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John Sinclair 447 (eBook)

Totenschiff der Templer

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3207-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 447 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Totenschiff der Templer.

Das gespenstische Totenschiff war aus den Tiefen des Meeres aufgetaucht und fuhr parallel zur Küste nach Osten. Dichter Nebel schützte es vor neugierigen Blicken. Während Suko mit seinem Boot Kurs auf das Totenschiff der Templer nahm, wurde über den Wellen das übergroße Gesicht John Sinclairs sichtbar ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Totenschiff der Templer


Um 19.00 Uhr brannte die Sonne noch immer erbarmungslos.

Eine Stunde später schoben sich Wolken vor den Glutball und nahmen ihm einen Teil der Kraft.

Darüber waren die beiden Männer auf dem Schiff mehr als froh. Sie krochen aus dem Bauch, wo sie sich vor der heißen Luft in die stickige geflüchtet hatten, und sahen ihr Segel wie einen traurigen Lappen am Mast hängen.

»Noch immer kein Wind!« stellte Mario Scirea fest.

Kevin Barnes, der Mann aus Liverpool, nickte. »Es brist aber gleich auf.«

»Woher weißt du das?«

»Gefühl.«

Mario grinste schief. Er schaute nach Norden, wo die Küste liegen musste. Nur Dunst verteilte sich auf dem Wasser. In ihn hinein krochen auch die Sonnenstrahlen, sodass die Gebilde aussahen wie große, gelbe Bälle. Manchmal spielte der Wind mit ihnen und trieb sie voran. Er war tatsächlich etwas stärker geworden, sogar das Segel bewegte sich, und Kevin Barnes lächelte.

»Habe ich doch gesagt.«

Mario hob die Schultern. Er war ein sehniger Typ und braungebrannt. Das kurzärmelige Leinenhemd war weit aufgeknöpft. Er trug eine knappe Hose. Das schwarze Haar wurde von einer Mütze verdeckt.

Kevin Barnes wusste, dass sich Mario ärgerte, wenn der recht behielt. Die beiden Männer waren zwar befreundet, standen aber in einem stetigen Konkurrenzkampf zueinander, was Wetter-Vorhersagen anging.

»Ich ziehe mir nur etwas über«, sagte der Engländer und verschwand unter Deck.

»Bring noch einen Schluck mit.«

»Was denn?«

»Wasser. Da müssen noch einige Flaschen in der Kühlbox stehen.«

»Okay.«

Unter Deck befand sich nicht viel Platz. Die Gegebenheiten waren der Linienführung des Seglers angeglichen. Man konnte das Boot nicht gerade als hochseetüchtig bezeichnen, aber im Küstenbereich tat es seine Pflicht. Zudem hatten die beiden Männer auch so manchen Sturm überstauden. Das Mittelmeer war ihre Domäne. Sie segelten die Küsten ab, kannten die meisten Häfen und trauten sich auch in den östlichen Bereich dieser gewaltigen See hinein.

Kevin Barnes holte das Wasser aus der Kühlkiste. Es waren die beiden letzten Flaschen. Das machte jedoch nichts, weil sie sowieso vorhatten, am Abend einen Hafen anzulaufen.

Die Flaschen beschlugen sofort. Der Engländer tauchte wieder an Deck auf und wunderte sich, dass ihn sein italienischer Freund nicht lautstark empfing.

Alles war ruhig, zu ruhig.

»Mario?«

»Ja, ich bin hier.« Die Antwort klang vom Bug des Schiffes. Dort hatte sich Scirea hingehockt und schaute auf die Wasserfläche, wo er allerdings nicht viel sehen konnte, weil sie eine breite und hohe Nebelwolke näherschob.

Sie glitt über die Wogen und schien mit ihnen in einem direkten Kontakt zu hängen.

»Nebel, Kevin.«

»Sehr ungewöhnlich.«

»Meine ich auch.«

Kevin blieb neben dem Freund stehen. Er hielt sich am Segelmast fest. Das Meer war ruhig. Es kam den beiden Männern vor, als würde es schlafen. Die lange Dünung gefiel ihnen, sie wirkte so beruhigend, man konnte wunderbar träumen.

