Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 595 (eBook)

Radio-Grauen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3375-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 595 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Radio-Grauen.

»Vier Selbstmorde«, sagte Sir James Powell. Er schaute Suko und mich durch die dicken Brillengläser scharf an. »Bei keiner der Taten war überhaupt die Spur eines Motivs zu erkennen.«

»Wo?«, fragte Suko.

»In Carstairs. Der Ort liegt im südlichen Schottland. Fahren Sie so rasch wie möglich hin.«

Wir fuhren hin und hörten die Stimmen der Toten, die die Lebenden ins Jenseits riefen ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Radio-Grauen


»Vier Selbstmorde«, sagte Sir James Powell. Er schaute Suko und mich durch die dicken Brillengläser scharf an. »Bei keiner der Taten war überhaupt die Spur eines Motivs zu erkennen.«

»Wo?«, fragte Suko.

»In Carstairs. Der Ort liegt im südlichen Schottland.

Fahren Sie so rasch wie möglich hin.«

Wir fuhren hin und hörten die Stimmen der Toten, die die Lebenden ins Jenseits riefen …

*

Dass ihm seine Eltern den Namen Maximilian gegeben hatten, war für ihn nur in seiner Kindheit und der frühesten Jugend störend gewesen. Später war aus dem Maximilian ein Max geworden, und Max galt in der Branche und bei vielen Kennern als Markenzeichen.

Mikro-Max, der Tiger im Studio, der Zauberer am Mischpult, mal Softie, mal Macho, das Stimmwunder der Nacht, das einsame Frauen unruhig werden ließ, wenn sie sich von seiner Sendung berieseln ließen.

Für Max blieben die Menschen nachts auf oder machten durch. Max provozierte, Max knallte ihnen die Wahrheiten an den Kopf, Max brachte sie auf Trab und gleichzeitig zum Nachdenken. Dabei war Max ein Typ, dem man den Macho kaum abkaufte. Er trug das schwarze Haar kurz. Seine Brille besaß kugelrunde Gläser und erinnerte an die billigsten Modelle, wäre nicht das rote modische Gestell gewesen, das die Optik umschloss. Max liebte die Farbe Rot. Zudem lebte er in einer Zeit, wo er sich als Mann nicht zu schämen brauchte, auch mal rote Kleidung zu tragen. Wie seine Strickjacken oder die Hemden; aber auch die Hosen zeigten oft genug einen Hauch von Rot.

An diesem Abend trug er ein weißes Hemd. Die lange rote Strickjake, auch Cardigan genannt, hing lässig über seinen Schultern. Die schwarze, weit geschnittene Hose bestand aus einem Stoff, der sehr weich fiel und gerade richtig für diese Temperaturen war, nicht zu warm und nicht zu kalt.

Die große Hitzewelle hatte die Insel verlassen. Regen und Kühle wechselten sich ab. Nicht nur die Bauern atmeten auf, auch viele Menschen hatten sich nach Regen gesehnt.

Die Radiostation lag am Rande der Stadt. Das ältere Haus wurde von allen nur Villa genannt, es versteckte sich hinter den hohen Bäumen eines Parks, der von einem hohen Zaun umgeben war. Ein Gittertor bildete den Eingang.

Max fuhr einen alten Triumph Spider. Natürlich auch in Rot. Diesmal hatte er das Verdeck zugeklappt; der Wind war doch zu kühl in diesen Abendstunden.

Eine Kamera überwachte den Eingang. Das Bild erschien auf dem Monitor in der Portiersloge, wo Uncle Tom saß, ein Farbiger aus dem tiefsten Afrika, der schon seit mehr als vierzig Jahren in England lebte. Tom wusste immer, wann Max kam, der sich so gut wie nie verspätete. Kaum erschien der Spider auf dem Monitor, senkte Tom seinen Finger auf einen viereckigen Knopf. Das Tor öffnete sich automatisch.

