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John Sinclair 582 (eBook)

Das Monstrum

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3362-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 582 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Das Monstrum.

Der Killer zerrte die bewusstlose Frau hoch, grinste dreckig und hängte sein Opfer an einen Fleischerhaken. Mit einem ratschenden Laut drang die Spitze durch den Kragenstoff der Jacke.

Genau in dem Augenblick öffnete die Frau die Augen. Blut lief über ihr Gesicht. Die Angst flackerte in ihren Pupillen; die Lippen zitterten, bevor sich der Mund öffnete, ein Schrei aber zwischen Kehle und Lippen steckenblieb.

Es war klar, was der Killer vorhatte, und das merkten auch die Zuschauer.

Im Kino wurde es unruhig ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Monstrum


Der Killer zerrte die bewusstlose Frau hoch, grinste dreckig und hängte sein Opfer an einen Fleischerhaken. Mit einem ratschenden Laut drang die Spitze durch den Kragenstoff der Jacke.

Genau in dem Augenblick öffnete die Frau die Augen. Blut lief über ihr Gesicht. Die Angst flackerte in ihren Pupillen; die Lippen zitterten, bevor sich der Mund öffnete, ein Schrei aber zwischen Kehle und Lippen steckenblieb.

Es war klar, was der Killer vorhatte, und das merkten auch die Zuschauer.

Im Kino wurde es unruhig …

Meist weibliche Gäste schlossen die Augen und machten sich Vorwürfe, überhaupt in den Film gegangen zu sein. Die Reklame hatte ihn als Mutprobe bezeichnet.

Füße scharrten unruhig über den Boden, schweißnasse Hände ballten sich zu Fäusten. Manch scharfer Atemzug war zu hören und verklang in der stickigen Atmosphäre des Kinos, in dem die Belüftung kaum funktionierte und die Anlage den Zigarettenrauch auch nur mühsam absaugte.

Irgendwo lachte jemand kichernd. Wohl mehr eine Schutzreaktion vor der eigenen Furcht.

Wenn Szenen wie diese auf der Leinwand abliefen, dann stieg auch der Konsum von Zigaretten. Zu hören war besonders das Klicken der Feuerzeuge oder das Ratschen von Zündholzköpfen über raue Reibflächen der Schachteln.

Viele Pärchen waren da, um sich den Splatter-Streifen anzuschauen. Es waren besonders die Mädchen, die sich zur Seite und damit eng an ihre Begleiter drückten, wobei sie die Köpfe an die Schultern lehnten, um mit einer blitzschnellen Drehung das Gesicht in den Stoff tauchen zu können. Dabei presste sich oft genug eine weibliche Hand wie eine Klammer um den Arm des männlichen Begleiters.

Auch unter den angeblich so starken Männern gab es genug, die Furcht hatten. Dieser Film war grausam und dennoch zu einem Kultstreifen hochstilisiert worden, ähnlich wie damals Tobe Hoopers Texas-Kettensägen-Massaker, wobei letztgenannter Film auf einer wahren Begebenheit beruhte.

Dieser Film aber war schlimmer, viel schlimmer. Es hatte Tote gegeben, nicht nur auf der Leinwand, nein, auch im Kino. Seit einigen Monaten trieb ein unheimlicher Mörder sein Unwesen. Er versteckte sich in den dunklen Sälen und tötete.

Einige Male war der Film deswegen von den Spielplänen abgesetzt worden, per Gerichtsbeschluss jedoch wieder in die Kinos gebracht worden, denn ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den vier Morden im Kino und dem Streifen konnte nicht bewiesen werden.

Vier tote Mädchen!

Ein kalter, realer Horror begleitete jede Aufführung des Streifens. Vielleicht war der Film deshalb zu einer Sensation geworden und die Kinos, in denen er lief, stets überfüllt.

Auf der Leinwand bückte sich der stoppelhaarige Killer mit der fleischfarbenen Schweinemaske und öffnete einen Koffer. Als der flache Deckel hochschwang, blitzte die Klinge einer Machete. Die Waffe besaß einen schwarzen Griff, auf dem sich zwei helle Totenköpfe abzeichneten. Ein zufriedenes Grunzen drang unter der Maske hervor, als der Mann seine Hand um den Griff legte.

