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John Sinclair 428 (eBook)

Jiri, der Flammenteufel

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3188-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 428 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Jiri, der Flammenteufel.

Es geschah vor langer Zeit und sollte die Nacht der Nächte werden. Die Teufelsdiener waren von weit hergekommen, um die schreckliche Tat mitzuerleben : Ein Kind hatte die Weihe des Teufels bekommen und sollte ihm jetzt geopfert werden. Seine Eltern standen bereit, hatten persönlich das Feuer entfacht und schleuderten den Körper hinein, nach dem die Flammen sofort gierig griffen.

Doch das Kind schien keine Schmerzen zu verspüren. Es lachte, und jeder, der zusah, wusste sofort, dass dies nicht das Ende sein konnte. Es war der Anfang von etwas viel Schlimmeren ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Jiri, der Flammenteufel


Sie hatten den Mann auf die runde Holzscheibe gebunden, sodass sein Körper ein großes X bildete. Arm- und Beingelenke steckten in engen Schlaufen, aus denen er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Rücken und Hinterkopf des Mannes waren hart gegen das Holz gepresst. Der so Gebundene hielt die Augen geöffnet und starrte ins Leere.

Es waren besondere Augen!

Pupillen, in denen Feuer wohnte und die sich in ständiger Bewegung befanden. Sie kreisten nicht wie Räder, sondern zuckten von einer Seite zur anderen. Nur diese Pupillen zeigten an, dass überhaupt Leben in dem Gefesselten steckte.

Die Pupillen selbst lagen in einem weißen Bett, das die Augäpfel bedeckte. Aus diesem Grunde konnte die rote Farbe noch deutlicher hervortreten.

Die anderen standen im Dunkeln. Nur der Strahl eines Standscheinwerfers war auf die Scheibe gerichtet und riss den Körper des Mannes überdeutlich hervor.

Er trug einen dunklen Anzug von unmodernem Schnitt. Die Jacke war fast bis hoch zum Hals geschlossen und saß so eng, als wäre sie nur mehr ein Trikot.

Der Hals mit dem Kopf wuchs aus dem Kragenausschnitt hervor. Gerade die Haut fiel besonders auf. Sie zeigte einen rötlichen Ton, war grobporig und wirkte auf der breiten Stirn gespannt. Das Haar des Mannes besaß ebenfalls die Farbe erstarrter Flammen. Es war vorstellbar, dass sich die Strähnen plötzlich in Feuerzungen verwandelten.

Ohne sich zu rühren, wartete der Gefesselte auf den Test. Er atmete kaum, wenigstens war nichts zu sehen, und auch die im Dunkeln lauernden Gestalten hielten sich zurück.

Die Stille war beklemmend. Die anderen wussten, welch ein Experiment bevorstand, die Männer hatten zwar keine Angst, doch eine gewisse Spannung konnten sie nicht verbergen.

Noch mussten sie warten.

Von dem Gefesselten wussten sie nicht viel. Man hatte sie in die Pläne nicht eingeweiht. Sie wussten nur, dass der andere auf den Namen Jiri hörte.

Er stammte vom Balkan.

Er wartete schon über zehn Minuten in dieser unbequemen, schmerzhaften und menschenunwürdigen Haltung. Obwohl er gebunden war, hatten die im Dunkeln lauernden Typen Angst vor ihm. Dieser Fremde strömte etwas aus, das ihnen unheimlich war.

In diese Lagerhalle verirrte sich wohl nie jemand. Zudem stand sie ziemlich einsam. Man hatte sie in einem Industriegebiet errichtet, wo nach und nach sämtliche angesiedelten Firmen dem Pleitegeier zum Opfer gefallen waren.

Die Halle bestand aus dünnen Metallwänden. Erklang draußen ein Geräusch, wurde es sofort vernommen, auch das Herangleiten eines allmählich langsamer werdenden Automobils.

Die Männer wussten Bescheid. Sie unterhielten sich flüsternd. Einer ging zur Hallentür, um sie zu öffnen. Obwohl er es nicht brauchte, dämpfte er seine Schritte.

