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John Sinclair 829 (eBook)

Der Alpen-Teufel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3559-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 829 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Alpen-Teufel.

Die Frau wuchtete die Tür des Gasthauses so hart auf, dass der Wirt vor Schreck ein Glas fallen ließ und verstört den Splittern nachschaute. Er kam auch nicht dazu, eine Frage zu stellen, denn eine Frau - seine Kellnerin - keuchte: 'Paul ist wieder da!'

'Was?'

'Ich habe ihn gesehen!'

'Wo?'

Sekunden später erlebten der Wirt und die Gäste das Grauen!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Alpen-Teufel


Die Frau wuchtete die Tür des Gasthauses so hart auf, dass der Wirt vor Schreck ein Glas fallen ließ und verstört den Splittern nachschaute. Er kam auch nicht dazu, eine Frage zu stellen, denn die Frau – seine Kellnerin – keuchte: »Paul ist wieder da!«

»Was?«

»Ich habe ihn gesehen!«

»Wo?«

Sekunden später erlebten der Wirt und die Gäste das Grauen!

Ich lächelte, als ich den Frühstücksraum im Gewölbe des Hotels betrat. Vater Harold Quentin und seine Tochter Iris saßen nebeneinander und freuten sich, als hätten sie eine zweite Geburt erlebt. So ähnlich war es auch gewesen, denn hinter ihnen lag eine Zeit des Schreckens, die ich auch durchgemacht hatte, ohne allerdings so direkt betroffen gewesen zu sein wie die Quentins.

Auch Suko und Professor Chandler hatten etwas außen vorgestanden bei dieser magischen Zeitreise in die Periode Richard Löwenherz’, als er auf seine Befreiung wartete.

Ich war ebenfalls in diesen Zeitstrom hineingeraten und hatte den König tatsächlich erlebt. Ich war sogar bei ihm im Kerker gewesen, und er hatte mein Kreuz bestaunen können. Das alles hatte nur passieren können, weil es Professor Chandler gelungen war, die blaue Rose aus dem Tunnel der Zeiten in seinen Besitz zu bringen. Ihre magische Kraft hatte eben für diese Zeitenöffnung gesorgt und vor allen Dingen Vater und Tochter zu seinem Spielball gemacht1.

Beide waren wieder normal, und danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. Wenn ich das Mädchen Iris ansah, schaute ich in ein hellwaches Kindergesicht mit blitzenden Augen, und auch ihr Vater war kein finsterer Krieger mehr aus dem Mittelalter.

Ich würde die Ruine Dürnstein in ewiger Erinnerung behalten, aber auch dieses herrliche Hotel unterhalb der Feste, denn dort hatten wir uns noch zwei Tage aufgehalten.

Der Professor war wieder gefahren und hatte die blaue Rose mitgenommen. Ich erinnerte mich noch sehr genau an seine Abschiedsworte. Sehr ernst hatte er mich dabei angeschaut. »Diese Rose, John Sinclair, werde ich hüten wie einen Schatz, darauf kannst du dich verlassen. Niemals werde ich mit ihr irgendwelche Experimente durchführen, die gefährlich werden können.«

»Bist du dir sicher?« hatte ich gefragt.

Er hatte nur gelächelt und mich zum Abschied umarmt.

»Aha, der Spätaufsteher«, wurde ich begrüßt, was ich aber ignorierte und mich Iris Quentin zuwandte. »Nun, meine Kleine, wie geht es dir?«

Sie drückte sich gegen ihren Dad. »Gut, John, mir geht es sehr gut. Es ist alles wieder okay.«

»Das freut mich.« Ich nahm Platz und bestellte bei der Bedienung frischen Kaffee, der hier wirklich herrlich war. Beim Ausfalten der Serviette sagte ich: »Übrigens, den Grund meiner Verspätung kann ich euch nennen. Ich habe schon mit London telefoniert. Unter anderem mit Sir James und auch mit den Conollys. Da ist ebenfalls alles wieder in Ordnung, das heißt, Ihre Frau, Mr. Quentin, ist bis zu Ihrer und der Rückkehr Ihrer Tochter Gast der Conollys. Sie wollte nicht allein bleiben, und das ist verständlich, denke ich.«

