Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 439 (eBook)

Das Folterbett

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3199-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 439 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Das Folterbett.

Christel Bender verdrehte die Augen, als sie ihrer zehnjährigen Tochter beim Essen zusah.

>>Iss anständig, Ute<<, sagte sie schon zum vierten Mal.

Ute starrte ins Leere. Sie wirkte geistesabwesend und ließ plötzlich ihre Gabel in den Spinat fallen. >>Mutti ...<<

>>Ja, mein Kind, was gibt's?<<

>>Heute Nacht wird Opa sterben ...<<

Während Ute diesen Satz sagt, kauft Opa Bender gerade bei einem Antiquitätenhändler ein altes Gefängnisbett.

Als Sammler gefällt ihm dieses Stück. Doch was es mit ihm in wenigen Stunden anrichten wird, ahnt er nicht ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Das Folterbett


Der Mann schaute dem Rauch der Zigarre nach, nickte einige Male und lächelte dann. »Das war wirklich ausgezeichnet, Karl. Und die Zigarre ist die Krönung.«

»Für einen Freund ist mir nichts zu teuer, Max!«

Max Bender lachte laut. »Du Schlingel. Ich weiß genau, wie raffiniert du bist.« Er beugte sich vor, denn die Gäste an den Nebentischen sollten seine Worte nicht unbedingt mitbekommen. »Achttausend Mark habe ich mitgenommen, und die mßte ich auch bezahlen.«

»Stimmt.«

Der grauhaarige Max Bender deutete mit der Zigarrenspitze auf seinen Gegenüber. »Du bist ein Halsabschneider.«

»Aber nur bei denen, die den alten Plunder sammeln. So wie du halt, Max.«

»Ja, ich lebe entsprechend.«

»Wie in einem Museum.«

Bender hob die Schultern. »Wer einen Antiquitätenhandel hat, der muss mit gutem Beispiel vorangehen und seinen Kunden etwas bieten.« Bender lehnte sich wieder zurück.

Er und Karl Richter kannten sich schon lange. Die beiden machten Geschäfte zusammen. Mittlerweile hatte sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den etwa gleichaltrigen Männern entwickelt. Richter hatte einen Riecher für alte Dinge, und er konnte die Leute so beschwätzen, dass sie ihr letztes Hemd abgaben. Das alte Bett hatte auch er aufgetan. In einem verlassenen Gefängnisturm hatte es gestanden, wo es angeblich spuken sollte. Auf dem Bett hatten die Verurteilten gelegen, und der Sage nach waren die meisten auch in ihm gestorben, qualvoll und grauenhaft, ohne dass der Henker zu ihnen gekommen wäre.

Das Bett war sehr alt und noch gut erhalten, als wäre es die letzten 200 Jahre jede Woche gepflegt worden. Dem war jedoch nicht so. Karl Richter hatte sich deshalb gewundert, aber nicht nachgefragt und den Preis von viertausend Mark akzeptiert. Hundert Prozent Gewinn sprang bei den meisten Geschäften für ihn heraus. Bei Bender eigentlich nie, da setzte er auch nicht so hoch an. Er hatte sich nur darüber gewundert, dass Max den Preis sofort akzeptierte.

»Worüber denkst du nach, Karl?«

Richter griff zum Weinglas, in dem der Weißherbst rosig schimmerte. »Über dich.«

»Aha.«

Karl nahm einen Schluck. Ich wundere mich nur, dass du den Preis sofort akzeptiert hast.«

»Ich fand ihn normal.«

»Bestimmt nicht.«

»Wieso nicht?«

Karl Richter schüttelte den Kopf. »Wir kennen uns zu lange. Ich hatte die Achttausend nur so dahin gesagt. Du weißt, dass es überhöht ist, und du weißt auch, dass ich wesentlich tiefer gegangen wäre, weil du es bist. Aber weshalb hast du sofort zugestimmt?«

»Ich wollte es haben.«

»Das kann ich mir vorstellen, doch nenne mir den Grund. Was hat dich an diesem Bett so fasziniert? Wenn du es dir anschaust, ist daran eigentlich nichts Besonderes.«

