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John Sinclair 516 (eBook)

Monster-Kirmes

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3286-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 516 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Monster-Kirmes.

Die Dunkelheit war tief wie schwarze Tinte. Yakup konnte die Hand nicht vor Augen sehen. Er empfand es als einen ausgemachten Blödsinn und war sauer, sich auf so etwas eingelassen zu haben. Aber was tat man nicht alles für einen guten Freund?

Yakup tastete sich langsam vor. Wer den Tunnel der Angst betrat, musste schon Nerven wie Drahtseile haben. Das jedenfalls stand auf einem Schild am Eingang. Yakup hielt es für arg übertrieben, wollte sich schon beschweren. Dazu kam er nicht mehr, denn da brach die Hölle schon über ihn herein ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Monster-Kirmes


Von den angekündigten Überraschungen hatte er bisher noch nichts mitbekommen. Das änderte sich sehr rasch.

Plötzlich war er da.

Ein grüner Teufel mit roten Augen und spitzen Ohren sprang vor ihm in die Höhe. Er kreischte auf, die Augen glotzten ihn an, und als Yakup vorging, berührte er einen Kontakt. Der Teufel verschwand so schnell, wie er gekommen war.

Zurück blieb als Erbe sein heiseres Gelächter.

Nach dem nächsten Schritt leuchtete vor dem blonden Türken ein blaues Licht. Es war nicht strahlend, kam ihm eher vor wie eine Wolke, die sich verteilte und aus zahlreichen Armen zu bestehen schien, die ihm zuwinkten.

Er lief der Wolke entgegen. Mit der rechten Hüfte schleifte er dabei an einem Geländerlauf entlang, wo sich ängstliche Gemüter festklammern konnten.

Das tat Yakup nicht. Er ging weiter – und rutschte weg.

Dass sich der Boden vor ihm öffnen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Yakup, fast mit übermenschlichen Reflexen ausgestattet, schleuderte seinen Körper nach vorn, suchte nach einem Halt und griff ins Leere.

Der Fall war nicht zu bremsen.

Yakup riss es in die Tiefe. Er sackte weg wie ein Stein, zog seinen Körper zusammen, weil er den Aufprall auffangen wollte, und federte plötzlich in ein Draht – und Netzgeflecht.

Er schwang wieder hoch, fiel zurück, drehte sich dabei, um auf die Knie zu kommen, als der Angriff erfolgte.

Wie viele Hände es waren, konnte er nicht sagen. Aus dem Dunkeln hatten sie sich auf ihn gestürzt. Er spürte sie überall. Sie drückten ihn zurück und legten sich wie ein schuppiges Geflecht um seinen Hals, wo sie ihm die Luft abschnürten.

Yakup bäumte sich auf. Er wollte sich aus dieser Umklammerung befreien, die anderen waren stärker.

Sie ließen ihm nicht die Spur einer Chance.

Wenig später war Yakup Yalcinkaya verschwunden, als hätte er nie zuvor existiert …

*

Ali, der Junge aus Marokko, Vollwaise und seit einiger Zeit zusammen mit Yakup und anderen Gleichgesinnten in einem Kloster nahe der Westküstenstadt San Francisco lebend, hatte es in der bergigen Einöde einfach nicht ausgehalten und Yakup so lange gequält, bis er mit ihm nach Frisco hineingefahren war, wo in dem weltbekannten Chinesenviertel ein ungewöhnlicher Jahrmarkt aufgebaut worden war.

Keine Kirmes im üblichen Sinne, wie man sie aus Europa oder aus amerikanischen Vergnügensparks kannte, nein, hier war einfach alles anders. Mit mehr Fantasie errichtet, auch ungewöhnlicher, überschaubarer und in gewisser Weise sensationell.

Da glich kein Karussell dem anderen, keine Bude der anderen. Die Schausteller hatten sich etwas einfallen lassen. Sie verkauften Dinge aus fremden Kulturen, sie führten Spiele vor, es gab geheimnisvolle Buden, wo Besucher tief in fremdartige Reiche hineintauchen konnten und die Illusion einer märchenhaften, auch oft gefährlichen Welt erlebten.