»Es ist sogar wunderbar«, gab mir der Mann recht. »Wir werden sie ja heute noch sehen.«

»Das denke ich auch.«

Ich trank zunächst einen Schluck Kaffee, bevor ich mich dem Büfett zuwandte, wo die herrlichsten Leckereien die Augen des Betrachters erfreuten und auch mir das Wasser im Gaumen zusammenlaufen ließen. Es war alles vorhanden, Wurst, Fisch, Konfitüren, und auch die Körner-Fans kamen auf ihre Kosten.

Ich nahm erst mal von jedem Etwas und ging wieder zurück an meinen Platz. Durch die bis zum Boden reichende Scheibe einer Tür konnte ich nach draußen auf die herrliche Terrasse des Hotels schauen, die mal als die schönste Österreichs beschrieben worden war, was ich gut nachvollziehen konnte, denn der Blick über die Mauer hinweg auf die Donau und die Berge war einfach umwerfend.

Zu dieser Zeit lagen auf der Terrasse gelbe Blätter, die einst grün und gesund an den Zweigen der Bäume gehangen hatten. Über das Wetter konnte sich niemand beklagen, denn über Mitteleuropa lag schon seit Tagen ein Hochdruckgebiet, das für klaren Himmel und Sonnenschein gesorgt hatte. Auch in den nächsten Tagen sollte es so bleiben, und eigentlich drängte mich nichts nach Hause.

Während ich aß, kreisten meine Gedanken um Urlaub in den Bergen, denn sie lagen ja nur zwei Autostunden entfernt.

Iris und ihr Vater unterhielten sich leise miteinander, während Suko sich mit einer Zeitung beschäftigte und hin und wieder umblätterte.

Ich hatte mich zwar nicht an dieses Geräusch gewohnt, es fiel mir aber auf, als es ausblieb. Als ich hochschaute, sah ich Suko in einen Artikel vertieft.

»Was ist denn da so interessant?« fragte ich ihn.

»Einiges.«

»Zum Beispiel?«

»Die Politik …«

Ich lachte. »Als ob die je interessant gewesen wäre. Da wird doch noch mehr gestritten als in der Familie.«

»Und die Verbrechen!«

»Sensationsmache.«

Suko hob die Schultern. »Ich weiß nicht, aber ich bin hier über etwas gestolpert, das mich schon zum Nachdenken bringt.«

Ich schenkte mir Kaffee nach und fragte: »Was ist es denn, bitte sehr?«

»Der Alpen-Teufel!«

Beinahe wäre mir die Silberkanne entglitten. Auch die beiden Quentins schauten auf, und Iris nahm mir die Frage praktisch aus dem Mund. »Hast du Alpen-Teufel gesagt, Suko?«

»Du hast dich nicht verhört.«

»Und was ist das für einer?«

Suko ließ die Zeitung sinken, sodass wir ihn jetzt alle sehen konnten.

Mir fiel auf, wie ernst sein Gesicht dabei war. »Der Alpen-Teufel ist ein brutaler Killer. Ein Mörder, der kein Erbarmen kennt. Er ist die Grausamkeit in Person, ein Magier, des Bösen, einer, der mit der Hölle im Bunde steht.«

Keiner lachte über seine Worte, auch ich blieb ernst. Ich wusste, dass Suko nicht gespaßt hatte, und ich fragte leise über den Tisch hinweg: »Woher weißt du das alles?«

»Es steht in der Zeitung. Ein vierfacher Ritualmörder, der in Tirol sein Unwesen treibt, als das sehen ihn die Zeitungen an. Die Reporter haben natürlich die Informationen von den Bewohnern der Täler erhalten, und jetzt befürchten sie, dass viele Urlauber wegbleiben. Die Wintersaison steht vor der Tür …«

»Viermal hat er getötet?« fragte Harold Quentin flüsternd.

