John Sinclair 609 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3389-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Tiefsee-Mystik (1. Teil).
Die meisten Menschen auf der Welt wussten nichts davon. Aber diejenigen Personen, die informiert waren, hüteten sich, darüber zu sprechen. Wenn jemand sie nach gewissen Dingen fragte, bestand die Antwort aus einem Schulterzucken oder dem Hinweis, so etwas gehöre ins Reich der Legenden und Märchen.
Es war weder ein Märchen noch eine Legende.
Suko und ich wussten es besser. Und so machten wir uns auf den Weg nach Neufundland, um dort nach dem Schatz der Templer zu forschen.
Was als normale Reise begann, endete in einem Inferno aus Grauen, Mord und Mystik ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Tiefsee-Mystik (1. Teil)
Suko hatte sie weder gehört noch gesehen, deshalb bekam er es knüppeldick und gnadenlos.
Hinter ihm zersprang die große Scheibe, vor ihm flog die Tür auf, er hörte Chris Tanner grell schreien, fuhr aus seinem Sessel hoch und verwandelte sich innerhalb eines Augenblicks in eine Kampfmaschine aus zwei Armen und zwei Beinen.
Das war der andere auch. Glasreste hingen in seiner Kleidung. Kleine Splitter klebten in seinem Gesicht, Blut quoll aus winzigen Wunden, hinterließ dunkelrote Sommersprossen auf der Haut, und mit einem Gewehr drosch er zu.
Es war eine Schrotflinte, deren Läufe er abgesägt hatte. Das Ding hätte Suko umbringen können, rechtzeitig genug riss der Inspektor die Arme hoch und fing den Hieb ab.
Trotzdem erschütterte ihn der Treffer. Suko taumelte zurück, seine Hand rutschte zur Beretta, da war der zweite Kerl da.
Von hinten her griff er an. Eine schwielige, stinkende Hand umklammerte Sukos Hals, die andere hielt ein Messer, dessen Klinge gefährlich nahe vor Sukos Gesicht funkelte.
Der Chinese warf seinen Körper zurück. Die linke Hand schnellte dabei hoch, und während er zusammen mit dem Kerl zu Boden fiel, gelang es ihm, dessen Handgelenk abzufangen und es zusammenzudrücken.
»Hund«, gurgelte der Typ hinter ihm.
Der Erste kam.
Grinsend schaukelte er näher. Er musste um die fünfundzwanzig sein, trug Lederkleidung, ein rotes Stirnband um das fettige, schwarze Haar und sah in seiner Kleidung verdammt wild aus. Pocken verunstalteten sein Gesicht, in den Augen lag ein grausames Funkeln, und Suko dachte daran, einen Sadisten vor sich zu haben.
Der Kerl schlug zu.
Beide Läufe bekam Suko zu spüren. Die Augen quollen ihm aus den Höhlen. In seinem Körper rumorte es. Schmerzwellen schossen hoch bis zum Hirn, wo sie explodierten. Die Übelkeit stieg in seine Kehle, und der Kerl vor ihm verschwamm.
»Sei froh, dass wir dich am Leben lassen, Chink!« Mit diesen Worten drosch der Schwarzhaarige noch einmal zu.
Diesmal traf er Suko am Kopf. Für den Inspektor gingen sämtliche Lichter aus. Der Rest zerplatzte in einem furiosen Wirbel, dann riss ihn der Schacht in die Tiefe.
Unter ihm wälzte sich der Kerl mit dem Messer hervor. Er war kleiner als der Gewehrträger und besaß hungrige Augen. »Soll ich ihm nicht doch die Kehle durchschneiden?«
»Wirst du dafür bezahlt?«
»Nein.«
»Dann hol dir erst den Auftrag.«
»Okay, du hast gewonnen.«
Der Flintenträger drehte sich um, denn noch ein dritter Typ war in dem Raum. Von den beiden anderen unterschied er sich absolut.
Er trug einen eleganten Zweireiher, ein blütenweißes Hemd mit angedeuteten Streifen, eine korrekt gebundene Krawatte und hatte sein dunkelblondes Haar wellig gefönt und es erst dann zurückgekämmt.
