John Sinclair 744 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3474-3 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990-1999!
Die Verwandlung (3. Teil).
Die Vorboten des Schreckens, eingehüllt in die schwarzgrauen Schatten einer lichtlosen Finsternis, schwebten über der grandiosen Bergkulisse des Oberen Engadins.
Das Eis der Gletscher schimmerte in kalten, beinahe bösartigen Farben, als wäre es ein Orakel dessen, was bald eintreten würde. Lange vorbereitet, von dämonischer und menschlicher Hand. Und an den Händen, zwischen den weißen und schattigen Flächen, wie von einem mächtigen Geist eingesetzt, glänzten die beiden übergroßen Augen als gewaltige Fremdkörper.
Es waren Überwacher, die Boten einer alten, fremden, übersinnlichen Macht. Kalt wie das Licht der Sterne, trotzdem dunkel und gnadenlos.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Die Verwandlung (3. Teil)
Die Vorboten des Schreckens, eingehüllt in die schwarzgrauen Schatten einer lichtlosen Finsternis, schwebten über der grandiosen Bergkulisse des Oberen Engadins. Das Eis der Gletscher schimmerte in kalten, beinahe bösartigen Farben, als wäre es ein Orakel dessen, was bald eintreten würde. Lange vorbereitet, von dämonischer und menschlicher Hand.
Und an den Hängen, zwischen den weißen und schattigen Flächen, wie von einem mächtigen Geist eingesetzt, glänzten die beiden übergroßen Augen als gewaltige Fremdkörper.
Es waren die Überwacher, die Boten einer alten, fremden, übersinnlichen Macht. Kalt wie das Licht der Sterne, trotzdem dunkel und gnadenlos.
Der Himmel hatte sich der Szenerie angepasst. Ein gewaltiges, unermeßliches Gewand überschattete ihn, ließ keinen Lichtstrahl durch und schluckte alles.
Aber nicht die Menschen.
Sie hatten sich vorbereitet und auf dieses Ereignis gewartet. Seinetwegen waren sie ins Grand-Hotel Krone gekommen, um in dieser Nacht eine Inkarnation zu feiern.
Es sollte die Fleischwerdung des Bösen werden. Der Geist lauerte bereits, um Einlass in den Körper eines jungen Menschen zu finden, der extra für diese Tat ausgesucht worden war.
Auch die Rückseite des alten, mehretagigen Gebäudes aus der Gründerzeit lag in tiefer Dunkelheit. Bis auf eine Fläche, wo Fackelschein gegen die Schwärze ankämpfte. Es verwandelte die Natureisbahn in ein geheimnisvolles Meer.
Das genau war der Ort, wo es geschehen sollte. Auf der Eisbahn, nirgendwo sonst.
Noch war die Fläche leer – doch ein sensibler Mensch hätte bestimmt spüren können, was sich bald ereignen würde. Das Unheil war bereits von den Augen geschickt worden, die noch ins Leere schauten, aber nicht mehr lange, denn am hinteren Ausgang des Hotels entstand Bewegung.
Menschen erschienen …
Ein genauer Beobachter hätte feststellen können, dass sie sich nicht normal bewegten. Sie waren nicht locker, als sie das Hotel verließen. Sie liefen zwar ihre Schritte, aber sie gingen sehr vorsichtig und gespannt, als warteten sie darauf, dass jeden Augenblick etwas Besonderes eintrat.
Noch war es ruhig …
Das Flüstern der Personen wehte über die leere Eisfläche wie ein böses Gebet an den Götzen. Es passte zu der schlimmen Dunkelheit, die sich zudem über den gesamten Ort Pontresina ausgebreitet und das Leben gelähmt hatte.
Nie war es so still gewesen wie an diesem Abend. Die Menschen, die mit den unheimlichen Vorgängen nichts zu tun haben würden, waren trotzdem betroffen.
Sie schwiegen, sie waren lethargisch, sie wirkten wie gelähmt und kamen sich im eigenen Ort vor wie Fremdkörper.
Die unheimliche Stunde war nahe, sehr nahe sogar, und es gab nichts, was den Vorgang jetzt noch hätte aufhalten können.
