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John Sinclair 594 (eBook)

Maniac und Marylin

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3374-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 594 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Maniac und Marylin.
Romeo und Julia, Tristan und Isolde, die Traviata und Alfred - berühmte Liebespaare, die aus der Literatur und der Musik ebensowenig wegzudenken sind wie Othello und Desdemona.
Man kannte sie, man liebte sie, man lehnte sie auch ab, je nach Geschmack und Gefallen.
Sie alle waren nichts gegen das Liebespaar, das wir kennenlernten und das der Teufel zusammengeschweißt hatte.
Maniac und Marylin!
Ach so, noch etwas. Das ist keine Liebesgeschichte, Freunde. - Viel Spaß!
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Maniac und Marylin


In der Schlafkoje roch es nach Schweiß, Zigarettenrauch und billigem Parfüm.

Letzteres stammte von der kleinen Blonden, die sich damit eingerieben hatte, bevor sie zu Lester Mayfair in den Truck geklettert war, um ihm die nächste halbe Stunde zu versüßen.

Die Blondine gehörte zu den zweibeinigen Highway-Schwalben, die auf den Rastplätzen auf Trucker warteten und eigentlich immer einen guten Umsatz machten.

In dieser Nacht war Lester ihr erster Kunde. Die Blonde, die nur Boxershorts trug und ein tiefausgeschnittenes rotes T-Shirt …

Lester hockte schon da und wartete, während die Blonde die Nase rümpfte. »Was hast du?«

»In deiner Koje stinkt’s.«

»Na und?«

»Wie – na und?«

Mayfair – mit grauem Drei-Tage-Bart – fing an zu grinsen. »Das bist du doch gewöhnt.«

»Ich nicht.«

»Und jetzt? Willst du kneifen?«

Sie überlegte und zog den Stoff des Shirts höher. Dennoch hatte Lester einen guten Einblick, er saß schließlich höher. Was die Kleine zu bieten hatte, machte ihn an.

»Kneifen nicht, aber Geruchszulage.«

»Du tickst nicht richtig.«

Sie dachte schon an Rückzug. Ihr breiter Mund zeigte ein verzerrtes Lächeln. »Fünf Pfund, ready?«

»Drei.«

»Nein – vier!«

»Ich bleibe bei drei.«

Die Blonde überlegte. »Okay«, stimmte sie zu. »Drei Pfund extra.« Sie rieb Daumen und Zeigefinger gegeneinander. »Her mit dem Zaster!«

Mayfair gehörte zu den erfahrenen Truckern. »Schau mal weg!«, sagte er.

Erst als die kleine Hure sich umgedreht hatte, holte er die Scheine aus seinem Versteck.

Dieses Girl machte ihn auch deshalb an, weil es ihn an seinen Schwarm Samantha Fox erinnerte. Die Größe kam hin, auch die Figur stimmte, nur das Gesicht zeigte einen etwas anderen Ausdruck, was Lester aber nicht weiter störte.

Wenn die Blonde das Rascheln von Scheinen vernahm, wurde sie munter. So auch jetzt. Sie drehte sich um, streckte die Hand aus und ließ das Geld in ihrem kleinen Täschchen verschwinden.

Lester rückte zur Seite. »Kommst du jetzt hoch, Süße?«

»Aber klar doch.« Sie lächelte zuckersüß und befreite sich von ihrem Oberteil.

Was da ins Freie hüpfte, begeisterte Lester. Er leckte über seine Lippen. Toll in Form und nahtlos braun, dachte er.

»Gut, nicht?«

»Irre!«, keuchte er. »Irre!« Er half ihr in die Koje und wollte sich ebenfalls entkleiden, als sie beide zusammenzuckten, denn zugleich hatten sie das Geräusch gehört.

Ein dumpfes Wummern war von der Ladefläche her an ihre Ohren gedrungen. Das Girl starrte Lester an. »He, hast du da noch einen blinden Passagier, der Spanner spielen will? Da kriege ich noch was zu.«

»Quatsch.«

»Wer kann das denn sein?«

»Weiß ich doch nicht.« Lester fing an zu schwitzen und ärgerte sich darüber.

