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John Sinclair 732 (eBook)

Schattenreiter

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3462-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 732 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990-1999!

Schattenreiter.

Der Anruf erreichte mich an einem Nachmittag, als ich im Begriff war, meine Wohnung zu verlassen. Weglaufen oder hingehen? Ich ging hin, hob ab - und hörte den Schrei der Frau durch den Hörer gellen. Eiswasser floss über meinen Rücken. Ich wollte eine Frage stellen, da riss der Schrei ab. Er wurde abgelöst von einer Stimme.

'John! Du musst kommen! Sofort, John!'

Die Furcht in mir nahm zu. Ich kannte die Anruferin, die mich um Hilfe angefleht hatte.

Es war Sheila Conolly!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Schattenreiter


Der Anruf erreichte mich an einem Nachmittag, als ich im Begriff war, meine Wohnung zu verlassen. Weglaufen oder hingehen? Ich ging hin, hob ab – und hörte den Schrei der Frau durch den Hörer gellen. Eiswasser floss über meinen Rücken. Ich wollte eine Frage stellen, da riss der Schrei ab. Er wurde abgelöst von einer Stimme.

»John! Du musst kommen! Sofort, John!«

Die Furcht in mir nahm zu. Ich kannte die Anruferin, die mich um Hilfe angefleht hatte.

Es war Sheila Conolly!

*

Sheila wollte den Hörer normal auflegen, es war ihr nicht möglich. Zuviel Schweiß hatte sich auf ihren Handflächen gesammelt und sie glatt gemacht. Der Hörer rutschte ihr aus der Hand und krachte auf den Apparat.

Die Frau atmete tief durch. Sie zitterte. Es war Wahnsinn, aber das musste sie durchstehen. Obwohl sie sich in ihrer eigenen Wohnung befand, kam ihr alles so fremd vor. Sie beugte sich nach vorn und presste die Stirn gegen die Wand. Das gab ihr für einen Moment Ruhe. Und auch im Haus war es jetzt still. Keine Schreie mehr, kein Brüllen, keine Angst, die sie auffressen wollte.

Zum Glück hatte sie John erreicht. Sie hätte nicht gewusst, was sie sonst hätte unternehmen sollen, denn was ihr und ihrem Mann passiert war, konnte man kaum erklären. Zumindest würde ein Fremder es so nicht abnehmen, wie es passiert war.

Um Bill hatte sie Angst. Er war mit Perry Lane in das Gästezimmer gegangen, dann war das Fürchterliche geschehen, und sie wusste nur, dass ihr Mann bewusstlos war. Das hatte ihr Perry Lane gesagt, das hatte sie auch durch den schnellen Schlüssellochblick gesehen.

Lane war zu einem Irren geworden und hatte getobt. Den genauen Grund dafür kannte Sheila nicht. Jedenfalls war es Bill nicht gelungen, ihn zu bändigen. Im Gegenteil, er hatte den kürzeren gezogen und war bewusstlos geschlagen worden.

Sie hatte Bill liegen sehen, aber auch den anderen entdeckt. Noch immer wollte sie nicht so recht glauben, was sie da gesehen hatte. Perry Lane hatte sich verändert, sein Kopf war dunkel geworden. Er hatte seltsame Augen gehabt. Dann war ihr der weitere Blick genommen worden, weil Lane etwas vor das Schlüsselloch gehängt und dabei noch gelacht hatte, also hatte er auch Bescheid gewusst.

Johnny Conolly war nicht im Haus. Er befand sich auf einer Klassenreise in einem österreichischen Skiort und würde erst in einer Woche zurückkehren.

Hoffentlich leben wir dann noch, dachte Sheila, als sie sich wieder von der Wand abstützte. Sie legte den Kopf in den Nacken, schaute hoch gegen die Decke und atmete einige Male tief durch. Ihr wurde nicht direkt schwindlig, doch den Kreislauf merkte sie schon. Es kam alles zusammen. Das unnatürliche warme Wetter, dieser schreckliche Vorgang, die Sorge um Bill, der in den Fall hineingeraten war, ohne zu ahnen, auf was er sich eingelassen hatte.

