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John Sinclair 700 (eBook)

Assungas Zaubermantel (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3430-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 700 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Assungas Zaubermantel (1. Teil).

Es war ein Wahnsinn! Assunga konnte sich vor Freude nicht mehr beherrschen. Sie musste ihren Gefühlen freien Lauf lassen und schrie die Freude hinaus. Und sie hatte allen Grund, sich zu freuen, denn ihr Mantel war ein Zaubermantel. Wenn sie ihn umlegte und die Brosche schloss, konnte er sie in die Vergangenheit bringen. Ja, sie konnte sich sogar wünschen, wann und wo sie landete ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Assungas Zaubermantel (1. Teil)


Das Brüllen des Mannes erreichte die Stärke eines Orkans. Sein bleiches, gelblich angehauchtes Gesicht verzog sich zu einer schiefen Grimasse, in der der offenstehende Mund wie der Eingang zu einem tiefen Schacht wirkte.

Das Schreien war so laut, dass es selbst das Rauschen des Wassers übertönte. Als dicker Strahl floss die Flüssigkeit aus der Öffnung. Doch es war kein Wasser, sondern eine Säure, und sie hatte die rechte Hand des Mannes verletzt, als er sich die Hände hatte waschen wollen.

Er taumelte zurück.

Das Schreien brach ab. Nur mehr ein Zischen war zu hören, als er die Luft einsaugte. Er prallte mit dem Rücken gegen die Wand dicht neben dem Toilettenbecken, schüttelte den Kopf, als könne er nicht begreifen, in welch eine Lage er geraten war.

Sich die Hände waschen und plötzlich mit einem Säureschwall konfrontiert zu werden, das war mehr, als die meisten Menschen vertragen konnten.

Und da machte auch der hochgewachsene Mann mit den schwarzen Haaren und dem bleichen Gesicht keine Ausnahme. Er war unter dem Namen Kyle bekannt und besonders in der gefährlichen Schattenkirche ein Begriff, aber das war in diesem Augenblick vergessen, als er auf seine Hand schaute, die mit der Flüssigkeit in Berührung geraten war.

Er hatte sie noch schnell wegziehen können, dennoch hatte die Säure einen Teil des Handrückens und die Finger schon angreifen können, und dies wiederum sehr schnell.

Seine Haut war weicher geworden. Gleichzeitig heller, erinnerte an Pudding, hatte zahlreiche Falten gebildet, die sich wie eine Ziehharmonika auf den Handrücken zusammenschoben. Er nahm auch einen ätzenden Geruch wahr, und als er genauer hinschaute, da stellte er fest, dass sich seine Fingernägel auflösten. Blasen hatten sich bereits auf dem Horn gebildet, und Kyle war klar, dass er etwas unternehmen musste. Die Säure konnte er nur mit Wasser bekämpfen, wobei er nicht sicher war, was nun aus den einzelnen Öffnungen fließen würde.

Er hatte kaum mitbekommen, dass er auf der Toilette saß. Nur die Hand zählte für ihn. Er betrachtete sie voller Neugier, aber auch mit Widerwillen und Abscheu.

Dann stemmte er sich hoch. Ihm stand nicht nur das Waschbecken zur Verfügung, es gab auch die schmale Badewanne, die ebenfalls einen Wasserhahn besaß, wobei er hoffte, dass aus ihm eine normale Flüssigkeit strömen würde.

Auf dem kurzen Weg zur Wanne stieß er mehrere Flüche aus. Kyle konnte einfach nicht begreifen, dass sich etwas Derartiges verändert hatte. Eine Verwandlung von Wasser in Säure durfte es gar nicht geben, das war rational nicht zu fassen. Dahinter konnten seiner Meinung nach nur andere Kräfte lauern, hochsensible, magische Schattenkräfte.

