John Sinclair 521 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3291-6 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Teufelspferde (2. Teil).
John Sinclair fühlt sich wie neu geboren. Bevor das Sumpfloch für ihn zur Todesfalle wird, kann er sich mit Hilfe seines Silberdolchs befreien. Er bahnt sich damit durch die magisch beeinflussten Pflanzen seinen Weg nach oben. Kaum atmet er zum ersten Mal tief durch und glaubt sich gerettet, da entdeckt er Feuer zwischen den Bäumen. Er hört das schrille Wiehern und sieht die glühenden Augen. Was ihm da entgegenfegt, sind Pferde, Pferde des Teufels.
Wieder ist John in Lebensgefahr. Er weiß auch nicht, wohin er auf die schnelle flüchten soll ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Teufels-Pferde (2. Teil)
Ich wusste nicht, welche der drei Hexenschwestern mir den Schlag ins Kreuz verpasst hatte. Jedenfalls reichte der Treffer aus, um mich nach vorn zu schleudern, und da war nichts, woran ich mich hätte festhalten können. Ich klatschte in eines dieser tückischen Sumpflöcher. Dabei klang mir noch der Schrei des Mädchens Julie in den Ohren, als sie die Sätze »Sie will mich töten! Meine Mutter will mich töten!«, in die unheimliche Sumpflandschaft geschrien hatte.
Dann schwappte das Wasser über mir zusammen. Kein klares Wasser, eine dunkle Brühe, schleimig, weil von Algen durchzogen, auch widerlich kalt, bestückt mit Pflanzenresten, Aststücken, Fröschen und Kaulquappen.
Das alles wäre zu verkraften gewesen. Es gab andere Dinge, die mich verdammt störten.
Das Wasserloch befand sich inmitten einer Moorgegend, und ich wusste, wie gefährlich diese gefüllten Sumpflöcher sein konnten. Ich wäre nicht der Erste gewesen, der in einer solchen Falle sein Leben ausgehaucht hätte.
An Rettung war nicht zu denken. Julie, das Mädchen mit den Parakräften, um das es eigentlich ging und deretwegen ich überhaupt in diese einsame Moorgegend in Cornwall gereist war, konnte mir nicht helfen, weil es sich in der Gewalt der drei Grandi-Schwestern befand, die Julie töten wollten, denn ein schlimmes Schicksal schrieb den Tod vor, damit sie später wiedergeboren werden konnte.
Also musste ich mich selbst befreien.
Zunächst einmal tauchte ich unter, hielt dabei die Arme ausgestreckt und wühlte schon sehr bald mit beiden Händen durch den fauligen Sumpfschlamm.
Dabei hatte ich Mühe, die Arme hochzureißen. Der Schlamm war mit einer Klebemasse zu vergleichen, die mich einfach nicht loslassen wollte. Ich riss sie trotzdem hervor, drehte mich in dem engen Loch und kam auch wieder hoch.
Nur durchbrach mein Kopf nicht die Oberfläche, denn die verdammte Hexe setzte ihre Zauberkraft ein, wollte mich auf eine perfide Art und Weise töten.
Sie ließ die Oberfläche zuwachsen.
Die sich im Sumpfloch befindlichen Pflanzen gehorchten ihren paranormalen Kräften, zogen sich zusammen, nahmen immer mehr Platz ein und füllten schließlich die gesamte Oberfläche des Sumpflochs aus wie ein schwerer Deckel.
Ich stieß hoch, dagegen – und hatte den Eindruck, als würden meine Fäuste gegen eine Gummiwand hämmern. Die Oberfläche gab nach, aber sie brach nicht durch.
Ich aber steckte in diesem verfluchten Loch, hatte wenig Luft zur Verfügung, vielleicht noch für eine Minute …
*
Julie Gladstone, das blonde Mädchen mit den übersinnlichen Kräften, hatte sich vorgenommen, nicht mehr zu sterben und auch nicht mehr wiedergeboren zu werden.
Zu oft hatte sie dieses Grauen erleben müssen, weil sie ein alter Familienfluch bannte.
