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John Sinclair 422 (eBook)

Der Werwolf-Jäger

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3182-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 422 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Werwolf-Jäger.

Michail Chirianow lebte im fernen Sibirien. Die Weite dieser menschenfeindlichen Landschaft und die Probleme seiner in dieser Schneewüste ausharrenden Menschen hatten ihn geprägt. Ohne sein Hobby, das Lesen, wären ihm viele lehrreiche und spannende Stunden vorenthalten worden. Wenn Michail einmal nicht las, unterhielt er sich mit seinen Freunden und Bekannten. Und er hörte ihnen aufmerksam zu, wenn sie die alten Geschichten von den Scheemonstern, den Geistern und Werwölfen aufwärmten. Die Werwölfe hatten es ihm dabei besonders angetan. Er studierte ihr Verhalten und fand Wege, wie sich die Menschen vor diesen reißenden Bestien schützen konnten. Bald wurde Michail von allen nur noch der Werwolf-Jäger genannt.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Werwolf-Jäger


In der Einsamkeit der sibirischen Winterlandschaft wirkte die abgebrannte Hütte wie die verkohlten Überreste eines zerstörten Riesen. Über den Trümmern lag noch der Geruch von kaltem Rauch. Er würde sich noch länger halten, da kaum Wind wehte. Die bleigraue Wolkendecke ließ den Himmel wie einen unendlichen Teppich aussehen, in dem die blasse Wintersonne als gelbes rundes Auge schimmerte.

Ein Land wie ein weißer Albtraum. Sibirien ist endlos. Herrlich und deprimierend zugleich. Die wenigen Menschen, die verstreut und weit außerhalb der Städte lebten, kannten sich trotzdem, da sie miteinander Kontakt hielten und jedes Wiedersehen feierten.

Auch Panja hatte die Menschen gekannt und war bei ihnen beliebt gewesen.

Doch jetzt war sie tot!

Sie lag zwischen den verkohlten Balken des Hauses. Ihr Körper zeigte schreckliche Wunden. Das Blut war in die Asche gelaufen oder hatte sich an einigen Stellen mit dem harschigen Schnee vermischt. Die Tote hatte eine Rückenlage eingenommen. Die gebrochenen Augen starrten anklagend in den Himmel, als würden sie dort, wo selbst die Sonne traurig wirkte, so etwas wie Hoffnung finden.

Die Hütte hatte am Waldrand gestanden. Ein stolzes Blockhaus war es gewesen. Sehr stabil gebaut, mit einem großen Kamin aus feuerfesten Steinen, der in den langen Wintermonaten Wärme spendete.

Das war jetzt vorbei.

Hinter den Trümmern begann der Wald. Dicht, verschneit, leer wirkend. Die Bäume schienen unter dem Druck der Schneemassen zu leiden. Hin und wieder, wenn die Last des Schnees zu sehr drückte, rutschten Klumpen von den Zweigen ab und fielen zu Boden. Manchmal brach auch ein Ast. Das trockene Krachen hörte sich an wie ein ferner Gewehrschuss, dessen Echo durch die stille Landschaft getragen wurde.

Vor der Hütte begann das Meer. Flach und dennoch leicht wellig. Ein Ozean aus Schnee und Eis. Im Sommer war es die weite, grüne Tundra, doch der kalte Winter hatte alles Leben unter sich begraben, und es schien so, als würde es nie mehr erwachen sollen.

Sibirien war auch das Land der Wölfe.

Im Sommer fanden sie auf ihren streunenden Gängen genug Beute, dann griffen sie kaum Menschen an. Im Winter aber, wenn es ihnen an Nahrung fehlte, suchten sie auch die verstreut liegenden Siedlungen der Menschen auf, um Tiere zu reißen oder, wenn sie keine fanden, auch über Menschen herzufallen.

Nur um die verbrannte Erde schlugen die Tiere einen großen Bogen. Sie, die immer neugierig waren, spürten, dass etwas anders war als sonst. Da war nicht nur etwas abgebrannt, da musste auch noch etwas lauern. Für die Tiere eine Warnung. Sie besaßen einen ausgezeichneten Instinkt und wussten, wann sie sich herantrauen konnten und wann nicht.

