John Sinclair 847 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3578-8 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Shango (2. Teil).
Der Lift hatte gehalten, die Tür war vor mir zur Seite geglitten, und ich konnte die Hotelgarage betreten.
Der erste Schritt.
Der erste Schwindel!
Ich spürte ihn, hatte für einen Moment das Gefühl, als wäre mir der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Ich hatte nur eine 'normale' Hotelgarage betreten, doch ich spürte sofort, dass sie zu einer Stätte des Bösen geworden war.
Es lag auch an der Kälte, die mich umfing. Eine eigentümliche Kälte, die einen Menschen frieren ließ und die ihm zugleich Angst machte.
Die Kälte des Bösen.
Und dafür gab es einen Namen.
Shango!
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Shango (2. Teil)
Der Lift hatte gehalten, die Tür war vor mir zur Seite geglitten, und ich konnte die Hotelgarage betreten.
Der erste Schritt.
Der erste Schwindel!
Ich spürte ihn, hatte für einen Moment das Gefühl, als wäre mir der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Ich hatte nur eine »normale« Hotelgarage betreten, doch ich spürte sofort, dass sie zu einer Stätte des Bösen geworden war.
Es lag auch an der Kälte, die mich umfing. Eine eigentümliche Kälte, die einen Menschen frieren ließ und die ihm zugleich Angst machte.
Die Kälte des Bösen.
Und dafür gab es einen Namen.
Shango!
Er war hier. Dieser Teufel hielt sich hier versteckt, das wusste ich genau. Nur musste ich ihn finden, und auch er würde mich finden, denn seinen Befehlen war ich gefolgt wie ein Diener seinem Herrn. Er hatte mich in diese Garage gelockt, ich hatte ihn gespürt, aber nicht gesehen, weil seine Kraft einzig und allein durch das Kreuz übertragen worden war, denn es hatte mir im Prinzip den Weg gezeigt.
Ich stand vor der Kabine, dessen Tür sich hinter mir wieder zugeschoben hatte.
Mein Blick glitt durch die Halle. Sie war nicht sehr groß. Die Wagen parkten in zwei Reihen vor den grellgelben Wänden und standen sich gegenüber.
Die bunten Plakate an den Wänden irritierten mich. Wenn ich zu lange hinschaute, wirkten sie, als wären sie mit einem schattigen Leben erfüllt worden.
Etwas war auf mich zugekrochen und hielt mich fest. Ich tastete nach meinem Kreuz, es lag normal wie immer auf meiner Hand, aber es war nicht wie immer.
Zwei Gegensätze hielten sich darin auf.
Zum einen die Hitze, zum anderen die Kälte. In der oberen Hälfte war das Kreuz warm, beinahe schon heiß, unterhalb der Mitte kühl, bis es an seinem unteren Ende allein von der Kälte beherrscht wurde.
So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Diese Tatsache irritierte mich. Mehrmals ließ ich die Fingerkuppen über das Kreuz gleiten.
Was war mit ihm geschehen?
Es gab eine allgemeine Antwort auf diese Frage. Shango, der Unheimliche aus Haiti, hatte hier seine schreckliche Erbschaft hinterlassen, einen Teil seiner Macht oder Kraft abgegeben, und es war ihm tatsächlich gelungen, das Kreuz zu manipulieren.
Eigentlich hätte ich damit rechnen
müssen, denn schon einmal hatte er mich aus der Ferne angegriffen und mein Kreuz erwischt. Der Treffer war trotz allem so hart geworden, dass er mich zu Boden geschleudert hatte, und nur langsam hatte ich mich davon erholt. Unterstützt hatten mich dabei Suko und Abe Douglas, der G-man, aber in dieser Tiefgarage stand ich allein und damit einem Feind gegenüber, der über eine große, schwarzmagische Machtfülle verfügte.
Zum Glück waren nicht alle Lampen eingeschaltet worden, sonst hätten die Wände noch schlimmer ausgesehen. Es reichte gerade aus, um die Garage überblicken zu können. Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Autos boten trotzdem ideale Verstecke.