Obwohl im Bad das Licht brannte, war es düster. Es mochte auch an den Wänden liegen, die mit einfacher, wasserabweisender, grauer Farbe bestrichen waren. Sie schienen einen Teil des Lichts aufzusaugen. Die Fliesen auf dem Boden sahen schmutzig aus. Zur Mitte senkten sie sich. Wenn Wasser überschwappte, lief es auf einen kleinen Gully zu, der inmitten der Fliesen wie ein Auge aussah, das in die Höhe und gegen die blasse Decke glotzte.

Warum war er so bestraft worden? Weshalb hatte sich das Wasser denn in Säure verwandelt?

Er bekam es nicht in die Reihe. Die wildesten Spekulationen schossen durch Kyles Kopf. Er hatte auch daran gedacht, dass sich jemand furchtbar an ihm rächen wollte, obwohl er sich selbst keiner Schuld bewusst war. Denn er hatte schließlich dafür gesorgt, dass es zur Rückkehr der Hexe Assunga gekommen war.

Kyle erreichte die Wanne, konnte nicht stoppen, prallte mit dem Knie gegen den Rand, kippte nach vorn, stützte sich an der Wand ab, bevor er seinen Körper senkte, den Arm langmachte und nach dem Wasserhahn tastete. Seine rechte Hand brannte wie verrückt. Die Blasen auf den Fingernägeln waren noch immer vorhanden, und ein Teil der Nägel hatte sich bereits völlig aufgelöst.

Kyle drehte den Hahn auf.

Ein noch breiterer Strahl schoss aus der flachen Öffnung und verteilte sich in der Wanne. Kyle beging nicht den Fehler, die Hand in die Flüssigkeit zu halten, er schaute ihr zunächst nach und stellte zu seiner Erleichterung fest, dass hier keine Säure hervorschoss, sondern normales Wasser, kalt und klar.

Kyle versuchte es, während ein Laut der Erleichterung über seine Lippen strömte.

Dann prallte der Strahl auf seine Hand.

Der große, schwergewichtige und bleiche Mann schrie leise auf, als er die Schmerzen spürte. Sie schossen durch seine Hand bis in den Arm hinein. Der Druck des Wasserstrahls bereitete ihm die Pein. Es dauerte, bis er sich gefangen hatte und nachschauen’konnte, was das fließende Wasser an seiner Hand angerichtet hatte.

Ein Teil der Haut, der sich bereits so weit gelöst und gelockert hatte, dass es ihm nicht- mehr möglich war, dem Wasserdruck zu widerstehen. Die Flüssigkeit besaß eine derartige Kraft, dass sie die Haut mit sich riss, wegspülte und er den hellen Fetzen nachschaute, die der Wasserstrom mit sich trug und dem Abfluss entgegendrückte, wo sie dann unter kreisenden Bewegungen verschwanden.

Mit jedem Stück Haut schien ein Teil von ihm selbst gurgelnd im Abfluss zu verschwinden.

Aber das Wasser linderte den Schmerz. Es brannte nicht mehr so. Jetzt war die Kälte umso stärker, doch Kyle fing an sie zu genießen, er hielt seine Hand noch immer in die Flüssigkeit hinein, wobei er seine Augen halb geschlossen hatte, auf das Echo seines Herzschlags lauschte und sich fragte, wer ihm dies eingebrockt haben könnte. Für ihn hing es einfach mit einer Bestrafung zusammen, denn einen anderen Grund konnte er sich nicht vorstellen.

Wem habe ich etwas getan?

Die Frage, die er sich stellte, war wie ein Schrei, der keine Antwort fand. Statt dessen glotzte er auf seine Hand nieder, die einen Teil der Haut verloren hatte und wo sich jetzt Blut und Wasser zu einer rötlichen Flüssigkeit vermischten, die ebenfalls dem Abfluss entgegengurgelte, um zu verschwinden.

Er dachte an die Schattenkirche!

Sie hatte ihre Pflicht getan. Die alte Hexe war erweckt worden, und sie hatte mit Tricia Bell das neue Opfer bekommen, das sie benötigte, um selbst weiterexistieren zu können. Es war alles richtig abgelaufen, nichts hatte ihn gestört, und dennoch fühle er das Brennen auf seiner Hand wie eine Bestrafung.