»Ja, und das auf verdammt bestialische Weise. Ich möchte mir die Einzelheiten ersparen und auf Iris Rücksicht nehmen, aber es gibt Bewohner in den Tiroler Dörfern, die vor ihm zittern. Er muss furchtbar sein.«

»Aber das ist doch kein Teufel«, sagte Iris. »Bestimmt ein Mensch.«

Suko runzelte die Stirn.

»Nein …?«

»Ich weiß es nicht, Iris. Auch wenn er ein Mensch ist, möchte ich ihn als Teufel ansehen, denn so schlimm kann kein Mensch sein. Unter anderem hat er auch ein junges Mädchen getötet, beinahe noch ein Kind. Die Menschen sind natürlich voller Panik, sie haben Angst. Man hat Leute interviewt. Was immer er ist oder sein mag, er stellt eine verdammt große Gefahr dar.«

Ich wusste, worauf Suko hinauswollte. »In Tirol, sagst du, treibt er sein Unwesen?«

»Ja.«

Als ich lächelte, lächelte er ebenfalls. »Weit ist es nicht, John, wirklich nicht.«

Ich raufte mir zwar nicht die Haare, aber mein Gesicht sprach Bände. »Du willst also hin?«

»Ich denke, dass uns einige Tage außerhalb von London guttun würden. Das Wetter ist wunderbar, und Urlaub haben wir beide auch noch.«

»Stimmt.«

»Und wenn wir nebenbei versuchen, diesem Teufel, wer immer sich auch dahinter verbergen mag, das Handwerk zu legen, wäre doch allen gedient, denke ich.«

Mein Grinsen wurde zur Maske. »Im Prinzip stimme ich dir zu, aber wie sage ich es meinem Kinde?«

»Du meinst, Sir James?«

»Richtig.«

»Das könntest du übernehmen. Von einem Alpen-Teufel brauchst du nichts zu sagen. Wir machen ›nur‹ ein paar Tage Urlaub. Dazu noch im November, das ist doch was. Andere gehen im Sommer. Er kann wirklich nichts dagegen haben.«

»Nur sind wir zu zweit.«

»Deshalb wird er schon nicht untergehen.«

Allmählich wurde auch Harold Quentin bewusst, was wir vorhatten. »Sie wollen wirklich nach Tirol fahren und sich um diesen … diesen Alpen-Teufel kümmern?«

»Das hatten wir vor«, sagte ich.

Er schlug die Hände vor sein Gesicht. »Himmel, da komme ich nicht mit. Das ist Irrsinn, das ist …«

»Sie fliegen wieder zurück nach London und bestellen den Conollys die besten Grüße.«

»Ich weiß nicht«, sagte er. »Ich … ich … kann mich da nicht hineindenken.«

»Du bist einverstanden?« fragte Suko.

Ich schnickte mit den Fingern. »Gib mir zunächst mal die Zeitung. Das muss ich lesen.«

Niemand gab einen Kommentar ab, als ich mich mit dem Bericht beschäftigte. Je länger ich las, desto kräftiger wurde der Schauer, der über meinen Rücken rieselte.

Was da geschehen war, konnte man nicht fassen. Da lief ein Monstrum umher, ein Tier, das Menschen auf brutale Weise getötet hatte, und der Begriff Alpen-Teufel war nicht übertrieben.

Als ich die Zeitung sinken ließ, schaute Suko mich an und fragte: »Wie hast du dich entschieden, John.«

Ich blies die Luft aus. »Okay, mein Freund, ich denke, wir sollten nach

Tirol fahren …«

*

Die Kellnerin ging vor. Zwei, drei schleifende Schritte. Sie drückte sich zwischen wuchtigen Holztischen hindurch und hielt dabei beide Hände in einer unnatürlichen Haltung gegen den Leib...

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3559-5 / 3838735595
ISBN-13 978-3-8387-3559-7 / 9783838735597
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