Melody Ingram saß in ihrem Sitz. Die Vorstellung war nicht ganz ausverkauft, sie hatte in der Mitte der letzten Reihe noch einen Platz finden können. Je weiter sie von der Leinwand entfernt war, umso besser war es für sie. Und ein Beschützer saß auch nicht in ihrer Nähe. Sie kam sich vor wie auf einer Insel.

Melody war fünfundzwanzig, trug das Haar lockig und halblang. Auf ihrem Schoß stand die große Handtasche mit dem offenen Reißverschluss, sodass die beiden Hälften zur Seite geklappt waren. Ihr schmales Gesicht zeigte einen angespannten Ausdruck, sodass die beiden Wangenknochen scharf hervortraten. Einige Morde hatte sie sich bereits auf der Leinwand ansehen müssen, und sie hatte bei diesen widerlichen Taten nicht die Augen geschlossen.

Auch jetzt tat sie es nicht.

Im Gegensatz zu früheren Taten des Killers war kein Schrei zu hören. Das Mädchen auf der Leinwand hauchte lautlos sein Leben aus, und der Killer war zufrieden.

Nicht so der Regisseur. Er setzte der Szene noch die Spitze auf, indem er eine zweite Person durch eine Seitentür erscheinen ließ. Es war die Schwester der Toten.

Und die schrie.

Das Schreien übertrug sich auf die Zuschauer. Manch einer war so geschockt, dass er ebenfalls nicht einen Schrei unterdrücken konnte. Selbst Melody war von dieser Szene gebannt. Sie hätte gern die Augen geschlossen, aber sie dachte an ihren Job, denn sie hockte nicht zu ihrem Vergnügen im Kino. Dabei merkte sie kaum, dass sie die rechte Hand in die Tasche steckte, wo die Finger den kalten Stahl der Waffe umklammerten.

Bei Szenen wie diesen hatte der echte Kino-Killer stets zugeschlagen …

Das Atmen drang wie ein Zischen an ihr Ohr. Es war von rechts gekommen, und Melody drehte sich um.

Ihr Mund öffnete sich, der Schrei blieb stecken, denn neben ihr hockte ein Mann.

Düster, unheimlich. Er war sehr breit, eine massige Gestalt mit einem grauen Gesicht, das sah Melody selbst bei dieser schäbigen Kinobeleuchtung.

War das der Mörder oder nur ein Gast, der sich ebenfalls den Streifen anschauen wollte?

Noch umklammerte ihre Hand die Waffe in der Tasche. Solange sie nicht Bescheid wusste, musste sie die Pistole steckenlassen, aber der Schreck war ihr in die Glieder gefahren.

Es hatte keine Beschreibung des Kino-Killers gegeben. Manche Zeitungen hatten ihn auch als Monstrum bezeichnet. Diejenigen, die ihn gesehen hatten, konnten nicht mehr reden. Sie waren auf der Stelle tot gewesen.

Melody Ingram riss sich zusammen. Nur keine Panik, hämmerte sie sich ein. Zeig ihm nicht, dass du dich fürchtest. Bleib ganz ruhig, bitte. Reg dich nicht auf!

Der Fremde hockte nicht direkt neben ihr. Ein Stuhl war zwischen ihnen frei geblieben. In der dichten Atmosphäre des Kinos wirkte er wie eine menschliche Klammer, aus der sie sich nicht lösen konnte. Sein graues Gesicht war mehr ein steinernes Bild, und die dunkle Kleidung passte ebenfalls zu ihm.

Melody fiel auf, dass die Klamotten rochen. Ein feuchter, muffiger Gestank, vermischt mit dem von altem Bratfett, ging von ihm aus. Wenn der Mann atmete, hörte es sich leicht röchelnd an. Er hielt den Mund geöffnet, sein Profil erkannte Melody nur schattenhaft, es besaß etwas Affenartiges, wie sie meinte.