Ich hatte mich wieder gefangen. Der erste Schock war vorbei. Das Kreuz baumelte offen vor meiner Brust. So konnte ich mich wieder den eigentlichen Problemen widmen.
Meine Schritte waren vorsichtig. Ich schaute mich außerdem bei jedem um.
Die abgestellten Autos bildeten eine multinationale Blechkisten-Parade.
Wo verbarg sich Shango?
Dass er hier auf mich lauerte, stand für mich fest. Er wusste, dass ich sein Feind war, ich wusste es ebenfalls, und es durfte nur einer von uns zurückbleiben.
Shango war gekommen, um zu töten. Für seinen Bruder Cabal, einen fünffachen Mörder, der in einem sicheren Zuchthaus saß, wollte er Menschen vernichten oder ihr Leben einem höhergestellten Dämon bringen, aber auch aus einem zweiten Motiv hervor, denn wir alle, die wir mit dem Fall zu tun hatten, gingen davon aus, dass er seinen Bruder aus dem Knast holen wollte.
Seltsamerweise ging es mir besser, wo ich das Zentrum erreicht hatte. In meinem Hotelzimmer hatte es mich erwischt. Da war ich nach einem schweren Albtraum aus dem Schlaf geholt worden. Dieser Shango war mein persönlicher Feind. Ihm kam es einzig und allein darauf an, mich zu vernichten und sonst nichts.
Keiner betrat die Garage.
Der Lift hinter mir blieb verschlossen. An und in den abgestellten Fahrzeugen bewegte sich nichts. Die Stille glich einer Belastung, und sie hing wie Blei an mir. Wieder nahm ich meinen eigenen Herzschlag überlaut wahr, ich spürte das Prickeln auf der Haut und blieb stehen.
Mittlerweile hatte ich die Mitte der Garage erreicht. Vor mir standen ungefähr die gleiche Anzahl von Wagen, wie sie sich hinter mir befand. Die Tiefgarage war die ruhigste Insel des Hotels, das viele Stockwerke über mir hochwuchs, aber diese Ruhe war zugleich trügerisch und verdammt gefährlich.
Zwei Leichen hatte Shango auf seinem Weg durch New York bereits hinterlassen.
Frank Orlando und Ginger Hayden. Menschen, die als Geschworene seinem Prozess beigewohnt hatten. Und er würde weiterhin morden, das stand fest, nur hatte er seit seinem Eintreffen seine Pläne geändert, denn nun sah er in mir seinen Hauptfeind.
In der linken Reihe bewegte sich nichts. Die Fahrzeuge standen in einer fast erdrückenden Ruhe. Durch manche Scheiben sah ich das rote Licht der eingeschalteten Alarmanlagen wie winzige Augen schimmern. Die Decke über mir war schiefergrau gestrichen worden. Es roch nach Abgasen und nach Öl.
An der rechten Seite entdeckte ich eine Tür. Wohin sie führte, wusste ich nicht. Im Gegensatz zu der an der linken Wandseite, auf ihr stand das Wort Hotel.
Dann sah ich den großen Geländewagen. Es war ein schwarzer oder dunkelblauer Chrysler, und er stand als letztes Fahrzeug an der rechten Seite. Sein Aufbau ragte über die anderen Dächer hinweg. Schon beim ersten Blickkontakt hatte ich eine trockene Kehle bekommen und spürte auch den Druck im Magen.
War dieser Wagen das Versteck?
Von der Logik her gesehen, konnte es durchaus so sein. Ich hätte zumindest so gehandelt und konnte mir deshalb vorstellen, dass es Shango auch tat.
Ich warf dem Kreuz einen Blick zu.
Es warnte mich nicht. Kein Flackern, auch kein plötzliches Strahlen, es ließ mich allein.
