John Sinclair 782 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3512-2 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Knochenbrut der alten Templer (2. Teil).
Der Mann mit dem Messer schlich durch den nachtdunklen Ort!
Er war ein Mensch mit zwei Armen, zwei Beinen, einem Körper, einem Gesicht, und er war trotzdem eine Maschine des Bösen, die dem unheilvollen Drang nachkommen musste, denn ihn hatten die anderen Kräfte ausgewählt, den Tod zu bringen.
Er war ein Werkzeug in ihrer Hand, und er konnte sich kaum mehr an sein früheres Leben erinnern. Es war plötzlich über ihn gekommen, aber auch sehr schleichend und langsam, und er hatte es nicht geschafft, sich vor ihm zu verstecken.
Etwas Böses, Dunkles, Grauenvolles, für das es sogar einen Namen gab - die schwarze Flut!
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Knochenbrut der alten Templer (2. Teil)
Der Mann mit dem Messer schlich durch den nachtdunklen Ort!
Er war ein Mensch mit zwei Armen, zwei Beinen, einem Körper, einem Gesicht, und er war trotzdem eine Maschine des Bösen, die dem unheilvollen Drang nachkommen musste, denn ihn hatten die anderen Kräfte ausgewählt, den Tod zu bringen.
Er war ein Werkzeug in ihrer Hand, und er konnte sich kaum mehr an sein früheres Leben erinnern. Es war plötzlich über ihn gekommen, aber auch sehr schleichend und langsam, und er hatte es nicht geschafft, sich vor ihm zu verstecken.
Etwas Böses, Dunkles, Grauenvolles, für das es sogar einen Namen gab – die schwarze Flut!
Sie hatte sich in den Ort hineingeschlichen, um ihre Opfer zu holen. Nicht alle Menschen waren von der schwarzen Flut erfasst worden, sie hatten sich glücklicherweise in Sicherheit bringen können, aber einen aus ihrem Kreis hatte es erwischt.
Der Mann hieß Alain Ducasse, früher gehörte er zu den Templern, das aber lag längst hinter ihm. Jetzt war er jemand, der anderen Gesetzen gehorchte, denen des Bösen, der schwarzen Flut und Baphomet, der mächtigen Gestalt dahinter.
Er hatte letztendlich die Templer in Alet-les-Bains in seinen Bann ziehen wollen, was ihm nicht gelungen war, und so hatte die schwarze Flut nur einen Menschen verändern können.
Ducasse drückte sich in eine schmale Gasse. Sie verdiente die Bezeichnung nicht mal, es war nur ein Spalt zwischen zwei Häusern, kaum schulterbreit, und wenn er den Kopf hob, sah er einen schmalen Streifen des dunkelblauen Himmels über sich, der wie eine gemalte Fläche wirkte und nicht einmal den Glanz der Sterne zeigte.
Alain besaß das Messer, und Alain wollte töten. Beinahe wäre es ihm gelungen, aber dieser Chinese, den er in Toulouse abgeholt und nach Alet-les-Bains begleitet hatte, war ihm im letzten Augenblick entkommen, denn es war ihm gelungen, sich auf den Knochen-Sessel zu retten, dessen Magie ihn fortgeschafft hatte. Irgendwohin, möglicherweise in ein Land zwischen den Welten, vielleicht ins Jenseits, vielleicht auch in ein Pandämonium. Ihn hatte Ducasse nicht erwischen können, ebensowenig wie seine früheren Freunde, die geflohen waren, bevor die schwarze Flut den Ort erreichte.
Sie waren weg, aber sie würden zurückkehren, und darauf wartete Alain Ducasse.
Die böse Flut, die ihn umfasst hielt, hatte ihm einen Auftrag gegeben, der grausam und schlimm war. Er sollte sie alle töten, er war der Mann für das Blutgericht über die Templer, die sich in Baphomets Schatten wie ein Geschwür des Lichts ausbreiteten und ihn schwächten. Das konnte, das durfte auch nicht sein, und so fühlte sich Alain Ducasse als der einsame Rächer.