Der erste Mann erschien.
Er trat aus der Hintertür, verließ die Wärme des Hotels, um in die Kälte zu treten.
Er war groß, hatte helles, langes Haar und bewegte sich sehr geschmeidig, obwohl es bei jedem seiner Schritte kratzte, denn wie auch alle anderen trug er ebenfalls wegen der Glätte Spikes unter den Schuhen.
Kein Windhauch spielte mit seinem langen Haar. Die Natur hielt in dieser Zeit den Atem an. Nur die Kälte drückte, als wäre sie aus den lichtlosen, dunklen Wolken in die Tiefe gefallen.
Der Mann ging etwas vor, bis er den schmalen Weg erreicht hatte, der zur Natureisbahn führte.
Er schaute in das Licht der vier Fackeln, verengte dabei die Augen, da er nicht geblendet werden wollte, bewegte den Kopf nach links und nach rechts, weil er die Umgebung absuchen wollte, und drehte sich dann mit einer schon feierlich wirkenden Bewegung um, weil er den Nachkömmlingen zuwinken wollte.
Seine Geste bedeutete, dass alles klar war und sich die anderen auf den Weg machen konnten.
Sie kamen auch.
Ein Mann im Rollstuhl erschien. Für die Dauer von höchstens zwei Sekunden durchfuhr er das Licht einer Außenleuchte, die sein Gesicht und auch die Gestalt dem Schleier der Finsternis für diesen Moment entriss. Im Rollstuhl saß ein Greis. Er hatte sich nicht normal halten können und war zur Seite gekippt. Sein Kopf lag schief, er stützte ihn auf der Handfläche ab. Trotz der Kälte war er nur mit einem Anzug bekleidet. Das Gesicht erinnerte in seiner Bleichheit dem einer Leiche, dieser Mann war durch Gicht gezeichnet, aber sie hatte ihm nichts von seiner Energie genommen.
Er war das Medium. Er hieß Dr. Sträter und hatte sich in seinem Leben mit dem Bösen beschäftigt.
Geschoben wurde der Rollstuhl von einer hochgewachsenen Frau, die allen nur unter dem Namen Dagmar bekannt war. Durch ihren Körper wirkte sie etwas männlich, auch das Gesicht sah ziemlich hart aus, besonders wegen des breiten Mundes und der kalten Augen, in denen sich eiserner Wille und Fanatismus spiegelten.
Neben ihr ging der Junge!
Der, auf den es ankam.
Elohim, der Gott, der Götze. Ein geheimnisvoller junger Mensch, dessen Herkunft im Dunkel lag. Er war zwölf oder dreizehn Jahre alt und für sein Alter ziemlich groß. Er trug einen langen Umhang als Mantel, und im Licht der Lampe glänzte der Stoff, als wäre er mit einer blauen, öligen Masse eingerieben worden.
Eigentlich hätte er sich unwohl fühlen müssen, doch auf seinem Gesicht breitete sich ein erwartungsvolles Lächeln aus, und er schaute auch sofort gegen die beiden Augen im Hang, als wollte er sich von dort Rat holen.
Die Frau beugte sich zu dem Jungen hinab und flüsterte ihm etwas zu. Elohim hörte zu, dann nickte er.
»Freust du dich?«
»Ja, Dagmar.«
»Das ist gut.«
Der Mann mit dem langen Blondhaar kehrte zurück. Er hieß Angelo. Sein Blick hatte die Kälte von Gletschereis angenommen, als er gegen Dagmars Gesicht schaute.
»Du weißt, was mit Bergmann passiert ist?«
Die Frau zögerte, etwas zu erwidern. Sie schaute zu Boden, bevor sie flüsterte: »Ja, ich kann es mir denken.«
»Er liegt auf der Eisbahn.«
Dagmar nickte.