Die Hände hatte er auf die Oberschenkel gelegt. Wie steinerne Pranken schauten sie aus den Jackettärmeln hervor. Der Kerl besaß dunkles Haar, das flach auf seinem Schädel lag.

Normal war der nicht …

Die Zeit der inneren Spannung klang etwas ab. Melody räusperte sich und nahm sogar ihre rechte Hand aus der Tasche. Sie hatte sich deshalb so furchtbar erschreckt, weil dieser neue Gast zugleich mit der schrecklichen Szene auf der Leinwand erschienen war.

Sie schaute nach vorn.

Wie abgemalt kamen ihr die Köpfe der anderen Kinobesucher vor. Inzwischen war auch das zweite Mädchen gestorben, der Killer ging und nahm seine Maske dabei ab. Die Kamera zeigte nur seinen Rücken. Zum Schluss des Films würde er erst entlarvt werden.

Allein der Titel reichte aus, um eine Gänsehaut zu bekommen. BLUTIGE ZEITEN – so hieß der Streifen. Man hätte dafür keinen passenderen Titel finden können.

Melody räusperte sich. Vor ihr raschelte Papier, als jemand Popcorn aus der Tüte holte. Sie empfand es nicht einmal als störend, und auf der Leinwand verklangen die letzten Schritte des Mörders, als er über Steinstufen schritt.

Bis zum nächsten Mord würde es ungefähr fünfzehn Minuten dauern, dann musste sich der Film allmählich dem Finale nähern, er lief nur noch eine knappe halbe Stunde.

Die junge Frau wischte über ihr Gesicht. Nicht nur der Film hatte sie ins Schwitzen gebracht, es lag auch an der stickigen Atmosphäre dieses alten Vorstadtkinos, das eine Renovierung dringend nötig gehabt hätte. Melody hatte durch den Popcorn-Esser Appetit bekommen. Ihr fiel ein, dass sie in der Tasche noch eine angebrochene Tüte Weingummis hatte.

Sie wühlte herum. Aus den Augenwinkeln stellte sie fest, dass ihr neuer Nachbar sie dabei beobachtete. Wenn sie jetzt den Platz gewechselt hätte, wäre sie sich komisch vorgekommen.

Die Handfläche berührte auch das Metall der Waffe. Seltsamerweise gab ihr dies kein beruhigendes Gefühl. Eigentlich hasste sie Schusswaffen, doch ihre Vorgesetzten hatten darauf bestanden, dass sie sich bei diesem Einsatz bewaffnete.

Es war ihr Zweiter und ein verdammt gefährlicher, wie ihr von allen Seiten klargemacht worden war.

Melody holte die flache Tüte hervor. Sie stellte sie vor die Tasche und schob zwei Finger in die Öffnung, um das Erste der Weingummis hervorzuholen.

»Ich auch?«

Die junge Frau schrak zusammen, als sie die Frage hörte. Es war mehr ein Röcheln, das ihr Nachbar ausgestoßen hatte. Innerhalb von Sekunden musste sie eine Entscheidung getroffen haben. Wie sollte sie sich verhalten? Dass sie von dem Kerl angesprochen werden würde, damit hatte sie nie im Leben gerechnet.

»He, ich auch!« Er beugte sich vor und schaute nach links, sie nach rechts.

Und sie sah das Messer!

Es war eine dieser langen, widerlichen Klingen, dreimal so lang wie der Griff.

Blitzartig erinnerte sich Melody. Die Morde waren durch lange Messer verübt worden. Kein Opfer war je dazu gekommen, noch einen Schrei auszustoßen. Es gab keinen Zweifel. Neben ihr hockte der Kino-Killer. Und sie hatte ihre Hand aus der Tasche genommen, anstatt dort weiterhin den Griff der Waffe zu umklammern.

Melody bekam es mit der Angst zu tun. Sie wollte es nicht, aber sie fing an zu zittern. Sämtliche Überlebensregeln, die man...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3362-2 / 3838733622
ISBN-13 978-3-8387-3362-3 / 9783838733623
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