Das Innere der Halle hatte etwas Unheimliches an sich. Die Atmosphäre war schlecht. Aus dem schmutzigen Boden schien unsichtbar das Böse zu steigen und die Luft durch seinen Pesthauch zu verändern.

Der Mann hatte jetzt das Tor erreicht. Beide Flügel zog er auf. Die Metalltür ächzte in den Angeln. Niemand war mehr da, der sie ölte, so hatte sich überall der Rost absetzen können.

Der Wagen kam näher. Für die Dauer einer Sekunde stachen noch die beiden Lichtspeere der Scheinwerfer in die Halle. Dann wurden auch sie gelöscht, und das lange Fahrzeug schob sich wie ein gefährliches Ungeheuer näher. Es rollte fast lautlos durch das Tor. Manchmal zerknirschten Steine unter den großen Reifen des Mercedes.

Schließlich kam das Gefährt zur Ruhe.

Zwei Männer saßen darin. Einer hockte im Fond und war kaum zu erkennen. Der Fahrer öffnete den Wagenschlag, stieg aus und trat zu den drei anderen Männern.

»Ihr habt alles vorbereitet?«

»Ja.«

Der Fahrer nickte. »Mein Chef will, dass alles klappt. Wenn nicht, werdet ihr es zu bezahlen haben.«

»Wir wissen Bescheid.«

»Dann fang an.« Der Fahrer warf noch einen letzten Blick auf die Scheibe mit dem Gefesselten, bevor er sich zurückzog und wieder in den Wagen kletterte.

Er drehte sich um, schaute auf den im Fond sitzenden dunkelhaarigen Mann und nickte. »Sie werden zufrieden sein.«

»Das will ich auch.«

Die drei Männer waren dorthin gegangen, wo sie ihre »Arbeitsutensilien« hingelegt hatten.

Es waren Waffen.

Nur hätten sie eher in das Mittelalter oder in eine noch frühere Zeit gepasst als in die moderne Gegenwart. Wer schoss heute noch mit Pfeil und Bogen?

Drei Männer bückten sich, hängten die Bögen über ihre Schultern und griffen nach den Pfeilen.

Sie wiederum waren etwas Besonderes. Sie bestanden aus Metall, besaßen auch eine Spitze, aber eine Knöchelbreite dahinter waren die Pfeile mit einigen Lappen umwickelt worden.

Man hatte sie getränkt. Der Geruch von Benzin stieg den Männern in die Nasen.

Sie waren aufeinander eingespielt. Synchron holten sie ihre Feuerzeuge hervor, schnickten sie an und hielten die kleinen Flammen gegen die präparierten Lappen, die sofort Feuer fingen und blassblau brannten.

»Auf die Bögen!«, zischte jemand.

Es war gleichzeitig der Befehl, sich aufzustellen. Die drei Männer bildeten vor der Kühlerschnauze des Mercedes eine Reihe, legten die Pfeile auf, spannten die Sehnen und visierten die gefesselte Gestalt auf der Scheibe an.

»Und … jetzt!«

Zugleich ließen die Männer die Sehnen los und schickten die brennenden Feuerspeere auf die Reise.

Der Gefesselte hatte keine Chance.

An drei verschiedenen Stellen des Körpers trafen die brennenden Geschosse.

Ein Pfeil direkt in die Brust, der zweite in das linke Bein, der dritte in den rechten Arm.

Drei Volltreffer, die ein Mensch nicht überlebt hätte, und die Flammen an den Pfeilspitzen brannten nicht nur weiter, sie breiteten sich sogar aus.

Die Männer traten zur Seite, damit der Unbekannte im Wagen freies Sichtfeld bekam. Durch die Frontscheibe schaute er und sah eine Szene, die ihn überwältigte. Bisher hatte er nur investiert und es nicht glauben wollen, nun sah er mit eigenen Augen das Phänomen, das man sich über Jiri, den Flammenmenschen, erzählte.

