Eisarmen, die ihn zurückhalten wollten. Die Kondition des Mannes war enorm, und er schaffte es auch, sich gegen die Kälte zu stemmen.

Das Boot war sein Ziel.

Wie er es erreichte, war ihm egal, und er würde dann noch einmal einen gewaltigen Kraftakt starten müssen, um an Bord zu klettern. Aus der Distanz gesehen kam ihm die Bordwand unüberwindlich hoch vor.

Der Himmel war klar. Ein eisiger Wind fegte über das Wasser der Grachten.

Waren sie noch da? Verfolgten sie ihn? Würden sie ihn wieder in ihre grausame Welt zurückholen wollen, der er mit letzter Kraft entkommen war?

Der einsame Mann schwamm weiter. Seine Kräfte ließen immer mehr nach, er gab nicht auf.

Das Boot. Die dunkle Wand. Für ihn war sie die Hoffnung, und er bewegte sich, schaufelte die Arme und auch die Beine durch das Wasser und spürte deutlich, dass seine Kräfte nachließen.

War es noch zu schaffen?

Er hörte sich selbst schreien? Der Mann weinte, der Mann kämpfte, er fühlte sich dabei wie ein Stück Treibholz im Wasser. Die schmutzige Flut war überall, sie drückte sich unter seine Kleidung, schwemmte sie hoch. Seine Jacke trug er längst nicht mehr, er hatte sie fortgeschleudert. Die Hose und der Pullover reichten aus, aber das Gewicht der Schuhe zerrte noch an ihm.

Weiter!

Kämpfen, gegen die Kälte, gegen die Strömung und auch gegen die heranschwappenden Wellen. Der Einsame war nicht mehr in der Lage, seine Umgebung klar wahrzunehmen. Er war ein Gefangener in einem dunklen, nassen und kalten Trichter, umgeben von unzähligen Feinden, und jeder Tropfen konnte da zu einem Mörder werden, der ihn in die Tiefe riss, auf den Grund des Flusses, wo er dann für alle Zeiten ein Grab in Schlamm und Dreck fand.

Wie weit noch? Wie lange musste er diese Tortur noch durchhalten? Er wuchtete den Oberkörper hoch, die Augen weit aufgerissen, und das Wasser lief wie ein breiter Vorhang an seinem Gesicht entlang.

Da war ein Schatten!

Riesig, gewaltig, sehr hoch. Mein Gott, ich habe den Fluss durchquert, ich habe das andere Ufer erreicht. Ich … ich … kann mich retten.

Eine Welle packte ihn und warf ihn nach vorn. Er prallte mit der Schulter gegen die Außenwand und wurde in die Tiefe gedrückt. Das schmutzige Wasser schlug über ihm zusammen. Panik stieg in ihm hoch. Mit seinen Gliedern pendelte er nur mehr, als hätte ihn auch die letzte Kraft verlassen.

Aber er fing sich wieder.

Etwas trieb ihn hoch.

Sein Kopf durchstieß die Wasseroberfläche. Es war keine Täuschung, die Bordwand befand sich dicht vor ihm. Sie war glatt und rissig zugleich. Er spürte es, als er mit der Hand dagegenschlug, um sich dort für einen Moment abzustützen.

Eine Hand?

Nein, da waren zwei!

Der einsame Mann sah es, er wollte es nicht glauben, hoffte, sich geirrt zu haben, aber die dunkle Klaue links von ihm blieb. Sie sah aus, als hätte sie sich aus altem zähen Gestrüpp geformt.

Die Klaue bewegte sich nach rechts.

Dann griff sie zu!

*

Ich hatte es mir nicht nehmen lassen und meinen Freund Wladimir Golenkow zum Flughafen gebracht. In den frühen Abendstunden startete seine Maschine nach Moskau, und der Russe flog nicht allein, sondern schaffte einen gewissen Romanow in seine Heimat zurück, damit dieser Mann dort vor ein Gericht gestellt werden konnte. Für uns war er ein mehrfacher Mörder, der sich mit Schwarzer Magie beschäftigte, um seine schrecklichen Pläne durchzuführen.

Es war ihm nicht ganz gelungen. Rasputins Erbe hatten wir zerstören können, und dieser Romanow war nichts anderes mehr als ein normaler Verbrecher.

Wir hatten ihn den Kollegen übergeben, die ihn auf dem Flughafengelände in Sicherheitsgewahrsam genommen hatten. So war ich mit Wladimir allein und konnte uns den Luxus einer Pause gönnen, denn bis zum Start der Maschine würde noch einige Zeit vergehen. Den Kaffee tranken wir aus großen Tassen, und mir fiel auf, dass der gute Wladimir Golenkow nicht eben fröhlich aussah. Ziemlich betrübt schaute er auf die braune Brühe.

»Was ist los mit dir?« fragte ich ihn. »Du müsstest doch froh sein, es geschafft zu haben.«

»Bin ich auch.«

»Aber …«

»Tja«, sagte er gedehnt, holte dabei tief Luft und schaute sich langsam um. Er sah den Luxus um sich herum, die blitzende Theke des kleinen Bistros, all die Waren und Getränke, die es hier zu kaufen gab, und das machte ihn wahrscheinlich depremiert, denn er verglich es mit den Dingen in seinem Heimatland. »Bei uns hätte vieles anders laufen können und müssen, John, leider ist das nicht geschehen. Wir haben die große Chance gehabt.«

»Ihr habt sie noch immer.«

»Stimmt, aber was ist mit den Leuten? Ich denke an den verfluchten Rechtsruck in unserem Land. Das ist nicht gut, aber die meisten Menschen begreifen es nicht, wobei ich ihnen nicht mal einen Vorwurf machen kann. Wenn oft das Nötigste fehlt und sie dann zusehen müssen, wie Landsleute sich die Taschen vollstopfen, in Saus und Braus leben, sich Leibwächter leisten und im Ausland immer mehr von der russischen Mafia als von einer Demokratisierung des Landes gesprochen wird, da könnte man sich manchmal in die Ecke setzen und heulen. Vor allen Dingen dann, wenn man daran geglaubt hat, wie ich es tat.« »Da kann ich dir nicht einmal widersprechen, Wladimir. Aber wie kommst du persönlich zurecht?«

»Es geht einigermaßen. Man legte mir nicht zu viele Steine in den Weg.«

»Aber es sind Steine da.«

Er nickte. »Leider, leider«, murmelte er. »Wie oft hat man schon versucht, mich zu bestechen, um an gewisse Papiere oder Akten heranzukommen! Ich habe mich dagegen gestemmt, und man ließ mich irgendwann in Ruhe, weil ich ja doch nicht in der ersten Reihe meines Jobs stehe. Ich bin kein Einsatzleiter irgendeiner Spezialtruppe, die Killer jagt, ich arbeite im Hintergrund, aber was erzähle ich da? Du bist ja immerhin mein Vorbild gewesen und dies schon zu Zeiten der Sowjetunion. »Er lächelte in sich hinein.« Wenn ich da nur an unseren ersten Fall denke, als wir die Werwolf-Elite jagten – mein Gott, wie lange ist das schon her.«

»Sehr lange.«

»Sicher, John. Vieles hat sich geändert, nur unsere Feinde, die sind geblieben.«

»Und werden bleiben«, vollendete ich den Satz. »Ich glaube nicht, dass Menschen den endgültigen Sieg...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3573-0 / 3838735730
ISBN-13 978-3-8387-3573-3 / 9783838735733
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