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John Sinclair 799 (eBook)

Zum Nachtisch kam der Teufel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3529-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 799 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Zum Nachtisch kam der Teufel.

Das Essen hatte ihm geschmeckt, es war auch ganz vorzüglich gewesen. Zufrieden lehnte sich Alec Cross zurück. Eine Kleinigkeit wollte er doch noch essen. Einen Nachtisch. Kein Problem, er brauchte ihn nur zu bestellen. 'Ober ...' Im selben Augenblick, als er ihn rief, sah er das Gesicht, hörte das Lachen, und da überkam ihn die heiße Angst, denn zum Nachtisch kam der Teufel ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Zum Nachtisch kam der Teufel


 

Er hatte Appetit auf einen Nachtisch.

Kein Problem, bestellen – und …

In diesem Augenblick sah er das Gesicht, hörte das leise Lachen, und da überkam ihn die heiße Angst …

 

Die Themse teilt London in zwei Hälften. Ohne diesen Fluss war die Stadt den meisten Einwohnern der Metropole kaum vorstellbar.

An diesem kalten Märztag hatte die Themse etwas an das Ufer gespült, das nicht in das graue Wasser hineingehörte, eine Leiche.

Schulkinder hatten sie gefunden, sofort die Polizei informiert, und die Kollegen wiederum hatten Suko und mich angerufen, denn dieser Tote sollte wieder das besondere Zeichen aufweisen.

Wir wussten schon Bescheid, waren nicht eben begeistert, aber hatten unsere Pflicht genüge getan, uns in den Wagen gesetzt und waren an den Tatort gefahren.

Ich konnte den Rover über die Uferwiesen rollen lassen und praktisch am Fundort der Leiche anhalten, wo auch schon die Fahrzeuge der Mordkommission standen. Die Kollegen waren ausgestiegen. In der sehr klaren Luft sahen sie aus wie Figuren, die jemand am Ufer abgestellt und vergessen hatte. Der böige Wind spielte mit ihrer Kleidung und ließ die Mäntel flattern.

Suko schlug die Wagentür zu. »Ungemütlich«, kommentierte er und stellte den Kragen hoch.

»Wieso? Freu dich doch.«

»Über was? Über die Leiche? Die sechste inzwischen.«

»Nein, über den Wind, die klare Luft und auch über den blanken Himmel.«

Er winkte nur ab und trottete vor mir her und auf die Gruppe der Männer zu, die unsere Ankunft bereits bemerkt und sich umgedreht hatte. Gespannt blickten sie uns entgegen. Das Grinsen auf manchen Gesichtern blieb dort wie eingeschnitzt, denn sie wussten inzwischen, dass man uns den Fall ebenfalls angedreht hatte.

Rechts von mir lag der Fluss. Ich schaute auf das graue Wasser, das in Richtung Mündung gurgelte. Ein ewiges Spiel der Wellen, schäumend, klatschend und dahinfließend, wobei es aussah, als wollte eine Welle die andere überholen.

Schiffe fuhren flussauf- und flussabwärts. Ich hörte sie nicht. Sie schienen lautlos über die Wellen zu gleiten, nur weiße Bärte vor sich herschiebend, die an den Seiten entlangglitten wie griffige Finger. Der weite Himmel zeigte ein Gemälde aus düsteren und hellen Farben. Große Wolkengebirge segelten über hellblaue Flächen und sahen aus wie unheimliche Figuren, die jeden Augenblick auf den Boden stürzen konnten. Am frühen Morgen hatte es noch geschneit. Die Flocken waren mit Graupel vermischt gewesen, der Winter hatte sich wieder zurückgemeldet.

Unser alter Freund und Spezie Chiefinspektor Tanner leitete diese Truppe hier leider nicht. Der Kollege hieß Dickson, sah auch dick aus und war von Leeds nach London versetzt worden. Erst drei Monate lebte er in dieser Stadt. Er trug einen Hut, um seine Glatze vor dem Wind zu schützen. Sein Gesicht war rund, die Wangen pausbackig, der Mund klein, beinahe schon eine Schnute, aber in seinem Gesicht blitzten hellwache Augen, ein Zeichen dafür, dass niemand diesen Mann unterschätzen sollte.