Je näher ich dem Chrysler kam, um so mehr wuchs er vor mir auf. Er kam mir kantig vor, vielleicht auch böse, was ich mir allerdings auch einbilden konnte. aber ich war gewarnt. Hier liefen Dinge ab, die sonst im Verborgenen ruhten, sich aber blitzschnell zeigen und dann explodieren konnten.
Der Wagen lockte mich.
Seine Stoßstange hatte einen glänzenden Stahlaufbau erhalten, einen Rammer, und die Hörner von vier Hupen verteilten sich auf zwei Seiten des Fahrzeugs.
Eine glänzende Antenne wuchs aus dem flachen Dach hervor. Die Reifen waren an den Außenseiten lackiert worden, die Scheiben leicht getönt. All diese Tatsachen registrierte ich wie nebenbei, aber ich sah keinen Menschen in diesem Geländewagen hocken.
Was allerdings nichts zu sagen hatte, denn ein derartiges Fahrzeug eignete sich auch als Versteck.
Auf die eine Waffe – das Kreuz – wollte ich mich nicht mehr verlassen, deshalb zog ich meine Beretta und behielt sie in der rechten Hand, die Mündung auf das klobige Ziel gerichtet.
Sollte sich jemand im Fahrzeug aufhalten und über den unteren Rand einer der Scheiben schielen, würde er jetzt gewarnt sein und vielleicht reagieren.
Es tat sich nichts.
Hatte ich mich geirrt?
Unterschreiben würde ich es nicht, denn abermals spürte ich, wie eine Flut gegen mich drängte. Da war sie wieder, die verfluchte Kälte, die mein Innerstes ausfüllte. Das Böse umhüllte meine nähere Umgebung wie ein unsichtbarer Nebel. Es würde zuschlagen, es lauerte, es wartete nur darauf, dass ich nahe genug herankam.
Ich stand an der Fahrertür, aber nicht direkt davor, sondern in einem schrägen Winkel. So schielte ich auch durch die Scheibe, wobei ich mich leicht auf die Zehenspitzen stellte.
Es war dunkel im Wagen, dunkel und leer …
Aber auch harmlos?
Um das zu wissen, musste ich die Tür öffnen. Seltsamerweise war sie nicht verschlossen, aber in den Staaten liegen die Dinge oft anders. Da gab es viele Menschen, die ihre Fahrzeuge nicht verschlossen und nur gegen das Wegfahren sicherten, durch eine elektronische Wegfahrsperre zum Beispiel.
War der Griff an der Tür kälter, um den ich meine Hand legte? Das konnte Einbildung sein, aber mein Herzklopfen, das ich als plötzliche Warnung ansah, war es nicht.
Es lag etwas in der Luft.
Ich wollte auch nicht mehr in den Wagen hineinschauen, gab mir einen Ruck und zerrte die Tür auf. Sie schwang mir noch entgegen, als ich mich gleichzeitig zur Seite warf, um kein Ziel für eine Waffe abzugeben.
Nichts passierte.
Die Tür war aufgeschwungen, sie blieb auch offen und mein Blick fiel in den Fahrerraum.
Sollte ich enttäuscht sein?
Zumindest war ich erleichtert, aber ich musste auf Nummer Sicher gehen und bewegte mich wieder auf den Geländewagen zu.
Diesmal ging ich näher heran. Ich beugte mich vor und schaute hinein.
Genau in der Sekunde passierte es. Aus dem Fond erschien das Böse in Gestalt eines Monstrums. Ich sah den grauen Totenschädel, darunter ein Gesicht, und bevor ich handeln konnte, wurde die Rückenlehne des Vordersitzes nach vorn gerammt.
Sie hatte mich einklemmen sollen. Dass ich entwischen konnte, verdankte ich einem Reflex. Ich warf mich zurück, und zwar so wuchtig, dass ich auf die Motorhaube des neben dem Chrysler parkenden Wagens fiel. Es war ein Honda Prelude, dessen Blech unter dem Druck meines Körpers lautstark...
| Erscheint lt. Verlag | 16.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3578-1 / 3838735781 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3578-8 / 9783838735788 |
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