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John Sinclair 539 (eBook)

Der Alptraum-Schädel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3313-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 539 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Alptraum-Schädel.

Als sie ihn stellten, da brachten sie ihn zu einem Henker, der ihn köpfte. Sie nahmen seinen Körper und verbrannten ihn unter den Augen zahlreicher Zeugen.

Und seinen Kopf begruben sie tief in der Erde, wo es noch die alten Felsenhöhlen gab.

Damit war für die Templer die Sache erledigt. Doch auch Männer wie Hector de Valois können sich irren. Jahrhunderte danach sollte dieser Irrtum grausame Folgen haben.

Der Alptraum-Schädel machte auf spektakuläre Weise auf sich aufmerksam ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Albtraum-Schädel


»Kannst du die Teller wirklich tragen, Mutter?«

Die alte Frau blieb stehen und schaute ihren Sohn an, der stark schwitzte, weil sein Lokal überfüllt war und die Familie arbeiten musste wie selten.

»Natürlich. Ich bin längst nicht so schwach, wie du annimmst. Wie viele willst du haben?«

»Dreißig.«

Die alte Frau nickte. »Sie sind schon durchgespült. Keine Sorge. Mit der neuen Maschine läuft alles besser.«

»Du bist die beste Frau, die ich kenne, Mutter!« Pablo nahm sie in den Arm, die Zeit ließ er sich.

»Lass das nicht deine Frau hören, sonst schneidet sie dir die Ohren ab. Sie heißt nicht ohne Grund Carmen, und sie ist noch wilder als die aus der Oper.«

»Auf dich ist sie nicht eifersüchtig.«

Rosa Grenada stieß ihren Sohn von sich. »Du hast zu arbeiten, ich habe zu arbeiten. Deine Gäste warten.«

»Ja, Mutter!« Er hauchte ihr noch einen Kuss auf die Wange und ging, um den Getränkekellner zu spielen.

Die Küche war Rosa Grenadas Reich. Hier herrschte sie unangefochten. Niemand redete ihr hinein, sie bestimmte, was am Mittag und am Abend auf der Speisekarte stand, und sie war es auch, die kochte. Eine Hilfe hatte sie bisher abgelehnt.

Die Küche lag in einem Anbau. Vom Lokal musste Rosa einen schmalen Gang durchqueren und eine Tür aufschieben, die sich an der linken Seite befand. Pablo Grenada hatte den Anbau sehr großzügig gehalten. Seine Mutter sollte in der Küche so viel Bewegungsfreiheit haben wie eben möglich. Der Boden war mit blassrosa Steinplatten ausgelegt worden. Ein großer Gasherd und ein kleiner Elektroofen standen bereit. Am liebsten kochte Rosa auf dem Gasherd. Das Feuer war gleichmäßiger, meinte sie, da brannte auch nichts so leicht an.

Regale mit Geschirr standen an den Wänden. Ein Schrank mit Vorräten war ebenfalls vorhanden. Daneben befand sich eine schmale Tür, die zu einer Kühlkammer führte, wo auch die gut gefüllten Eisschränke ihre Plätze gefunden hatten.

Der große, viereckige Holztisch in der Küchenmitte stammte von einem alten Bauernhof. So ein stabiles Möbel wurde heutzutage nicht mehr hergestellt. Der Tisch sollte auch mehr als 100 Jahre alt sein. Durch das Fenster konnte sie auf die Sierra de Cordoba, ein Gebirge, schauen. An diesem Tag war es ziemlich heiß, die Grate verschwammen in der flimmernden Luft.

Kein ungewöhnlicher Tag, abgesehen von dem Betrieb, der in der Bodega herrschte und ein gutes Geschäft versprach. Dennoch sollte es ein Tag werden, den die Familie Grenada nie vergessen würde. Ein Tag, der eine Kette schrecklicher und mysteriöser Ereignisse einleitete.

Noch tat sich nichts …

»Dreißig Teller«, murmelte Rosa, »als ob ich eine alte Frau wäre. Der Junge hat Nerven.«

Jung war Rosa nicht mehr. Sie zählte 69 Lenze, in einigen Wochen hatte sie Geburtstag, aber sie gehörte noch längst nicht zum alten Eisen.

