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John Sinclair 833 (eBook)

Hexenliebe (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3563-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 833 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Hexenliebe (1. Teil).

Ich verzog das Gesicht, als ich Sukos Wohnung betrat. Sie war leer, sie war so still. Keine Spur von meinem Freund!

Augenblicklich machte ich mich auf die Suche nach ihm, eilte ins Bad, die Küche, den Wohnraum und das Schlafzimmer. Und im Schlafzimmer schließlich entdeckte ich Blut.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Hexenliebe (1. Teil)


Ich verzog das Gesicht, als ich Sukos Wohnung betrat. Sie war leer, sie war so still. Keine Spur von meinem Freund!

Augenblicklich machte ich mich auf die Suche nach ihm, eilte ins Bad, die Küche, den Wohnraum und das Schlafzimmer. Und im Schlafzimmer schließlich entdeckte ich Blut.

Es dauerte nicht lange, da wimmelte es in der Wohnung von den Kollegen der Spurensicherung, die ich alarmiert hatte. Zwischen all den Experten kam ich mir mehr als überflüssig vor. Deshalb hatte ich mich in die Küche verzogen, hockte allein am Tisch wie ein einsamer Zecher, der seinen Vater pflegt. Mir ging es auch schlecht, nur eben anders. Ich machte mir verdammt große Sorgen um Suko.

Er war verschwunden, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, und das wollte mir überhaupt nicht gefallen.

Dieser Morgen war nicht ungewöhnlich gewesen. Er hatte mit den üblichen Ritualen begonnen, und Suko und ich hatten zusammen ins Büro fahren wollen.

Nur hatte er nicht bei mir geklingelt.

Das konnte passieren, da brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, auch wenn Suko normalerweise früher fertig war als ich. Verschlafen hatte er sich noch nie.

Ich hatte dann seine Nummer gewählt, doch er hatte sich nicht gemeldet. Ich war nach nebenan in seine Wohnung gegangen und hatte Blut gesehen. Nun herrschte Großalarm!

Sir James war ebenso informiert worden wie Glenda. Sie warteten im Büro auf eine positive Nachricht, aber darauf lauerte ich auch, doch es hatte sich nichts getan. Es gab nur die Leere und das Summen der Kollegenstimmen aus dem Schlafzimmer. Die Männer kamen mir vor, als gehörten sie zu einer ganz anderen Welt.

Nichts zu machen.

Ich war nicht sauer, nur besorgt. Und diese Sorge fraß sich wie Säure in mein Bewusstsein.

Warum, was war geschehen, dass sich Suko so verhielt? Ich kannte es nicht von ihm, ich war es nicht gewohnt, er hätte sich abgemeldet. Meiner Meinung nach war er auch nicht freiwillig verschwunden. Irgendetwas war da vorgefallen, ein Verbrechen, ein Kidnapping. Und dann war da noch das Blut.

Ich hatte es im Schlafzimmer entdeckt, auf dem Bett und auf dem Boden, verteilt in unterschiedlich großen Flecken. Ein makabres Muster, ein schauriger Hinweis auf ein Verbrechen.

Der Kloß saß mir im Magen. Zu dieser frühen Morgenstunde passte das nicht. Ich schaute aus dem Fenster und sah den Morgen allmählich hochdämmern. Es würde wieder ein trüber Dezembertag werden, so unweihnachtlich, denn die Temperaturen lagen über dem Gefrierpunkt. Kein Schnee, kein Eis, dafür dunkle Wolken am Himmel, die wie eine riesige undurchdringliche Decke wirkten, hinter der auch gar nichts zu sehen war. Ein Wetter, das vielen Menschen aufs Gemüt schlug. Ich würde da auch keine Ausnahme machen, vor allen Dingen deshalb, weil ich meinen Freund und Kollegen suchte. Wir würden alles einsetzen, um ihn zu finden, den ganzen Apparat. Da stand zum Glück meine Firma hinter mir, aber ich war realistisch genug, um mir einzugestehen, dass Suko auf eine so raffinierte Art und Weise verschwunden war, dass selbst wir keine Chance mehr bekamen, ihn zu finden, wenn die andere Seite, die sich seiner bemächtigt hatte, es nicht wollte.

