John Sinclair 495 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3264-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Teufelsspuk und Killer-Strigen.
Wir hatten lange, sehr lange nichts mehr von ihm gehört. Aber plötzlich war er wieder da, als hätte ihn der Teufel persönlich aus den düsteren Gefilden einer anderen Dimension geholt.
Und so war es auch. Der Satan gab ihm und seinen Horror-Eulen die nötige Rückendeckung.
Strigus kam nach London, und er war bereit, in der Millionenstadt eine Hölle zu entfachen ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Teufelsspuk und Killer-Strigen
»Verdammt, das ist doch die …« Die restlichen Worte verschluckte Ralph Denning, weil der Schatten, der vor seinem fahrenden Wagen erschienen war, sich plötzlich noch tiefer senkte und mit einer nahezu atemberaubenden Geschwindigkeit auf die Frontscheibe zuraste. Ein Ausweichen war auf der ziemlich engen Straße nicht mehr möglich, und Denning wollte auch nicht in einen Zaun rasen und im Vorgarten eines Hauses landen oder gegen einen Baumstamm prallen.
Er bremste!
Sehr schnell war er zum Glück nicht gefahren. Dreißig Meilen, vielleicht fünfunddreißig, aber auch diese Geschwindigkeit reichte aus, um schwerverletzt werden zu können.
Denning war angeschnallt.
Der plötzliche Ruck schleuderte ihn in den Gurt. Er prallte auch nach hinten, stieß mit dem Kopf gegen die Nackenstütze, wurde wieder in der Gegenbewegung aufgefangen und hielt die Augen so weit offen, dass er den Schatten auf der Motorhaube erkennen konnte, der zudem noch an Größe zunahm.
Die Scheibe platzte mit einem satt klingenden Geräusch. Das Sicherheitsglas zersprang nicht, es zerkrümelte, sodass die kleinen Stücke wie dicke Schneeflocken in den Wagen hineingewirbelt wurden und auch den Fahrer trafen, der die Übersicht verloren hatte.
Denning spürte nur, dass sein Ford etwas schleuderte. Er lenkte instinktiv gegen, um die Spur halten zu können, was ihm auch schließlich gelang.
Wie er auf der Fahrbahn stand, ob schräg oder gerade, kümmerte ihn nicht. Er sah es auch nicht, sein Blickfeld wurde von diesem Schatten eingenommen, der auf der Motorhaube saß und sich tatsächlich noch bewegte. Er schlug nach rechts und links aus. Denning schaute schreckensstarr in ein helles Augenpaar, das tief in den Schächten der Pupillen ein rotes Leuchten abgab.
Er hatte nicht gewusst, welches Monstrum ihm da entgegengeflogen war, jetzt sah er es.
Es war eine Eule!
Deutlich sah er den runden Kopf, dazu den aufgeplustert wirkenden Federkörper und natürlich den spitzen Schnabel, der wie ein Krummsäbel nach unten wies.
Denning gehörte zu den Menschen, die in der Großstadt aufgewachsen waren und mit der Natur eigentlich nicht viel im Sinn hatten. Er wusste wohl, dass es Eulen gab, konnte sie auch von einem Käuzchen unterscheiden, aber dieser Vogel hier war ihm doch sehr suspekt.
Von der Größe her hatte er mit seinen Artgenossen nicht viel gemeinsam. Er besaß fast die doppelte Höhe, starrte in den Wagen, sodass Ralph Denning unter diesem Blick erschauderte.
Es war mitten in der Nacht, der Verkehr dementsprechend schwach, sein Bremsmanöver hatte niemand in Gefahr gebracht, es gab keine Zeugen, und in Denning kroch die Angst hoch.
Ja, er fürchtete die Eule.
Dieser verfluchte Blick war nicht normal. Er kam ihm sezierend und grausam vor, als wollte er dem Mann bis auf den Grund seiner Seele schauen.