»Da hast du recht.«

Richter streckte die Hand aus. »Dann erzähl mir bitte, weshalb du so scharf darauf gewesen bist. Hast du einen Kunden, der so ein Bett schon seit Langem sucht?«

»Ich wollte es nur für mich haben, Karl. Ich finde es einfach super. Es hat für mich eine Ausstrahlung.«

Karl Richter grinste nur schief. Er war ein kleiner Mensch mit lustigen Augen. Man sah ihm an, dass er gern ein Glas trank, und dieses Weinlokal, in dem die beiden Männer saßen, entsprach genau seinem Geschmack. Es war gemütlich eingerichtet, besaß getäfelte Wände und nette, kleine Tische, die sogar in Nischen oder von Kerzenschein beleuchteten Ecken standen.

»Ich habe davon nichts gespürt, Max.«

»Aber ich.«

»Und was willst du mit dem Bett machen?«

Max lächelte. »Vielleicht schlafe ich selbst darin. Ich habe mir jedenfalls eine Matratze besorgt und sie schon ausprobiert.«

»Für mich wäre das nichts.« Richter leerte sein Glas. »Soll ich noch einen Viertelliter bestellen?«

Bender schaute auf seine Uhr. »Nein, ich muss jetzt fahren.«

»Ins Bett, wie?«

»Auch.«

Richter lachte laut. »Du bist herrlich, Max, wirklich herrlich. Wenn wir uns ja nicht so lange kennen würden, hätte ich gesagt, du spinnst. So aber kann ich mich nur wundern.«

»Hast du denn nichts gespürt?«

Richter hob die Schultern. »Was soll ich denn gespürt haben?«, fragte er.

»Diese Aura.«

»Das ist doch Unsinn.« Richters Stimme klang leicht ärgerlich. Er winkte der Bedienung, um zu zahlen. Bei diesem Geschäft, das hinter ihm lag, übernahm er gern die Zeche.

Sie betrug knapp 60,- DM.

»Soll ich dich nach Hause bringen, Karl?«

»Nein, ich nehme ein Taxi.« Die Männer standen auf. Richter klopfte seinem Freund auf die Schulter. »Wir hören wieder voneinander. Ich habe da ein Projekt laufen, das dich sicherlich interessieren wird.«

»Bestimmt.« Die Antwort klang so, als wäre der Antiquitätenhändler überhaupt nicht bei der Sache.

Vor dem kleinen Lokal trennten sie sich. Es war noch nicht völlig dunkel. Der Mai brachte sehr lange und auch helle Tage. Benders Wagen stand nicht weit entfernt. Er musste nur um die kleine Gaststätte herumgehen, wo sich der Parkplatz befand.

Er fuhr einen Mercedes 190. Schiefergrau mit getönten Scheiben.

Bender rollte in einer Kurve der Ausfahrt entgegen. Er fieberte schon innerlich, denn für ihn war es ungemein wichtig, nach Hause zu kommen. Das Bett wartete auf ihn. Dieses herrliche Bett, von dem etwas ausging, das er nicht erklären konnte. Es war faszinierend, und diese Faszination ging auch auf ihn über.

Manchmal zitterte er regelrecht, wenn er an das Bett dachte. So schnell wie an diesem Abend war er die Straßen noch nie gefahren. Die Reifen fraßen die Kilometer weg.

Es waren ja nur acht.

Die Umgebung versank allmählich in einem schmutzigen Grau. Auch die Berge wurden davon bedeckt. In der Ferne verschwamm die Fläche des Bodensees ebenfalls in der Dämmerung.

Es war ein heißer und schwüler Tag gewesen. Auf den Höhen ließ es sich aushalten, aber in den Tälern hatte die Luft gestanden. Das fahle Wetterleuchten auf der grauen Himmelsfläche zeigte dem Mann an, dass ein Gewitter im Anzug war.

Nach einem solchen Tag musste es einfach krachen.