Er kannte Perry Lane, der in seinem Verlag Reisebücher verlegte. Es waren meist Billigprodukte, die er irgendwo in Asien herstellen ließ und sie immer als Sonderangebote an den Mann brachte. Dass es klappte, hatte er bewiesen, denn er war mittlerweile mehrfacher Millionär damit geworden.

Bill hatte einige Male mit ihm Kontakt gehabt, als es um einige Lizenzen ging und auch alte Geschichten, die noch einmal verkauft werden sollten.

Zu einer intensiven Geschäftsverbindung war es nie gekommen. Meist kamen die Männer mit dem Honorar nicht zurecht, denn Lane war sehr knauserig, da hatte Bill eben für andere geschrieben.

Das hatte sich ändern sollen. Lane selbst war mit dem Friedensangebot gekommen, und Bill hatte ihn in seine Wohnung zu einem ersten Gespräch eingeladen.

Dass es dem Verleger nicht um seine Bücher gegangen war, hatte Sheila sehr schnell bemerkt, denn plötzlich waren die schrecklichen Dinge geschehen.

Eine regelrechte Verwandlung, eine Metamorphose des Schreckens, und das ohne einen ersichtlichen Grund. Sheila war es unmöglich, so etwas nachzuvollziehen, aber sie war mittlerweile der Meinung, dass sich Perry Lane möglicherweise durch Bill Hilfe erhofft hatte. Schließlich wusste er über ihn Bescheid, denn Bill war ein Mensch, der sich um Dinge kümmerte, die nicht gerade in gewisse Schubladen hineinpassten. Wenn er Berichte oder Reportagen schrieb, dann über Phänomene, die oft als unbegreiflich hingestellt wurden, und wahrscheinlich hatte Perry Lane mit einem derartigen Phänomen Kontakt gehabt.

Seit dem Anruf fühlte sich Sheila wieder etwas besser. John Sinclairs Stimme hatte ihr Mut gegeben. Sie kannte den Geisterjäger. Er würde so schnell wie möglich herkommen und sich um den Fall kümmern. Einmal war sie sogar in den Garten gegangen und hatte versucht, durch das Fenster in das Gästezimmer zu schauen.

Es war nichts zu sehen gewesen. Jemand hatte den Vorhang zugezogen.

Sie war wieder zurückgegangen und hatte mit dem Gedanken gespielt, sich eine sehr gefährliche Waffe zu holen. Es war die goldene Pistole, eine ultimative Waffe, die einen Schleim verschoss, der, wenn er traf, einen Menschen in einer großen Blase auflöste.

Sheila selbst fürchtete sich vor der Waffe, doch in einer Situation, wo es um Leben und Tod ging, würde sie sich nicht scheuen, sie einzusetzen.

Noch brauchte sie das nicht.

Es war still geworden.

Kein Keuchen mehr, keine Schreie zitterten druch das Haus, kein Stöhnen oder dumpfes Trampeln.

Ruhe …

Sie hörte sich atmen und erschrak beinahe vor ihren eigenen Schritten, als sie den Weg in die Küche einschlug. In der offenen Tür blieb sie stehen. Ihr Blick durchwanderte die Küche, die sie nach ihrem Geschmack eingerichtet hatte.

Ein großer Raum, in dem auch gegessen werden konnte. An den Wänden hingen die Töpfe und Pfannen. Auf den Ablageregalen standen die Flaschen mit den Gewürzen, und in manchen Schalen lag das Obst wie eine Dekoration.

Das war alles so normal, es hatte zahlreiche Stürme überstanden, und sie hoffte nicht, dass dies am heutigen Tag alles beendet sein sollte. Als sie daran dachte, kroch ein kalter Schauer über ihr Gesicht und verteilte sich im Nacken sowie auf dem Rücken.

Sie ging zum Kühlschrank. Sheila trank einen Schluck Mineralwasser. Sie wollte den galligen Geschmack der Furcht aus dem Mund spülen, was ihr allerdings nur unzureichend gelang.

