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John Sinclair 621 (eBook)

Die Vergessene von Avalon (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3401-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 621 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Die Vergessene von Avalon (1. Teil). Sie stand vor den bleichen Gebeinen der beiden Toten und spürte die Tränen auf ihren Wangen. Sie tröstete sich, dass nur die Leiber vergingen, die Geister aber bleiben. Dann schaute sie ins Leere und hörte die Botschaft aus dem Jenseits. »Es gibt einen Weg, mein Kind! Bevor du ihn gehst, musst du jedoch denjenigen finden, der den Schlüssel zum Tor besitzt. Such ihn, nur er kann dir helfen. Sein Name ist John Sinclair. Such ihn mit all deinen Kräften, dann wird es dir gelingen.« »Ja, das werde ich«, flüsterte sie und ging davon ... John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Vergessene von Avalon (1. Teil)


Noch peitschten die Schüsse, noch schmerzte der schrille Klang der Alarmsirene in ihren Ohren, doch die beiden Ausbrecher wussten, dass sie es geschafft hatten und sogar den Bluthunden entkommen waren.

Die Männer hetzten keuchend den steilen Abhang hinab und vernahmen dabei die Musik der mächtigen Brandung.

Da unten lag die Rettung.

Hank, der Ältere, war geschafft. Die lange Zeit im Knast hatte ihn fertiggemacht. Seine Kondition war dahin. Bis zur Erschöpfung war er mit seinem Zellengenossen gerannt, jetzt spürte er überhaupt nicht mehr, wo er hinlief.

Er sah keine Steine, er sah nicht das dürre, nasse Wintergras, das den Hang bedeckte, und er bekam auch nichts vom Widerschein der Suchscheinwerfer mit, die ihre langen Lichtlanzen in die stockdunkle Nacht hineinjagten.

Er wollte nicht mehr, er konnte auch nicht. Sein Magen stemmte sich in die Höhe, und Hank musste sich übergeben.

Er brach, während er lief. Manchmal erschien schemenhaft der Rücken seines Zellenkollegen vor ihm, ein tanzender Schatten, mehr war es nicht. Nur ein Gebilde in der Finsternis, die von schräg heranpeitschenden Regenschauern zu einem nie abreißenden Duschbad gemacht wurde.

Das Wasser hatte den Boden aufgeweicht. Die Männer rannten über das rutschige Gras, glitten über kleine Moosinseln hinweg und konnten nur diesen einen Pfad nehmen, der in Richtung Strand führte, wo auch das rettende Boot lag.

Hank wollte sprechen, nicht einmal das schaffte er. Seine Kehle war zu. Eisenringe schienen sie eingeklemmt zu haben. Er schlenkerte beim Laufen auch nicht mehr mit den Armen, dafür hatte er es geschafft, sie weit vorzustrecken, als wollte er nach irgendwelchen Gegenständen greifen, die sich vor ihm befanden.

Den Stein sah er nicht. Er wuchs wie ein spitzer Kopf aus dem Boden und war eine perfekte Stolperfalle.

Mit dem rechten Fuß schleifte Hank darüber hinweg, mit dem linken blieb er hängen.

Hank schrie noch, dann hob er förmlich ab. Die Wucht schleuderte ihn weit nach vorn und auf den Rücken des vor ihm laufenden Brian Fuller zu. Der hatte mit diesem plötzlichen Aufprall nicht rechnen können. Wie von einem Katapult wurde er nach vorn geschleudert. Er fluchte, weil er sich vor Schreck auf die Zunge gebissen hatte, dann raste die Erde auf ihn zu.

Fuller riss im allerletzten Moment die Arme hoch, um sich zu schützen. So schlug er nicht mit dem Gesicht zuerst auf. Der Schwung aber drückte ihn weiter nach vorn, er überrollte sich und kam sich dabei vor wie auf einer Eisfläche.

Mit einer Hand suchte er Halt an einem Busch und konnte sich daran festhalten.