»Er ist vernichtet worden. Er, eine Kreatur wie wir. Kannst du dir das vorstellen?«
»Nein.«
»Es gibt hier also jemand, der weiß, wer und was wir sind, liebe Dagmar. Wir sollten uns darauf genau einstellen. Und dieser Mann lebt noch. Du hast sogar mit ihm gesprochen …«
»Er heißt John Sinclair. Ich traf ihn an der Bar.«
»Na bitte.«
Sie hob den Kopf und zog die Kostümjacke enger, als würde sie frieren. »Aber er wird nicht überleben, Angelo, das kann ich dir versprechen. Er schafft es nicht. Wir sind besser, unsere Trümpfe werden stechen, glaube es mir.«
»Danach sieht es bisher nicht aus.«
»Die Zeit bleibt nicht stehen. Ja, ich habe mit ihm geredet und konnte feststellen, dass er nichts weiß. Dieser Mann, mag er sich auch noch so gut vorkommen, ist ahnungslos. Er ahnt etwas, er weiß auch viel, aber er weiß nicht alles. Darauf kannst du dich verlassen. Wir werden siegen, wir sind diejenigen, die den Sieg an unsere Fahne heften. Sonst gibt es nichts.«
Angelo zeigte sich nicht zufrieden. » Dieser Mann war besser als Bergmann.«
»Pech.«
»Nein, Wissen. Er weiß um uns, er kennt die Kreaturen der Finsternis. Er ist informiert, und wir sollten uns sehr vorsehen, meine Liebe, sonst fallen wir in den großen, tiefen Schacht.« Er schüttelte sich, und sein blondes Haar umwehte den Kopf. »Das hatte ich dir nur sagen wollen.«
»Ist mir klar.«
Dr. Sträter hatte die Worte gehört. Er bewegte sich schwerfällig und ächzte dabei. »Lasst ihn«, sagte er leise. »Wir werden uns nicht mehr aufhalten lassen. Wir stehen einen Schritt vor dem Ziel. Legen wir auch den letzten zurück!« Der Greis setzte ein Zeichen und sorgte dafür, dass sein Rollstuhl ruckte.
Das war auch für Dagmar ein Omen. Sie schob den Rollstuhl hastig vor. Angelo musste zur Seite treten, sonst wäre ihm ein Rad über den Fuß gerollt.
Er schaute ihnen nach. In seinem Innern tobte eine Hölle. Er konnte einfach nicht ruhig sein, denn dieser Sinclair musste ausgeschaltet werden. Angelo bereute es jetzt, auf Dagmars Vorschlag eingegangen zu sein und ihr die Angelegenheit überlassen zu haben. Nun gab es kein Zurück mehr, da die Zeit drängte und Sinclair noch lebte. Er würde alles genau sehen können und dann die richtigen Schlüsse ziehen. Angelo sah die große Sache als gefährdet an.
In einer kleinen Prozession passierten ihn die anderen Hotelgäste, die mit ihnen unter einer Decke steckten. Es waren Männer und Frauen, die sich hier getroffen hatten. Hier war die Zentrale, hier fühlten sie sich sicher, und wer von den Gästen nicht zu ihnen gehörte, war aus dem Hotel geschafft worden und unternahm eine Schlittenfahrt.
In der Theorie hatten sie es geübt. Jeder wusste genau, wo er sich aufzubauen hatte. Die Eisfläche war groß genug, um die Menschen aufnehmen zu können, und das Licht der Fackeln gab ihnen die nötige Helligkeit. Nach einer Weile setzte sich Angelo in Bewegung. Er wusste nicht, wo sich Sinclair verborgen hielt. Zeit genug, um das Hotel zu verlassen, hatte er gehabt. Er konnte schon hier draußen warten oder aus einem Versteck im Warmen alles beobachten.
Wie dem auch sei, Angelo rechnete fest damit, dass er eingreifen würde, weil er nicht anders konnte.
Ein Schauer durchzuckte ihn.
Er schluckte.
Seine Hände bewegten sich. Sie waren kräftig und mit langen Fingern versehen. Er musste daran denken, dass diese Hände schon sehr oft Menschen getötet hatten.
Sie waren wichtig gewesen, doch nicht so wichtig wie Sinclair. Er durfte diese Nacht einfach nicht...
| Erscheint lt. Verlag | 2.9.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3474-2 / 3838734742 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3474-3 / 9783838734743 |
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