»Und jetzt?«, fragte Kevin.

»Ich weiß es auch nicht. Hast du um diese Zeit einen so starken Nebel schon erlebt?«

»Nein.«

»Ich auch nicht.«

»Und was sagt dir das?«

Der Italiener hob die Schultern. »Wir sollten so schnell wie mögich aus dieser Suppe abhauen.«

Kevin unternahm nichts. »Du warst doch an Deck. Wie konnte der so plötzlich erscheinen oder entstehen?«

»Ich habe auch keine Ahnung. Er war da.«

Kevin wandte sich ab. Bevor Mario protestieren konnte, gab er schon die Erklärung. »Ich hole nur die Kamera. Das Bild muss ich einfach aufnehmen. Nebel, wo die Sonne eigentlich hätte scheinen sollen. Verdammt, das glaubt uns niemand.«

Mario Scirea blieb zurück. Wohin er auch schaute, überall war Nebel.

Beide Männer waren alte Hasen und hatte sich oft genug auf dem Wasser herumgetrieben. So etwas war ihnen noch nie passiert. Zudem kam sich Mario vor wie in einem Bootsschuppen. Von der Weite des Meeres war nichts mehr zu erkennen. Das Klatschen der Wellen gegen den Rumpf war lauter geworden. Die Geräusche klangen auch irgendwie anders, als würde ihr Schall aus einem Trichter zurückgeworfen.

Scirea fühlte sich unwohl. Er war ein Mensch, der kaum Angst kannte. Er zählte zu den Draufgängern, den Frauenhelden, er brauchte die Action doch in diesen langen Minuten, wo der Nebel immer dichter wurde, fühlte er so etwas wie Furcht. Und er war froh, dass sein englischer Freund zurückkehrte.

Die Kamera hatte er mitgebracht. Eigentlich war es lächerlich, im Nebel fotografieren zu wollen, aber wenn er sie schon hatte, sollte er auch seine Bildchen knipsen.

»Willst du tatsächlich den Nebel aufnehmen?«

»Sicher.«

Er trieb jetzt über das Deck. Körperlange Schwaden berührten auch die beiden Männer, die sich plötzlich schüttelten, denn sie hatten zur gleichen Zeit gespürt, dass mit dem Nebel etwas nicht stimmte.

»Du auch?«, fragte Scirea.

»Ja.«

Der Italiener schüttelte sich. »Das Zeug kommt mir vor, als wäre es aus Leim.« Er streckte den Arm aus und tauchte die Hand jetzt direkt in einen der Schleier. Dabei bewegte er die Finger, und die Feuchtigkeit schien zwischen ihnen zu kleben.

»Ist das natürlich, Kevin?«

»Bestimmt nicht.«

»Dann gib mir mal die Erklärung.«

Kevin Barnes hielt den Apparat in der Hand und schwieg. Er wusste auch nichts zu sagen.

»Ich dachte immer, du wärst Naturwissenschaftler und kennst dich auf unserem Erdball aus.«

»Ich bin kein Wetterfrosch.«

Mario lachte kratzig. »Das braucht man auch nicht zu sein, um feststellen zu können, dass der verfluchte Nebel keine natürliche Ursache hat. Den muss jemand hergeputzt haben. Vielleicht vom Ufer aus, was weiß ich?«

Kevin stieß die Luft durch die Nase aus. »Irgendwie habe ich Furcht«, sagte er leise.

»Stimmt.«

»Du auch?«

Mario nickte. »Das ist wie verhext. Ich komme mir gefangen vor. Kein Wind mehr, der die Schwaden vertreibt. Nur dieser verfluchte Nebel, diese grauweiße Suppe, die …«

»Okay, schon gut. Fotografiere ihn endlich, damit wir den anderen das Zeug zeigen können.«

»Falls wir noch mal ans Ufer gelangen«, meinte Kevin. Er wollte dabei grinsen, aber diese Reaktion ging völlig in die Hose. Er hielt die Kamera mit beiden Händen fest und hob die nun an. Ein bestimmtes Motiv hatte er nicht. Ihm kam es nur darauf an, die gewaltigen Schwaden auf den Film zu bannen.

