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John Sinclair 576 (eBook)

Brennendes Blut (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3356-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 576 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Brennendes Blut (2. Teil).
Die beiden Vampire rollten in die Dämmerung hinein, die das allmählich entschwindende Tageslicht aufzufressen schien. Sie saßen auf dem Bock der Kutsche, hatten die Zähne gefletscht, hielten die Zügel straff und tankten die Kraft, die ihnen ein blasser, am grauen Himmel leuchtender Vollmond entgegenschickte. Ihre erste Aufgabe lag hinter ihnen. Nun konnten sie darangehen, den zweiten Teil des Planes in die Tat umzusetzen, die Besetzung der kleinen Stadt Lauder ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Brennendes Blut (2. Teil)


Die beiden Vampire rollten in die Dämmerung hinein, die das allmählich entschwindende Tageslicht aufzufressen schien. Sie saßen auf dem Bock der Kutsche, hatten die Zähne gefletscht, hielten die Zügel straff und tankten die Kraft, die ihnen ein blasser, am grauen Himmel leuchtender Vollmond entgegenschickte. Ihre erste Aufgabe lag hinter ihnen. Nun konnten sie darangehen, den zweiten Teil des Planes in die Tat umzusetzen, die Besetzung der kleinen Stadt Lauder …

Furcht kannten sie nicht, obwohl sie wussten, dass sie erwartet wurden. Bestimmt waren die Einwohner informiert worden, zudem lauerten zwei gefährliche Gegner auf sie. Das alles konnte die Blutsauger nicht davon abhalten, ihrem unheilvollen Trieb nachzugehen. Zudem besaßen sie einen Trumpf in der Hinterhand, der ihnen fast alle Freiheiten erlaubte.

Der Wagen rumpelte über den grauen Belag der Straße. Es war wesentlich kälter geworden als am vorherigen Tag, davon jedoch spürten die Vampire nichts.

Die Frau auf dem Bock besaß dunkle Haare, eigentlich ein orientalisches Aussehen. Fatima hieß sie.

Neben ihr hockte Richard, der Vampir mit dem Hut.

Richard und Fatima, zwei Blutsauger, die gekommen waren, um die Hölle zu bringen.

Sie kamen aus dem Sumpf, waren vorbeigerollt an den kleinen dunklen Seen, hatten sich mit dem Wind treiben lassen und sahen vor sich die Lichter.

Lauder lag wie auf dem Präsentierteller. Nicht überall brannte Licht. An vereinzelten Stellen, manchmal auch gehäuft, leuchtete der gelbweiße Schein durch die graue Düsternis.

Bisher hatte Fatima auf den Schleier nicht verzichtet. Sie schaute zu ihrem Bruder hin, dessen blasses Gesicht sich zu einem Nicken neigte, denn er wusste genau, was seine Schwester vorhatte.

Mit einer heftigen Bewegung fetzte sich Fatima den Schleier aus ihrem Gesicht. Er flatterte davon, ein Symbol für das Fortschleudern der Vergangenheit und das sich Einrichten auf die blutige Zukunft. Sie drehte Richard den Kopf zu und präsentierte ihre beiden aus dem Oberkiefer ragenden Vampirzähne. »Der Meister wird nichts mehr dagegen haben, wenn ich mich so zeige.«

Rauh lachte Richard gegen den Wind. »Bestimmt nicht. Jetzt sind wir auf uns allein gestellt.« Er hob die Zügel an, ließ sie auf den Rücken des Pferdes klatschen und nickte in Richtung Lauder. »Da unten warten sie. Da sind die Menschen, die wir uns nehmen werden. Ich spüre ihr Blut, ich rieche es.«

»Aber sie werden uns erwarten.«

»Ja und nein. Vor allen Dingen warten sie auf das Fuhrwerk, Schwester.« Fatima wusste nicht, aus welchem Grund Richard so gellend und schadenfroh lachte. Sie sah nur, wie er noch einmal mit den Zügeln schlug, und sie tat es ihm nach.

