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John Sinclair 791 (eBook)

Diondra - einfach mörderisch (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3521-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 791 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Diondra - einfach mörderisch (1. Teil).

Schichtwechsel - Feierabend!

Die meisten Menschen hielten sich in ihren Wohnungen und Häusern auf. Sie genossen den frühen Abend.

Ich nicht. Denn ich saß Sir James, meinem Chef, in dessen Büro gegenüber. Ich schaute in sein ernstes Gesicht und wusste, dass einiges in der Luft lag. 'Ich habe einen Auftrag für Sie, John', kam er auch gleich zur Sache.

'Wie schön', erwiderte ich und verzog das Gesicht. 'Worum geht es denn?'

'Um eine Frau.'

'Wird immer besser.'

'Abwarten. Sie werden die Frau beschützen. Sie heißt Diondra Mayne, doch man nennt sie das unheimliche Genie ...'

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Diondra  – einfach mörderisch (1. Teil)


Es war ein Raum, dessen Nüchternheit kaum überboten werden konnte. Die langen Lichtröhren unter der weißen Decke und die Schallschutzwände dominierten. Die Monitore, die Konsolen und die Naturwissenschaftler in den weißen Kitteln wirkten ebenso nüchtern.

Fünf Männer im Alter von dreißig bis siebzig saßen vor den kreisförmig aufgestellten Konsolen.

So unterschiedlich sie waren, eines aber verband sie: die Kunst, mit Zahlen umgehen zu können. Sie waren die fähigsten Mathematiker und Informatiker, sie gehörten zur Spitze des Landes, Experten, deren Wissen einem normalen Menschen Furcht einjagen konnte, doch sie lebten davon und kamen auch sehr gut damit zurecht. Sie beherrschten nicht nur ihre eigenen Gehirne, sondern auch die komplizierten Rechner, aber auch sie standen vor einem Rätsel und hatten keine Erklärung für das Phänomen, das in der Mitte des aus Konsolen gebildeten Kreises auf einem schlichten Holzstuhl hockte, die Hände in den Schoß gelegt hatte und einen beinahe schon verschämten Eindruck machte.

Dieses Wesen war eine Frau!

Sie hieß Diondra Mayne, und niemand wusste so recht, woher sie stammte, aber sie war ein Genie. Sie war besser als die Computer und als die fünf Mathematiker zusammen, denn komplizierte Rechnungen, die eigentlich nur ein Computer lösen konnte, erledigte die hager wirkende, blasse junge Frau mit den ebenfalls bleichen Haaren in Sekundenschnelle. Sie dachte zwar nach, aber das war einfach lächerlich, denn die Lösung sprudelte sie nur so hervor.

Sie brachte die Männer zur Verzweiflung. Sosehr sich die Experten auch auf ihre Computer verließen, Diondra war einfach besser. Sie murmelte mit tonloser Stimme die Lösung, hin und wieder gestattete sie sich ein Lächeln oder fuhr mit einer matten Handbewegung durch ihr dünnes Haar. Manchmal zuckten auch die blassen Lippen, dann sah es so aus, als wollte sie die Experten »auslächeln«.

Der Chef dieser Gruppe hieß Professor Dr. Robert Palmer, er galt als einer der besten Wissenschaftler der Welt, was den Umgang mit komplizierten Rechnern anging. Er bezog einen Teil seines hohen Einkommens aus zahlreichen Patenten, war mittlerweile zweiundsechzig Jahre alt geworden, in Ehren »erweißt«, aber dieses Phänomen, das einfach nur Diondra Mayne hieß, hatte er in seinem Berufsleben noch nie erlebt. Wie sie die letzte astrophysikalische Aufgabe gelöst hatte, das war schon genial.

Welche Prüfung sollte man dieser Frau noch zumuten? Es gab keine, sie schaffte es locker, sie war besser als die Rechner, und das wusste sie auch, denn ihr feines Lächeln lag dünn wie ein Spinngewebe auf ihren Lippen.

Professor Palmer war beinahe versucht, die Tastatur des Rechners zu zerschlagen. Er überlegte es sich jedoch anders und klatschte stattdessen in die Hände.

