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John Sinclair 786 (eBook)

Angst vor der Hexe (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3516-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 786 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Angst vor der Hexe (2. Teil).

Im Morgengrauen hatte es angefangen zu schneien.

Zuerst nur langsam, dann aber immer stärker. Schon bald war die Welt versunken unter einem gewaltigen Flockenteppich.

Ideal für Oleg und Olinka.

Böses hatten sie vor. Dieser Tag sollte für die beiden zu einem Festtag werden. Sie würden den Menschen zeigen, wer sie waren. Schon früh waren sie auf den Beinen, huschten durch den Wald und dann über die freie Fläche der Hänge hinweg, dem Ort entgegen. Der Schnee umtanzte sie mit seinen unzähligen Flocken. Wie Schatten huschten sie dahin, begleitet von anderen Schatten, die schneller waren als sie.

Kleine, schwarze Vierbeiner flitzten wie Aale an ihnen vorbei. Mager, struppig und ausgehungert - Ratten.

Es gab auch andere, größere. Ebenfalls struppig, auf dünnen Beinen laufend. Manchmal mit weit aufgerissenen Mäulern, aus denen Atem hervordampfte und die Schneeflocken vor den Schnauzen tauen ließ.

Schatten, die böse sein konnten. Zudem hungrig auf frisches, dampfendes Fleisch waren. Tiere, die Oleg und Olinka aus ihrer Heimat jenseits der Grenze mitgebracht hatten.

Schakale!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Angst vor der Hexe (2. Teil)


Im Morgengrauen hatte es angefangen zu schneien!

Zuerst nur langsam, dann aber immer starker. Schon bald war die Welt versunken unter einem gewaltigen Flockenteppich.

Ideal für Oleg und Olinka, den Kinderschreck.

Böses hatten sie vor. Dieser Tag sollte für die beiden zu einem Festtag werden. Sie würden den Menschen zeigen, wer sie waren. Schon früh waren sie auf den Beinen, huschten durch den Wald und dann über die freie Fläche der Hänge hinweg, dem Ort entgegen. Der Schnee umtanzte sie mit seinen unzähligen Flocken. Wie Schatten huschten sie dahin, begleitet von anderen Schatten, die schneller waren als sie.

Kleine, schwarze Vierbeiner flitzten wie Aale an ihnen vorbei. Mager, struppig und ausgehungert – Ratten.

Es gab auch andere, größere. Ebenfalls struppig, auf dünnen Beinen laufend. Manchmal mit weit aufgerissenen Mäulern, aus denen Atem hervordampfte und die Schneeflocken vor den Schnauzen tauen ließ.

Schatten, die böse sein konnten. Zudem hungrig auf frisches, dampfendes Fleisch waren. Tiere, die Oleg und Olinka aus ihrer Heimat jenseits der Grenze mitgebracht hatten.

Schakale!

»Wenn das kein Winter ist, weiß ich es selbst nicht«, sagte Brett Gibson, der den Volvo lenkte und uns sicher den Berg hinab und in den Ort gebracht hatte, wo wir auch einen Parkplatz fanden und das Auto abstellen konnten. Wegen der aufgezogenen Schneeketten hatten wir länger für die Strecke gebraucht, aber sie war dadurch auch sicherer geworden.

Drei Männer, zwei Kinder, ein Jugendlicher, so sahen die Personen aus, die sich wenig später aus dem Auto schoben und hineinglitten in die sanft fallenden Flocken. Ich streckte einen Arm aus, drehte die Hand und ließ die Flocken auf der Haut zerschmelzen, bevor ich den Kragen meiner Jacke hochstellte und die grüne Pudelmütze zum Schutz gegen die Nässe überstreifte. Damit kam ich mir selbst vor wie ein verkleideter Weihnachtsmann, doch darauf brauchte man hier nicht zu achten. Bei diesem Wetter kam es darauf an, sich zweckmäßig anzuziehen, und das hatten wir.

Wir – das waren Bill Conolly, sein Sohn Johnny, Brett Gibson und seine beiden Kinder Amy und Davy, die natürlich ihren Spaß hatten und aus dem frischen Schnee Bälle formten, um sich gegenseitig zu bewerfen, wobei sie auch Johnny mit einbezogen.