Er saß bei Chris Tanner, dieser verängstigten Frau, die in die Mündung der Pistole starrte.
Chris war schmal, sie wirkte zerbrechlich, trug einen braunen Pullover und eine dunkelgrüne Hose. In ihren Augen flackerte die Angst. Sie wusste, dass sie zu weit gegangen war, sie hätte die anderen nicht zu stark reizen sollen.
Der Schönling nickte ihr zu. »Tja, wir hatten dich gewarnt, Mädchen. Jetzt können wir nichts mehr für dich tun.«
»Wieso denn?« Ihre Stimme zitterte.
»Alles schon beredet, Süße. Was nun folgt, ist das Ende.« Der Schönling grinste. Seine hellen Augen strahlten. »Aber wir werden es langsam einläuten, ganz langsam.«
»Was … was … meinen Sie?«
Der Mann hob einen Arm und streckte den Zeigefinger an. »Hörst du das Klingeln und Klirren?«
»Ja, natürlich, ja …«
»Das ist die Kette.«
Chris begriff nicht. »Welche Kette denn?«
»Die wir dir schenken werden. Nur wird sie schwerer sein als du. Kapiert?«
Ja, Chris Tanner begriff. Ihre Hand verkrampfte sich noch mehr, schien in den Stoff der Couch hineinwachsen zu wollen, um darin zu verschwinden. Sie sah das kalte Lächeln auf dem Gesicht des Schönlings. Da wusste sie, dass sie kein Pardon zu erwarten hatte.
Der Kleinste kam mit der Kette. Er schleifte sie hinter sich her. Dass er den Raum verlassen hatte, war Chris nicht aufgefallen, aber jetzt war er da und schleuderte die Kette vor ihre Füße, wo sie mit einem letzten Klingeln liegen blieb.
Die einzelnen Glieder waren fingerdick. Sie hingen zusammen, es gab keine Lücke, und der Rost klebte auf ihnen wie eine dunkelrote Schicht.
Wie ein Kuss von eiskalten Lippen berührte der Revölverlauf ihre Haut am Hals. »Du Wirst dich jetzt hinlegen, Süße, und zwar auf den Bauch. Hast du verstanden?«
»Ja, ja …«
»Dann mach.«
Chris Tanner zögerte noch. Der Schönling war grausam. Mit der freien Hand schlug er gegen ihre Wange, sodass dort ein roter Fleck zurückblieb. Chris weinte vor Wut, Angst und Schmerz, hörte den Kleinsten kichern, als sie sich auf den Bauch legte.
Der Schönling stand auf. Er warf dem Pustelgesicht einen fragenden Blick zu.
»Alles klar.« Der Schläger mit dem Stirnband nickte. »Wir haben die Sache im Griff.«
»So sollte es auch sein.«
Beide schauten grinsend zu, wie der dritte Verbrecher die Kette um den Körper der jungen Frau wickelte und dabei so raffiniert vorging, dass es ihr unmöglich war, sich zu befreien. Ihre Arme lagen eng am Körper.
»Nimm du sie, Fisher!«, befahl der Schönling.
Fisher war der Mann mit dem Stirnband, er hatte am meisten Kraft und zerrte Chris von der Couch hoch. Sie konnte noch gehen, hatte allerdings Mühe, das Gleichgewicht zu halten. Sie hatte auch entsetzliche Angst, denn sie wusste, was man mit ihr vorhatte.
Ihr Blick fiel auf Suko, der bewusstlos auf dem hellen Hirtenteppich lag. Er blutete am Kopf. Auf dem Teppich hatte sich bereits ein roter Fleck gebildet.
Chris Tanner ärgerte sich auch darüber, dass ihr Haus so einsam stand. Niemand hatte das Klirren der Scheibe gehört, und das Meer schwieg. Es schleuderte im ewigen Rhythmus seine Brandung gegen die steil hochragenden Felsen der Küste Neufundlands.
»Alles klar?«, fragte der Schöne.
