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John Sinclair 519 (eBook)

Das Auge von Atlantis (2. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3289-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 519 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Das Auge von Atlantis (2. Teil).

Das Bild war fürchterlich!

Lady Sarah Goldwyn steckte im Boden der Videothek, inmitten einer Gruppe von Monstren. Sie stand dabei genau zwischen zwei Skeletten, die ihre Arme mit knöchernen Klauen in Höhe der Ellenbogen festhielten, sodass sich die Horror-Oma nicht rühren konnte.

Ich hielt mich am Eingang auf. Die Tür zu >>Sandras Höllenparadies<<, so hieß die Videothek, hatte ich eintreten müssen. Fieberhaft überlegte ich, wie ich Lady Sarah befreien konnte ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Auge von Atlantis (2. Teil)


Vorwürfe schossen mir durch den Kopf und ließen mir das Blut unter die Schädeldecke steigen. Ich hätte die alte Dame nicht mit Sandra allein lassen sollen, um David Ball, den Bleichen, zu verfolgen. Gebracht hatte es mir nichts. Ball war in ein gefährliches Auge gerissen worden und in dessen Pupille zerplatzt.

Das Aus für meinen Informanten!

Ich war wieder zurück in die Videothek gelaufen und sah die furchtbare Szene, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.

Sarah Goldwyn hatte den Kopf in den Nacken gedrückt. Sie stand innerhalb des Quadrats und starrte schräg in die Höhe gegen die Decke. Ob sie mich dabei erkannte, konnte ich nicht sagen. Jedenfalls zeichnete sich auf ihren Zügen nichts dergleichen ab. Darin waren nach wie vor der Schrecken und die Angst zu lesen.

Wie war sie in diese ausweglose Lage hineingeraten? Lady Sarah musste in den Boden gesunken sein, über den ich ebenfalls schon gegangen war, ihn jedoch als völlig normal kennengelernt hatte.

Wenn Lady Sarah nun in der Tiefe steckte, musste er sich einfach verändert haben. Oder hatte man ihn magisch verändert? So etwas gab es. Das war an den Stellen möglich, wo zwei Welten aufeinander trafen.

Ein Pandämonium wie unter meinen Füßen und die normale Welt, in der ich mich befand.

Normalerweise hätte Sarah Goldwyn tot sein müssen. In einer Lage wie der ihren war es praktisch unmöglich, Atem zu holen und normal weiterzuleben – aber es gab auch Ausnahmen. Ich selbst hatte sie bei meinen Ausflügen in die schrecklichen Welten kennengelernt. Da konnte man existieren und leben inmitten einer Schar von Monstren.

Sarah Goldwyn aber bewegte sich nicht. Die beiden Knochenhände hielten sie, die Hände waren gespannt, in den Gesichtern der Skelette standen die Mäuler offen.

Ich schaute mir die übrigen Monstren an. Sie sahen schlimm aus. Zombie- und ghoulhafte Gestalten. Widerlich wie auch die Mutanten, die sich in den Reigen des Schreckens einreihten.

Wer hatte ihn geschaffen?

Eigentlich kam eine Person infrage.

Sandra, die Besitzerin dieser außergewöhnlichen Videothek, die von einer normalen nicht zu unterscheiden war. Möglicherweise lag es doch am Untergrund. Er setzte sich aus zahlreichen Quadraten zusammen, deren mattsilbrige Spiegelfarbe mir bereits beim ersten Besuch besonders aufgefallen war.

Ein scharfes Hüsteln riss mich aus meinen Gedanken. Ich drehte mich um.

Der Bobby, der mir behilflich gewesen war, erschien und nickte mir zu. Er wollte die Videothek ebenfalls betreten, ich breitete die Arme aus und stoppte ihn mit dieser Geste.

»Was … was ist denn los, Sir?«, fragte er. Seine Augenlider zuckten dabei.

