John Sinclair 770 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3500-9 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Die andere Seite der Hölle (2. Teil).
Ein mörderischer Feuersturm war über den unteren Hoteltrakt hinweggefegt und hatte ihn in eine einzige Flammenhölle verwandelt. Die Flammen waren mit einer furchtbaren Kraft gekommen und hatten sich durch nichts aufhalten lassen. Zahlreichen Menschen war der Fluchtweg abgeschnitten. Für sie gab es keinen Ausweg aus der Flammenhölle.
Jane Collins hatte gerade noch den Ausgang erreicht. Sie war dort kraftlos zusammengebrochen. Dann war Elenor Hopkins aufgetaucht, die Wunderheilerin, die zahlreiche Gläubige um sich versammelt hatte. Elenor war in die Flammenhölle gegangen, als wäre das Feuer überhaupt nicht vorhanden ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die andere Seite der Hölle (2. Teil)
Ein mörderischer Feuersturm war über den unteren Hoteltrakt hinweggefegt und hatte ihn in eine einzige Flammenhölle verwandelt. Die Flammen waren mit einer furchtbaren Kraft gekommen und hatten sich durch nichts aufhalten lassen. Zahlreichen Menschen war der Fluchtweg abgeschnitten. Für sie gab es keinen Ausweg aus der Flammenhölle!
Jane Collins hatte mit letzter Kraft den Ausgang erreicht. Dort war sie kraftlos zusammengebrochen. Dann war Elenor Hopkins an der Tür aufgetaucht, das sechzehnjährige Mädchen, die Wunderheilerin, die zahlreiche Gläubige um sich versammelt hatte.
Elenor war in die Flammenhölle gegangen, als sei das Feuer überhaupt nicht vorhanden gewesen.
Jane Collins begriff das nicht …
Sie hatte sich auf den Rücken gedreht, und sie schaute in Elenors Gesicht. Ein Gesicht, das nicht mehr dieser Sechzehnjährigen gehörte, sondern aussah wie eine grauschwarz verbrannte Fläche, auf der weder Mund, Nase noch Ohren zu erkennen waren. Dafür fielen die Augen auf, die weiß hervortraten. Ihr Blick war stechend, als wollten sie stumme Befehle erteilen.
Jane lag auf dem Boden. Sie bewegte sich und bekam kaum mit, dass sie sich auf die Ellenbogen gestützt hatte, denn der Anblick der jungen Wunderheilerin war faszinierend.
Sie stand da, und die Flammen umtosten sie, ohne dass auch nur eines ihrer Haare angesengt wurde.
Elenor beherrschte das Feuer. Sie spielte mit den Gewalten, und auch für Jane Collins stand die Welt still. Dass sie das schrille Echo der Feuerwehrsirenen erreichte, bekam sie nicht mit. Es war nur wichtig, was Elenor Hopkins tat.
Noch rührte sie sich nicht. Sie schien es sogar zu genießen, inmitten des Feuers zu stehen und Macht über die Flammen zu haben. Ihre Haltung glich der einer Königin, die von ihrem Thron aus auf ihr Volk niederschaut. In diesem Fall war es das um die schmächtige Gestalt lodernde Feuer.
Jane spürte auch keine Hitze mehr. Eigentlich hätte sie längst verbrannt sein müssen, aber sie lebte und hatte nicht einmal Schmerzen. Sie erinnerte sich, dass Elenor dicht an ihr vorbeigegangen war, und sie überlegte, ob sie von ihr berührt oder gestreichelt worden war.
Heilerin …
Konnte sie auch Verletzungen und Brandwunden heilen? Jane traute dieser Person mittlerweile alles zu, sie war plötzlich von ihr fasziniert und wäre am liebsten aufgestanden, um sie in die Arme zu schließen. Ein Wandel, den sie sich nicht erklären konnte, den sie auch nicht erklären wollte. Jane nahm die neue Beziehung einfach hin, und sie freute sich darüber.
Jane stand auf. Ihre Bewegungen wirkten zwar nicht elegant, aber auch nicht so schwerfällig wie noch vor Minuten. Sie wusste wieder, wo sie sich befand – und, was sehr wichtig für sie war, es gab keine Angst mehr. Die war wie weggeblasen, einfach verschwunden, sodass Jane tief durchatmen konnte.