Max grinste, als er sah, wie die Flügel zur Seite glitten. Er kitzelte noch einmal das Gaspedal, dann schoss er hinein in das Grundstück, wo der feine Kies hinter den Reifen des Flitzers wegspritzte. Er fuhr unter den breiten Kronen der Bäume hinweg, sah das Licht hinter den Fenstern der Villa und auch den umgebauten Eingang, der noch verbreitert worden war. Daneben befanden sich Parktaschen. Max stellte sein Fahrzeug stets in derselben ab, stieg lässig aus, schleuderte seinen Rucksack mit den Unterlagen über die Schulter und betrat die Villa, als die Tür vor ihm zur Seite schwang.

Uncle Tom war aus der Loge gekommen. Er und Max mochten sich. Der Moderator gehörte nicht zu den eingebildeten Pinseln, die es auch beim Sender gab.

»Na, wie ist es?«, rief Max.

»Gut.«

»Dann können wir ja anfangen.«

»Hast du was Besonderes für heute auf der Pfanne?«

»Nein, eigentlich nicht.« Max lachte. » Du weißt doch, Tom, meine Sendungen sind immer stark.«

»Ja, stimmt.« Toms Gesicht verzog sich zu einem Lächeln. »Es sind übrigens einige Anrufe gekommen. Da wollten Hörer wissen, ob du wieder die Politiker zur Sau machst.«

Max blieb stehen und schob seine Brille zurück. »Im Prinzip eine gute Idee, würde ich auch gern. Aber sag mir, wen ich mir da vornehmen soll! Kennst du dich aus?«

»Auch nicht. Es bieten sich aber fast alle an.«

»Richtig, Tom.« Max lächelte hintergründig. »Vielleicht beschäftige ich mich auch mit einem ganz anderen Thema, alter Junge. Mit einem heißen Ding.«

Uncle Tom kniff ein Auge zu. »Kannst du mir einen Tip geben, Max.«

»Nein.«

»Einen kleinen, bleibt doch unter uns.«

Max grinste. »Hörst du meine Sendungen?«

»Immer.«

»Ehrenwort.«

»Klar.«

»Dann höre auch heute Abend rein. See you.« Lachend verschwand Max Schreiber in Richtung Fahrstuhl. Die Studios lagen in der dritten, der letzten Etage. Er hatte keine Lust, den Weg zu Fuß zu laufen. Im Lift verschwand der lockere Ausdruck aus seinem Gesicht und schuf einem sehr nachdenklichen Platz.

In dieser Nacht hatte er tatsächlich ein Experiment vor. Er wollte sich mit Dingen beschäftigen, die normalerweise nicht in ein Radioprogramm gehörten.

Okkulte Phänomene, Grusel, Horror, speziell mit Stimmen aus dem Jenseits!

Max Schreiber hatte in der letzten Zeit einiges darüber gelesen, und diese Artikel waren nicht nur von Laien geschrieben worden, sondern von Wissenschaftlern, die sich mit diesem Thema intensiv beschäftigt hatten. Sie hatten die Stimmen aufgenommen und über das Jenseits nachgedacht. Natürlich war es ihnen nicht gelungen, perfekte Lösungen zu finden, doch sie glaubten, ihnen auf der Spur zu sein. Das Leben schien mit dem Tod nicht beendet zu sein, sondern sich auf einer anderen Daseinsebene abzuspielen.

Max Schreiber war sicher, dass er mit diesem Thema eine wahre Fundgrube aufgetan hatte. Einmal in der Woche, am Freitag, würde er sich mit den okkulten Phänomen beschäftigen.

Er musste sich nur noch einen Titel für die Sendung einfallen lassen …

Im Flur herrschte nicht mehr die Hektik des Tages. Am Abend ging es ruhiger zu.

Im Studio saßen die beiden Tontechniker Armand und Clara. Hinter der Glasscheibe sprach jemand die Nachrichten. Wenn er fertig war, würde Max mit seiner Sendung beginnen.

Er begrüßte seine Kollegen und öffnete die Tür seines Arbeitsraums, wo der Sprecher den Wetterbericht vorlas. Angeblich sollte es mehr Regen als Sonne in den nächsten Tagen geben.