Die Zeit sollte nun endgültig vorbei sein. Julie war heimlich aus dem Ort Buckland in the Moor nach London gefahren und hatte sich dort die Hilfe eines Mannes geholt, den man als Geisterjäger kannte. Sein Name: John Sinclair.
Er sollte Julie helfen, die drei Hexen-Schwestern, auch das Hexen-Trio oder Gespenster-Trio genannt, zu jagen.
Bisher allerdings hatte John nichts machen können. Auch Julie nicht, die sich bewusst von ihrem Beschützer abgesetzt hatte, allein in den Wald gegangen war, um die Grandi-Schwestern aus der Reserve zu locken. Das war ihr auch gelungen, nur hatte sie leider keinen Erfolg gehabt, die Schwestern waren ein eingespieltes Team und hatten sich gefreut, dass ihnen ihr Opfer in die Arme lief.
Sosehr sich Julie auch bemüht hatte, es war ihr nicht gelungen, den magischen Ring der Grandis zu brechen, und sie war in die Gefangenschaft der drei Schwestern gelangt.
Diese Schwestern, untote Sumpfwesen, lebten im Moor. Dort hatten sie ihr Versteck gefunden. Es lag in einem kleinen Hügel, der durch einen dichten Wald abgeschirmt wurde, und auch der Hügel selbst war mit Gestrüpp, hohem Gras und Buschwerk bewachsen.
Doch er besaß auch ein Innenleben!
Unter dem dichten Wall aus Büschen befand sich die Höhle der Grandi-Schwestern. Dort hockten sie zusammen, brüteten ihre finsteren Rachepläne aus und beschäftigten sich mit dem Gegenstand, der ihnen die Kraft verlieh.
Es war eine Kugel.
Sie lag auf einem dicken, braunen Baumstumpf, der von drei Steinen umgeben war, die den Schwestern als Sitzgelegenheiten dienten. Die zehnjährige Julia wusste, dass sie den Bogen überspannt hatte. Die Hexen hatten sie in die Höhle gezerrt, und dort hatte sie versucht, einen Ausbruch zu starten.
Es war ihr nicht gelungen. Sie hatte nur mehr schreien können, um John Sinclair zu dokumentieren, dass sie sich nicht weit von ihm entfernt befand.
Auch das hatte keinen Sinn mehr. Daniela, die älteste der Grandi-Schwestern, hielt sie fest, als Julie versuchte, über die Leiter hinweg ins Freie zu klettern.
Ihre Hände waren wie Klauen, und sie umspannten kettengleich die Fußgelenke des Mädchens.
Julie hatte den letzten Satz noch hinausschreien können, dann war es vorbei.
Daniela Grandi kannte kein Pardon. Einmal brauchte sie nur an den Knöcheln zu reißen, und Julie verlor die Hand. Ihre Finger lösten sich von der biegsamen Leitersprosse. Sie schlug mit dem Mund und dem Kinn gegen zwei weitere, als sie nach unten rutschte, und lag schließlich in der Höhle auf dem Boden, direkt vor den Füßen der widerlichen Hexe, die sie kopfschüttelnd anstarrte.
»Was ist nur in dich gefahren, kleine Julie?«, fragte sie rau und flüsterte: »Hast du gedacht, du wärst stärker als wir?« Daniela lachte auf. »Du bist zwar mit außergewöhnlichen Kräften gesegnet, du kannst vieles verändern, aber du wirst es niemals schaffen, uns zu überlisten. Wir sind einfach zu stark für dich, das müsste selbst in deinem kleinen Schädel Platz haben.«
Julie starrte in die Höhe. Über ihr schwebte das Gesicht der Hexe. In der Höhle herrschte ein stetiges Halbdunkel, es roch widerlich faulig, doch die Lichtverhältnisse reichten aus, um das Gesicht der Hexe erkennen zu können.
Es war abgrundtief hässlich!
Bei einem Vergleich wurde man unwillkürlich an alte, feuchte Baumrinde erinnert. Es war ein Relief aus Falten, Runzeln und Kerben. Dazwischen leuchteten die Augen, weiße Kreise ohne Pupillen. Wie blasse Monde oder Laternen sahen sie aus.