»Pause«, sagte er nur.

Seine Kollegen atmeten auf. So mancher wischte sich den Schweiß von der Stirn, bevor er sich erhob. Doch niemand vergaß, der so zart wirkenden Person einen langen Blick zuzuwerfen. Der eine bewundernd, der andere mehr skeptisch, auch ungläubig.

Professor Palmer stand als letzter auf. Er schaute über die Konsole hinweg auf die junge Frau. »Wollen Sie nicht auch eine kleine Pause einlegen, Diondra?«

Sie hob den Kopf. Ihr Gesicht war schmal, und das glatte Haar ließ es noch schmaler erscheinen. »Muss ich das?«

»Es liegt an Ihnen.«

»Haben Sie denn keine Arbeit mehr für mich?«

Fast hätte Palmer gelacht. Nein, es gab keine Arbeit oder keine Aufgabe mehr für sie, denn sie war einfach zu gut. Er kannte nichts, sie war einfach besser, aber das wollte er ihr nicht sagen. »Ich werde mit den Kollegen beraten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir heute keine Tests mehr durchführen.«

»Schade.«

Palmer schüttelte den Kopf. »Ja – fühlen Sie sich denn nicht ein wenig erschöpft?«

Diondra hob den Blick. Sie hatte große, blassblaue Augen. In der Größe passten sie nicht zu ihrem Gesicht. »Warum sollte ich mich erschöpft fühlen? Nein, mir geht es gut.«

»Es war doch nicht einfach.«

»Für mich schon.«

»Auch die letzte Aufgabe?«

Eine Haarsträhne war von der linken Seite her wie der Teil eines Vorhangs gegen ihr Gesicht gefallen. »Natürlich, Sir.«

»Um sie zu lösen, musste man über astronomische Kenntnisse verfügen, denke ich.«

»Das war kein Problem, Sir.«

Palmer schluckte. »Darf ich fragen, wo sie studiert haben?«

»Ich weiß es eben.«

Der Letzte schloss die Tür. Palmer und das Mädchen waren jetzt allein. Der Wissenschaftler erhob sich. Mit etwas müde wirkenden Schritten ging er auf Diondra zu und blieb dicht vor ihr stehen. »So, das wissen Sie. Jemand muss Ihnen die Kenntnisse doch vermittelt haben, denke ich.«

»Das sehe ich auch so.«

»Phantastisch, dann haben wir ja schon einen gemeinsamen Nenner gefunden, denke ich. Wer war es denn? Wer waren Ihre Lehrer, Diondra?« Professor Palmer war froh, mit diesem Wunderkind allein zu sein, denn er wollte auch hinter die Fassade schauen.

»Ich kenne sie nicht mit Namen.«

»Das wollte ich auch nicht wissen.«

»Was dann?«

»Etwas allgemeiner!«

Diondra räusperte sich. »Sie leben nicht mehr, Professor. Sie sind längst tot.«

»Oh, das tut mir leid.« Seine Gedanken drehten sich fieberhaft, denn er glaubte, dass ihm diese Person einen Bären aufband. Natürlich lebten sie noch, schließlich war Diondra nicht mal fünfundzwanzig. Mochte der eine oder andere Professor auch schon gestorben sein, die meisten aber würde Palmer schon kennen. Er wunderte sich gleichzeitig, dass diese Lehrer nie über den Schützling gesprochen hatten, denn es war schwer, ein derartiges Wunderkind vor den Medien geheimzuhalten. Erst recht hätte sich diese außergewöhnliche Begabung in Fachkreisen herumsprechen müssen, aber davon hatte der Professor bisher nichts gehört.