Ich nickte ihm zu und stellte mich vor.

Er lächelte, reichte mir die Hand. »Ihren Kollegen Suko kenne ich inzwischen, freut mich, Mister Sinclair.«

»Willkommen in London«, sagte ich nur. »New York wird Big Apple genannt, London würde ich eher als Mischobst bezeichnen, denn Sie werden hier alles erleben, was man sich vorstellen kann.«

»Leeds war auch kein Kindergarten.«

»Kann ich mir denken.«

Er deutete auf den Toten, der mit einer Plane zugedeckt worden war. »Das ist Nummer sechs.«

»Kinder haben den Toten gefunden?«

»Ja, er wurde angespült.«

»Wo sind die Kinder?«

»Ich habe sie zum Revier bringen lassen. Das hier ist einfach nichts für sie.«

»Sehr gut«, sagte ich und nickte. Meine nächste Frage war konkreter. »Wissen Sie, wie der Mann heißt?«

»Dan Shilling.«

Ich nickte. »Und sein Beruf?«

Dickson verzog den Mund. »Wir sind dabei, es abzuchecken. Aber ich denke mir, dass er denselben gehabt hat wie die fünf anderen Toten.«

»Restaurant-Kritiker.«

»Eben.«

»Können wir ihn sehen?« fragte Suko, der kurz ans Wasser gegangen war und jetzt wieder zurückkehrte.

»Sicher. Deshalb haben wir gewartet.« Dickson gab zwei seiner Kollegen einen Wink. Die Männer traten heran und bückten sich. Sie hoben mit langsamen Bewegungen die graue Plane an. Nicht so weit, dass wir das Gesicht des auf dem Rücken liegenden Toten erkennen konnten und feststellen mussten, wie sehr Dickson ins Schwarze getroffen hatte. Ja, es war unser Fall.

Der Tote konnte ungefähr vierzig Jahre alt sein. Sein dunkles Haar war nass und lag wie eine Kappe auf dem Kopf. Das aber interessierte uns nicht, viel interessanter war das Gesicht der Leiche, die bleiche Haut, die blutigen Augen.

Dies kam nicht von ungefähr, denn jemand hatte ihm in das Gesicht ein Zeichen geschnitzt.

Ein Dreieck vom Umriss her. Die Grundseite zeigte nach oben, und von ihr führten zwei schräge Striche nach rechts und nach links ab. Es war ein Mund zu sehen, eine Nase, aber alles nur angedeutet.

»Sein Zeichen«, bemerkte Suko.

Mein Freund hatte den Namen nicht ausgesprochen, doch wir beide wussten, dass damit der Teufel oder auch Asmodis gemeint war. Wie bei den anderen fünf Opfern auch, und alle fünf hatten denselben Beruf gehabt. Sie waren Restaurant-Kritiker gewesen.

Bei Dan Shilling würde es sich nicht anders verhalten. Davon war ich überzeugt.

Ich knetete mein Kinn. Niemand sprach ein Wort. Es war nur das Rauschen des Flusses zu hören und das leise Pfeifen des Windes. Auch ich hatte den Kragen hochgestellt, ging um die Leiche herum und schob die Plane dann weiter zurück.

Ja, auch der genaue Stich ins Herz war wieder vorhanden. Die Parallelen lagen auf der Hand, und ich spürte, wie allmählich die kalte Wut in mir hochstieg.

Es ging einfach nicht an, dass ein Wahnsinniger durch das Land irrte und Menschen umbrachte, die irgendwelche Restaurants testeten. Wir mussten ihn stoppen und ausschalten.

Aber wie?

Dumpfe Trittgeräusche erreichten unsere Ohren. Einer von Dicksons Männern kehrte zurück. Er war im Wagen gewesen und hatte sich um die weiteren Daten des Mannes gekümmert.