»Bleiben Sie draußen und sorgen Sie dafür, dass niemand den Laden hier betritt.«

»Gibt es einen Grund?«

»Ja.«

Er wollte natürlich wissen, wie dieser Grund hieß oder aussah. Ich teilte ihm nichts mit. Für mich war es wichtig, das Rätsel des Raumes zu lösen, und natürlich auch das Rätsel des geheimnisvollen blauen Auges, das in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem vor über 10 000 Jahren versunkenen Kontinent Atlantis stehen musste.

Ich hatte schon ein ungutes Gefühl, als ich den rechten Fuß anhob und ihm zum ersten, zögernden Schritt nach vorn setzte. War der Boden normal hart, war er vielleicht weich? Würde er nachgeben und mich ebenfalls verschlingen?

Mein Herz klopfte schneller, als ich den Fuß in Richtung Boden schob. Hinter mir vernahm ich die Schritte des Polizisten. Dem Bobby schien es nicht geheuer zu sein, denn er zog sich zurück.

Ich bekam Kontakt.

Der erste leichte Druck, mein strenger Blick, genau auf den rechten Fuß gerichtet – und ich hatte Glück.

Ich sackte nicht ein. Der Boden war hart wie immer. Er gab um keinen Millimeter nach.

Ein tiefes Durchatmen, das Klopfen meines Herzens nahm ab, die ungeheure Belastung wurde verdrängt. Ich freute mich darüber, dass nichts geschehen war.

Noch hatte ich nur einen ersten Versuch unternommen. Der linke Fuß stand auf der Tür. Sehr langsam zog ich das Bein nach, stellte den Fuß ebenfalls auf den Boden und atmete wieder tief durch.

Kein Einsacken innerhalb des Quadrates. Ich stand genau über einem Monstrum, dessen Gesicht furchtbar aussah. Es war bleich wie angegrauter Kalk. Der Unhold schien geradewegs aus dem Grab gestiegen zu sein. Die Haut hing an einigen Stellen in Fetzen über seinen vorstehenden Wangenknochen. Der Mund war sehr breit und zu einem hässlichen Grinsen verzogen. Das Montrum schien sich über meine Bemühungen zu freuen.

Mein eigentliches Ziel war nicht die Videothek. Ich wollte dorthin, wo sich der Klub befand. Davon hatte mir Lady Sarah berichtet. Dieser sogenannte Klub war nur für bestimmte Mitglieder unter den Besuchern von Sandras Höllenparadies geöffnet.

Ich konnte mir sehr gut vorstellen, dass sie sich in ihren Klubraum zurückgezogen hatte. Neben der breiten Verkaufstheke war die Tür zu diesem Zimmer. Hinter dem Tresen stand niemand mehr. In der Kaffeemaschine schimmerte noch der Rest einer braunen Brühe.

Ich hätte mir die Monstren gern näher angesehen, aber ich wollte so rasch wie möglich zu Lady Sarah und versuchen, sie irgendwie aus ihrer Lage zu befreien.

Direkt vor dem Rechteck, das sie eingeschlossen hatte, blieb ich stehen. Meine Fußspitzen berührten den Rand. Die beiden Skelette und auch Lady Sarah befanden sich innerhalb des Quadrats, sonst niemand. Sie sah mich und nahm mich trotzdem nicht wahr. Ihr aus der Tiefe auf mich gerichteter starrer Blick klebte förmlich an mir, aber sie nahm mich einfach nicht wahr. Ihre Sinne reagierten nicht. Das Menschliche war in ihr ausgeschaltet worden.

Ich sprach sie trotzdem an.

Meine Worte drangen ihr als scharfes Flüstern entgegen. Ich hatte mich dabei gebückt, einen Finger angewinkelt und klopfte mit dem Knöchel auf den Untergrund.

Das Geräusch klang nicht hohl, es gab auch kein Echo. Dafür hörte es sich irgendwie dumpf und satt an, als wäre unter dem Quadrat alles gefüllt gewesen.

Wie konnte ich diese Sperre brechen?

Sie war nicht normal, beruhte auf der einen Magie. Und Magie musste man mit einer Gegenkraft bekämpfen.

Mit meinem Kreuz, zum Beispiel!