Ihr Gesicht spiegelte sich in der Fensterscheibe. Obwohl es nicht sehr deutlich zu sehen war, stellte Sheila fest, dass sie ziemlich schlecht aussah. Die Angst um Bill hatte sie älter werden lassen. Ihre Haut wirkte grau und blass zugleich. Das blonde Haar hatte sich an einer Seite gelöst, als wollte es nicht mehr von der Klammer gehalten werden. Es hing herab wie ein feuchter Lappen.

Sie stellte das Glas weg, drehte sich wieder um und verließ die Küche.

Auf Zehenspitzen ging sie weiter, schaute auf die Uhr und dachte darüber nach, wann John Sinclair wohl eintreffen würde.

Dazu konnte sie nichts sagen, denn sie hatte auch nicht auf die Uhr geschaut, als sie den Anruf tätigte.

Ihr Weg führte sie wieder in die Nähe des Gästezimmers. Da die Conollys einen Bungalow besaßen, brauchten sie auch keine Treppen zu gehen. Im eigenen Haus bewegte sich die blonde Frau wie eine Schlafwandlerin. Je näher sie ihrem Ziel kam, umso aufgeregter wurde sie.

Noch war nichts zu hören.

Nur ihr Atem zischte, und die Kehle kam ihr vor, als wäre sie zugedrückt worden.

Sie stoppte ihre Schritte vor der Tür zum Gästezimmer. Noch einmal holte sie Luft, dann sank sie in die Knie und versuchte abermals, durch das Schlüsselloch zu schauen.

Es war von der anderen Seite noch immer verhangen, und sie konnte nichts erkennen.

Sheila trat wieder einige Schritte zurück. Sie wollte es nicht, doch das Gefühl war stärker. Sie zitterte wieder, denn diese Ruhe machte sie nervös. Sie war schlimmer als die Schreie und das Toben, vermischt und untermalt durch dumpfe Geräusche, als hätte jemand mit einem Hammer irgendwo gegen geschlagen.

Da hörte sie das Kichern.

Schrill und disharmonisch, als wäre jemand dabei, sich auf diese Art und Weise zu freuen.

Sie blieb wieder stehen.

Etwas kratzte von innen gegen die Tür, das Kichern blieb noch für einen Moment, wobei Sheila die Spannung spürte, die in ihr hochstieg und sie handlungsunfähig machte.

Das Kichern verstummte.

Eine kurze Pause trat ein.

Sheila hörte sich wieder schwer atmen – und hielt den Atem dann an, als sie die Stimme vernahm.

Es war nicht Bills Organ. Das hätte sie auch trotz einer Veränderung herausgehört. Diese Stimme klang so kratzig und dumpf zugleich. Sie drang aus irgendeinem großen Fass, auf dem der Deckel nur zur Hälfte die Öffnung bedeckte. Jedenfalls kam ihr dieser Vergleich in den Sinn.

Es war Perry Lane!

Er sprach irgendwelche Worte, die sie nicht verstand. Für Sheila aber hörten sie sich an wie ein alter Fluch, der einfach ausgesprochen werden musste.

Sie konnte nicht mehr hinhören, sie presste die Hände gegen die Ohren, blieb aber stehen. Nach einer Weile ließ sie die Arme wieder sinken.

Die Stimme war verstummt.

Was sollte sie tun? Noch einmal versuchen, an die Vernunft Perry Lanes zu appelieren? Das würde nichts bringen, denn sie wusste, dass sich hinter der Tür nicht mehr der Perry Lane befand, der ihr Haus betreten hatte.

Da lauerte ein anderer, ein Verwandelter. Vielleicht sogar ein Monstrum, denn Sheila wusste sehr genau, dass sich Menschen darin verwandeln konnten.

Da gab es Personen, die bei Vollmond zu Werwölfen oder Vampiren wurden. Sie hatte schon mit Zombies, den lebenden Toten, zu tun gehabt und auch mit anderen...

Erscheint lt. Verlag 2.9.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3462-9 / 3838734629
ISBN-13 978-3-8387-3462-0 / 9783838734620
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