Fisher machte Suko Sorgen. »Ich weiß nicht, der Chink könnte uns noch gefährlich werden.«
»Wir holen ihn uns als nächsten. Wie gesagt, man will verdienen. Das wird ein neuer Job.«
»Wie du meinst, Jeb!«
»Ich würde ja für Fisher stimmen«, meldete sich Starky, der kleinste aus dem Trio. Er atmete immer sehr schnell und wurde deshalb der Hechler genannt.
»Nein!« Raiser hatte entschieden. »Es bleibt dabei.«
In der Zwischenzeit war es Chris Tanner gelungen, sich wieder einigermaßen zu fangen. »Bitte«, flüsterte sie. »Was … was wollen Sie eigentlich von mir?«
»Dass du verschwindest«, sagte Raiser.
»Und zwar für immer!«, fügte Fisher flüsternd hinzu. Dabei pulte er sich die kleinen Glassplitter aus dem Gesicht. Es störte ihn nicht weiter, dass sein Gesicht zu einer blutbefleckten Fratze geworden war.
Chris wollte es nicht wahrhaben, sie stellte die Frage trotzdem, die nur aus einem Wort bestand. »Mord?«
»So ungefähr.«
Bisher hatte sie sich gehalten. Jetzt war es mit der Beherrschung vorbei. Chris wankte, konnte die Tränen nicht mehr unterdrücken und merkte kaum, dass Starky sie auffing.
Auf ein Zeichen des Anführers hin zerrte er sie aus dem Raum in die geräumige Diele, wo die Haustür noch immer offen stand.
Der Tag neigte sich allmählich dem Ende entgegen. Im Oktober waren die Tage schon recht kurz, doch der schöne Herbst entschädigte auch dafür. So warm, so strahlend war er, dass viele ihn schon als unnatürlich bezeichneten. Oft genug war um diese Zeit schon Schnee gefallen, in diesem Jahr jedoch wollte sich das schöne Wetter überhaupt nicht verabschieden.
Auf Suko verschwendeten die drei Männer keinen Blick. Wenn sie etwas von ihm wollten, würden sie wiederkommen.
Jeb Raiser verließ das Haus als letzter. Er drückte nicht einmal die Tür zu, blieb aber davor stehen und schaute sich um.
Kein Mensch war zu sehen. Am anderen Rand der kleinen Bucht zerflossen die Konturen der Ortschaft Greenspond, einem malerischen Städtchen direkt an der Bonavista Bay gelegen.
Nach Westen hin begann die große Einsamkeit, die meisten Orte gruppierten sich um die Küste der Insel herum.
Die Menschen lebten vom Fischfang, wirkten gemütlich und hatten sich so etwas wie ein Heile-Welt-Klima aufgebaut.
Doch unter der Oberfläche brodelte es, da ging es um Macht, Intrigen und Geld.
Die Männer waren mit einem Geländewagen gekommen. Einem japanischen Fabrikat der Marke Toyota. Christine Tanner lag bereits auf der Ladefläche, hinter dem Lenkrad hockte Fisher. Starky bewachte das Opfer, und Jeb stieg als letzter ein.
Bevor Fisher startete, drehte er sich zu Starky. Dessen Gesicht glänzte wie Öl. Die Augen standen etwas schräg. Starkys Vater war Eskimo gewesen, seine Mutter eine Nutte aus dem Öl-und Goldgräberland Alaska.
»Hör zu, Starky, du hast doch so etwas wie den sechsten Sinn, nicht wahr?«
»Kann sein.«
»Was sagt dein Gefühl?«
Starky verzog die Lippen. Sie waren breit und rissig. »Ich will euch ja keine Angst einjagen, aber ich glaube, dass wir einen Fehler begangen haben.«
»Und welchen bitte?«
»Du hättest den Chink abknallen müssen. Der ist gut, das habe ich sofort gespürt.«
»Dann meinst du, dass er uns noch Ärger bereiten könnte?«
»Sogar schweren.«
Jeb Raiser überlegte. Er nagte auf seiner Unterlippe. Neben ihm saß Fisher und...
| Erscheint lt. Verlag | 26.8.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3389-4 / 3838733894 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3389-0 / 9783838733890 |
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