»Sieh lieber mal nach. Ich will hier keine Überraschungen erleben. Sonst bekommt man noch kalten Stahl in den Bauch. Das habe ich nicht gerne, weißt du.«

»Nein, später.« Er griff nach ihrem Busen, doch sie schlug ihm auf die Finger.

»Hör mal, Trucker, ich habe Angst. Auf diesen Scheiß-Rastplätzen ist schon zu viel passiert. »Ehrlich, Mann, ich mache dir nichts vor.«

»Das Geräusch kam von innen.«

»Spielt das eine Rolle?«

»Ja, wenn ich dir sage, was ich geladen habe, schon.«

»Was hast du denn geladen? Deine Flinte, wie?« Sie fing an zu kichern.

»Hör auf mit dem Quatsch!« Lester grinste. »Die auch, ansonsten Dekorationen. Filmdekorationen. Einen Wald, eine Straßenfront, ein paar böse Monster, glaube ich.«

»Ach so.«

»Und meinen Freund, den Maniac.«

»Müsste ich den kennen?«

»Lieber nicht. Der hat eine ganze Stadt unsichtbar gemacht. Das kannst du bald auf Video sehen. Der Streifen wurde für die Videotheken gedreht. Ich habe gehört, dass er ein Hammer sein soll. Da rennt ein Blechmonster durch die Gegend und killt.«

»Wen denn?«

»Frag nicht so blöd, lass uns endlich anfangen!«

Dazu kam es wieder nicht, denn das dumpfe Geräusch wiederholte sich. Diesmal lauter und auch länger anhaltend, sodass die Blonde mit einem Satz aus der Koje rollte. Sie hatte darin Routine und landete sicher auf dem Sitz, wo sie nach dem dort liegenden T-Shirt schnappte. »Ich fange erst an, wenn du dich davon überzeugt hast, dass die Luft rein ist.«

»Dann muss ich hinten alles öffnen.«

»Ist mir egal.

Lester Mayfair fluchte, während die Blonde den Wagen verließ und auf den Parkplatz sprang. Der Truck stand ziemlich abseits, wo der Buschgürtel begann, der sich ein Stück weiter zu einem Wald verdichtete.

Lester Mayfair zog ebenfalls sein Hemd über. Ein Netzhemd mit weiten Armausschnitten. Mit zielsicherem Griff holte er unter dem Sitz eine handliche Eisenstange hervor.

»Immer noch Angst?«, fragte er und hielt der Blonden die Stange schräg vor das Gesicht.

»Schau lieber nach.«

»Keine Panik, Süße, das erledige ich schon.« Er schritt an der Ladefläche entlang zur hinteren Seite des Trucks.

Die Blonde wollte ihm erst folgen, entschied sich aber, nahe des Führerhauses zu warten. Ein Schauer lief über ihre Haut. Bei der Hitze ungewöhnlich, es lag wohl an der innen lauernden Furcht. Sie schaute auf den breiten Rücken des Truckers. Er gehörte zu den Männern, die vor Kraft kaum laufen konnten. Sein Gang war mehr ein Rollen, die Arme leicht vom Körper abgewinkelt, schwangen sie bei jedem Schritt hin und her. In der rechten Hand trug er die Stange.

Bevor er sich an den Ladetüren zu schaffen machte, drehte er sich kurz um und winkte. »Zwei Minuten, Baby, dann komme ich zurück. Aber wie, das hast du noch nicht erlebt.«

Die Blonde grinste nur. Ihre kleine Tasche hatte sie mitgenommen. In der Schachtel steckten noch zwei Glimmstängel. Sie holte den zweitletzten hervor, gab sich Feuer und rauchte in tiefen Zügen.

Lester Mayfair untersuchte mittlerweile das Schloss der beiden Türhälften. Es war so stabil, dass selbst ein Mr. Universum es ohne Schlüssel nicht auseinanderbekommen hätte. Nein, hier war nichts beschädigt. Er brauchte nicht einmal Licht, um das erkennen zu können, weil der volle Mond am Himmel stand und mit kalter Pracht strahlte.