Keuchend blieb er liegen, drehte sich auf den Rücken und ließ die eiskalten Regentropfen auf sein Gesicht klatschen. Ihm kam der Gedanke, einfach liegen zu bleiben und sich irgendwann festnehmen zu lassen. Gleichzeitig wusste er, dass sein Zellenkumpan Hank vor Schwäche gefallen war. Es hieß im Klartext, dieser Mann wurde für ihn zu einer Belastung, und so etwas liebte Brian überhaupt nicht.

Seine Gedanken spiegelten sich auf dem nassen Gesicht wider, als er sich erhob. Die Augen funkelten. Mit der rechten Hand schlug er gegen die linke Jackentasche. Im Innern steckte das Messer, die einzige Waffe, die beide besaßen. Er hatte es aus der Gefängnisküche gestohlen.

Fuller ließ das Messer stecken, als er die wenigen Schritte zurückging.

Hank lag noch immer auf dem Rücken, war total erschöpft. Die wenigen dünnen Haare lagen wie nasse Spinnweben auf seinem runden Kopf, die Augen stierten blicklos und schienen den anderen Mann nicht wahrzunehmen.

Wegen der Schräge des Abhangs musste sich Fuller breitbeinig hinstellen. Schweigend starrte er seinen Zellenkumpan an. In der Ferne war noch das Heulen der Sirenen zu hören, auch die Suchlichter wischten wie helle Fahnen durch die Regennacht.

Sie durften keine Zeit verlieren, nicht einmal Sekunden. Deshalb fuhr Fuller den anderen hart an. »Hoch mit dir!«

»K … kann nicht …«

»Was sagst du?«

»Ich kann nicht mehr, verdammt! Ich … ich bin am Ende. Verstehst du das?«

»Nein.«

»Lass mich hier liegen, Brian. Hau ab – allein.«

Fuller überlegte einen Moment, während das Regenwasser in kalten Bahnen über sein Gesicht rann. Noch bot ihnen die Dunkelheit Schutz. Bald würden oben am Hang die ersten Lichter der Stablampen aufblitzen, dann dauerte es nicht mehr lange, bis die Meute mit ihren Hunden den Hang herabkam. »Nein, Hank, so lasse ich dich nicht zurück!«

»Aber ich will nicht mehr.«

Fuller beugte sich vor und zog dabei sein Messer. »Du musst richtig zuhören. So lasse ich dich nicht zurück, habe ich gesagt.« Sein Gesicht bekam einen bösen Ausdruck. »Du weißt zu viel von unserem Fluchtweg. Du weißt alles, mein Freund. Und weil du so viel weißt, wirst du auch dein Maul den Typen gegenüber nicht halten können. Sie werden dir Versprechungen machen und dich weichklopfen. Deshalb muss ich vorbeugen.«

Plötzlich funkelte die Klinge vor Hanks Augen. Mochte er auch noch so schwach sein, diesmal arbeitete sein Gehirn, und er begriff das Vorhaben seines Zellengenossen.

Hank wollte lachen, es wurde nicht einmal ein Krächzen. »Brian, zum Henker, das kannst du doch nicht tun! Das … das ist doch Wahnsinn! Du wirst nicht …«

»Hank, ich werde. Sorry, ich muss einmal an mich denken.« Er nickte und stach zu.

Dabei schaute er nicht hin. Der Blick fraß sich in Hanks Gesicht, das zunächst einfror, sich dann zu einer schmerzverzerrten Grimasse verzog, in dem schließlich die Augen sämtliches Leben verloren und zu zwei starren Kugeln wurden.

Hank war tot.

Fuller zog die Klinge aus dem Körper, wischte sie mit zwei Bewegungen sauber und ließ sie wieder unter seiner Kleidung verschwinden. Dann schaute er über den Toten hinweg zum Hang hoch.

Noch war nichts zu sehen, da flossen die Dunkelheit mit den Regentropfen zu einer grauen Soße zusammen, in der überhaupt keine Konturen wahrzunehmen waren. Wenn sie Fuller inmitten der Leere des Alls abgesetzt hätten, er hätte sich kaum anders gefühlt.

Aber er hörte das scharfe Bellen der Bluthunde, denn der Sirenenklang war verstummt. Nur mehr das geisterhaftbleiche Leuchten der Suchscheinwerfer irrte über den Himmel.