Denning schluckte. Automatisch schaute er nach links und rechts, weil er noch mehr dieser Vögel suchte, aber da war nichts zu sehen. Diese Eule hatte den Weg allein gefunden.
Was sollte er tun?
Der Vogel tat nichts. Ihn verscheuchen zu wollen, das kam ihm plötzlich lächerlich vor, so löste er den Gurt und öffnete, als das Band vor seiner Brust hochschnellte, die Wagentür.
Sehr vorsichtig verließ er das Fahrzeug. Er wollte mit keinen unnötigen Bewegungen den Vogel provozieren. Einen Beweis besaß er nicht, dennoch glaubte er fest daran, dass mit dem Auftauchen dieser Eule etwas nicht in Ordnung war.
Natürlich gab es Eulen, aber die flogen nicht durch die Städte, sie hielten sich in den Wäldern versteckt, schliefen tagsüber zumeist, um in der Nacht auf Beutefang zu gehen.
War diese hier auch auf der Jagd nach Beute?
Er schob sich an der rechten Seite aus dem Wagen und schielte dabei nach links auf die Motorhaube, wo das Tier starr wie ein steinernes Denkmal hockte.
Einige Glaskrümel hatten sich im Gefieder verfangen. Trotz der Dunkelheit glänzten sie.
Denning hielt sich am Wagen fest. Er wusste im Moment nicht, was er machen sollte. Die Scheinwerfer hatte er nicht ausgeschaltet. Sie strahlten nach vorn, bis dorthin, wo der Weg in eine Linkskurve lief und sich der Gehsteig verengte, weil eine Hecke ihre Zweige fast bis an den Kantstein streckte.
Hinter der Hecke wuchs das kastenartige Haus in die Höhe. Ein Mehrfamilienbau. Hinter einigen Fenstern brannte noch Licht. Hilfe brauchte Denning nicht direkt, trotzdem kam er sich allein vor.
»Shit!«, keuchte er, um sich selbst Mut zu machen.
Die Eule hockte dort wie eine Kühlerfigur. Er überlegte, ob er den Motor anlassen sollte, vielleicht flog sie dann weg, aber weshalb war sie überhaupt erst gekommen?
Bestimmt konnte sie ihm keine Antwort geben. Jedenfalls wollte er telefonieren. Falls er keine Zelle fand, musste er eben jemand aus dem Schlaf klingeln. Hier lag schließlich ein Notfall vor.
Mit zäh wirkenden Schritten lief er quer über die Straße. Er kam nicht einmal bis zum Gehsteig, als er hinter sich das Flattern hörte, sich noch in der Bewegung umdrehte und den Schatten sah.
Denning wunderte sich noch darüber, wie schnell die Eule fliegen konnte, als sie ihn schon erreicht hatte und er im gleichen Augenblick über die Gehsteigkante stolperte.
Möglicherweise war das sogar sein Glück. So erwischte die Eule ihn nur am linken Ohr, doch der Schmerz war kaum auszuhalten.
Aus seinem Mund drang ein wilder Fluch. Er schlug auf das Pflaster des Gehsteigs, drehte sich um und hörte wieder das Flattern der Flügel. Die Eule war schon da – und über ihm!
Denning lag auf dem Rücken. Er riss die Arme als Deckung vor sein Gesicht, so konnte er das Tier nicht sehen, das sich auf seine Brust setzte und mit dem Schnabel zuhackte.
Das war kein Horn mehr, das war schon blanker Stahl.
Die gekrümmte Spitze zerfetzte den Stoff des Mantels, als wäre dieser überhaupt nicht vorhanden. Sie hackte nicht nur einmal zu, sondern dreimal.
Beim vierten Mal schlug der Mann zurück. Der Schmerz hatte ihn aus seinem Schock und aus seiner Lethargie herausgerissen. Wenn er sich nicht wehrte, brachte ihn die verfluchte Eule noch um, so ballte er die Hände und drosch die Fäuste in die Höhe.