Er hatte in den letzten beiden Tagen viel nachdenken können und war auch zu einem Entschluss gekommen. Es gab eigentlich nur einen Ort, an den sich seine ehemaligen Freunde hatten zurückziehen können. Nicht sehr weit von Alet-les-Bains entfernt und trotzdem für ihn so gut wie unangreifbar, denn in die Kathedrale der Angst, in diese schmale Schlucht zwischen den Felsen, traute er sich nicht hinein. Dort waren seine Freunde in Sicherheit, denn das silberne Skelett schützte sie vor schlimmen Angriffen. Nur würden sie sich nicht ewig dort aufhalten können. Irgendwann mussten sie zurückkehren, getrieben von menschlichen Bedürfnissen wie Hunger und auch Durst.
Dann würde er sie empfangen!
Ducasse lächelte, als er daran dachte. Er hob die alte Klinge an und legte die Breitseite gegen seine Lippen, weil er die Kälte spüren wollte.
Kalt wie der Tod!
Seine Augen funkelten, die Unruhe nahm zu. Es geschah immer dann, wenn er an den Tod dachte, der für ihn seinen Schrecken verloren hatte. Er würde den Tod bringen, denn der Tod war sein Freund.
In den letzten beiden Tagen hatte er sich verändert. Er war hagerer geworden, seine Augen lagen tiefer in den Höhlen als sonst und strahlten einen düsteren Blick ab. Die Lippen zeigten kein Lächeln mehr, die wirkten wie graue, breite Striche, die aufeinander lagen.
Auch seine Haut hatte den gesunden Farbton verloren. Sie wirkte wie die eines alten Mannes, doch alt fühlte sich Alain Ducasse auf keinen Fall. Im Gegenteil, er war bereit, blitzschnell einzugreifen und zuzuschlagen, wenn sich die Gelegenheit ergab.
Der Tag war sein Feind, die Nacht war sein Freund. Da schlich er durch den Ort, schaute durch die Fenster in die hellen Wohnungen hinein. Er sah die Menschen – Männer, Frauen und Kinder. Manchmal zuckte es in ihm, und dann zuckte das Messer stets mit.
Er hielt sich zurück. Bisher hatte er die Klinge in keinen Körper versengt, weil er noch an seinen Auftrag dachte. Aber der Widerstand wurde schwächer. Irgendwann – möglicherweise schon in dieser Nacht oder spätestens Morgen – musste er der schwarzen Flut beweisen, dass sie einen würdigen Diener gefunden hatte.
Die Flut selbst war nicht mehr zu sehen. Sie hatte ihren Weg fortgesetzt, irgendwohin zu neuen Zielen, über die sich Ducasse keine Gedanken machte. Er lebte in der Gegenwart, er lebte in dieser Nacht und klemmte in seinem Versteck fest.
Die Bewohner von Alet-les-Bains wussten, dass die Templer den Ort verlassen hatten. Allerdings enthielten sie sich der offenen Kommentare. Vielleicht redeten sie darüber, wenn sie unter sich waren, doch in der Öffentlichkeit war das Thema tabu.
Überhaupt hatten die Templer sehr isoliert gelebt. Sie waren akzeptiert, aber nicht als Einheimische anerkannt worden, auch wenn sie sich noch so freundlich gaben.
Ducasse grinste schief, als er daran dachte. Und er spannte sich, als er die Tritte hörte.
Die Gasse vor ihm war schmal. Steine in unregelmäßiger Höhe bedeckten sie als Pflaster. Wer hart auftrat, dessen Tritte erzeugten Echos, die von den Wänden der dicht beisammen stehenden Häuser widerhallten. So war es nur sehr schwer möglich, eine gewisse Entfernung abzuschätzen, und Ducasse wusste deshalb nicht, wie nahe die Person schon an sein Versteck herangekommen war.
Da er es genau wissen wollte, schob er sich bis zum Rand vor. Seine rechte Schulter schleifte dabei über die raue Wand.