Die Pferde spürten den körperlichen Befehl. Sie bewegten heftig die Köpfe, um Sekunden später ihre Gangart zu beschleunigen. Sie legten sich wesentlich stärker ins Geschirr, wobei die glatten Hufe auf dem Asphalt manchmal rutschten.

»Was hast du vorhin damit gemeint, Bruder?«

»Lass dich überraschen.«

Die Straße führte schnurgerade auf Lauder zu. Der Ort lag in einem weiten Hochtal, das im Norden von einer hohen Bergkette eingeschlossen wurde. Zum Süden hin, also nach England, war das Tal offen.

Beide Vampire stemmten sich gegen den Wind, ohne seine Kälte auf ihrer Haut zu spüren. Normale Menschen liebten das Tageslicht, sie nicht. Die beiden wollten die Dunkelheit und den gelben Mond am Himmel, denn sie zusammen gaben ihnen Kraft und Stärke. Da konnten sie sich am Licht des Mondes laben.

»Pass auf, Schwester«, sagte er plötzlich und lockerte die Zügel. »Wenn ich das Kommando gebe, springst du ab.«

»Und weiter?«

»Wir lassen das Fuhrwerk laufen. Die Pferde finden den Weg, den sie gehen sollen, allein.«

»Das meinst du?«

»Ja, dessen bin ich mir sicher.«

Sie nickte. »Wie du willst. Ich habe dir immer vertraut, ich werde dir auch jetzt vertrauen.« Bei diesen Worten strich sie über ihre obere Zahnreihe, während in ihre Augen ein gewisser Glanz trat, den man als Vorfreude auf das frische Menschenblut ansehen konnte.

»Wenn sie versuchen, uns zu vernichten, müssen sie damit rechnen, dass auch die Geisel stirbt.« Richard musste wieder lachen. »Das ist ja das Wunderbare. Ich weiß genau Bescheid. Das Spiel ist so raffiniert, dass wir nur gewinnen können. In der folgenden Nacht müssen unsere Feinde einfach zu Beschützern werden.«

Fatima hielt sich raus. Sie hatte Richard immer vertraut und würde es auch weiterhin tun.

Der Wagen rumpelte weiter. Das Geräusch der eisenbeschlagenen Räder wirkte wie eine Melodie, von der sie inzwischen jeden Ton auswendig kannten.

Vor ihnen lag Lauder, da waren die Menschen, da waren die Lichter, da ballte sich auch die Finsternis zusammen, und in diesen dunklen Ecken würden sich die Blutsauger aufhalten.

»Pass auf, Schwester!«, sagte er. »Ich will nicht zu nahe heran. Es ist möglich, dass sie Wachen aufgestellt haben. Deshalb werden wir jetzt springen!« Er stemmte sich hoch.

Fatima zögerte noch. Ihr Bruder hatte Mühe, auf dem Bock das Gleichgewicht zu halten.

»Hoch mit dir!«

Auch sie stellte sich hin. Vorsichtig, leicht nach vorn gedrückt, um sich so schnell wie möglich festhalten zu können, wenn es nötig war. Sie schielte auf Richard, der seinen Hut noch tiefer in die Stirn drückte, als wollte er alles in seinem Gesicht beschatten.

»Jetzt!«

Er sprang. Fatima zögerte noch. Sie sah den Körper ihres Bruders in der Luft. Im rechten Winkel bewegte er sich vom Wagen fort. Ein Windstoß fuhr gegen ihn und bekam seinen langen Mantel zu packen, wobei er ihn in die Höhe wehte.

Dann war er verschwunden. Das Geräusch des Aufpralls ging im Rollen der Räder einfach unter.

»Los!«

Fatima glaubte, seinen Befehl gehört zu haben. Sie wuchtete sich nach links weg. Als sich ihre Füße vom Bodenbrett des Bocks lösten, hatte sie für einen Moment das Gefühl, fliegen zu können. Sich einfach hinwegtragen zu lassen in das Dunkel der Nacht und von dort aus Grenzen zu fernen Reichen hin zu überwinden.