Sie würde weitergehen, sie würde leben, sie würde nicht im Feuer verbrennen. Keine ›verbrannte‹ Luft malträtierte mehr in ihre Lungen. Und die Kälte tat ihr richtig gut.
Sie betrat wieder das Hotel, ging den lodernden Flammen entgegen, deren Geräusche wie Musik in ihren Ohren klangen.
Nach genau drei Schritten blieb sie stehen.
Sie musste es tun, denn Elenor Hopkins. hatte ihr den Befehl dazu gegeben, und Jane gehorchte.
Beide Personen schauten sich an. Jane erhielt die nächsten Befehle. Wie schon in der vergangenen Nacht waren es Worte auf geistiger Ebene, die sie vernahm.
›Ich hatte dich gewarnt. Ich hätte dich auch töten können, aber ich habe es nicht getan. Ich habe dich gerettet. Keine Flamme hat dich verschmort. Dieses Feuer war rein und wunderbar, und deshalb wirst du immer daran denken. Hast du verstanden?‹
Jane nickte.
›Ich kenne deine Gedanken. Ich weiß, dass du bisher nicht auf meiner Seite gestanden hast. Das hat sich nun geändert. Du wirst zwar keine Freundin werden, aber du wirst gewisse Dinge an mich weitergeben, die ich von dir verlange. Denke immer daran, dass ich es gewesen bin, die dein Leben rettete.‹‹
Wieder nickte Jane.
Dann lächelte Elenor. Dabei hob sie beide Arme. Es sah so aus, als wollte sie über ihre rotblonden Haare streichen, das aber geschah nicht. Sie breitete sie aus. Jane konnte ihren Blick einfach nicht von ihr wenden. Sie war von dieser schmächtigen Person fasziniert, und die Haltung erinnerte sie immer mehr an eine Person, die von Sekunde zu Sekunde mehr Macht über die Gewalten bekommen hatte.
Es trat ein, was Jane hoffte. Elenor gab ihre Haltung nicht auf. Wie eine Hohe Priesterin befehligte sie die Flammen, die plötzlich nicht mehr hochloderten, sondern nur ihr gehorchten und allmählich zusammenfielen. Auch der Rauch verschwand. Das Feuer gab es nicht mehr.
Jane hörte sich atmen.
Aber auch Elenor Hopkins war verschwunden. Jane glaubte noch, einen feinen Streifen über dem Boden schweben zu sehen, das aber konnte auch eine Täuschung sein.
Es war vorbei …
Es war nicht zu glauben.
Plötzlich musste sie lachen. Nicht laut oder brüllend, es glich mehr einem Glucksen, das sich zu einem Kichern veränderte.
Tränen rannen an ihren von Rauch geschwärzten Wangen entlang. Sie weinte, sie schluckte, und sie lachte noch immer, bis sie die Rufe eines Mannes hinter sich hörte.
»Jane! Mein Gott, Jane! Himmel, du lebst …!« Kräftige Arme umfingen sie, drehten sie herum.
Die Detektivin schaute in ein lachendes und erleichtert wirkendes Gesicht.
»Hi, John«, sagte sie leise …
*
Ich konnte nicht anders, ich musste sie einfach an mich drücken. Ich musste sie spüren, ich wollte ihren weichen Körper in den Armen halten und daran denken, dass ich einen lebendigen Menschen umarmt hielt und kein verkohltes Stück Fleisch.
Sie hatte es geschafft, sie hatte es tatsächlich geschafft, den Flammen zu entkommen, und ihr war kein einziges Haar gekrümmt worden. Was dieses Feuer tatsächlich angerichtet hatte, konnte ich in der Hotelhalle erkennen, wo alles in Mitleidenschaft gezogen worden war. Da gab es nichts, was nicht verbrannt wäre. Nur mehr Asche. Rauch, schwelende Trümmer, und im Hintergrund klangen die leisen Schreie der Menschen auf.