Es war eine sehr kühle Nacht, und vor seinem Mund dampfte der Atem in kleinen, grauen Wolken. Er stieß ihn nicht zu weit vor, weil er den anderen nicht warnen wollte. Diesmal überkam ihn der Drang wie eine heiße Woge. Ein Feuer schien in seinem Innern zu lodern. Seine Gedanken wurden davon überschwemmt, er dachte an sein Messer und hielt sich in diesen Augenblicken für unbesiegbar.
Die Saat der schwarzen Flut ging bei Alain auf.
Töten!
Vernichten!
Menschen in ihrem Blut liegen sehen, auch wenn es keine Templer waren, aber er wollte üben.
Das erste Opfer war nicht mehr weit von ihm entfernt. Er blieb an der Wand stehen und konzentrierte sich darauf.
Die Schritte wurden nicht gleichmäßig gesetzt, sie unterschieden sich auch in der Lautstärke, im Tempo ebenfalls, denn der Mensch legte hin und wieder eine Pause ein, um sich zu erholen.
Alain Ducasse dachte über ihn nach, ohne ihn bisher gesehen zu haben. Er konnte sich gut vorstellen, dass der Ankömmling einiges getrunken hatte und deshalb nicht mehr in der Lage war, normal zu gehen. Das hätte gepasst, denn auch in Alet-les-Bains gab es Gäste, die erst weit nach Mitternacht die Kneipen verließen und sich mehr oder minder zügig auf den Weg nach Hause machten.
Ducasse lauerte an einer relativ einsamen Stelle am Ortsrand. Viel Betrieb herrschte hier nie. Jenseits der Gasse und auch hinter der alten Steinmauer lagen Gärten, und der enge Spalt, in den er sich hineingedrückt hatte, teilte nur die Rückfronten der Häuser.
Er wartete, und er lächelte, als er das leise Singen des nächtlichen Heimkehrers hörte. Ihm war jetzt klar geworden, dass der Mann angetrunken war. Er würde leichtes Spiel mit ihm haben.
Eine Laterne stand nicht in der Nähe. Die nächste war so weit entfernt, dass nicht mal ihr Schein zu sehen war. Das einzige Licht wurde von den Gestirnen am Himmel abgestrahlt, zu der auch die bleiche Mondscheibe zählte.
Eine ideale Mordnacht!
Der Angesäuselte ahnte von nichts. Er war nur wenige Schritte von Alains Versteck entfernt, stolperte dann über einen Stein und fluchte, weil er das Gleichgewicht nicht mehr halten konnte. Er fiel hin. Nicht aufs Gesicht, der Mann war noch geistesgegenwärtig genug, die Arme auszustrecken, um sich auf dem Pflaster abstützen zu können. Er fluchte noch einmal, hustete und spuckte Schleim aus. Für seine Umgebung hatte er keinen Blick.
Ducasse lächelte.
Alles passte, und er löste sich mit einer Drehbewegung aus seinem Versteck. Nach einem Schritt schon hatte er die Gasse betreten, ohne von dem Angetrunkenen bemerkt worden zu sein, der viel zu stark mit sich selbst beschäftigt war und einen regelrechten Hustenanfall bekommen hatte. Er holte röchelnd Luft, verfluchte sich und seine Trinkerei und sah das Verhängnis auf zwei Beinen nicht, das auf ihn zukam.
Neben ihm blieb Alain stehen.
Er schaute auf den Rücken und den Kopf des Knienden hinab, und die Spitze des Messers zielte auf den Körper. Sekunden verstrichen. Alain sah auch keinen Grund, den anderen zu stören, er wollte, dass sich der Mann erst erholte, dann konnte er zuschlagen.
Der Husten verflog, und der Betrunkene räusperte sich nur mehr Dabei drehte er den Kopf nach rechts und nach links – und erstarrte in der Bewegung nach links.
Er hatte die Beine gesehen!
Der Mann tat nichts, holte nur röchelnd Luft.
Ducasse lachte leise. Es war ein Geräusch, das den anderen Mann aufmerksam machen sollte, und es verfehlte seine...
| Erscheint lt. Verlag | 9.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3512-9 / 3838735129 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3512-2 / 9783838735122 |
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