Die brennenden Pfeile steckten in seinem Körper, aber sie zerstörten ihn nicht. Als habe der Mann nur auf sie gewartet, so saugte er plötzlich wie ein Kolben die Luft ein, und die Flammen an den Pfeilspitzen gerieten in zuckende Bewegungen. Sie beugten sich in den offenstehenden Mund des gefesselten Mannes hinein und verschwanden darin.

Jiri hatte das Feuer geschluckt.

Zurück blieben die Pfeile. Wie Dokumente eines unbegreiflichen Vorgangs steckten sie in seinem Körper. Nicht ein kleiner Funke brannte noch bei ihnen.

Fünf Augenpaare hatten diesen Vorgang verfolgt. Niemand sprach, nur der Mann im Fond des Mercedes regte sich. Aus seinem Mund drang ein leises, scharfes Lachen. Er freute sich, er hatte es erst nicht glauben wollen und war nun vom Gegenteil überzeugt worden.

»Das war es«, sagte er. »Das war es genau. Gut, ich bin auf der richtigen Spur.«

Der Chauffeur drehte sich um und fragte: »Soll ich den anderen jetzt Bescheid geben?«

»Aber sicher.«

»Ist die Demonstration damit beendet?«

Der Dunkelhaarige schüttelte den Kopf und bog seine kräftigen Finger so weit nach außen, dass die strapazierten Gelenke knackende Geräusche von sich gaben. »Nein, es folgt noch Teil zwei. Erst dann werden wir wieder fahren. Die drei Leute wissen Bescheid. Sag ihnen jetzt, dass sie ihn losbinden können. Und sie sollen zuvor die Pfeile aus dem Körper ziehen.«

»Der Mann ist nicht tot?«

»Ich hasse es, wenn man Fragen stellt.«

Der Fahrer wusste Bescheid. Zu tief ließ sich sein Chef auch nicht in die Karten schauen, deshalb öffnete er den Wagenschlag, stieg aber nicht aus, sondern sprach in das Dunkel hinein. »Geht hin, holt eure Pfeile und bindet ihn los.«

Die drei Gestalten gehorchten. Sie traten in den Lichtkegel des Scheinwerfers und wirkten dort wie düstere Schatten.

Als sie sich dem Gefesselten näherten, spürten sie plötzlich die Aura, die von der Gestalt ausging. Sie rechneten damit, Wunden und Blut zu sehen, das traf nicht zu.

Der Mann lebte noch.

Aus seinen feuerroten Pupillen starrte er sie an, sodass sie den Eindruck bekamen, als wollte er sie durch seine gefährlichen Blicke in den Sekunden verbrennen.

Sie fühlten sich unwohl, aber sie hatten den Job nun einmal angenommen und mussten ihn auch beenden. Zudem war die Summe, die man ihnen zahlte, nicht gerade gering.

Jeder griff nach einem Pfeil. Das Metall war noch warm vom Feuer. Ruckartig zogen sie die Pfeile aus dem Körper und starrten, ohne sich zuvor abgesprochen zu haben, auf die Wunden.

Sie waren vorhanden, bluteten aber nicht. Nur kleine, schwarze Punkte waren zu sehen.

»Und jetzt die Fesseln!«

Die Stimme des Chauffeurs schallte durch die alte Halle. Ihm ging alles zu langsam.

Mit den Schlaufen hatten die Leute Mühe. Sie waren einfach zu fest zugezogen. Aber der Kerl hatte sich ja nicht befreien dürfen. Sie rechneten damit, dass er zu Boden fallen würde.

Er rutschte ab und kam mit den Füßen zuerst auf. Wie eine hölzerne Figur blieb er inmitten des Scheinwerferkegels stehen. Von drei Seiten wurde er angestarrt. Seine »Befreier« sprachen nicht miteinander, aber ihnen war anzusehen, dass sie sich verdammt unwohl in ihrer Haut fühlten.

Jiri blieb stehen. Er wirkte so, als würde er über irgendetwas nachdenken, bis er einen zögernden Schritt auf den Mercedes zutrat. Einer der Männer trat zur...

Erscheint lt. Verlag 29.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3188-3 / 3838731883
ISBN-13 978-3-8387-3188-9 / 9783838731889
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