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John Sinclair 806 (eBook)

Der Voodoo-Club

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3536-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 806 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Voodoo-Klub.

Auf einmal war es still!

Vielleicht wachte Dan Gabor gerade deshalb auf. Er blieb liegen und tastete sofort nach dem Revolver, der unter dem Kopfkissen versteckt lag.

Er holte den kurzläufigen Sechsschüsser hervor und schob ihn unter das dünne Laken der Bettdecke. So blieb er liegen und lauschte.

Die Geräusche des Dschungels waren verstummt. Eine bedrückende Stille hatte sich ausgebreitet. Sie lag wie Blei über der Gegend. Wer den Dschungel und auch dessen Geräusche kannte, der wusste, dass die nächtliche Stille nichts Gutes bedeuten konnte.

Gefahr war im Anzug ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Voodoo-Klub


Auf einmal war es still!

Vielleicht wachte Dan Gabor gerade deshalb auf. Er blieb liegen und tastete sofort nach dem Revolver, der unter dem Kopfkissen versteckt lag.

Er holte den kurzläufigen Sechsschüsser hervor und schob ihn unter das dünne Laken der Bettdecke. So blieb er liegen und lauschte.

Die Geräusche des Dschungels waren verstummt. Eine bedrückende Stille hatte sich ausgebreitet. Sie lag wie Blei über der Gegend. Wer den Dschungel und auch dessen Geräusche kannte, der wusste, dass die nächtliche Stille nichts Gutes bedeuten konnte.

Gefahr war im Anzug …

Die Luft stand, kein Windhauch regte sich. So war es oft vor einem der Gewitter, die urplötzlich losbrachen und aus der normalen Welt eine Hölle machten.

Gabor wusste, dass kein Gewitter im Anmarsch war. Die Stille galt einzig und allein ihm.

Er atmete flach, wollte so wenig Geräusche wie möglich verursachen. Sie hatten ihn gefunden, er konnte jetzt ganz cool bleiben, und er dachte auch daran, dass er seinen Auftrag erfüllt hatte. Zumindest hatte er eine Nachricht absetzen können.

Sein Blick fiel gegen die Decke. Sie bestand aus dicht geflochtenen Farnen, die selbst starkes Sonnenlicht kaum hindurchließen.

Auf einem Stuhl stand ein Ventilator. Er lief auf Batterie, war ausgeschaltet, seine Flügel warfen Schatten, die sich als schwache Ovale auf dem Boden abzeichneten.

Es war wahnsinnig stickig in der Bude. Gabor hatte sich vorgenommen, cool zu bleiben, doch er war jetzt innerlich schon in Schweiß gebadet. Rechts von ihm lag die Veranda. Leider war sie offen. Ihr Geländer bestand aus Bambusstöcken. Das primitive Haus war auf Stelzen gebaut worden. Um den normalen Boden zu erreichen, musste Dan eine schmale Treppe hinabgehen.

Seine Hütte stand zwar einsam, sie gehörte trotzdem zu einem der kleinen Dschungeldörfer. Von den Nachbarn konnte er keine Hilfe erwarten. Er war für sie ein Fremder, die Hütte hatte er für seine Aufgabe gemietet. Sie war zwar nicht beendet, doch er hatte sich kurz vor der Ziellinie befunden, wo er nun abgestoppt wurde.

Das gefiel ihm gar nicht.

Dan Gabor wusste nicht, wie lange er auf seinem primitiven Bett gelegen hatte. Es konnte schon eine Weile gewesen sein, einige Minuten sicherlich, und draußen hatte sich nichts verändert.

Nach wie vor lag die tödliche Ruhe über der Gegend. Auf der anderen Seite sorgte sie auch dafür, dass Gabor nachdenken konnte. Er überlegte, welche Fehler er begangen hatte. War er zu unvorsichtig gewesen, hatte er den falschen Leuten vertraut, steckte hier jeder mit jedem unter einer Decke? Ausgehen musste er sicherlich davon. Als er sich auf seinen Herzschlag konzentrierte, hörte der sich für seinen Geschmack noch zu laut an. Du musst cooler und ruhiger werden, schärfte er sich ein. Du darfst keinen Mist machen, sonst gehst du vor die Hunde. Keine übertriebene Reaktionen zeigen, sonst ist die andere Seite gewarnt.

Wie konnte es draußen aussehen?