Die Freunde sahen den Schatten zur gleichen Zeit. Mario, temperamentvoll wie viele Italiener, schüttelte zunächst den Kopf, bevor ein Schrei der Überraschung seinen Mund verließ.

»Da ist was!«

Kevin senkte die Kamera, hob sie sofort danach wieder an und drückte mehrere Male hintereinander auf den Auslöser, sodass er einige Bilder von dem Schatten schießen konnte.

Er stand wie eine finstere Drohung innerhalb der grauen Suppe. Gefährlich wirkte er, übergroß und wuchtig, und er schob sich langsam, aber lautlos heran.

»Das ist ein Schiff!«, keuchte Mario. »Verdammt, wir werden kollidieren!«

Es gab für die beiden Männer keine Chance, auszuweichen. Das Boot besaß keinen Motor, der Wind war eingeschlafen. Konnte der andere Kahn günstigere Chancen finden?

Er drehte ab.

Zuerst ragte noch der Bug in die Höhe. Er schwenkte jetzt langsam und schwerfällig herum, sodass den Männern eine Seite zugedreht wurde. Es war die Backbordseite!

Sie türmte sich vor ihren Augen hoch. Der Nebel kroch zwischen die beiden Schiffe. Mario und Kevin konnten ihren Blick von dem anderen Kahn nicht wenden, der sich in einer gespenstischen Lautlosigkeit durch das Wasser schob oder einfach darüber hinwegglitt.

Ein abschreckendes und gleichzeitig faszinierendes Bild. Das typische Gespensterschiff.

»Ist das der Fliegende Holländer?« fragte Mario. Er bekam von seinem Freund keine Antwort, denn Kevin hatte zum ersten Mal die Segel zu Gesicht bekommen.

Es waren alte, zerfetzte und löchrige Tücher. Nur eine große Flagge wehte noch, obwohl kein Wind den Stoff berührte. Die Flagge besaß auch ein Motiv. Wenn ihn nicht alles täuschte, war auf ihr ein Symbol oder ein Buchstabe abgebildet.

Beide sahen sie die Gestalten an Deck. Matrosen oder Piraten, wer konnte das schon wissen?

Die Männer turnten auf den Aufbauten. Einer saß im Ausguck und starrte in die dichte Nebelwolke. Von dem Segler nahmen die anderen keine Notiz.

Mario Scirea bekreuzigte sich, aber der Engländer dachte anders. Jetzt war er froh, die Kamera geholt zu haben. Vielleicht konnte er trotz des Nebels entsprechende Fotos schießen und sie irgendwo in London an einer bestimmten Stelle als Beweis abgeben.

Sein rechter Zeigefinger kam kaum zur Ruhe. Der Anblick flößte ihm auch keine Furcht mehr ein, er faszinierte ihn jetzt, und Kevin Barnes dachte bereits über die Folgen nach, falls tatsächlich ein Teil der Aufnahmen gelang.

Zum Glück hatte er erst am Morgen einen neuen Film eingelegt, und den knipste er tatsächlich von vorn bis hinten durch. Als er die Kamera sinken ließ, starrte er schon auf das Heck.

Und dort stand eine schwarze Gestalt. Breitbeinig stemmte sie sich gegen die Heckaufbauten, ein alter Mantel flatterte wie ein dunkler Tuchfetzen um einen Körper, der nicht nur mager, sondern auch blutbefleckt war. Wieso und weshalb, das wusste wohl nur er selbst, aber er schwieg. Der Blick seiner fahl wirkenden Augen war auf die beiden Männer...

Erscheint lt. Verlag 29.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3207-3 / 3838732073
ISBN-13 978-3-8387-3207-7 / 9783838732077
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