Die Dunkelheit schluckte sie. Sie war wie ein saugender Tunnel, der irgendwo ein Ende besaß, gegen das sie prallte. Dabei war es nur der Boden, dessen Härte sie zusammenbrechen ließ. Die Wucht schleuderte sie nach vorn, sodass ihr umhangähnlicher Mantel hochflatterte, um sie anschließend einzuhüllen wie eine Decke. Darin kam sie sich gefangen vor. Sie wollte in Richtung Straßengraben, wo sie zwischen hohem Gras und Unkraut liegen blieb.

Sie spürte keine Schmerzen, ihr war nichts passiert, ihr konnte nichts geschehen, sie blieb einfach liegen und wartete darauf, dass Richard zu ihr kam.

»Schwester!«

Er flüsterte ihren Namen, als er am Rand der Staße stehen geblieben war. »Komm hoch, Schwester, wir haben es geschafft.«

Noch lag sie auf dem Bauch. Fast schwerfällig wälzte sie sich herum, sah die ihr entgegengestreckte Hand, die sie ergriff und sich auf die Füße ziehen ließ.

Sie starrten sich an, lächelten …

Kalt leuchteten die dolchartigen Vampirzähne in der Finsternis. Ein böses Omen für zahlreiche Menschen.

Fatima kletterte aus dem Graben. Richard legte ihr eine Hand auf die Schulter und drückte sie so herum, dass sie in Richtung Lauder schauen konnte.

Sie sahen die Lichter und auch den Schatten des Planwagens, der sich ohne seine grausame Fracht dem Ort näherte.

»Voilà, Schwesterchen!«, flüsterte der Vampir mit einer kalten, rauen Stimme. »Das blutige Spiel kann beginnen …«

*

Uns tönten die Schreie der von Kugeln getroffenen Pferde ebenfalls noch in den Ohren wie die Flüche von Sergeant McDuff. Zu einer Gegenwehr kamen wir jedoch nicht, denn eine Gruppe von Menschen hatte uns überrascht.

Sie tauchten aus den dunklen Inseln zwischen den Häusern auf und hatten uns eingekreist.

Sechs Leute, mit denen wir, wenn es hart auf hart und zu einem Kampf ohne Waffen kam, bestimmt fertiggeworden wären. Sie waren jedoch bewaffnet, trugen Gewehre, Pistolen, auch Äxte und sahen aus wie verkleidet, denn einige von ihnen hatten sich Knoblauchstangen wie lange Ketten um die Hälse gehängt, als Schutz gegen die zu erwartenden Vampire.

Um es nicht zu einem Blutbad kommen zu lassen, ließen wir unsere Waffen stecken, standen aber wie auf dem Sprung.

Suko warf mir einen Blick zu und schielte dann nach unten. Ich kannte das Zeichen. Er wollte, wenn eben möglich, seinen Stab ziehen und magische Worte rufen.

Zunächst bewegte sich keiner von uns. Das war auch gut so, denn die Kerle sahen aus, als würden sie keinen Spaß verstehen. Sie hatten sich zu einer Bürgerwehr zusammengefunden, um Vampire zu jagen. Irgendwie konnte ich ihre Handlungen sogar verstehen, nur passte es uns nicht in den Kram, dass sie sich den Blutsaugern stellen wollten. Einmal abgesehen davon, dass sie die Vampire tatsächlich erledigten, besaßen die Untoten noch immer einen gewaltigen Trumpf in der Hinterhand.

Es war Mary Sinclair, meine Mutter!

Derjenige, der sich nicht blicken ließ, der aber hinter allem stand, hieß Will Mallmann, ein ehemaliger Kommissar beim BKA, der zum Vampir geworden war und sich als der legitime Nachfolger des Blutgrafen Dracula ansah. Er hatte unter anderem das alte Blut der Dracula-Opfer getrunken. Mallmann wollte eine Herrschaft der Vampire, natürlich mit ihm an der Spitze, doch zuvor musste er seine gefährlichsten Gegner ausrotten. Das waren wir.

Mit seiner Intelligenz und seinem Wissen hatte er einen nahezu teuflischen Plan ausgeklügelt. Es war ihm...

Erscheint lt. Verlag 19.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3356-8 / 3838733568
ISBN-13 978-3-8387-3356-2 / 9783838733562
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