Vielleicht konnte ich die Grenze zu dem unter mir liegenden Pandämonium aufreißen, möglicherweise aber zerstörte ich auch vieles.

Dieses Risiko wollte ich nun doch nicht eingehen. Vielleicht war es besser, sich auf Sandra zu konzentrieren. Wie ich sie einschätze, würde sie mir bestimmt Antworten auf meine Fragen geben. Sandra gehörte zu den Personen, die sich stets auf der Siegerstraße sahen und dementsprechend eingebildet waren.

Mein Weg führte mich links am Verkaufstresen vorbei. Ich musste, um hinter die Theke zu gelangen, eine Klappe hochheben. Erst dann geriet ich in die Nähe der anderen Tür.

Zuvor warf ich einen Blick zurück. Der Bobby hatte Hilfe bekommen. Andere Kollegen bildeten eine Kette aus Menschenleibern, um die Neugierigen auf Distanz zu halten.

Ich hob die Klappe an. Sie strich mit der Schmalseite dicht an meinem Gesicht vorbei. Gekippt ließ ich sie auf der Verkaufstheke liegen. Jetzt war der Weg frei.

Möglicherweise erwartete Sandra mich, denn sie hatte die schmale Tür nicht geschlossen. Es war wie eine Einladung für mich.

Dass der Fall eine derartige Wendung nehmen würde, hätte ich nicht gedacht. Dabei hatte er recht harmlos begonnen.1 Ich war von meinem Chef, Sir James Powell, zu einem Gespräch in einem Londoner Pub eingeladen worden. Es ging um einen Fall, der mehr als zwanzig Jahre zurücklag. Damals war es den Beamten vom Yard gelungen, durch die Hilfe eines ehemaligen Kollegen namens Rick Malone einen zehnfachen Triebmörder zu fangen. Malone hatte diesen Menschen gestellt, dann aber mit ansehen müssen, wie dieser in den Sog eines gewaltigen Auges geraten und von der Pupille verschluckt worden war. Der Killer mit dem Namen Uncle Willy hatte nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können.

Er kehrte zurück. Mehr als zwanzig Jahre später war er wieder da und warnte Sir James. Der setzte sich mit Malone in Verbindung, und ich traf beide in dem Pub. Dort erzählte mir Sir James dieses ungewöhnliche Erlebnis. Mein Chef rechnete fest damit, dass sich Willy rächen würde.

Was er auch tat.

Nicht Sir James wurde getötet, sondern Rick Malone. Als Folge davon bekam Sir James einen besonderen Leibwächter zugeteilt, nämlich meinen Freund und Kollegen Suko.

Nach dem Gespräch im Pub war ich zur zweiten Verabredung des Abends gefahren. Lady Sarah hatte mich gebeten, zu ihr zu kommen. Auch Jane Collins war natürlich anwesend, und von Lady Sarah erfuhr ich etwas über »Sandras Höllenparadies«, dieser ungewöhnlichen Videothek, die der Horror-Oma nicht geheuer war, denn der Raum besaß ihrer Meinung nach ein magisches oder gefährliches Fluidum. Sie hatte mich neugierig gemacht. Noch neugieriger wurde ich, als ich das Emblem der Videothek sah. Es war ein großes, blaues Auge, von dem Malone berichtet und das ich ebenfalls gesehen hatte, denn mir war Willy in der Nähe des Pubs auch über den Weg gelaufen. Nur war der Killer in dem Auge verschwunden, sodass ich nicht hatte zugreifen können.

Auch am anderen Morgen im Büro hatte ich das Auge gesehen. Es entstand aus dem Nichts und verschwand wieder.

Leider war Rick Malones Leiche nicht verschwunden. Ein elftes Opfer war also auf das Konto des Mörders gegangen. Mir war zudem ferner bekannt, dass dieses Auge in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem versunkenen Kontinent Atlantis gestanden...

Erscheint lt. Verlag 12.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3289-8 / 3838732898
ISBN-13 978-3-8387-3289-3 / 9783838732893
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