John Sinclair 755 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3485-9 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Blutnacht für Assunga (2. Teil).
Assunga ist nicht irgendein Vampir, der aus einer Kaverne geholt wurde. Sie und Dracula II alias Will Mallmann bilden ein Team, sie sind Partner. Sie haben sich zusammengetan, um Stützpunkte auf der Welt zu schaffen, damit diese von ihnen unterjocht werden kann. Ein Geisterjägerlehrling hätte deshalb Assunga vernichtet, wenn er die Gelegenheit dazu gehabt hätte, doch der erfahrene Geisterjäger John Sinclair wusste, dass er über Assunga leichter an Dracula II herankam ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Blutnacht für Assunga (2. Teil)
Acht uralte maurische Vampire standen gegen sie!
Noch immer konnte Carmen Cavallo diese Tatsache nicht so recht nachvollziehen, aber sie war bereit, sich zu wehren. Diesmal nicht mit dem Schwert, wie sie es gewohnt war, sondern mit dem Fahrzeug, einem Geländewagen, versehen mit einer Rammstange. Die Frau hatte bereits Gas gegeben und raste auf die Blutsauger zu. Blitzschnell schrumpfte die Entfernung.
Ob die Untoten die Gefahr erfassten oder nicht, das spielte für Carmen keine Rolle. Die Frau dachte nur daran, sie zu vernichten, denn das war seit Kurzem zu ihrer Lebensaufgabe geworden.
Es waren keine Menschen, die sie angriff, und deshalb hatte sie auch keine Gewissensbisse, als der Wagen mit seiner Frontseite in die Reihe der Gestalten hineinraste. Da die Untoten ziemlich dicht beisammenstanden, gab es keinen, der nicht erfasst wurde.
Das eingeschaltete Fernlicht ließ sie aussehen wie auf dem Präsentierteller stehend. Carmen konnte genau verfolgen, was sie mit ihrer Tat anrichtete.
Die Körper verwandelten sich in Kegelpuppen, die von einer Kugel voll getroffen worden waren. Sie wirbelten zu den Seiten, sie schleuderten hoch, sie überschlugen sich dabei, sie rollten sich zusammen, sie rutschten über den Boden, sie waren plötzlich nicht mehr als Spielbälle, die keinen Halt oder Widerstand mehr gefunden hatten. Ihre Körper rutschten über die glatte Fläche hinweg. Staub wirbelte hoch, Steine gerieten in Bewegung, und einige der Blutsauger rutschten auch unter den Wagen und damit unter die Reifen.
Carmen spürte genau, wie das Fahrzeug sie überrollte. Sie schrie auf und wusste nicht, ob sie noch lachen sollte.
Zumindest bremste sie.
Der Blick in den Innenspiegel und auch ein kurzes Schauen in den Rückspiegel zeigte ihr, dass sie die Wesen zwar erwischt, aber nicht erledigt hatte.
Einige von ihnen waren liegen geblieben, andere aber stemmten sich wieder hoch. Sie waren noch ›heil‹ und nicht durch den Druck zermalmt worden.
Noch startete Carmen nicht. Sie wartete, hörte sich selbst laut atmen. Drei Untote krochen über den staubigen Boden, andere lagen am Boden und zuckten. Sie kamen nicht mehr hoch, weil ihr Knochenverbund keinen Halt mehr zueinander gefunden hatte. Aber die drei wollten nicht aufgeben. Sie wussten, dass ein Mensch hinter dem Steuer des Wagens saß, und in den Adern eines Menschen floss bekanntlich der für sie wichtige Lebenssaft, das Blut.
Und so gingen sie weiter.
Ihre Bewegungen wirkten lächerlich. Sie schlenkerten dabei die Arme und Beine, als wollten sie die einzelnen Glieder kurzerhand fortschmeißen. Dabei stolperten sie über das raue Geröll, kippten, konnten sich aber wieder halten, wuchteten die Körper auch weiterhin vor, und Carmen blieb eiskalt.