Sie wühlten sich durch das Gefieder, er spürte den Widerstand, hörte einen Schrei, der fast mit dem eines Menschen zu vergleichen war, rammte die Arme noch einmal vor, und über ihm tanzte wild der Schatten, weil die Eule so heftig ihre Schwingen bewegte.
Der große Vogel kippte nach vorn. Das sah Denning nicht mehr. Dafür schrie er auf, als die Eule seine beiden Oberschenkel traktierte.
Trotz der Schmerzen trampelte er, riss die Beine an, stieß sie von sich und erwischte das Tier auch. Der Treffer schleuderte es zurück, fast bis auf den Boden.
Im nächsten Augenblick breitete es seine Schwingen aus, bewegte sich einige Male und war zwei Sekunden später in der Dunkelheit verschwunden. Es war so, als hätte sie es nie zuvor gegeben.
Denning aber blieb liegen. Er holte tief Luft, das Zittern seiner Glieder ließ allmählich nach, der Schock wich gleichzeitig, dafür spürte er die Schmerzen umso schlimmer.
Am Kopf nicht so arg, obwohl von seinem Ohr das warme Blut in den Kragen rann.
Schlimmer war es auf den Oberschenkeln. Hier war der Mann besonders empfindlich. Er konnte nicht viel sehen, aber was er erkannte, reichte aus, um ihn fast ohnmächtig vor Schreck werden zu lassen.
Die Eule hatte ihm daumentiefe Wunden zugefügt, die so stark brannten, als hätte er Säure hineingekippt. Er selbst begann zu heulen und stöhnte verzweifelt auf, als er versuchte, sich auf die Beine zu richten. Vor seinen Augen drehte sich alles, der Schwindel trieb ihn wieder zu Boden, dabei steigerten sich die Schmerzen in den Beinen so stark, dass er anfing zu jammern.
Noch war die Straße leer, doch aus der Gegenrichtung hörte er das Geräusch eines anfahrenden Wagens. Aus eigener Kraft würde es für ihn schwierig sein, Hilfe zu holen. So entschied sich Denning für die wirkungsvollste aller Möglichkeiten.
Er kroch auf die Fahrbahn.
Dabei drang ein Wehlaut über seine Lippen, als er das Gewicht auch auf die Beine verlagerte. Der Schmerz schoss von den Oberschenkeln hinab bis in die Füße. Denning wusste, dass er diese Kriecherei kaum durchhalten konnte.
Er rollte sich über den Kantstein und fiel schwer auf die Fahrbahn. Mit einer verzweifelt anmutenden Geste hob er den rechten Arm und bewegte winkend die Hand.
Zwei Atemzüge später hüllte ihn das harte Licht der Scheinwerferlanzen ein. Er wurde geblendet, über seine Lippen drang ein Ächzen, das im schrillen Ton einer Hupe unterging, ebenso wie das Geräusch der über den Asphalt radierenden Reifen.
Der andere Wagen stand so dicht bei Denning, dass dieser noch den Schatten des Fahrzeugs sah, der über ihn gefallen war.
Wagentüren wurden geöffnet, schlugen wieder zu. Die Schritte zweier Personen näherten sich.
Im Hintergrund brüllte eine Stimme laut um Ruhe. Das war Denning egal. Er hatte sich wieder auf den Rücken gewälzt und starrte in zwei noch junge, aber erschreckt wirkende Gesichter.
»Bringt mich ins Krankenhaus!«, hauchte er.
Die Gesichter nickten. Sie gehörten zwei Mädchen, die von einer Sportveranstaltung kamen, wo sie selbst daran teilgenommen hatten, da sie noch ihre Jogging-Anzüge trugen.
»Was ist passiert?«
»Eule!«, keuchte Denning mit letzter Kraft. »Es war eine Eule …« Mehr konnte er nicht sagen. Die Schmerzen waren einfach zu viel gewesen. Sie übermannten ihn und zerrten ihn hinein in eine gnädige...
| Erscheint lt. Verlag | 12.8.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3264-2 / 3838732642 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3264-0 / 9783838732640 |
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