Kyle wusste nicht, wie lange er die Finger und den Handrücken unter den dicken Wasserstrahl gehalten hatte. Irgendwann aber richtete er sich wieder auf, schleuderte seine Haare zurück, die ihm in die Stirn gefallen waren, taumelte zurück und schlenkerte die Rechte, um die Nässe zum Teil abzuschütteln.

Als er den Handtuchhalter erreichte, blieb er stehen. Mit der Linken nahm der das Tuch ab. Es gehörte nicht zu den Besten, war nicht flauschig, bestand eher aus einem Stoff, der kratzte, doch ihm blieb in diesem Moment keine andere Wahl, und dementsprechend vorsichtig ging er mit sich selbst um.

Behutsam legte er das Handtuch auf die Wunde, presste die Zähne und Lippen zusammen, als er den beißenden Schmerz spürte, ließ aber nicht locker, sondern tupfte die Nässe ab.

Er schaute wenig später hin, als er das Handtuch gedreht hatte. Auf der Inneneite klebten wässriges Blut und kleine Hauttetzen. Sensiblere Menschen wären in Ohnmacht gefallen. Kyle aber hatte sich wieder gefangen und fluchte.

Ihm war auch klar, dass er mit dieser Hand sich kaum in der Öffentlichkeit zeigen konnte. Für ihn gab es nur eine Möglichkeit. Er musste sie verbinden.

Zum Glück bewahrte er im Badezimmer auch Dinge wie Pflaster und Verbandsmull auf. Beides befand sich in einem kleinen Schrank, der am Fußende der Wanne an der Wand befestigt worden war. Er öffnete die Tür, keuchte wieder, weil allmählich die Kälte an der Hand nachließ und das Blut wieder normal zirkulierte, sodass durch die Wärme die Schmerzen zurückkehrten.

Er suchte nach, fluchte und schleuderte Dinge aus dem Schrank, die er nicht brauchte. Zwei kleine Scheren landeten ebenso in der Wanne wie Röhrchen mit Tabletten, Rasierwasser und eine Tube Gel für die Haare. Er fand das Pflaster, er fand den Mull, der noch zu einer Rolle zusammengebunden war.

Auch eine Schere nahm er mit und setzte sich wieder auf den Toilettendeckel.

Seine verletzte Hand zuckte. Es sah aus, als wollte sich das Fleisch melden und seine Schmerzen hinausschreien. Von einigen Fingernägeln war nicht mehr viel zurückgeblieben, auch die Kuppen waren in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Hand brannte zudem so stark, dass sich Kyle auf nichts anderes konzentrieren konnte, obwohl er seine andere Arbeit vorziehen musste. Auf das Pflaster verzichtete er. Er kümmerte sich um den Mull, schnitt die Binde mühevoll mit der Schere ab, konnte sie dann um seine verletzte Hand wickeln.

Das alles machte er wenig fachmännisch, was ihn nicht weiter störte. Er wollte nur die Hand verbunden haben, alles andere zählte in diesem Fall nicht.

Kyle verbrauchte den gesamten Mull. Nachher schaffte er es, einen Doppelknoten zu schlingen, blieb sitzen, fühlte sich erschöpft und stellte fest, dass der Schweiß auf seiner Stirn wie Wasser lag und dort eine Schmierfläche gebildet hatte.

Er atmete tief durch.

Sein Herz hämmerte noch immer stärker als gewöhnlich. In seinem Kopf tuckerte es. Doch am schlimmsten nach dem Brennen in seiner Hand war die Frage nach dem Warum?

Er konnte sich keinen Grund vorstellen, der für eine Bestrafung ausgereicht hätte.

Dass es eine Bestrafung gewesen war, davon musste er einfach ausgehen. Es gab keine andere Möglichkeit, und diese Bestrafung hatte...

Erscheint lt. Verlag 26.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3430-0 / 3838734300
ISBN-13 978-3-8387-3430-9 / 9783838734309
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