Sie wartete genau den Augenblick ab, als die Distanz zwischen den Blutsaugern und ihrem Fahrzeug somit stimmte. Den Rückwärtsgang hatte sie bereits eingelegt.
Der Rest konnte nur ein Kinderspiel sein …
Wieder fuhr sie an.
Das Vampir-Trio stand äußerst günstig und dabei sehr nah zusammen. Der Wagen musste sie einfach erwischen.
Was er auch tat.
Carmen spürte den Aufprall. Es dauerte nicht lange und hörte sich an, als hätte jemand gegen die Karosserie geschlagen.
Noch einmal gab sie Gas.
Der Wagen beschleunigte.
Sie schaute wieder nach vorn und konnte die drei Blutsauger sehen, die von ihr überrollt worden waren.
Es war kaum zu fassen, aber Carmen hatte sie tatsächlich erwischt. Keiner war entkommen.
Sie lagen flach auf dem staubigen Boden, als wollten sie im nächsten Augenblick dort hineinkriechen. Sie hatten sich festgekrallt, ihre Körper waren wesentlich flacher geworden, und auch die Proportionen stimmten nicht mehr. Vorbei …
Oder?
Carmen tat nichts. Sie saß in der stickigen Wagenzelle und hätte am liebsten geheult. Ob vor Freude oder vor Erschöpfung, das wusste sie selbst nicht zu sagen. Jedenfalls befand sie sich in einem Zustand, in dem sie die Stille auch nicht genießen konnte. Und es dauerte eine Weile, bis der klare Verstand wieder durchkam, denn das, was sie sonst hier erlebt hatte, war mit der normalen Ration Verstand eigentlich nicht zu begreifen. Denn wo gab es schon Vampire?
Die Fahrzeugzelle hatte sich zu einer Sauna entwickelt. Die Luft roch nach Staub und nach Moder. Das jedenfalls nahm Carmen an. Sie hatte den Eindruck, es nicht mehr länger aushalten zu können und sich übergeben zu müssen.
Raus hier!
Raus aus dieser Enge, auch wenn die Reifen nicht alle Blutsauger zermalmt hatten.
Mit der rechten Hand griff sie nach ihrem Schwert, mit der linken öffnete sie die Fahrertür.
Es war eine Wohltat, den Wind zu spüren und sich von ihm den Schweiß trocknen zu lassen. Sie setzte einen Fuß auf den Boden, schaute sich zum ersten Mal so gut wie möglich um, hörte und sah dabei nichts, was ihr hätte verdächtig vorkommen müssen.
Jetzt erst stieg sie vollends aus dem Fahrzeug. Das Fernlicht hatte die karge Umgebung an einigen Stellen hell gemacht. Carmen kam sich vor wie ein Astronaut, der zum ersten Mal in seinem Leben auf einem fremden Planeten gelandet ist und dieses für ihn sehr gefährliche Terrain nun vorsichtig betritt.
Diese Umgebung hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit den Bildern, die sie von der ersten Mondlandung auf dem Bildschirm gesehen hatte. In der Nähe wuchs nicht ein Strauch, und selbst das harte verstaubte Gras hielt sich zwischen den Steinen versteckt.
Carmen Cavallo ging vom Wagen weg, blieb aber mit ihm auf gleicher Höhe. Mit ihrem Schwert konnte sie umgehen, das hatte sie schon oft genug bewiesen. Auch an diesem Abend hielt sie es fest, aber heute zitterten ihre Arme, sodass sie den Griff mit beiden Händen umklammern musste. Es gab keinen Grund für sie, großartig erleichtert zu sein. Mit Blutsaugern hatte sie ihre Erfahrungen sammeln können und wusste auch, dass diese so leicht nicht zu vernichten waren.
In diesem Fall traf dies ebenfalls zu. Als Carmen das kratzende Geräusch hörte, war sie froh, das Schwert bei sich zu tragen. Endgültig konnte sie die Blutsauger nur dann zur Hölle schicken, wenn sie ihnen den Kopf abschlug.
Das wollte sie natürlich.