Fuller grinste kalt und entschlossen. Ihn würden sie nicht bekommen, das nahm er sich fest vor. Da konnten sie versuchen, was sie wollten, er würde den Häschern ein Schnippchen schlagen. Sollte wider Erwarten etwas schieflaufen, war er auch bereit, sich selbst zu töten.

»Pech gehabt, Hank«, sagte er zum Abschied. »Drei Jahre waren wir zusammen …«

Dann war er weg.

Das letzte Stück führte in einem nicht mehr so steilen Winkel hinab zu dem schmalen Sandstreifen in der kleinen Bucht, die von einer Laune der Natur geschaffen worden war. Ansonsten zeigte der Streifen Land nur mehr eine Steilküste mit fast lotrecht hochragenden Felsen.

Es gab viele Dinge, über die sich Brian Fuller ärgerte. Am meisten über den letzten Wetterbericht. Da war von einer Nebelnacht gesprochen worden und nicht von Sturm und Regenschauern.

Fuller wühlte sich weiter. Er hatte den Eindruck, gegen eine Wand kämpfen zu müssen und war dabei, den Regen mit beiden Armen zur Seite zu schaufeln, ohne dass es etwas nutzte.

Trotz des Wasserrauschens hörte er das scharfe Bellen der Bluthunde. Sie und die Wachtposten mussten das Ende des Hangs erreicht haben. Wenn die Männer die Hunde von den Leinen ließen, hatte Brian Fuller kaum eine Chance. Die Köter waren pfeilschnell und auf den Mann dressiert.

Er duckte sich zusammen wie ein Raubtier vor dem Sprung. Dann startete er.

Mit einem halbhohen Sprung überwand er den Rest des Steilhangs. Trotz der grauenschwarzen Finsternis und der fallenden Regenschleier hatte er den hellen Streifen am Ufer gesehen.

Mit beiden Füßen landete er im nassen Sand. Die Turnschuhe mit der griffigen Kunststoffsohle verschwanden darin. Der Sand reichte ihm bis über die Knöchel. Das Toben der nahen Brandung klang in seinen Ohren wie Donnerhall. Er sah die weißen Gischtstreifen, die die Felsen, die vor dem Ufer aus dem Wasser ragten, übersprühten.

Zum ersten Mal seit längerer Zeit atmete Brian Fuller tief durch. Mit dem klatschnassen Ärmel wischte er Wasser von seiner Stirn, er musste einen Moment nachdenken, wo das Boot versteckt lag, das ihm Loraine, eine gute Freundin, besorgt hatte.

Rechts!

Ja, es gab nur diese eine Möglichkeit, denn dort waren die zerklüfteten Felsen, in deren Lücken durchaus ein Boot passte.

Eine Taschenlampe hatte er zwar mitgenommen, jedoch bei der Flucht verloren. Wenn er Licht haben wollte, musste er sich auf das alte Sturmfeuerzeug verlassen.

Hastig durchsuchte er die Spalten.

Das Bellen der Hunde hörte er nicht mehr, denn die Brandung war einfach zu laut.

Seitlich drückte er sich in eine Spalte hinein – und bekam große Augen, denn schon beim ersten Versuch hatte er Glück und stieß mit den Fußspitzen gegen das Heck des Bootes.

Brian Fuller schaute zurück. Er maß die Entfernung bis zum Wasser hin ab. Sie war nicht sehr groß. Er würde es leicht schaffen, das Boot auf den Strand zu ziehen.

Der Sturm, das Krachen der Wellen, das finstere Spiel der Wolken am Himmel und der peitschende Regen sorgten dafür, dass die Küstenregion zu einer wilden Hölle wurde, in der sich Brian Fuller bewegen musste. Mit seinen bärenstarken Kräften zerrte er das Boot aus dem Versteck hervor. Loraine hatte es glücklicherweise mit einer Plane abgedeckt, sonst wäre es...

Erscheint lt. Verlag 26.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3401-7 / 3838734017
ISBN-13 978-3-8387-3401-9 / 9783838734019
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