Brett Gibson schloss den Wagen ab. Da keine Wischer mehr arbeiteten, hatten sich schon nach kurzer Zeit eine Flockenschicht auf die Frontscheibe gelegt. Der Wagen würde rasch zuschneien.

Allerdings glaubte ich kaum, dass der Schnee lange liegen blieb, denn wenn ich nach Westen schaute, sah ich am Himmel tatsächlich einen etwa helleren Streifen. So schön es auch war, einen Winter im Bayerischen Wald zu erleben, aber dieser intensive Schneefall störte mich.

Die Conollys hatten mich dazu überredet, mit ihnen Urlaub zu machen. Das heißt, die Weihnachtstage in einem kleinen Haus im Bayerischen Wald zu verbringen. So richtig gemütlich, Weihnachten wie auf der Postkarte, und ich hatte nach einigem Zögern zugestimmt.1

Es sollte ein Fest wie im Märchen werden, wir hatten uns auch schon darauf gefreut, wenn nicht – ja, wenn uns nicht das Böse wieder eingeholt hätte.

Ich konnte noch nicht genau sagen, ob es tatsächlich das Böse gewesen war, aber ich hatte bereits meine Erlebnisse gehabt, denn nicht weit von unserem Haus entfernt, in der Tiefe eines Waldstücks, war ich in ein Fangeisen geraten und von Ratten attackiert worden. Ich hatte auch eine Gestalt gesehen, die mich an die Hexe aus dem Märchen Hänsel und Gretel erinnerte, und in der Nacht waren die Gibsons von einem bösen Mann aus dem Schlaf gerissen worden, der sich am Fenster des Kinderzimmers gezeigt hatte.

Es bahnte sich etwas an …

Das wussten wir Erwachsenen gut, nur den Kindern hatten wir davon nichts gesagt, wir behielten unsere Befürchtungen für uns, denn wir wollten ihnen die Tage nicht verderben.

Allerdings hatten wir beschlossen, die Augen offenzuhalten, denn wir waren davon überzeugt, dass sich die Gefahr verdichten würde. Da die Kinder bei diesem Wetter sowieso nicht in die Loipe konnten, hatten wir uns zu einem Besuch des Weihnachtsmarktes entschlossen, um auf dem Rückweg noch zwei kleine Tannenbäume mitzunehmen, denn der nächste Tag war der Heilige Abend.

Amy hatte einen Schneeball ins Gesicht bekommen und lief weinend auf ihren Vater zu, der sie trösten musste. Er wies seinen Sohn an, vorsichtiger zu sein, während Bill sich mit mir unterhielt. Auch er trug eine Wollmütze, sein Gesicht sah seltsam verändert aus, mir erging es nicht anders, und ich streifte mir die Flocken von den Brauen.

»Und?« fragte er.

Ich hob die Schultern. »Bis jetzt ist alles normal verlaufen.«

Bill schaute in den Schnee. »Eine Frage, John: Womit rechnest du denn?«

»Keine Ahnung.«

»Er und sie?«

»Auf dem Weihnachtsmarkt?«

»Warum nicht?« Bill rieb seine Hände, bevor er die Handschuhe überstreifte. »Wenn es einer von ihnen geschafft hat, bis zu unserem Haus zu gelangen, wird es ihnen auch keine Schwierigkeiten bereiten, zum Weihnachtsmarkt zu kommen.«

»Und was sollten sie dort?«

»Das kann ich dir auch nicht sagen. Möglicherweise uns unter Kontrolle halten?«

»Wäre nicht verkehrt.«

»Aber?«

»Bill, ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung, was sie wollen, aber ich werde es herausfinden. Warum sie sich gerade uns ausgesucht haben, ist Schicksal oder …«

»Wer hat sich uns ausgesucht?« fragte Johnny, der große Ohren gekriegt hatte.