»Damit darf ich mich von Ihnen verabschieden, liebe Hörer, und das Mikrofon an einen Kollegen übergeben. Max Schreiber wird Sie in den folgenden vier Stunden begleiten. Viel Vergnügen und bitte nicht einschlafen …«

Armand sah das Zeichen und reagierte. Er spielte die Musik ein, die er vorgesehen hatte.

»Der Sprecher stand auf. »Du kannst dich austoben, Max. Hast du etwas Besonderes?«

»Klar doch.«

»Und was?«

»Hör am besten rein.«

»Werde ich auch machen, heiße Nacht noch.«

»Danke, gleichfalls.« Max schaute dem Kollegen hinterher. Er hatte schon vor dem Mikro Platz genommen und stellte nur mehr die Höhe des Stuhls ein.

Jetzt saß er richtig, gab Armand ein Zeichen, damit der die Musik leiser stellte. Der Techniker wusste bereits, was aufgelegt werden musste. Eine dumpfe, unheimliche Musik, die klang, als würde sie direkt aus einer Gruft kommen.

»Ja, meine lieben Freunde und Zuhörer«, flüsterte Max, »Sie werden bestimmt verwundert darüber sein, dass Sie an diesem Freitag nicht den normalen Trailer hören, der sonst meine Sendungen begleitet, aber das hat seinen Grund. Sie werden ihn gleich erfahren. Ich gebe Ihnen allen noch Zeit, sich mit Getränken, Erdnüssen, Kopfläusen oder was immer es auch sein mag, einzudecken. Ich verspreche Ihnen, dass Sie so leicht nicht mehr von Ihren Geräten wegkommen werden, denn Max, der Radio-Tiger, hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Max wird Sie alle das Fürchten lehren, denken Sie daran! Dämpfen Sie die Beleuchtung, und dann, nach der nächsten Musik, hören wir uns wieder.«

Das Zeichen für den Tontechniker, der sofort reagierte und die Musik lauter stellte.

Clara mit dem Wuschelkopf und den knalleng sitzenden Jeans, öffnete die Verbindungstür.

»He, was hast du dir denn heute einfallen lassen?«

»Etwas Irres.«

Clara blieb neugierig. »Wie irre denn?«

»Das wirst du schon hören.« Max fing an, seinen Rucksack zu leeren. Er hatte sich einige Unterlagen eingesteckt, auf die er nicht verzichten konnte.

»Sag’s doch, Max!«

»Lass ihn, wenn er nicht will!«, meldete sich Armand vor der Scheibe. Er hatte mitgehört. »Vielleicht ist es ein Krimi oder eine heiße Erotikgeschichte.«

»Danke, das ist eine Idee für den Samstag. Ich werde sie mir durch den Kopf gehen lassen, Armand.«

»Kostet aber eine Flasche.«

»Sogar zwei.«

»Achtung, Max, es ist gleich soweit.« Die Musik klang aus, auch Clara zog sich zurück. Max legte noch seine Unterlagen zurecht, bevor er sich mit einer völlig veränderten Stimme meldete.

»Hallo, meine nächtlichen Begleiter, da bin ich wieder. Habt ihr meine Ratschläge befolgt? Stehen die Dinge bereit. Seid ihr darauf gefasst, von nun an jede Woche einen Trip durch die Gefilde des Unheimlichen, des Außergewöhnlichen zu machen? Ich kann euch und Ihnen versprechen, es werden Nächte, da vergisst der Vater die Mutter, der Freund die Freundin. Da gibt es nur noch meine Serie. Gemeinsam werden wir versuchen, in die Grabkammern der menschlichen Seele hinabzusteigen. Wir werden konfrontiert mit dem Schrecken, dem Unerklärlichen und der Angst vor dem Jenseits.« Das letzte Wort sprach er flüsternd aus, um den Zuhörern den nötigen...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3375-4 / 3838733754
ISBN-13 978-3-8387-3375-3 / 9783838733753
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70