Der Mond glotzte hell auf sie nieder. Schattenloses Licht strahlte er der Erde entgegen. Der Himmel bestand aus einer Einheit aus dunkelgrauer Farbe, vermischt mit dem flirrenden Glanz der Sterne und dem kalten Mondlicht.
Staub quoll unter ihren Füßen hoch. Kleine Steine kratzten gegen die Sohlen. Vor ihr versuchte es ein Blutsauger. Mit seinen Klauen kratzte er über die Erde, als wollte er in den schmalen Rissen und Spalten noch einen zusätzlichen Halt finden.
Er schaffte es.
Carmen schaute zu.
Sein Körper war stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Bein war ihm abgetrennt worden. Er kam trotzdem hoch.
»Nein!« rief Carmen und schlug zu.
Ihr Schwert beschrieb einen Kreisbogen und huschte dabei von oben nach unten.
Treffer!
Der Kopf wirbelte weg und mischte sich wie ein runder Stein in das nahe Geröll.
Den gab es nicht mehr.
Carmen fühlte sich jetzt besser. Nicht etwa, weil sie wieder getötet hatte, sie dachte dabei mehr an die Leben, die sie hatte retten können. Wenn nur einem Vampir die Flucht gelang und er dabei einen Menschen anfiel, konnte dies eine wahre Lawine auslösen. Dann suchte dieser Mensch, der ja zu einem Vampir geworden war, ebenfalls nach weiteren Opfern, und so etwas potentierte sich rasch.
Deshalb musste sie reinen Tisch machen.
Sie ging weiter.
Jeden Blutsauger schaute sich Carmen an, und sie setzte auch bei jedem ihr Schwert ein, auch wenn Teile des Körpers durch den Druck der Reifen zermalmt worden waren.
Nur so kam sie weiter.
Dann hatte sie es geschafft. Es gab keinen uralten maurischen Vampir mehr, der noch am Leben gewesen wäre. Sie alle konnten als vernichtet angesehen werden.
Gewonnen!
Jubel wollte trotzdem nicht in ihr hochsteigen. Sie fühlte sich erschöpft und ging mit weichen Knien zu ihrem Wagen zurück, gegen den sie sich lehnte.
Tief saugte sie die Luft ein. Trotz der Kühle kam sie ihr stickig und staubig vor. Es mochte auch daran liegen, dass sie noch immer von einem alten Leichengeruch erfüllt war. Der würde vergehen. Ebenso wie die restlichen Knochen der Vampire in der Witterung irgendwann verfaulen würden.
Alles kam wieder ins Lot.
Sie stieg in den Geländewagen und spürte, dass sie überall zitterte. Ihr Herz schlug schneller als gewöhnlich.
Aber sie fuhr trotzdem an.
Sie musste zurück, denn bei den Resten der alten Maurenfestung warteten zwei Männer auf sie, die sich wegen ihres Verschwindens sicherlich schon große Sorgen gemacht hatten.
Es waren keine Spanier. Sie hatte sie aus London geholt, und zwar auf eine recht ungewöhnliche Art und Weise. Beide Männer fand sie sympathisch und hatten ihr auch sofort Vertrauen eingeflößt.
Der eine hieß Suko, der andere John Sinclair!
*
Und wir sahen uns dem Supervampir Will Mallmann alias Dracula II gegenüber!
Er stand nicht vor uns, das traute er sich nicht. Zudem hatte er sich aus Sicherheitsgründen in seine zweite Gestalt verwandelt, in die Riesenfledermaus, die noch einen menschlichen Kopf hatte.
Sein Gesicht war uns zugewandt. Das heißt, er schaute aus der Höhe auf uns nieder. Das blutigrote D auf seiner Stirn konnten wir sehr genau erkennen.
Sein Auftauchen war für Suko und mich keine Überraschung. Carmen Cavallo hatte uns von Mallmann berichtet. Er war im Garten ihres Hauses...
| Erscheint lt. Verlag | 9.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3485-8 / 3838734858 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3485-9 / 9783838734859 |
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