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John Sinclair 775 (eBook)

Lady Luzifer

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3505-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 775 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Lady Luzifer.

Lady Luzifer ist angetreten, um ihrem Namen Ehre zu machen, koste es, was es wolle. Auseinandersetzungen will sie für sich entscheiden, nur um als Siegerin das Schlachtfeld zu verlassen. Ein schwerer Fall für den Geisterjäger und seine Freunde. Werden sie sich an Lady Luzifer etwa die Zähne ausbeißen?

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Lady Luzifer


Sie war nackt, sie war einsam, und sie bekam plötzlich Angst. Dabei hatte sie gewusst, dass er ihr einmal seine Rechnung präsentieren würde, doch sie hatte den Gedanken stets verdrängt.

Heute würde er kommen. Und Deborah Taft hatte zu warten!

Als Treffpunkt hatte er sich einen besonderen Ort ausgesucht, den Klub. Leer sollte er sein, bis eben auf eine Person. Da Deborah der Klub gehörte, hatte es ihr keine Schwierigkeiten bereitet, die Mädchen nach Hause zu schicken. Von einem Betriebsausflug ohne Chefin hatte sie gesprochen.

Nackt im Klub.

Nackt auf ihn warten.

Auf wen? Auf einen Mann? Sie lachte, als sie daran dachte. Wer wusste schon, ob er ein Mann war. Sie lachte auch deshalb, weil sie sich kaum noch daran erinnern konnte, wann sie es zuletzt mit einem Kunden getrieben hatte. Das lag alles so weit zurück. Heute arbeiteten die Mädchen für sie, und sie kassierte nur.

Der Klub war in. Er lief gut. Besucher von Messen und Kongressen hatten die Adresse an Freunde weitergegeben, und so konnten sich die Taft und ihre Mädchen über Kundenmangel nicht beklagen. Ihr gehörte der Klub, doch er war mit seinem Geld finanziert worden. All diese Talmi-Pracht, der Marmor, das unechte Gold, das wie echt aussah, und all die anderen Kleinigkeiten, die den Kunden den Luxus vorgaukelten.

Luxuriös waren einzig und allein die Preise. Sowohl die für die Mädchen als auch die für die Getränke. Die Gäste gehörten nicht zu den ärmsten Menschen. Manchmal zahlten auch die Firmen. Schließlich mussten gute Geschäftsabschlüsse entsprechend gefeiert werden.

Die Taft fragte sich, was der Besucher von ihr wollte. Er hatte von ihr verlangt, den Klub zu schließen, und zwar für die Dauer von einer Woche. Darauf hatte sie sich nicht eingelassen und den Mädchen nur einen Tag freigegeben. Der Umsatzverlust wäre erstens zu groß gewesen, und zweitens hätte sie Stammgäste erschreckt, die womöglich an ein polizeiliches Schließen gedacht hatten. Nein, nein, ein Tag musste reichen.

Sauna war nicht der richtige Ausdruck für die Räume, aber die Begriffe Sauna und Klub hatten sich nun mal so eingebürgert, und daran konnte die Taft nichts ändern.

Sie wartete in der Bar, in Sichtweite eines Pools. Da sie an der Theke auf den schwarzen Hockern mit dem roten Lederbezug saß, konnte sie auch den Pool überblicken, der sich direkt an die Bar anschloss. Man vergnügte sich im warmen Wasser, man ging auch oft gemeinsam in den Whirlpool, um sich anschließend in gewisse Räume zurückzuziehen, die Deborah als historische Spielwiesen bezeichnete. Jeder Raum war anders eingerichtet. Das fing bei den alten Römern an und hörte bei der Nummer im UFO auf. So jedenfalls war das Bett konstruiert worden.

Er kam noch immer nicht.