»Nichts, mein Junge.«

»Komm, sag schon, Dad. Dieser alte Mann, der durch das Fenster geschaut hat?«

»Möglich.«

»Was ist denn mit dem?«

»Vergiss ihn!«

Johnny schaute seinen Vater an. »Das glaube ich kaum, Dad. Da ist etwas im Busch.«

»Kann sein.«

»He, was ist mit euch? Los, wir wollen auf den Weihnachtsmarkt!« Brett Gibsons Stimme unterbrach den Dialog zwischen den beiden. »Wir wollen nicht festwachsen.«

»Auf geht’s!« Bill schlug seinem Sohn auf die Schulter. »Frier hier nicht fest.«

»Ja, Dad.« Er grinste hinter dem Rücken seines Vaters. Johnny war nicht von gestern, er hatte einiges durchgemacht, er wusste um finstere Kräfte und Dämonen. Zudem war er schon selbst oft genug von ihnen bedroht worden, und als er jünger gewesen war, hatte er noch unter dem Schutz der Wölfin Nadine gestanden.

Die Kinder freuten sich. Die Erwachsenen taten so, als steckten sie auch voller Freude.

Ich schaute zum Himmel und war positiv davon angetan, dass der Schneefall dünner wurde, die graue Decke aber blieb. Sie kam mir vor wie ein unheilschwangeres Omen …

*

Der Weihnachtsmarkt!

Klein, überschaubar, bunt, winterlich verschneit, gemütlich, angefüllt mit den herrlichen Gerüchen, die man so intensiv eben nur in der Weihnachtszeit wahrnimmt. Es roch nach Lebkuchen, nach Zimt, nach Glühwein, nach Tannenzweigen und auch gebratenen Würstchen. Zuckerwatte, candierte Früchte, Pfefferkuchen, dazu die kleinen gemütlichen Verkaufsbuden, die oftmals bunt beleuchtet waren und ihr Licht über die Gesichter erwartungsfroher Besucher schickte.

Dazwischen die Musik. In weichen Klängen erreichten uns die Melodien deutscher und internationaler Weihnachtslieder, und ich spürte, wie ganz allmählich die Spannung von mir wegfloss. Die Ereignisse der vergangenen Nacht verschwanden im Nebel der Erinnerung, ich fühlte mich super, so herrlich gelöst.

Auch Amy und Davy hatten ihren Spaß. Sie erlebten so etwas zum ersten Mal in ihrem Leben und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es war einfach herrlich, denn Amy hatte einen wahnsinnigen Spaß daran, den candierten Apfel zu essen, und wir Männer genehmigten uns eine herrliche Bratwurst.

Da es nicht mehr schneite, hatte ich die Mütze vom Kopf gezogen und sie mit den Ohrenschützern vertauscht, denn es war kalt, nahezu bissig. Es war auch der Wind, der die Kälte mitbrachte und den Schnee von den Dächern der Buden wirbelte.

»Schmeckt’s?« fragte ich Davy.

Der strahlte mich an und nickte, während er kaute. Die Nacht schien auch er vergessen zu haben, was uns alle freute.

Ich war wieder gierig und bestellte mir eine zweite Bratwurst. Darauf hatten Bill und Brett nur gewartet. »Einer muss ja den Anfang machen«, sagte der Reporter und schlug ebenfalls zu.

»Wir hatten unseren Spaß, und auch die Kinder aßen noch. Selbst Johnny probierte nach der Bratwurst die Zuckerwatte, als wir uns gesättigt auf den Weg machten.

Der Himmel über uns hatte eine ungewöhnliche Farbe angenommen. Er war klar und dennoch grau, beide Farben teilten ihn in zwei Hälften. Und es war kalt. Da zum Glück kaum Wind wehte, ließ sich die Kälte gut ertragen.

Natürlich konnte ich die letzte Nacht nicht vergessen und hielt auch immer die Augen auf. Das Misstrauen sitzt eben in einem Menschen wie mir tief drin, da kann eben keiner aus seiner Haut, auch ich nicht. Ich sah nichts Verdächtiges, blickte in die Gesichter der Besucher, und die waren normal.

Die Menschen gaben sich locker, sie lächelten, die freuten sich auf das bevorstehende Fest.

Der gesamte Markt gliederte sich wunderbar in den Ort ein, er war da, aber er fiel kaum auf wie in anderen Städten, wo derartige Märkte oft wie Fremdkörper wirkten.

Ich ging neben Bill her, der mich hin und wieder von der Seite her anschaute. Manchmal blieben wir auch vor einer der Buden stehen, denn Bill wollte seiner Frau noch ein kleines Geschenk mitbringen, das er für diese Gegend so...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3516-1 / 3838735161
ISBN-13 978-3-8387-3516-0 / 9783838735160
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