Dunkel – okay, das stimmte. Aber das Dschungeldorf konnte sich auch als eine gewaltige Falle entpuppen, in die sich seine Feinde zurückgezogen hatten.

Sein Herzschlag normalisierte sich allmählich. Der Schweiß aber blieb auf der Stirn. Die Gedanken hinter der Stirn jagten sich. Er überlegte, wie lange er hier in der Hütte bleiben sollte. Manchmal war Angriff der beste Weg zur Verteidigung. In unmittelbarer Nähe der Hütte stand sein Jeep, doch die wenigen Schritte kamen ihm schon zu viel vor. Im Geiste zeichnete er sie nach, der Weg musste eigentlich schnell zurückgelegt werden, falls nicht jemand am Rand lauerte.

Damit rechnete er.

Er rechnete auch damit, dass seine Feinde, wenn sie es leid waren, die Hütte stürmten.

Am linken Handgelenk trug er seine wasserdichte Uhr, die in der Dunkelheit matt glänzte. Noch war es nicht Mitternacht!

Über Gabors Gesicht huschte ein gequältes Lächeln. Mitternacht hatte eine bestimmte Bedeutung in dieser verdammten Gegend, der Vollmond ebenfalls, der noch hinzukam, aber darüber wollte er nicht nachdenken.

Wann kamen sie?

Oder waren sie schon da?

Die Hüttentür war ebenfalls aus Bambusstangen gebaut, sehr primitiv, kaum wirksam, höchstens als Alibi gedacht. Von seinem Bett aus konnte Gabor sie sehen. Durch Ritzen sickerte fahles Mondlicht. Es lockte nach draußen, denn gerade die Mondnächte waren so berühmt auf Haiti.

Dan Gabor atmete noch einmal tief durch. Die Luft war so feucht, dass er den Eindruck hatte, sie trinken zu können. Es hatte keinen Sinn mehr, im Bett zu bleiben. Er musste etwas unternehmen, und zwar so rasch wie möglich.

Vorsichtig stand er auf.

Aus Sicherheitsgründen hatte er sich nicht ausgezogen. Er trug das strapazierfähige Hemd, seine Hose ebenfalls, und die Schuhe standen direkt neben seinem Bett.

In die schlüpfte er hinein. Im Sitzen beugte er sich nach vorn und schnürte sie zu. Den Revolver hatte er neben sich auf das Bett gelegt. Das Metall gab einen kalten Glanz ab.

Patronen steckten in seiner Jacke, die über einem Stuhl hing. Als er die beiden Schritte bis zu seinem Ziel zurückgelegt hatte und nichts passiert war, fühlte er sich etwas besser. Sehr vorsichtig streifte er die Jacke über. Sie bestand aus festem Drillichstoff.

Alles war okay, bis auf die Stille. Gabor streifte die Jacke über und steckte den Revolver in den Hosenbund. So konnte er ihn blitzschnell ziehen.

Dann bewegte er sich auf die Tür zu. Der Boden seiner Hütte bestand aus Holbohlen, die im Laufe der Zeit leicht durchgeweicht war, denn oft genug drang der Regen in die Hütte ein. Dan Gabor ging vor und blieb neben der Tür stehen.

Abwarten …

Es war gut, dass er die Tür nicht sofort geöffnet hatte, denn das Spiel setzte sich fort, als hätte ein im Hintergrund lauernder Regisseur dafür gesorgt.

Jetzt hörte er ein Geräusch.

Sehr leise noch.

Ein dumpfer Klang …

Trommelwirbel – gedämpft, verhalten, irgendwo in der Tiefe des Dschungels geboren. Da hockten und lauerten sie. Seine Feinde waren da, sie würden keine Ruhe geben.

Ein Blick auf die Uhr.

Mitternacht! Das war ihre Zeit!

Tief holte er Luft und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. Er öffnete die Tür mit der linken Hand, denn in der rechten hielt er die Waffe.

Dann trat er nach draußen.

Die Tür schleifte ein wenig über den Boden. Ein Geräusch, das er nicht beachtete. Er wollte weiter, denn die Feinde sollten nicht kommen, er wollte die Initiative ergreifen.

Vor der Tür blieb er stehen.

Links befand sich die Veranda, rechts die kleine Treppe mit den drei Stufen. Er sah auch die Umrisse des Schaukelstuhls, der sich in der Dunkelheit wie ein verformtes Skelett abzeichnete.