Auf dem Gasherd kochte eine Suppe. Sie war schon für den Abend vorgesehen, wo sich eine neue Gesellschaft angesagt hatte. Es waren befreundete Ehepaare aus Cordoba, die einmal im Monat zum Essen kamen. Sie machten aus den Stunden jeweils ein Fest und luden die Grenadas mit ein.

Die Suppe bestand aus viel Gemüse, Fleisch und Fisch. Natürlich entsprechend gewürzt, das gab Durst. Rosa verwendete nur Naturgewürze; sie wusste genau, dass vieles andere schädlich war.

Sie stellte sich an den Herd und rührte um. Mit immer gleichmäßigen Bewegungen schaufelte sie Gemüse, Fleisch und Fisch durcheinander, probierte, verzog die dünnen Lippen und legte die Stirn in Falten. Es fehlte noch etwas.

Ihre Blicke überflogen das Gewürzbrett, bis sie das Glas mit den roten Pfefferschoten entdeckt hatte.

Genau die hatte sie gesucht. Sie zog den Korken ab und nahm drei der roten Schoten heraus. Wenn deren Schalen aufgekocht waren, hatte die Suppe genau die richtige Würze bekommen.

Rosa war zufrieden. Endlich konnte sie sich um die bestellten Teller kümmern.

Zehn holte sie aus dem Regal hervor, türmte sie auf ihrem angewinkelten linken Arm auf und trug sie in den Gastraum, wo Pablo seiner Mutter die Last abnahm.

»Ich komme noch zweimal.«

»Gut. Wie ist die Suppe?«

»Perfekt, mein Sohn.«

»Danke.«

Als Rosa Grenada die Küche wieder betrat, hatte der Raum einen neuen Gast bekommen. Auf einem der beiden Stühle saß Fernando, neun Jahre alt, schwarzgelockt, mit einem T-Shirt und einer schmutzigen Jeans bekleidet und einen Holzknüppel in der Hand.

»Wo kommst du denn her?«, fragte Rosa ihren Enkel.

»Von draußen.«

»Das kann ich mir denken. Und?«

Fernando sprang vom Stuhl. »Es war gut, Oma, es war einfach super, weißt du?«

»Was war super?«

»Der Kampf. Wir, die Löwen, haben es den Tigern aber gezeigt. Darauf kannst du dich verlassen. Du weißt doch, dass wir aus dem Unterdorf eine Bande gebildet haben, und die aus dem Oberdorf …«

»Ja, leider. Dass ihr euch aber immer prügeln müsst.« Sie nahm die nächsten zehn Teller aus dem Regal.

»Aber Oma. Hat mein Vater das früher nicht auch gemacht?«

Sie musste lachen und strich kurz über sein Haar. »Si, si, du kommst ganz auf deinen Vater.«

»Wusste ich doch.«

»Und jetzt?«

»Bleibe ich erst einmal hier.«

Rosa stellte den letzten Teller auf den kleinen Turm. »Musst du dich etwa verstecken?«

Ihr Enkel zog die Nase kraus. »Es ist wohl besser, wenn ich mal für eine Weile bei dir bleibe.«

»Gut, dann ruhe dich aus.«

»Soll ich dir nicht helfen?«

»Nein, nicht. Die Teller sind zu schwer für dich. Und Scherben möchte ich nicht haben.«

»Du traust mir auch nichts zu, Oma.«

»Später kannst du helfen, Junge.« Sie verließ den Raum und gab die Teller im Lokal ab. Als sie die Küche wieder betrat, stand Fernando am Fenster und schielte nach draußen.

»Gibt es da etwas Besonderes zu sehen?«

Der Neunjährige rieb seine Hände. »Und ob. Sie suchen mich. Die aus der Oberstadt ahnen wohl, wo ich stecken könnte, aber sie trauen sich nicht in die Küche. Die Tiger haben Angst. Wenn sie mich gefangennehmen, ist das schlecht.«

»Manchmal ist Feigheit besser, nicht?«

»Oma!« Fernando rief das Wort entrüstet. »Ich bin doch nicht feige. Jemand hat mal gesagt, so etwas wäre Taktik.«

»Was ist denn Taktik?«

»Keine Ahnung, im Moment gefällt sie mir gut.«

»Das kann ich mir vorstellen. Noch einmal stapelte sie die Teller zu einem Turm und verließ die Küche zum dritten Mal. Jetzt hatte sie die Anzahl geschafft.