Sie ärgerte sich darüber. Und sie ärgerte sich, dass sie nackt war. Zwar trug sie die hochhackigen, schwarzen Lackschuhe, ansonsten war ihr Körper frei, und sie sah sich selbst in den zahlreichen Spiegeln an den Wänden. Das sollte sich ändern. Sie griff nach dem Mantel aus chinesischer Seide und hängte ihn sich über. Lässig verknotete sie den Gürtel. Dann trat sie hinter die Bar und lauschte dem Summen der Kühlung. Das brachte sie auf die Idee, einen Schluck Champagner zu trinken. Sie schaute zu, wie das edle Gesöff in das hochstielige Glas perlte, nahm den ersten Schluck, den zweiten und zündete sich dann eine Zigarette an.

Er hatte ihr keine Uhrzeit genannt, und das ärgerte sie. Irgendwann am Nachmittag wollte er erscheinen, und sie hatte sich eben bereitzuhalten.

Deborah war wütend. Allerdings würde sie ihm das nicht zeigen, wenn er kam. Auf keinen Fall durfte sie das tun, denn schließlich hatte sie ihm viel zu verdanken.

Sie trank wieder. Mit dem halb leeren Glas in der Hand durchwanderte sie die Bar und lauschte dem Echo ihrer Schritte. Die hohen Absätze berührten die Fliesen mit lauten Geräuschen, und sie blieb dort stehen, wo die Glaswand den Bereich zwischen Bar und Pool abtrennte.

Die Frau schaute auf das Wasser. Der Pool wurde von innen beleuchtet und gab der Füllung zusammen mit den Fliesen einen türkisfarbenen Schein. Auf der Oberfläche bewegten sich leichte Wellen. Sie schaukelten dort, und Deborah dachte an die zahlreichen Feste, die dieser Pool schon erlebt hatte. Das war ein Irrsinn gewesen. Wer hier war und ein derartiges Fest miterlebt hatte, der vergaß es nicht, der war süchtig nach einer Wiederholung, was er immer haben konnte, denn Deborah sorgte stets dafür, dass ihre Mädchen gut darauf waren. Es gab da so einige Mittelchen, die man nehmen musste, sonst stand man diesen Job nicht durch.

Zum ersten Mal fühlte sie sich allein. Deborah schaute auf den Pool, und ihr war plötzlich klar, wie einsam sie wirklich war. Kein Trubel, keine Stimmen, kein Lachen, keine Korken, die aus den Champagner-Flaschen schossen, nur diese bedrückende Stille und eben das Warten auf ihn.

Sie zweifelte nicht daran, dass er kommen würde. Irgendwann stand er plötzlich da. Er hatte ja Macht, er war derjenige, der …

Ihre Gedanken irrten ab. Sie wollte sich nicht in Theorien verlieren. Es waren nur zwei Wege möglich. Entweder man stand zu ihm, oder man war gegen ihn.

Sie war auf seiner Seite.

Sie verdankte ihm nicht nur viel, sondern alles. Und sie würde dafür bezahlen müssen.

Tief holte sie Luft. Das Glas war leer. Sie hatte kaum mitbekommen, wie schnell sie getrunken hatte. Irgend etwas stimmte nicht mehr. Deborah spürte es im Kopf. Da war ein so ungewöhnlicher Druck, vielleicht ein Wissen.

Tief holte sie Atem – und wusste im selben Augenblick, dass sie nicht mehr allein war.

Sie spürte ihn. Er war gekommen, doch sie sah ihn noch nicht. Kein Spiegelbild in der Trennscheibe, doch über ihren Nacken und dann den Rücken hinab glitt ein Schauer des Wissens. Ihre Hände fingen an zu zittern. Plötzlich hatte sie ein schlechtes Gewissen, oder war es Angst?

Die Taft wusste es nicht. Sie nahm den Geruch wahr, der so gar nicht zu ihrem Etablissement passte. Er war streng, ein wenig scharf und rau ätzend.

Er stammte von ihm.

Ihre Finger waren feucht geworden. Das Glas rutschte daran entlang. Sie konnte es nicht mehr länger halten und wollte es auch nicht. Es fiel zu Boden und zerbrach. Sie schaute ihm noch nach und sah, wie sich die Scherben verteilten. Dabei kam es ihr vor, als würden diese Dinge im Zeitlupentempo geschehen.