Sein Haus lag nicht direkt an der Straße. Er musste noch einen schmalen Zubringerweg fahren und passierte auch das Schild mit der Aufschrift »Bender-Antique«, das bei zahlreichen Käufern einen guten Klang hatte. Sogar aus München kamen einige Kunden.

Er rollte rechts an das Haus, wo sich der kleine Parkplatz befand, auf dem auch die Kunden ihre Wagen abstellten. Als er den Mercedes verließ, streckte er seine Arme und schaute von der Höhe her über das weite Land, über dem noch nicht die Dunkelheit lag.

Benders Haus stand allein. Bis zum nächsten Gehöft konnte er am Tage schauen, in der Dunkelheit sah er höchstens ein paar ferne Lichter.

Um all den Krempel, wie manche Leute sagten, unterbringen zu können, hatte sich Max Bender ein großes Haus gebaut. Das heißt, es hatte schon gestanden, die Grundmauern waren sehr alt, aber er hatte es so raffiniert ausgebaut, dass sich sogar ein großes Dachstudio hatte integrieren lassen, von dem aus ein fantastischer Ausblick den Betrachter für das Steigen der Treppenstufen belohnte.

Im Studio standen auch seine wertvollsten Stücke. Zwar führte er Käufer auch durch die unteren Räume, aber wer das Ausgefallene und auch meist Teure wollte, der ging nach oben.

Bender schloss die Haustür auf. Ein ebenfalls antikes Stück, das ein Kunstschreiner wunderbar in den Raum zwischen den beiden Mauern integriert hatte.

Schon während er die Tür aufstieß, hörte er das Läuten des Telefons. In dem Haus befanden sich mehrere Anschlüsse. Der Bau war einfach zu groß, und die Anzahl der Zimmer belief sich auf über zehn. Ein Telefon stand in der hallenartigen Diele, die ebenfalls wirkte wie ein Museum. Die modernen Lampen erhellten den Raum. Sie warfen ihre breiten Strahlen auch auf ganz bestimmte Gegenstände in der Halle, unter anderem stand auch das Telefon inmitten einer hellen Insel.

»Ja.«

Bender hörte ein Seufzen. »Du bist ja doch da, Vater.«

Max schüttelte verwundert den Kopf. »Wieso sollte ich nicht da sein, Christel?«

»Ich hatte plötzlich das Gefühl.«

»Verstehe ich nicht.«

»Vergiss es, Vater. Ich wünsche dir eine gute Nacht.«

»Moment, Moment. So einfach ist das nicht. Was willst du denn so spät noch?«

»Deine Stimme hören.«

Max Bender lachte plötzlich. »Das finde ich toll. Wie geht es denn der Familie?«

»Gut, Vater.«

»Und was macht mein kleiner Sonnenschein?«

»Ute vermisst dich.«

Max Bender lachte. »Das kann ich mir vorstellen. Es hat ihr übrigens sehr gut bei mir gefallen, als ich sie für eine Woche in den Ferien bei mir hatte.«

»Ja, davon spricht sie heute noch.«

»Gut, wir werden in den Sommerferien einen nächsten Termin vereinbaren. Ihr könnt auch mal am Wochenende vorbeikommen. Ist ja nur ein Katzensprung.«

»Da sind die Straßen immer so voll.«

»Wir werden sehen, Christel. Und grüß mir meinen Sohn.«

»Mach ich, Vater.«

Das Gespräch war beendet. Max Bender schüttelte den Kopf, als er auf die breite, sehr moderne Holztreppe zuging, die in einem gebrochenen Weiß gestrichen war. Ein mit ihm befreundeter Architekt hatte das Haus zu einer Mischung aus Museum und modernem Design gemacht. Jeder neue Besucher staunte, dass er so etwas in der Provinz überhaupt fand. In dieser Ecke zwischen Lindau und Immenstadt.

Das Bett stand unter dem Dach. Allerdings nicht in dem normalen Verkaufsraum, sondern in...

Erscheint lt. Verlag 29.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3199-9 / 3838731999
ISBN-13 978-3-8387-3199-5 / 9783838731995
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70