Das Trommeln war nicht verstummt. Als dumpfes Echo drang es durch die Wand. Es wehte ihm wie eine tödliche Botschaft entgegen, noch eine Warnung, die sich wenig später allerdings in reine Action verwandeln konnte. Da entpuppte sich der Dschungel dann als eine mörderische Todesfalle.

Der Wagen stand unter dem Blätterdach eines Baumes. In der Dunkelheit schimmerten die breiten und langen Blätter, als hätte man sie mit Öl eingerieben. Sie waren fleischig und steckten voller Saft. Geduckt bewegte sich Gabor auf seinen Jeep zu. Vor ihm lag der Dschungel. Gabor wohnte am Ende des kleinen Dorfes, wo niemand sonst zu sehen war. Auch durch den Wald würde sich kein Mensch um diese Zeit bewegen. Die Trommeln hielten alle ab.

Es war ihr Klang, der die Bewohner erschreckte, denn sie bedeuteten nichts Gutes. Sie glichen tödlichen Vorboten, die das Ende einläuteten. Gabor konnte nicht einmal schätzen, wer sich alles gegen ihn verschworen hatte. Er rechnete mit mindestens fünf zu allem entschlossenen Feinden. Und das war kein Zuckerschlecken.

Neben seinem Wagen blieb er stehen.

Dass Gebor sich in der Gewalt hatte, bewies er damit, dass er nicht in den Wagen sprang um davonzurasen. Er hatte sich eisern in der Gewalt. Der Klang der Trommeln hatte sich verändert, und Dan Gabor dachte darüber nach.

War er jetzt aggressiver?

Das konnte durchaus sein. Gleichzeitig bewies es ihm, dass ihm dieser Trommelklang eine Botschaft brachte. Er sollte darauf hereinfallen, er sollte in Panik versetzt werden und genau das Falsche tun.

»Da habt ihr euch geirrt!« flüsterte er, bevor er über die Tür kletterte und hinter dem Steuer seinen Platz fand. Der Mann spürte den vertrauten Druck des Waffenkolbens an seiner Bauchgegend und strich darüber hinweg.

Aus der Brusttasche holte er den Zündschlüssel hervor. Sehr vorsichtig schob er ihn in den schmalen Schlitz. Bisher hatte ihn der Jeep nie im Stich gelasseen. Hoffentlich verhielt es sich in dieser Nacht auch so, dann hatte er schon etwas gewonnen.

Nichts klappte. Alles war anders. Der Motor rührte sich nicht.

Plötzlich rann der Schweiß noch stärker über Gabors Gesicht. Es gab nichts daran zu rütteln. Er war in die Falle gelaufen und sie war zugeschnappt.

Starr blieb er sitzen.

Es hatte keinen Sinn, es noch einmal zu versuchen. Er hätte sich nur noch mehr geärgert. Jemand hatte an seinem Jeep herummanipuliert und ihn fahruntüchtig gemacht.

Wieder wurde die Stille von der gefährlichen Musik unterbrochen. Sie waren da, sie würden ihn kriegen, und dann würden sie ihn ausbluten lassen, denn das Blut ihrer Feinde war für sie mehr als wichtig. Es garantierte ihr Grauen, ihre gespenstische Arbeit, die sie im Schutz der Dunkelheit verrichteten und sich zumeist die alten Friedhöfe aus der Kolonialzeit dafür aussuchten.

Wenn er an sein Blut...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2017 • 2018 • Abenteuer • alfred bekker • Bastei • Bestseller • blutig • Clown • Dämon • Dämonenjäger • dan-shocker • Deutsch • eBook • E-Book • eBooks • Extrem • Fortsetzungsroman • Frauen • Geisterjäger • grusel-geschichten • Gruselkabinett • Grusel-Krimi • Gruselroman • Grusel-Roman • Horror • Horror Bücher ab 18 • Horror-Roman • horrorserie • horror thriller • Horror-Thriller • Jason Dark • Julia-meyer • Kindle • Krimi • Kurzgeschichten • larry-brent • Lovecraft • Macabros • Männer • morland • neue-fälle • Paranomal • professor-zamorra • Professor Zamorra • Psycho • Roman-Heft • Serie • Sinclair • Slasher • spannend • Splatter • Stephen King • Stephen-King • Steven King • Terror • Thriller • Tony-Ballard • Top • Zombies
ISBN-10 3-8387-3536-6 / 3838735366
ISBN-13 978-3-8387-3536-8 / 9783838735368
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