Bevor Dickson oder wir eine Frage stellen konnten, nickte der Mann bereits so heftig, dass ihm beinahe die Brille von der Nase gerutscht wäre. »Es hat sich bestätigt, er ist ein Gastro-Kritiker.«

Wir schwiegen. Suko stieß mich an. »Na, hast du noch Fragen?«

»Die kannst du dir auch selbst stellen.«

»Tue ich ja. Nur finde ich keine Antworten.«

Dickson hatte uns zugehört. Es kam mir so vor, als würde er vorsichtig lächeln. Mit einer etwas zackig anmutenden Bewegung hob er die Schultern. »Ich denke, dass der Fall bei Ihnen in guten Händen liegt. Wir sind froh, dass wir ihn nicht mehr haben.«

»Kann ich mir vorstellen«, sagte Suko. »Die Unterlagen und Protokolle liegen seit gestern auf unseren Schreibtischen.«

»Haben Sie denn etwas herausgefunden?«

»Ja, Tippfehler.«

Darüber konnte der gute Dickson nicht mal lachen. Bei seinem Job war er es gewohnt, höchstens mal zu grinsen. Es war eben zu scheußlich, Chef einer Mordkommission zu sein, aber einer musste es schließlich tun. Er blieb deshalb auch sachlich. »Können wir die Leiche abtransportieren und in die Obduktion geben?«

»Ja.«

»Was ist mit den weiteren Nachforschungen? Wir werden untersuchen müssen, ob er verheiratet gewesen ist, ob er Kinder gehabt hat, wie sein Bekanntenkreis ausgesehen hat …«

»Der war bestimmt nicht mehr groß«, meinte Suko. »Denken Sie an die anderen fünf Toten. Sie hatten alle denselben Beruf, und wahrscheinlich haben sie sich gekannt.«

»Ihren Galgenhumor möchte ich haben, aber es kann durchaus sein. Gut gedacht, Kollege.«

»Dabei könnten Sie uns unterstützen. Wir werden zurückfahren und die Akten durchackern. Wenn Fragen auftauchen, melden wir uns. Einverstanden, Mister Dickson?«

»Ja, aber melden Sie sich bitte nicht zu oft. Ich habe noch andere Fälle am Hals.«

»Keine Sorge, wir sind als Einzelgänger bekannt.«

»Darauf hoffe ich.«

Nach einem letzten Blick auf das Gesicht der Leiche verabschiedeten wir uns von den Kollegen, und als wir nebeneinander her zum Wagen gingen, sah keiner von uns glücklich aus.

»Der sechste Tote«, sagte Suko, als er einstieg. »Wo, zum Teufel, liegt das Motiv?«

»Kann ich dir sagen.«

»Ach ja?«

»Beim Teufel.«

Suko winkte ab und stieg ein. Ich startete, hatte aber Mühe beim Anfahren, denn die Reifen des Rover waren ziemlich tief in die feuchte Uferwiese gedrückt.

Ich bekam das Auto trotzdem frei. An Sukos grinsendem Gesicht las ich ab, was er dachte. »Du bist happy, dass wir nicht mit deinem BMW gefahren sind, wie?«

»Erraten, John.«

»Das war wirklich nicht schwer …«

*

Wenn Alec Cross ein Restaurant besuchte, dann hielt er möglichst nach einem Platz Ausschau, der etwas abseits lag, wo ihn keiner störte, er in Ruhe essen und sich auch Notizen machen konnte, wenn es denn nötig war. Er hoffte, dass sein Gesicht nicht bekannt war, doch manche Chefs hatten ein nahezu perfides Gedächtnis. Wenn Alec dann erschien, begrüßten sie ihn mit einem Lächeln, das alles und auch nichts besagte.

An diesem Mittag war es nicht so gewesen. Er hatte das Lokal betreten und sich darüber gefreut, dass es nicht zu belegt gewesen war. So hatte er...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3529-3 / 3838735293
ISBN-13 978-3-8387-3529-0 / 9783838735290
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