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John Sinclair 771 (eBook)

Der Knochen-Sessel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3501-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 771 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Knochen-Sessel.

Fast überall auf der Welt finden regelmäßig Auktionen statt. Sachen werden angeboten und können ersteigert werden, eine ganz normale Angelegenheit. Aufsehen erregen Auktionen, wenn besonders hohe Preise erzielt werden, ein van Gogh für siebzig Millionen, zum Beispiel. Wir vom Scotland Yard waren auf eine Auktion aufmerksam geworden, bei der ein längst verschollenes Einzelstück angeboten wurde. Es war der Knochen-Sessel der Templer, der vor einigen Jahrhunderten nach Amerika geschafft worden sein musste. Man muss sich das mal vorstellen, ein Sessel, der aus Menschenknochen gefertigt wurde! Diese Auktion durfte ich nicht verpassen. Als Geisterjäger John Sinclair hatte ich an dem Sessel ein besonderes Interesse ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Knochen-Sessel


In dieser Nacht wehte der Dunst der Hölle über den Süden Frankreichs!

Manche Menschen spürten es besonders deutlich, die anderen wurden zumindest davon gestreift, was sich durch Schlafstörungen und Aggressionen bemerkbar machte.

Der blinde Abbé gehörte zu den Menschen, die trotz des Verlustes des Augenlichts sahen. Nur sah er andere Dinge. Metaphysische. Vorgänge, die sich aus Gefühlen zusammensetzten.

Das dumpfe Gefühl einer Bedrohung hatte den Abbé bereits den ganzen Tag über nicht losgelassen. Zum Abend hin hatte es sich noch verstärkt. Er war sehr schweigsam gewesen, als er inmitten der Templer-Runde saß und aß. Seinen Freunden war der Zustand des Abbés nicht verborgen geblieben, sie hatten gespürt, dass ihn etwas beschäftigte, doch niemand traute sich, ihn danach zu fragen!

Nach dem Mahl schien der Abbé eine Erklärung abgeben zu wollen.

Mit einem lauten Scheppern legte er den Löffel zur Seite. Acht Augenpaare richteten sich auf sein Gesicht, dessen Augen hinter einer dunklen Brille verborgen lagen. Der Templer-Führer wusste genau, wie seine Freunde reagierten. Er wartete, bis das Echo verklungen war und nickte ihnen zu. Da er am Kopfende des Tisches saß, wurde diese Bewegung von jedem gesehen.

Auch das letzte Flüstern verstummte.

Schweigen breitete sich aus.

Erwartung und Spannung traten in die Augen der Männer. Sie kannten ähnliche Ankündigungen und wussten, das ihnen ihr Anführer etwas Besonderes mitzuteilen hatte.

Abbé Bloch seufzte. Mit einer müde anmutenden Bewegung hob er den Arm, stemmte den Ellbogen auf das Holz und wischte über seine Stirn. »Was ich euch zu sagen habe, kann ich nicht beweisen, da muss ich mich schon auf mein Gefühl verlassen, aber dieses hat mich, wie ihr wisst, meine Brüder, bei entscheidenden Situationen nie im Stich gelassen. Ich hoffe, dass es auch heute so sein wird.« Als seine Hände nach einem mit Rotwein gefüllten Glas tasteten und es anhoben, tranken auch die anderen. Der Abbé schlürfte seinen Wein und gab nach dem Schluck einen ersten Kommentar ab. »Es schmeckt wie Blut, meine Brüder, wie das Blut der Menschen, das sehr bald vergossen wird, weil das Unheil über uns liegt.« Er stellte das Glas wieder ab. »Ich weiß nicht, was geschehen ist, aber es ist etwas passiert. Nicht hier, noch nicht hier, doch es wird mit uns zu tun haben, darauf könnt ihr euch verlassen. Es ist etwas ans Tageslicht gezerrt worden, das lieber im Dunkel hätte verborgen bleiben sollen. Nun ist es nicht zu ändern, wir müssen uns den Tatsachen stellen.«

Da er eine Pause einlegte, fühlte sich einer der Männer bemüßigt, eine Frage zu stellen. »Kannst du uns nicht etwas mehr darüber sagen, Abbé. Dann könnten wir uns darauf einstellen.«

Der Templer schüttelte den Kopf.