Das hatte Ali natürlich gereizt, während Yakup den Dingen skeptischer gegenüberstand.

Ali hatte nicht aufgegeben und so lange gebettelt, bis sie Karten für den Tunnel der Angst erworben hatten.

Es war eine schwarz angestrichene, ziemlich normale Bude. Man hätte sie auch als Vorläufer einer primitiven Geisterbahn bezeichnen können. Wer hineinwollte, musste eine Karte lösen.

Yakup hatte bezahlt und wollte gemeinsam mit Ali zusammen den Tunnel der Angst betreten, aber die dürre Chinesin hinter der Kasse schüttelte nur den Kopf. »Nacheinander und mit einem gewissen Abstand.«

»Dann geh du vor«, sagte Ali.

Der hochgewachsene Türke mit den breiten Schultern und den schmalen Hüften verschwand durch eine goldfarben gestrichene Tür, die hinter ihm zuschwappte.

»Wie lange muss ich denn warten?«, fragte Ali.

Der Chinese lächelte. Sein Gesicht schien dabei nur aus kleinen Falten zu bestehen. »Die Geduld ist die wichtigste Tugend des Menschen«, belehrte er Ali. »Du musst Geduld haben und warten. So nur erreicht man das Ziel, mein Junge.«

»Auch hier?«

»Natürlich.«

Ali hob die Schultern. Man sah ihm an, dass er sportlich durchtrainiert war. In den letzten beiden Jahren war er sehr gewachsen, hatte ebenfalls breite Schultern bekommen. Sein dunkles Haar war kurz geschnitten und lag wie krauser Draht auf seinem Kopf. Man konnte ihn als hübschen Jungen bezeichnen. In seinem Gesicht mit der etwas dunkleren Haut fielen besonders stark die braunen Augen auf, die sehr sanft schauen konnten, jetzt aber gleichgültig blickten, weil Ali darauf wartete, endlich den Tunnel der Angst betreten zu können, um seinem Freund Yakup zu folgen.

»Ist es soweit?«

Der Knitter-Chinese nickte. »Ja, mein junger Freund, du kannst den Tunnel der Angst betreten.«

»Muss ich Angst haben?«

»Jeder hat Angst. Aber die im Tunnel ist eine andere als die Angst im Innern des Menschen.«

»Ach so.« Ali hatte die Sätze zwar nicht so recht begriffen, er war jedoch froh, nicht so lange warten zu müssen und stieß die Tür auf.

Sie schwappte hinein in die Finsternis, in die auch Ali gehen musste, um den Tunnel der Angst zu betreten.

Schon nach den ersten Schritten ärgerte er sich, weil er überhaupt nichts sehen konnte. Er trat hinein in die schwarze Watte der Finsternis, die sich über ihn gelegt hatte. Zur Orientierung und zur Sicherheit suchte er nach einem Halt. Den Handlauf eines Geländers entdeckte er auf der rechten Seite.

Das war schon gut.

Er hörte weder etwas von Yakup noch von seinem Vordermann, auch nichts von einer Person, die hinter ihm ging. Ali kam sich völlig alleingelassen vor.

Nicht nur die Finsternis umgab ihn, auch eine bedrückende Stille, die tatsächlich das Gefühl des Verlassenseins und der Angst erzeugen konnte, weil Ali sehr schnell feststellte, weil sein Herz plötzlich überlaut schlug.

Der alte Chinese hatte nicht gelogen. Sehr vorsichtig ging Ali weiter. Das hier war der Tunnel der Angst, er rechnete mit Überraschungen, die auch eintrafen.

Ein Teufel sprang vor ihm hoch. Das grüne Gesicht, die roten Augen, die abstehenden Ohren und dann das Gelächter, als sich dieser kleine Pappteufel wieder zurückzog.

Ali stand allein.

Die Überraschung hatte er schnell überwunden. Der Junge gehörte nicht zu den Personen, die sich leicht aus der Bahn werfen ließen.