»An welcher Uni lehrten sie?«

Wieder lächelte Diondra, als hätte sie sich über die Frage amüsiert. In der Tat klang die Antwort ähnlich, wenn auch leicht unverständlich. »An der Uni des Lebens, wenn Ihnen das etwas sagt, Sir?«

»Nein, überhaupt nicht.«

»Dann tut es mir leid.«

Er winkte ab. »Oh, das braucht Ihnen nicht leid zu tun. Wenn Sie es nicht sagen wollen, ist das Ihre Sache, Diondra.« Er nickte ihr zu. »Wir werden später sicherlich auf das Thema zurückkommen, denke ich. Jetzt machen wir erst mal eine Pause.«

Diondra Mayne erhob sich mit sehr langsamen Bewegungen. Sie wartete, bis der Professor vorgegangen war und setzte sich erst dann in Bewegung. Er hatte die Tür noch nicht erreicht, als sie ihn ansprach. »Professor Palmer …?«

»Ja.« Der Mann blieb stehen und drehte sich um.

»Sie sollten nicht so viel fragen.«

»Ich?« Er war erstaunt. »Meine Güte, ich habe doch nicht zu viele Fragen gestellt. Was Sie machen, ist einmalig, das ist sensationell und genial. Da bleiben einfach Fragen zurück.«

»Trotzdem …«

»Nein, nein, meine Liebe, das können Sie mir nicht verbieten. Ich bin Wissenschaftler, und ich wäre ein schlechter, wenn ich dabei nicht auch neugierig wäre.«

Diondra erhob eine Hand. Ihr Zeigefinger wies dabei nach oben. »Neugierde kann manchmal gefährlich sein.«

»Aber nicht bei uns.«

Ein scharfer Blick traf ihn. Er hatte plötzlich den Eindruck, als wären es nicht mehr die Augen dieser Frau, sondern völlig andere. Sie waren so eisig, so kalt, ohne jegliches Gefühl, dann war er wieder verschwunden, bevor er noch näher darauf eingehen konnte. Vor ihm stand wieder die schmale Person, die die Schultern hob, sogar nett lächelte und sich dann erkundigte, wo sie einen Schluck zu trinken bekäme.

»Die Kantine hat noch geöffnet.«

»Das ist nett.«

»Sie kennen den Weg?«

»Ich hoffe es.« Vor ihm schlüpfte sie durch die Tür und wandte sich im Gang nach rechts.

Auch Professor Palmer verließ den Raum. Er schloss ihn hinter sich ab, schüttelte den Kopf und fragte sich zum wiederholten Male, ob es noch Sinn hatte, weitere Tests mit ihr zu machen. Diese Person war besser als er und seine Kollegen zusammen. Sie steckte alle in den Sack, was keiner begreifen konnte.

Ein Genie …

Kopfschüttelnd ging der Mann weiter. In seinem Arbeitszimmer, es war das größte im Institut, erwarteten ihn die Mitarbeiter. Mit ihnen wollte er den Fall noch einmal durchgehen. Vielleicht hatte der eine oder andere noch eine Idee, wie man dem Rätsel dieser Person auf die Spur kommen konnte. Sie musste das Wissen von jemandem bekommen haben, es konnte ihr doch nicht angeboren sein. Und ob er neugierig war oder nicht, das musste sie schon ihm überlassen. Ein Wissenschaftler durfte nicht mit verbundenen Augen durch die Welt gehen, der musste fragen, auch nachfragen, und das ließ er sich nicht verbieten.

Außerdem hatten ihre Worte wie eine Warnung geklungen. Darüber regte er sich auch noch auf und wurde regelrecht wütend.

Mit Wut im Bauch betrat er auch sein Arbeitszimmer, wo die anderen Kollegen bereits warteten.

Sie standen da und schauten betreten zu Boden. Keiner von ihnen hatte eine Erklärung für das, was hinter ihnen lag. Diese Diondra Mayne blieb ihnen ein Rätsel.

Die Männer sprachen natürlich darüber. Sosehr sie sich auch anstrengten, sie kamen zu keinem Ergebnis. Bis ein noch jüngerer Kollege eine Frage stellte, über die beinahe gelacht worden wäre.

»Ist sie überhaupt ein Mensch? Oder ist sie ein Cyborg, ein künstliches Geschöpf?«

Die Kollegen schwiegen. Sie...

Erscheint lt. Verlag 9.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3521-8 / 3838735218
ISBN-13 978-3-8387-3521-4 / 9783838735214
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