Hässlicher und abstoßender konnte kein Hexenwesen sein. Auf dem Schädel wuchs das, was früher einmal Haare gewesen waren. Jetzt bestand es nur mehr aus einem Gespinst oder Wirrwarr aus weißen Fäden.
Und so wie Daniela Grandi sahen auch ihre beiden Hexenschwestern aus. Sie glichen sich, sie hätten Drillinge sein können, und sie hielten zusammen wie Pech und Schwefel.
Aus dem Hintergrund der Höhle löste sich Verena, die mittlere der Drei. Ihre Klauen schlossen sich zu Fäusten und öffneten sich auch wieder. Dann hakte sie die Finger ineinander, während zischende Laute aus ihrem Maul drangen.
»Wer darf sie töten?«, fragte sie.
»Warte noch, Schwester. Ich will, dass auch Sina dabei ist. Wir müssen uns ihr gegenüber erkenntlich zeigen. Schließlich hat sie uns diesen Menschen vom Leib geschafft.«
»Es war der, dessen Gesicht wir in der Kugel gesehen haben, nicht wahr?«
»Ja, ich konnte einen Blick auf ihn werfen. Ein gefährlicher Mann, jemand, der eine starke Waffe bei sich trägt. Aber wir sind zu gut, wie ich es euch schon immer sagte. Die drei Grandi-Schwestern sind nicht zu besiegen, und sie werden den Fluch auch nicht löschen, das kann ich dir versprechen.« Bei ihren letzten Worten hatten sich die weißen Augen auf Julie gerichtet.
Das Mädchen wagte nicht, sich zu erheben. Wie ein Häufchen Elend hockte es zu den Füßen der beiden hässlichen Hexen. Julie fühlte sich ausgebrannt und leer. Sie hatte alles versucht, aber nichts war gelungen. Ihre Kräfte, mit denen sie Katastrophen verursachen konnte, waren in dieser Höhle einfach weg. Die andere Magie, die der Hexen, besaß eine unglaubliche Stärke.
»Du hast auf das falsche Pferd gesetzt!« , sagte Daniela Grandi nicht ohne Spott in der Stimme. »Du hast es einfach nicht geschafft. Dein Freund, so stark er auch sein mochte, war letztendlich für uns nur ein Winzling. Wir sind die wahren Herrscher, wir, die auch nicht von Servas getötet werden konnten, als er vor einigen Jahrhunderten hierherkam und uns die Pflöcke aus den Körpern riss. Er hatte versucht, eine alte Schuld bei mir, deiner Mutter, zu begleichen, das gelang ihm nicht.«
Julie Gladstone war kein normales Kind. Sie hatte erfahren, dass die alte Hexe ihre eigentliche Mutter war. Diejenige, die sie zum ersten Mal geboren hatte.
Nur war Julie schon mehrere Male gestorben und wiedergeboren worden. Bis zum heutigen Tag wusste sie nicht, wer ihr erster Vater gewesen war.
Die Frage stand in ihrem Blick zu lesen, und Daniela Grandi merkte dies sofort.
Sie lachte auf, bevor sie fragte: »Du willst wissen, wer dein erster Vater war, oder?«
»Ja. Wer hat es getan?«
»Ich kannte ihn gut, sehr gut.« Sie kicherte hässlich. »Vielleicht ist er deshalb damals zurückgekehrt und hat uns die Pflöcke aus dem Körper gezogen. Vielleicht …«1
»War es …?«
»Ja, Kind, er war es. Der Mann mit dem schlechten Gewissen, der auf den Namen Servas hörte. Er hat sich in mich verliebt, ohne zu wissen, wer ich tatsächlich gewesen bin. Als er es aber erfuhr, wäre er fast vor Scham vergangen. Es hat Jahre gedauert, bis er zurückkehrte, aber da hatte man uns schon gepfählt. So ist die Geschichte gewesen. Und du, Julie, bist unser gemeinsames Kind. Nur wenn du...
| Erscheint lt. Verlag | 12.8.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3291-X / 383873291X |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3291-6 / 9783838732916 |
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