Sein Herzschlag beruhigte sich allmählich, weil er sich an die Umgebung gewöhnte.

So ging er weiter.

Die Dunkelheit schluckte ihn, der Tunnel war dicht und wurde von keinem Windhauch durchweht.

Die trockene Luft roch nach Ölfarbe, aber auch nach irgendwelchen Kräutern oder Gewürzen, die Ali allesamt ziemlich fremd vorkamen. Er orientierte sich zur rechten Seite hin, wo sich der Handlauf befand und er sich abstützen konnte.

Dass Yakup kurz vor ihm in die Tiefe gejagt war, wusste er nicht. Und bei ihm funktionierte der Mechanismus auch nicht. Ali schritt darüber hinweg, als wäre nichts gewesen.

Dafür sah er das blaue, wolkige Licht. Eine neue Erscheinung, nicht so grässlich bemalt wie der Teufelskopf. Es wirkte eher anziehend und lockend auf den Betrachter.

Ali lief darauf zu. Der Untergrund hatte sich etwas verändert. Er war weicher geworden. Wenn seine Sohlen den Boden berührten, so hörte er leicht knarrende Geräusche, die wie feine Echos durch die Stille des Tunnels drangen.

Er wollte wieder zum Handlauf tasten und fasste ins Leere. Der Halt war plötzlich verschwunden.

Aber das Licht existierte.

Ali blieb stehen. Er konzentrierte sich auf die blaue Wolke, die nie stillstand, sich drehte, aufquoll, mal zusammenfiel und so wirkte, als wäre sie aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzt, die ineinanderliefen.

Noch traute er sich nicht, den nächsten Schritt zu tun. Er kam sich vor wie auf einer weiten Insel stehend, die nicht vom Wasser, dafür aber von der Dunkelheit umgeben war.

Dann hörte er das Knacken. Er konnte nicht feststellen, aus welcher Richtung das leise klingende Geräusch aufgeklungen war, jedenfalls spürte er die Folgen.

Der Boden unter ihm wanderte nach vorn. Sehr langsam nur, dafür mit einem Ruck beginnend, sodass Ali kurz nach hinten kippte, sich aber wieder fing und seinen Körper nach vorn beugte.

Sehr schnell stellte er fest, dass er sich auf einem Transportband befand, das ihn hinein in die tiefe Dunkelheit brachte. Gleichzeitig näherte er sich auch dem blauen Licht.

Wie breit das Fließband war, hatte er nicht feststellen können. Dafür überkam ihn das Gefühl, dass sich seine gesamte Umgebung in Bewegung befand. Eine Insel, die wanderte.

Noch immer wollte die in der Reklame versprochene Angst sich nicht bei ihm einstellen. Ali fühlte eine gewisse Spannung, das Prickeln vor den kommenden Ereignissen.

Ein Motor trieb das Band weiter. Es lief gleichmäßig, ohne zu rucken, und es brachte Ali der blauen Lichtwolke immer näher.

Die Dunkelheit blieb. Trotzdem glaubte er nicht daran, sich in der Enge zu bewegen. Er breitete die Arme aus und spreizte sie so weit vom Körper ab wie möglich.

Nirgendwo fand er Widerstand.

Die Wolke vergrößerte sich, je mehr er sich ihr näherte. An den Seiten faserte sie etwas aus, und sie strahlte auch irgendwas aus, vor dem Ali sich fürchtete.

Hatte die Werbung recht? Befand er sich tatsächlich in einem Tunnel der Angst?

Die ersten Ausläufer der Wolke streiften ihn. Schon schauderte er zusammen. Es war ein kalter Hauch, der da über seine Haut glitt und sich bewegte wie schnelle Finger. Die Wolke tastete sich an ihm hoch, sie roch nicht einmal, dennoch bekam der Junge...

Erscheint lt. Verlag 12.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3286-3 / 3838732863
ISBN-13 978-3-8387-3286-2 / 9783838732862
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