Ich stand auf. Der Kühlschrank war gut gefüllt. Das Mineralwasser stand ebenfalls dort, ich drehte eine frische Flasche auf und holte mir ein Glas. Ich brauchte den Schluck jetzt, um den bitteren Geschmack wegzuspülen. Dann schaute ich auf die Uhr.

Eine halbe Stunde war seit dem Eintreffen der Kollegen bereits vergangen. Mir kam die Zeit doppelt so lang vor, und ich grübelte am Tisch sitzend darüber nach, wer denn ein Interesse daran gehabt haben könnte, Suko zu entführen. Bei diesem Gedanken musste ich über mich selbst lächeln. Wenn ich ehrlich war, gab es genug Personen, auf deren Liste mein Freund und ich standen. Angefangen von den Hohen Dämonen bis hin zu den unteren Chargen. Das war die eine Seite.

Es gab noch eine andere.

Suko war kein kleiner Junge mehr. Er zählte zu den erfahrenen Menschen, die sich nicht so einfach fertigmachen ließen. Hier konnte kein Dämon in seine Wohnung spazieren und ihn überfallen, ohne dass er sich großartig wehrte, und das hätte ich mitbekommen. Schließlich lagen unsere beiden Wohnungen dicht nebeneinander. Nein, da musste es schon einen anderen Grund geben, und den wollte ich natürlich herausfinden. Ich leerte auch ein zweites Glas und schielte auf das tragbare Telefon, das vor mir auf dem Tisch lag. Am liebsten wäre mir Sukos Anruf gewesen, sodass alles nur ein Spaß war, er mich hatte reinlegen wollen und … und … und …

Du bist kindisch, John! sagte ich zu mir. Du bist einfach zu blöd. Nichts wird geschehen. Suko wird sich nicht melden. Er ist unfreiwillig verschwunden, und er wird nicht freiwillig zurückkehren. Alles befindet sich in den Händen seiner Feinde. Sie haben das große Sagen, sie sind es, die gewisse Dinge ins Rollen gebracht haben, und an sie müssen wir uns auch halten.

Das Telefon tutete.

Ich schrak hoch, weil ich damit trotz allem nicht gerechnet hatte. Blitzschnell meldete ich mich, natürlich die Hoffnung im Herzen, dass es Suko war, aber diese Idee zerstrahlte, denn mein Chef, Sir James, meldete sich.

»Ach, Sie sind es.«

»Ihrer Stimme und Ihren Worten entnehme ich, dass Suko noch immer nicht eingetroffen ist.«

»Stimmt, Sir.«

Auch er wusste im Moment nicht, was er sagen sollte. Ich hörte sein leises Räuspern, dann machte er mir klar, dass die Fahndung bereits lief. Schließlich wollte er wissen, was die Spezialisten bei der Sicherung herausgefunden hatten.

»Das kann ich Ihnen nicht sagen, Sir. Ich weiß es nicht. Sie sind noch bei der Arbeit.«

»Sobald Sie etwas wissen, John, informieren Sie mich.«

»Das versteht sich.«

»Und Sie können sich auch keinen Grund vorstellen, weshalb Suko so plötzlich verschwunden ist?«

»Keinen konkreten. Sie wissen selbst, wie stark unsere Feinde sind, Sir. Ich weiß nur nicht, wie sie es geschafft haben, Suko zu überraschen. Es will mir nicht in den Kopf. Da muss es etwas gegeben haben, das sein normales Denken überschattet hat. Suko ist sonst nicht so. Er hätte mich unterrichtet, verdammt!«