»So, erledigt«, sagte sie zu ihrem Sohn, der Bier zapfte.

»Danke, Mutter.«

»Ist sonst noch etwas?«

»Nein, du kannst dich hinlegen. Heute Abend …«

»Junge, ich bin nicht müde. Ich werde in der Küche noch aufräumen und mir dann ein Glas Wein genehmigen. Außerdem habe ich noch Käse gefunden, der gegessen werden muss.«

»Ja, Mutter, tu das.«

Rosa ging wieder zurück. Sie hatte die Küchentür noch nicht erreicht, als das Ereignis eintrat, das die Zukunft der Familie vollends auf den Kopf stellen sollte.

Es begann mit einem Schrei.

Spitz und schrill, aus einem Kindermund stammend.

So schnell wie möglich lief Rosa in die Küche. Sie dachte an ihren Enkel, dem etwas Schreckliches widerfahren sein musste.

Der Junge stand neben dem Stuhl in einer abwehrend wirkenden Haltung. Mit dem Zeigefinger deutete er auf eine steinerne Bodenplatte. In diesem Quadrat zeichnete sich gerade ein Gesicht ab!

*

»Hör auf, Fernando, hör auf zu schreien – bitte!« Rosa Grenada konnte das Geräusch nicht mehr hören. Sie hatte mit harter, aber tonloser Stimme gesprochen, und der Junge nickte.

Er schloss den Mund, sein Gesicht war blass geworden. Langsam, als hätte man einen Mechanismus bei ihm in Bewegung gesetzt, schritt er rückwärts und setzte sich auf einen Stuhl. Dort blieb er hocken, den Blick schräg in die Tiefe gerichtet, als würde er von dem Gesicht magnetisch angezogen.

Rosa Grenada starrte das Gesicht ebenfalls an Sie hatte keine Ahnung, woher es stammte.

Die alte Frau wusste selbst nicht, was sie noch glauben sollte. Jedenfalls zeigte sich in der Fliese das Gesicht eines Mannes. Der traurige Ausdruck lag auf den Zügen wie ein Schleier. Er war zwar nicht direkt zu sehen, man konnte ihn spüren. Dazu trug auch der halb geöffnete Mund mit bei. Wenn es je das Beispiel eines stummen Schreis gegeben hatte, dann traf es hier voll zu.

Ein Mund, der Entsetzen ausdrücken wollte und Augen, die starr und dennoch voller Traurigkeit waren.

Sie lagen innerhalb der teigigen Haut wie Tropfen, die jeden Moment auslaufen wollten. Das Haar konnte Rosa nur in Ansätzen erkennen, weil sie direkt gegen die Züge schaute und das Quadrat eigentlich nur von diesem Gesicht wahrgenommen wurde.

Es war ein Gespenst, eine Einbildung, das Abziehbild eines Geistes oder die Botschaft eines Märtyrers.

Rosa war überfragt. Allerdings wusste sie, dass sie die Verantwortung hier in der Küche trug. In einem ersten Impuls hatte sie den Raum verlassen und in die Bodega laufen wollen. Dann hatte sie sich gefangen, außerdem musste der Betrieb weiterlaufen. Ereignisse wie diese vertrieben nur die Gäste. Rosa kannte die Menschen. Sie kamen sehr schnell, wollten eine gewohnte Umgebung haben, aber wehe, es veränderte sich etwas zum Negativen hin. Dann waren sie ebenso schnell wieder weg.

Das andere Problem hieß Fernando.

Der Junge hatte das Gesicht gesehen. Wie Rosa ihn kannte,...

Erscheint lt. Verlag 12.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3313-4 / 3838733134
ISBN-13 978-3-8387-3313-5 / 9783838733135
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