Allerdings musste er auch zugeben, dass ihn die Geräusche beunruhigt hatten. Wenn die Kleine von einem blinden Passagier gesprochen hatte, lag sie da nicht einmal so falsch.

Er zog an der Sicherungskette, schlug gegen die rechte der beiden Halbtüren, ohne eine Reaktion zu bekommen. Aufschließen und nachschauen, wäre eine Möglichkeit gewesen, nur hatte er dazu keinen Bock. Außerdem wartete die Blonde nicht ewig, und bezahlt hatte er auch.

»Na ja, war wohl nichts«, sagte er und drehte sich um und wollte wieder gehen.

In diesem Augenblick brach das Verhängnis mit Urgewalt eines Orkans über ihn herein …

*

Sie hieß Marylin, war rotblond, besaß den Gesichtsausdruck einer Kindfrau, die Figur von einem Vollblutweib und kam einfach toll an. Wenigstens bei den Regisseuren, die Marylin für ihre Filme ausgesucht hatten. Das waren Streifen, die nicht in die Kinos kamen und nur für den Videomarkt produziert wurden. Wobei auf keinen Fall von einer Erfolglosigkeit gesprochen werden konnte, denn diese Filme waren Renner.

Action-Reißer, harte Streifen, Krimis, Filme mit Horror und SF-Themen. Das kam an. Marylin, der man die Unschuld vom Lande ebenso abnahm wie die harte Kämpferin mit Schwert und Kanone, kassierte nach jedem gedrehten Streifen höhere Gagen, die ihr Agent, ein kleiner, glatzköpfiger Mann namens Willy Style herauspokerte.

An diesem Abend war er schon gegen neunzehn Uhr bei Marylin erschienen. Kurz vor Mitternacht hockte er noch immer in dem Glashaus, wie sie ihre Wohnung auf dem Dach getauft hatte, denn das Penthouse bestand fast nur aus dicken Glaswänden.

Der herrliche Blick über den Hyde Park hinweg kostete einiges an Geld. Die Rotblonde hatte eine Filmgage hinblättern müssen, um sich das Haus zu kaufen.

Wie immer transpirierte Willy. Das weiße Hemd zeigte an den Achseln dunkle Flecken, die karierte Hose bestand nur mehr aus Knitterfalten. Früher einmal waren seine Haare ebenso braun gewesen wie die Pupillen. Das Gesicht war rund, der Mund sehr breit. Seine schmale Nase sah aus wie der Bogen einer Brücke. Er stellte das Glas auf den Kunststofftisch und ließ sich in den weichen Sessel fallen. Von diesem Platz aus konnte er durch die Scheibe auf die Terrasse schauen, wo sich Marylin noch aufhielt. Sie warf den letzten Blick in den Nachthimmel und schaute gleichzeitig gegen das runde Auge des Mondes.

Willy stöhnte auf, als er sie sah. Wie sie sich bewegte, das war schon irre. An diesem Abend trug sie eine dieser engen, wie auf die Haut gemalt wirkenden Hosen, die an den Waden endeten und Längsstreifen aus Rot und Weiß aufwiesen. Übergestreift hatte sie ein dünnes Shirt mit halbrundem Ausschnitt. Was sich darunter abzeichnete, in den Filmen oft unbedeckt, hatte schon viele Männer träumen lassen. An ihren Handgelenken klimperten Reifen aus Modeschmuck. Hochgesteckt hatte sie ihr rotblondes Haar, der Schmollmund war verzogen, in den grüngrauen Augen lag ein Ausdruck zwischen naiver Unschuld und Sünde. Auch die nicht zu große, feingeschwungene Nase passte zum Gesicht.

Vor der Tür blieb sie stehen. Knapp lächelte sie Willy an. »Was hast du?«, fragte er, »du wirkst irgendwie seltsam. Nicht so locker oder cool wie sonst. Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?«

»Nein.«

...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3374-6 / 3838733746
ISBN-13 978-3-8387-3374-6 / 9783838733746
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