Der Mensch dachte da anders.

Vor allen Dingen der Mann, der auf seinem Schlitten die Weite des Landes durchfuhr.

Von vier Hunden wurde der breite, stabile Holzschlitten gezogen. Er besaß an seiner Rückseite noch einen Aufbau, sodass die Waren, die dort lagerten, auch bei schneller Fahrt nicht abgeworfen werden konnten.

Vom Gesicht des Mannes, der die Leine in den Händen hielt, war nicht viel zu sehen. Eine Mütze aus Bärenfell bedeckte den Kopf. Und aus Bärenfell war auch der Mantel gefertigt, der seinen Körper vor der beißenden Kälte schützte.

Während der Fahrt stach der Wind gegen sein vermummtes Gesicht.

Seit Stunden schon begleiteten ihn die typischen Geräusche, an die er sich längst gewöhnt hatte, und die er kaum noch hörte.

Es war das Keuchen der vier Hunde, das scharfe Gleiten der Kufen über den verharschten Schnee und dazwischen das nur leise Säuseln des Windes, der über die unendlich erscheinende Fläche strich.

Die Hunde liefen ihre Tour weg. Sie waren daran gewohnt, konnten kilometerweit laufen, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen, und das mussten sie auch in dieser einsamen Landschaft.

Der Mann hieß Michail Chirianow!

Seit er sich daran erinnern konnte, hatte er in diesem Teil des Landes gewohnt, zwischen zwei großen Flüssen, wo die Einsamkeit die Bewohner formte und ihnen ihr Leben aufzwang. Er war groß geworden, sogar zur Schule gegangen und hatte sehr viel gelernt, denn Chirianow verfügte über eine überdurchschnittliche Intelligenz.

Dabei hatte er das Glück gehabt, auf einen Lehrer zu treffen, der von Moskau in sein Dorf versetzt worden war und seine umfangreiche Büchersammlung mitgebracht hatte. Michail war sehr gelehrig gewesen. Er wusste nicht allein, wie man überlebte, er hatte auch in den langen Winternächten am Feuer gesessen und Bücher studiert.

Alles, was sein Lehrer mitgebracht hatte, war von ihm buchstäblich gefressen worden, und so hatte er Dinge gelernt, die die meisten der hier wohnenden Menschen nicht kannten.

Sogar eine fremde Sprache hatte er sich einigermaßen gut beigebracht, sodass er sich mit einem Engländer unterhalten konnte. Es blieb nicht allein bei der schöngeistigen Literatur. Er hatte auch bei seinen Landsleuten gesessen und sich die alten Geschichten angehört. Über Schneemonster, gefährliche Geister und Werwölfe.

Die Werwölfe interessierten ihn besonders. Chirianow hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mehr über diese Bestien herauszubekommen, und es war ihm auch gelungen.

Er war Begebenheiten nachgegangen, hatte von einer Werwolf-Elite gehört und versuchte seit Jahren schon, deren Spur aufzunehmen. Irgendwann war die Nachricht durchgesickert, alle Werwölfe wären getötet worden, aber daran glaubte er nicht, hatte weitergeforscht und war auf den Namen Lupina gestoßen.

Weiter kam er nicht. Aber der Name Lupina hatte sich in seinem Gedächtnis festgesetzt. Wie ein Motor trieb er seine Forschungen voran.

Michail wusste, dass es Werwölfe gab. Er richtete sich darauf ein. Als ebenfalls ausgebildeter Jäger fertigte er sich in mühevoller Arbeit eine besondere Waffe an.

Es war ein Bogen aus biegsamen, dennoch widerstandsfähigem Holz – und Pfeile aus geweihtem Silber.

Mit diesen Waffen war er auf Jagd gegangen, hatte das Land durchstreift und tatsächlich Werwölfe entdeckt.

Sie waren von ihm vernichtet worden.

Es sprach sich herum, welch einer Aufgabe sich dieser Mann widmen wollte. Menschen gaben ihm Tips, er reiste viel. Auf einer seiner Reisen hatte er Panja kennengelernt, eine junge Frau, die sich in ihn verliebte und ihr Leben in der Einsamkeit der Tundra mit ihm teilen wollte.