Auch Suko hielt sich zurück. Er beobachtete das Geschehen mit skeptisch wirkenden Augen, was mir nicht auffiel. Zudem wurden Jane und ich aus dem Weg gescheucht, denn jetzt stürmten die Männer der Feuerwehr in das Hotel und waren konsterniert, als sie sahen, dass es nichts mehr zu löschen gab. Sie standen da wie festgenagelt. Ich hörte, wie sie miteinander sprachen, doch keiner konnte sich erklären, aus welchen Gründen das Feuer so plötzlich zusammengefallen war.
Auch Sanitäter stürmten in den Bau. Zwei Ärzte waren ebenfalls dabei. Für uns war es besser, wenn wir die Halle räumten, und so zog ich Jane Collins ins Freie.
Dort blieben wir stehen.
Ich schaute sie an. »Mein Gott, ich kann es noch immer nicht fassen«, flüsterte ich.
»Ich auch nicht.«
In Sekundenschnelle hatte sich die Szenerie verändert. Immer mehr Wagen stoppten. Die Polizei traf ein, aber auch einige Reporter wollten sehen, was mit diesem Hotel geschehen war.
Jemand sprach von drei Toten und mehreren Verletzten, die in der völlig ausgebrannten Küche gefunden worden waren. So schlimm es auch war, es hätte noch schlimmer kommen können.
Jane stand neben mir und schaute zu Boden. Hin und wieder zitterte sie oder bewegte die Lippen, ohne dass ich auch nur ein Flüstern verstand. Der Schock hielt sie noch umklammert.
»Jane, wenn ich etwas für dich tun kann«, sagte ich und legte ihr beide Hände auf die Schultern, »dann kannst du …«
»Das ist lieb, John, aber ich komme allein zurecht.«
»Du bist okay?«
»Ja, ich bin es.«
»Aber was du …«
Sie drehte sich um, damit sie mich anschauen konnte. »Bitte, John, ich habe es gut überstanden. Ich habe unwahrscheinliches Glück gehabt. Ich bin sofort nach Ausbruch des Feuers geflüchtet und konnte mich retten.«
»Das stimmt.«
»Deshalb kann ich auch allein bleiben. Ich gehe ja nicht für immer fort. Ich möchte nur hoch in meine Zimmer, dann komme ich so schnell wie möglich wieder zurück, damit wir zu ihr gehen können.«
»Du meinst Elenor?«
»Wen sonst?«
Bevor Jane sich abwenden konnte, hielt Suko sie fest. »Einen Augenblick noch, Mädchen.«
»Was ist denn?« Sie zog die Stirn kraus.
»Nur zwei kleine Fragen.« Er lächelte. »Mich würde interessieren, wo das Feuer ausgebrochen ist.«
»In der Küche passierte es«, erwiderte Jane spontan. »Da gab es wohl eine Explosion.«
»Verstehe.«
»Deine zweite Frage?«
Suko schaute sie scharf an. »Wie konnten die Flammen so schnell gelöscht werden? Es war keine Feuerwehr zur Stelle. Wir haben es brennen sehen, doch dann gab es nichts mehr. Nicht einmal Rauch. Es war wie ein Spuk verschwunden, und genau das verstehe ich nicht. Vielleicht kannst du eine Erklärung geben.«
Sie schüttelte den Kopf.
Suko blieb hartnäckig. »Tatsächlich nicht?«
Es gefiel mir nicht, wie mein Freund mit Jane umging. »Lass sie doch erst mal in Ruhe. Über die anderen Dinge können wir später reden.«
»Meine ich auch«, sagte Jane, nickte mir dankbar zu und zog sich von uns zurück.
Ich schaute ihr hinterher. Jane bewegte sich mit einer Sicherheit, die mich erstaunte, wenn ich daran dachte, was sie alles durchgemacht hatte. Das war schon toll, wie sie sich wieder gefangen hatte, und ich verstand Sukos Kritik nicht. »Was hast du auf einmal...
| Erscheint lt. Verlag | 9.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3500-5 / 3838735005 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3500-9 / 9783838735009 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belletristik und Sachbüchern. Der Fließtext wird dynamisch an die Display- und Schriftgröße angepasst. Auch für mobile Lesegeräte ist EPUB daher gut geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich