Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 764 (eBook)

Zeit der Grausamen (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3494-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 764 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Zeit der Grausamen (2. Teil).

In die hereinbrechende Dunkelheit taumelte ein schreckliches Wesen - halb Mensch, halb Vogel.

Der Himmel hatte seine Pforten geöffnet. Die Schwüle der letzten beiden Tage war vorbei. Es war zu mächtigen Entladungen gekommen, die Welt verschwand unter einem gewaltigen Vorhang aus Regen.

Was da vom Himmel auf die Erde geschüttet wurde, war unglaublich. Stadt und Land ertranken in den Wassermassen, und auf den Straßen war kaum ein Mensch zu sehen. Wer es eben schaffte, der eilte in trockene Räume.

Das Wesen aber taumelte weiter. Es musste weg, einfach nur weg. Durfte auf keinen Fall bleiben oder sich entdecken lassen, denn dann war es vorbei.

Es hatte sich geduckt, als könnte es so den schlimmsten Massen entgehen, das war nicht möglich. Es gab keine Lücke, und die Fliehende spürte jeden aufprallenden Tropfen wie einen Trommelschlag.

Das Wetter machte blind. Auch der Mensch mit den besten Augen wäre nicht in der Lage gewesen, irgendwelche Konturen auszumachen. Alles verschwamm in einem weichen Grau. Es gab keine Häuser mehr, keine Büsche, keine Straßen, keine Wege, es gab nur den trommelnden Regen und den gewaltigen Donner, der über die Stadt hinwegfegte wie das fürchterliche Gericht eines mächtigen Dämons.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Zeit der Grausamen (2. Teil)


In die hereinbrechende Dunkelheit taumelte ein schreckliches Wesen – halb Mensch, halb Vogel.

Der Himmel hatte seine Pforten geöffnet. Die Schwüle der letzten beiden Tage war vorbei. Es war zu mächtigen Entladungen gekommen, die Welt verschwand unter einem gewaltigen Vorhang aus Regen.

Was da vom Himmel auf die Erde geschüttet wurde, war unglaublich. Stadt und Land ertranken in den Wassermassen, und auf den Straßen war kaum ein Mensch zu sehen. Wer es eben schaffte, der eilte in trockene Räume.

Das Wesen aber taumelte weiter. Es musste weg, einfach nur weg. Durfte auf keinen Fall bleiben oder sich entdecken lassen, denn dann war es vorbei!

Es hatte sich geduckt, als könnte es so den schlimmsten Massen entgehen, das war nicht möglich. Es gab keine Lücke, und die Fliehende spürte jeden aufprallenden Tropfen wie einen Trommelschlag.

Das Wetter machte blind. Auch der Mensch mit den besten Augen wäre nicht in der Lage gewesen, irgendwelche Konturen auszumachen. Alles verschwamm in einem weichen Grau. Es gab keine Häuser mehr, keine Büsche, keine Straßen, keine Wege, es gab nur den trommelnden Regen und den gewaltigen Donner, der über die Stadt hinwegfegte wie das fürchterliche Gericht eines mächtigen Dämons.

Dazwischen zuckten die Blitze wie schnell geworfene Pfeile auf. Auch sie rasten hinein in den Regen, erhellten ihn an gewissen Stellen und schufen dabei Bilder und Szenen von schauriger Schönheit. Jeweils für eine winzige Zeitspanne sah die Umgebung der aufzuckenden Blitze aus, als sollte sie fotografiert werden, bis dann die Dunkelheit wieder zusammensank und alles verschluckte.

Eine fürchterliche Nacht brach an. Ein Feuerwerk entfesselter Naturgewalten, das schon einem Weltuntergang gleichkam.

Aber – das Wesen freute sich.

So konnte es sicher sein, nicht so schnell entdeckt zu werden, und es fürchtete sich auch nicht davor, die Straße zu erreichen, die den kleinen Wohnpark an der Nordseite begrenzte.

Dort blieb es stehen.

Plötzlich war wieder einiges anders geworden. Zwar blieb das Wetter gleich, doch aus Erinnerungsvermögen der Vogelfrau stieg allmählich etwas an die Oberfläche hervor, das sich zu einem Begriff, einem Namen zurechtformte.

Helen Kern!

Der Regen rauschte, er trommelte auf sie und auf die nähere Umgebung nieder, und wieder dachte sie an den Namen.

Helen Kern!

Wer war diese Person? Warum fiel sie ihr jetzt ein?

Helen Kern – ein Name, der Name einer Frau. Sie musste etwas Besonderes sein.

Weg, vorbei. Als hätte der herabströmende Regen das Erinnerungsvermögen des Wesens gelöscht. Die Vogelfrau veränderte sich. Plötzlich spürte sie wieder ihre Umwelt, stand da wie auf dem Sprung und spürte die Kälte auf ihrem Rücken wie blankes Eis.

Sie musste weg. Sie durfte nicht länger bleiben, denn überall lauerten Gefahren.

Hier an dieser Stelle huschten sie vorbei, denn sie hielt sich am Rand einer Straße auf, die ebenfalls eingepackt war in dichte Wasserschleier, doch aus diesem rauschenden, eintönigen Grau hörte sie bestimmte Geräusche.

Sie sah auch Lichter, zitterndes Blendwerk, vom Regen verwaschen, das auf sie zuhuschte.

Autos fuhren heran.

Erreichten sie.

Rauschten vorbei wie Schatten, Wasserfontänen hinter sich herziehend, die sich mit dem herabfallenden Regen vermischten.

Die Vogelfrau fror. Sie zitterte. Die rechte Seite, wo das Gefieder wuchs, sah aus wie lackiert. Es lag angeklatscht an ihrem Körper, vom Kopf bis hin zum Fuß. Wasser rann darüber hinweg, klatschte als Sturzbach zu Boden und schäumte dort weiter in irgendeinen Rinnstein.

Sie wollte weiter. Nach vorn gehen, auf keinen Fall mehr zurück, nicht mehr nach hinten, auch nicht zur Seite. Da blieb ihr nur die Möglichkeit der Straßenüberquerung, wobei sie hoffte, dem Schatten mit den hellen Augen entkommen zu können.

Sie duckte sich, aber sie traute sich nicht. Das breite Band der Straße war so eng, sie kannte nicht einmal das Wort dafür, es war feindlich, mehr auch nicht.

Die Vogelfrau zitterte. Sie duckte sich dabei noch tiefer, ohne die Angst abschütteln zu können, und der Regen rauschte weiter mit einer gleichmäßigen Wucht.

Er hämmerte auf den Boden. Aus den Tropfen wurden lange Fäden, die beim Aufprall wieder zurückgeschleudert wurden und sich mit dem nachfolgenden Wasser vereinigten.

Ein Blick aus zwei verschiedenen Augen über die Straße hinweg. Das eine war menschlich, das andere nicht. Es gehörte einem Vogel und hatte keine Brauen. Mit dem Eulenauge sah man schärfer, besonders in der Dunkelheit. Die Regenschleier waren jedoch nicht zu durchdringen.

Sie konnte nicht hier stehen bleiben. Noch schützte sie das Unwetter, aber es würde weiterwandern, und dann würde die Sonne versuchen, wieder ihre Strahlen auf den Boden zu schicken.

Sie schaute nach links und sah das verschwommene Licht. Es lockte sie, und an die Gefahr dachte sie nicht mehr. Sie handelte nicht wie ein Mensch, sondern ließ sich mehr vom Instinkt leiten.

Die Vogelfrau duckte sich noch einmal. Sie holte Schwung und Kraft, dann startete sie.

Fuß und Kralle berührten die Fahrbahn, wobei der Fuß in eine Pfütze geriet und dabei ausrutschte wie auf einer Eisfläche.

Die Vogelfrau verlor das Gleichgewicht. Plötzlich kippte sie nach hinten. Für einen Moment sah es so aus, als würde sie tanzen und sich trotzdem noch fangen können, aber von der linken Seite her fuhr der Wagen heran.

Er war schnell, sehr schnell. Das Licht seiner Scheinwerfer mischte sich in das helle Leuchten der Blitze und tanzte irrwischartig vor den beiden unterschiedlichen Augen der Vogelfrau, zusätzlich gebrochen von unzähligen Regentropfen, sodass sie für das Wesen zu einer glänzenden Scheibe wurden.

Die Vogelfrau warf sich vor.

Sie schaffte es oder?

Nicht ganz.