Kälte kroch über ihre Schultern hinab. Die Taft wusste genau, dass sie ihn sehen würde, wenn sie sich umdrehte. Sie dachte an die erste Begegnung, auch daran, dass sie ihm hörig gewesen war. Sie hatte sich ihm hingegeben, er hatte mit ihr wahnsinnige Dinge angestellt und ihr seinen Atem eingehaucht.

Wie würde er ihr gegenübertreten? Freundlich, nett, oder eingepackt in diesen eiskalten Zynismus.

Keine Ahnung, dachte sie.

Sie hörte das Lachen.

Für einen Moment schloss sie die Augen und öffnete sie wieder während ihrer Drehung.

Dann sah sie ihn – ihren Geliebten oder einfach nur den Teufel!

*

Er lächelte eigentlich immer, wenn er sie traf. Er würde auch noch lächeln, wenn er auf dem Fleisch seiner Opfer kaute oder irgendwelche anderen schlimmen Dinge tat. Er war nun mal so. Zumindest bei ihr.

Er hatte auch Augen. Mit denen schaute er sie an. Es waren sezierende Blicke, sie drangen tief in sie ein. Sie fühlte sich unter diesen Blicken nackt und verloren, und sie merkte wieder einmal, welch eine Macht davon ausging.

Dabei sah er gut aus. Ein Gentleman der jüngeren Generation. Schwarzes Haar, ein sonnenbraunes, gutgeschnittenes Gesicht, der dunkelblaue Abendanzug saß perfekt, das Hemd war blütenweiß, die Schuhe geputzt. Sie glänzten wie schwarze Spiegelflächen.

Er lächelte noch immer. Die Taft spürte dieses Lächeln wie eine Säure, die durch ihre Adern lief. Sie konnte sich nicht erklären, weshalb sie vor einem lächelnden Mann hätte Angst haben sollen, das war bei ihr nie der Fall gewesen, doch vor ihm fürchtete sie sich, weil sein Lächeln so kalt war, so ohne Gefühl, einfach in das Gesicht hineingemalt, und es war ein Lächeln, das Macht ausströmte.

»Hi, Debbie«, sagte er. »Hast du lange auf mich gewartet?«

Nur keine falsche Antwort jetzt! schoss es ihr durch den Kopf. »Nur keine falsche Antwort. »Ja, ich habe gewartet.« Sie probierte es einfach und hoffte auf eine positive Reaktion.

Seine Augenbrauen bewegten sich, zogen sich zusammen. »Das ist mir zu wenig«, flüsterte er. »Du hast gewartet und dich nicht nach mir gesehnt?«

Die Taft stöhnte auf. Teilweise auch vor Wut. Dieses Machogehabe widerte sie an, aber vor ihr stand der Teufel und nicht irgendwer. Und dem war sie unterlegen.

»Nun?«

»Ich wollte, dass du kommst«, sagte sie. »Ich wollte es. Ich … ich habe es herbeigesehnt.«

Er nickte, er lächelte wieder, er kam näher. Die Taft wäre gern zurückgegangen, was ihr aber nicht möglich war, denn hinter ihr befand sich die Glaswand, und die stoppte sie.

Dicht vor ihr blieb er stehen. Er beugte sich herab, und die Frau wusste, was sie zu tun hatte. Sie legte den Kopf etwas schief und öffnete ihren Mund.

Er küsste sie.

Sie schmeckte seine Lippen. Zuerst weich, nachgiebig, doch sie begannen sich zu verändern. Sie wurden härter und gleichzeitig auch rauer. Sie spürte die Einkerbungen und nahm auch den anderen Geschmack wahr. Irgendwelche Schwefelverbindungen. Er hatte sie umfasst. Sein Griff war hart. Der rechte Arm umschlang ihren Körper, die linke Hand wanderte und zerrte ihr mit einem Rock das Kleidungsstück vom Leib. Er schleuderte es...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3505-6 / 3838735056
ISBN-13 978-3-8387-3505-4 / 9783838735054
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