»Baphomet?« Der Frager gab nicht auf, weil er wusste, dass Baphomet zu den Todfeinden der Templer gehörte.

»Ich weiß es nicht, meine Freunde. Es ist einfach nur das Gefühl, das uns das Grauen beschert. Es ist noch weit weg, aber ich habe die Auswirkungen bereits erlebt. Es ist eine unheimliche Kälte gewesen, die mich berührte, eine so schreckliche Vorahnung, dass mich schauderte. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen.«

Nach diesen Worten trat eine Pause ein. Schließlich fragte ein anderer Templer: »Was sollen wir tun? Können wir etwas tun?«

»Ja, wachsam sein. Sehr wachsam sein.«

»Das sind wir.«

»Noch wachsamer!« schärfte ihnen der Abbé ein. »Was da geschehen ist, das berührt uns unmittelbar, aber ich hoffe zugleich, dass wir nicht die Einzigen sind, die in diesen gefährlichen Strudel hineingezogen werden. Wahrscheinlich wird es noch einen Mann treffen, der weit von uns entfernt lebt, aber mit uns doch sehr verbunden ist. Muss ich euch den Namen nennen?«

Das brauchte er nicht. Ein Dritter sprach ihn mit sehr leiser Stimme an.

»John Sinclair …«

*

Kennen Sie das Schneeballsystem? Nicht? Okay, dann will ich es Ihnen erklären.

Jemand steht auf der Spitze eines verschneiten Bergs, formt einen Schneeball und rollt ihn den Hang hinab. Der Ball verändert dabei seine Größe und wächst, bis er irgendwann so groß und so schwer ist, dass er andere Dinge, die sich ihm in den Weg stellen, mitreißt.

Die Schneekugel rollt und wächst weiter. Längst hat sie die Kugelform verloren und ist zu einer Lawine geworden, die in breiter Front in das Tal donnert.

Aus dem kleinen handgroßen Schneeball wird eine Katastrophe, die Tränen, Leid und Tod verursacht.

Das also ist das Schneeballsystem, und damals ahnte ich noch nicht, wie sehr sich ein bestimmter Fall entwickeln sollte, der zu Beginn eigentlich nicht mehr als ein Schneeball gewesen war, dann aber zur Lawine wurde, die …

Nun ja, ich will der Reihe nach berichten, obwohl dieser Fall noch nicht beendet ist und sicherlich noch etwas nachkommt, denn was ich da erlebte, war schlimm.

Es war einer dieser schönen Spätsommertage, die man einfach genießen sollte. Mit Temperaturen um die zwanzig Grad Celsius. Ein leichter Wind aus westlicher Richtung, der noch den Duft des Sommers mitbrachte und wieder Erinnerungen an die heißen Tage weckte.

Ich war nach Feierabend noch kurz zu Sarah Goldwyn gefahren und hatte Suko mitgenommen. Erstens wollten wir die Horror-Oma mal wieder besuchen, und zum zweiten wollten wir auch nach Jane Collins schauen, denn sie hatte es bei unserem letzten Fall schlimm erwischt. Ihr Körper war von scharfen Glassplittern getroffen worden, und diese Scherben hatten zahlreiche Wunden hinterlassen. Keine lebensgefährlichen, aber doch welche, die behandelt werden mussten, und darum hatten sich ein Arzt und Lady Sarah gekümmert.

Jane hatte sich natürlich gewehrt und uns angefaucht, dass wir sie nicht wie ein kleines Kind behandeln sollten, aber hinter diesen barschen Worten hatte sich schon Erleichterung verborgen, und sie hatte, als wir zusammensaßen, auch klammheimlich nach meiner Hand gefasst und sie mehrmals gedrückt. Dieses letzte Abenteuer hätte Jane beinahe das Leben gekostet. Sie war auf ein furchtbares Wesen gestoßen, das sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart lebte und sogar eine Kapelle durch seinen bösen Odem entweiht hatte.