Irgendwo wurde sie erwischt. An der Wade, am Schenkel oder an der Hacke. So genau konnte sie es nicht einmal ausmachen. Die Wucht allerdings trieb sie nach vorn und auf die Straßenmitte zu, wo sie wieder ausrutschte, sich nicht fangen konnte, zu Boden fiel und weiterschlitterte.

Hinter ihr fing der Wagen an zu tanzen. Seine Reifen übersetzten den Bremsvorgang nicht so, wie sie es hätten tun müssen. Das Fahrzeug schleuderte, es drehte sich, und hinter der regennassen Frontscheibe bewegte sich der Umriss des Fahrers mehr als hektisch. Er versuchte, sein Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er war nicht schnell gefahren, aber zu schnell für dieses Wetter, und er konnte auch nichts tun, als der Wagen nach rechts abdriftete und quer über die Straße rutschte, dem Bordstein entgegen, der ihn sowieso nicht stoppen konnte.

Erst auf dem Gehsteig kam er zur Ruhe.

Der Fahrer stieg aus.

Er stand unter Schock. Er rannte auf die Fahrbahn und schrie in den rauschenden Regen Worte hinein, die nicht einmal er verstand. Dabei suchte er das Opfer, das bis an den Straßenrand gekrochen war und dort ein nasses, dunkles Bündel bildete, weil er sich hingehockt hatte und der Regen auf den Rücken strömte.

Schwankend näherte sich der Fahrer der Vogelfrau. Auf der kurzen Strecke war er nass bis auf die Haut geworden, lamentierte und winkte mit beiden Armen.

Donner grollten. Allerdings nicht mehr so laut, denn das Unwetter zog ab. Blitze zuckten auch weiterhin über den Himmel.

Die Vogelfrau richtete sich auf. Sie drehte ihren Körper dabei dem anlaufenden Mann zu.

Im selben Augenblick zeichneten zwei Blitze in der Nähe ihre Figuren in die Luft.

Alles war gut zu sehen, auch die Umgebung, denn für einen Moment wurde sie erhellt wie die Dekoration einer Bühne im Scheinwerferlicht.

Der Mann sah es!

Er stoppte!

Auf seinem Gesicht zeichnete sich der Schrecken ab. Die Haut wurde fahl wie die eines Toten. Seine Augen zuckten, der Mund öffnete sich zu einem Schrei, dessen lautes Kreischen aber vom nächsten Donnerschlag vernichtet wurde.

In seiner Angst passte der Mann nicht auf, trat in eine Pfütze und rutschte aus.

Er blieb liegen und keuchte. Aber er kam wieder auf die Füße und schaute dorthin, wo dieses Wesen liegen musste.

Es war weg!

Der Mann spürte den Regen nicht. Er ging mit kleinen, tapsigen Schritten weiter. Sein Blick war starr, verriet zugleich Angst und auch Unglauben.

Es war weg einfach so.

Der Mann lachte. Er musste das einfach tun, um sich die nötige Erleichterung zu verschaffen. Als er sich umdrehte, um zu seinem Wagen zu gelangen, geriet er in einen Taumel. Fast wäre er wieder gefallen, er konnte sich auf den Beinen halten und lief wie eine nasse Vogelscheuche durch den strömenden Regen auf seinen alten Fiat zu, der im strömenden Regen noch mieser aussah.

Der Mann riss die Fahrertür auf. Klatschnass setzte er sich hinter das Lenkrad. Fahren konnte er noch nicht, denn der Schock saß einfach zu tief. »Ich bin verrückt!« keuchte er. »Ich bin verrückt. Was ich da gesehen habe, kann es nicht geben …«

Er verschluckte sich, würgte, dann musste er husten und strich sein nasses Haar zurück.

Wie ein Gespenst hockte er hinter dem Steuer und starrte ins Leere. So fanden ihn auch die beiden Polizisten, die mit ihrem Streifenwagen zufällig vorbeikamen.

Den Männern erzählte er alles.

Sie nahmen ein Protokoll auf und wunderten sich, dass ein nüchterner Mensch einen derartigen Blödsinn von sich geben konnte …

*

Ich saß hinter meinem Schreibtisch und sah nicht eben glücklich aus. Aber wer kann schon von sich behaupten,...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3494-7 / 3838734947
ISBN-13 978-3-8387-3494-1 / 9783838734941
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70