»Im Prinzip schon.«

»Haben Sie denn Zweifel, Sir?«

Der Superintendent räusperte sich. »Zweifel nicht, und ich möchte auch nicht vorgreifen, aber es gibt da Dinge, die im persönlichen Bereich liegen könnten. Sehr tief vergraben, wenn Sie verstehen, John. Etwas, über das er selbst mit Ihnen, seinem besten Freund, nicht gesprochen hat. Das auch mit der Zeit zusammenhängen kann, die er in China verbracht hat, in diesem Kloster.«

»An diese Seite des Falls habe ich noch nicht gedacht, wenn ich ehrlich sein soll.«

»Das sollten Sie aber.«

»Nur weiß ich darüber nichts, Sir. Suko hat kaum von seiner Vergangenheit gesprochen.«

»Gut, haken wir das ab. Da gibt es noch ein Problem. Seine Freundin Shao.«

Ich räusperte mich. »Daran habe ich auch schon gedacht. Sie ist verschwunden.«

»Für immer, John?«

Da hatte mein Chef eine gute Frage gestellt. Ich mischte mich nicht in diese Angelegenheit hinein, das war eigentlich Sukos Sache. Er sah es anders als ich. Für ihn war Shao nicht weg oder nur für kurze Zeit. Er war fest davon überzeugt, dass sie zurückkehren würde, aber selbst den Zeitpunkt bestimmte.

Vorausgesetzt, sie war dazu in der Lage, aber das wollte ich auch noch dahingestellt sein lassen, denn es lag nicht in ihrer eigenen Kraft, zurückzukehren. Da spielten schon andere Faktoren eine Rolle. Es ging auch um die Sonnengöttin Amaterasu und Shao, ihren letzten Nachkommen. Die Sonnengöttin befand sich im Dunklen Reich in Gefangenschaft, und sie sucht eine Befreierin. Da war ihre Wahl auf Shao gefallen, und die hatte sich dem Ruf gefügt und ihren Freund Suko quasi im Stich gelassen.

Shao suchte nach einer Chance, ihre Ahnherrin aus dem Gefängnis zu holen. Sie war die Frau mit der Halbmaske und der Armbrust geworden. Wenn sie jetzt zurückkehren würde, wäre sie uns fremd gewesen.

Nur hätte sie gerade keinen Grund gehabt, Suko zu entführen. Nein, nein, da gab es noch andere Dinge, die bedacht werden mussten.

»Sie sind noch da, John?«

»Selbstverständlich.«

»Gefällt Ihnen der Hinweis auf Shao nicht?«

»Ich kann mich damit nicht anfreunden.«

»Gut, lassen wir es. Wenn unsere Mitarbeiter ihre Tätigkeit beendet haben, werden Sie ins Büro kommen?«

»Das versteht sich.«

»Bis dann.«

Sicherlich legte mein Chef ebenso nachdenklich den Hörer auf, wie ich es tat. Ich kam mit dem plötzlichen Verschwinden meines Freundes einfach nicht zurecht. Natürlich gibt es Menschen, die von einer Minute auf die andere nicht mehr da sind, die dann auch freiwillig gehen und keine Blutspuren hinterlassen.

Ich goss mir noch ein Glas Wasser ein und leerte es bedächtig. Noch immer saß ich am Küchentisch und dachte darüber nach, wie ich mich fühlte.

Dumpf, ausgelaugt. Ich war nicht mehr so wie noch am letzten Abend. Ich hatte einen Tiefschlag erhalten, und ich malte mir immer aus, wie Suko verletzt irgendwo lag, allmählich ausblutete und sein Herz schließlich zu schlagen aufhörte.

Es waren keine guten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen, und sie machten mich auch nicht fröhlicher.

Es klopfte an der Küchentür. Sie wurde nach innen gedrückt, und ein Kollege von der Spurensicherung erschien. Es war sogar der Chef, der mir zunickte.

Ich stand auf.

Als er mein Gesicht sah, hob er die Schultern. »Ich kann Ihnen keine Lösung liefern, Mr....

Erscheint lt. Verlag 16.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3563-3 / 3838735633
ISBN-13 978-3-8387-3563-4 / 9783838735634
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