»So und jetzt könnte ich ja noch ein Dinner vorbereiten«, schlug die Horror-Oma vor, nachdem sie uns mit Kuchen vollgestopft hatte.

Wie abgesprochen hoben Suko und ich die Arme. »Bitte nicht. Wir müssen noch fahren, sonst kannst du uns rollen. Außerdem passen wir dann nicht mehr in den Wagen.«

Lady Sarah blieb standhaft. »Dann eben nur eine Kleinigkeit.«

Die kannte ich und schüttelte den Kopf.

Suko war höflicher. Er fragte schon, an was sie denn dabei gedacht hätte.

»Etwas Fisch.«

Ich stand auf. »Nein, kommt nicht in die Tüte.« Sie wollte widersprechen, doch ich redete weiter. »Es wäre doch eine Sünde, Sarah, wenn wir all die tollen Dinge stehen lassen müssten, weil wir einfach übersättigt sind. Das wollen wir dir nicht antun.«

Sie lächelte. »Du schmeichelst wieder.«

»Überhaupt nicht. Ich sage die Wahrheit.«

Als auch Suko aufgestanden war, gab sie auf. Wir verabschiedeten uns von Jane, die auch mit zur Tür ging, dabei krampfhaft lächelte und erklärte, dass sie noch immer Schmerzen hatte.

»Das liegt an den Salben«, sagte Suko.

Sie funkelte ihn an. »Oder an meinem Feuer.«

»Kann auch sein. Werde ich nicht abstreiten, schöne Frau.«

Jane lachte und gab ihm einen Kuss auf beide Wangen. Suko öffnete die Haustür, Jane drehte sich und umarmte mich. »Schade, dass du nicht geblieben bist, John.«

»Ich kann nichts mehr essen, Mädchen.«

Sie runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. »Ich dachte auch nicht so sehr an das Dinner.«

»Sondern?«

»Mehr an den Nachtisch.«

Da wusste ich Bescheid. »Bei deinen Verletzungen.«

»Keine Sorge.« Sie küsste mich auf die Lippen. »Ich kann mich noch immer wunderbar bewegen.«

»Das glaube ich dir sogar.«

Sie küsste mich wieder. Diesmal allerdings intensiver. »Lass dich mal wieder sehen, John.«

»Versprochen.« Meine Stimme klang schon heiser. Jane hatte sich bei ihren letzten Worten an mich gedrückt und ihren Körper in entsprechende Bewegungen versetzt. Als ich dann in die kühle Abendluft hinaustrat, nahm ich mir fest vor, mit ihr mal wieder ein Weekend zu genießen. Sonst lebte man wirklich am Leben vorbei. Und Jane Collins gehörte neben Glenda zu den Frauen, denen ich vertrauen konnte. Sie waren anders als Jessica Long, die sich letztendlich als ein Geschöpf oder eine Kreatur der Finsternis entpuppt hatte.

Suko wartete am Wagen auf mich. »Hat ja lange geauert«, sagte er und grinste.

»Es geht.«

Er grinste. »Kannst dich ja zu Hause duschen, aber eiskalt, weißt du?«

Ich öffnete die Beifahrertür. »Das soll helfen?«

»In der Theorie schon.«

Ich schnallte mich an. »Da ich allerdings ein Mann der Praxis bin, kann ich darauf verzichten.«

Wir fühlten uns an diesem Abend beide ziemlich gut. Es mochte an der Vergangenheit liegen, die ziemlich hart gewesen war, aber jetzt hinter uns lag. Wir hatten schlimme Fälle hinter uns gebracht. Seit zwei Tagen fühlte ich mich in London wie im Urlaub, vielleicht auch deshalb, weil uns kein beruflicher Stress quälte. Das tat uns auch mal gut. Ich hoffte, dass die Dämponen für längere Zeit Urlaub machten. Bei dem Gedanken an Urlaub kam mir in den Sinn, selbst wegzufahren. Das wäre was gewesen. Ich hätte Jane mitnehmen können. Verdient jedenfalls hatte ich mir ein...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3501-3 / 3838735013
ISBN-13 978-3-8387-3501-6 / 9783838735016
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