Kurzentschlossen hatte er sie mitgenommen, ihr und sich ein besseres Haus gebaut, ohne allerdings seine eigentliche Aufgabe aus dem Blick zu verlieren, das Jagen der Werwölfe.

Man gab ihm einen Namen.

Michail Chirianow, der Werwolf-Jäger!

Die Menschen in der Provinz wussten Bescheid. Auch die Parteigenossen. Für sie gab es zwar so etwas nicht, aber Sibirien ist nicht Moskau, und so ließen sie den Werwolf-Jäger in Ruhe. Außerdem war es besser, einen Mann wie ihn zum Freund zu haben und nicht zum Feind.

Sein Schlitten war hochbeladen. Er kam von einer siebentägigen Fahrt zurück. Am Ufer des Ob, dessen Wellen mächtige Eisschollen der Mündung entgegentrieben, hatte er sich mit Proviant eingedeckt. Die Siedlung war weder eine Stadt noch ein Dorf. Man bezeichnete sie als Handelsstation, ein Fleck in der Weite des Landes. Kaufleute und Wirte hatten sich dort festgesetzt, auch ein Holzfäller-Camp befand sich dort. Im Winter war es nicht besetzt. Um es zu nutzen, hatte einer der Kaufleute sein Lager dort errichtet.

Die Waren waren teuer. Man musste sie über weite Entfernungen transportieren, das erhöhte den Preis. Michail Chirianow war es durch geschicktes Handeln gelungen, einen für ihn günstigen Rabatt herauszuholen, und darüber freute er sich.

Wenn er in die Siedlung kam, musste er erzählen und auch mit den Leuten trinken.

Beides hatte er ausgiebig genug getan, und er freute sich darauf, nach Hause zu kommen.

Für einen Fremden wirkte die Umgebung immer gleich, nicht für Michail. Er kannte jede kleine Erhebung, kannte die Hügel, sah in der Ferne den Wald, und auch die Hunde witterten, dass sie bald in die Wärme ihrer Höhle kommen würden.

Sie strengten sich noch einmal an, legten sich ins Geschirr, und der Schnee stob unter ihren Füßen auf, wobei er regelrecht Wolken bildete. Sie hüllten die vier Hunde ein.

Michail Chirianow lachte. »Ja!«, klang es dumpf unter seinem Mundschutz hervor. »Ja, lauft, ihr Brüder. Bald sind wir da. Dann wird Panja uns etwas Warmes kochen, und auch ihr bekommt euer Fressen. Lauft, Burschen, lauft …«

Seine Stimme trieb die Tiere noch einmal an, und sie legten sich wieder ins Geschirr.

Je schneller sie liefen, umso schärfer wurde der Wind.

Und dann roch Michail etwas. Es war ein Geruch, der so gar nicht in die Klarheit und Weite der Winterlandschaft passen wollte.

Rauch …

Als hätte es irgendwo gebrannt, und der Mann auf dem Schlitten zuckte zusammen. Er richtete sich höher, sein Blick wurde starr, glitt scharf und forschend über das weite Land, und er sah in der Ferne den dunklen Fleck auf dem Boden.

Dort stand seine Hütte …

Plötzlich zuckte es in seinem Innern. Er öffnete den Mund, ein stöhnender Laut erklang, Angst durchfuhr den mächtigen Körper des Mannes, und auf seinen Lippen lag nur ein Name.

Panja!

Er tat etwas, das ihm eigentlich zuwider war. Michail griff zur Peitsche. Er wollte die Hunde antreiben, musste Bescheid wissen, um was es sich handelte, und die Tiere zuckten, als das Leder der Peitsche über ihr mit Schnee und Eis bedecktes Fell glitt.

Chirianow hielt die Zügel jetzt straff, hatte sich aufgerichtet, wollte besser...

Erscheint lt. Verlag 29.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3182-4 / 3838731824
ISBN-13 978-3-8387-3182-7 / 9783838731827
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