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John Sinclair 434 (eBook)

Die Rache der Menschengeier

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3194-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 434 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Die Rache der Menschengeier.

Einige Schiffbrüchige überlebten die Katastrophe. Sie retteten sich auf eine Insel. Wie es der Zufall wollte, war es Skiibars Heimat. Man nannte ihn auch den Gott der Geier. Die Schiffbrüchigen gerieten in seinen Bann und wurden zu menschenfressenden Dämonengeiern. Wie die übrigen Diener verbreiteten sie die Botschaft ihres Götzen. Und sie waren glücklich, bis John Sinclair kam. In einer Höhle zerstörte er die Figur Skiibars und tötete somit ihren Götzen.

Die Rache der Menschengeier ließ nicht lange auf sich warten. John Sinclair musste für seine Tat büßen. Und unter den Folgen leidet er noch heute ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Die Rache der Menschengeier


Ich hatte Angst vor diesem Auftrag!

Eine verfluchte, hundsgemeine Angst, auch wenn man mir dieses nicht ansah, und ich versuchte, ein möglichst gleichgültiges Gesicht zu ziehen. Aber die Angst blieb, und sie verschwand auch nicht, als ich aus dem Fenster der Cessna blickte.

Das Meer sah aus wie ein graugrüner, gewaltiger Teppich. Er hellte sich nur auf, wenn Sonnenstrahlen über die Oberfläche glitten.

Die Sonne würde bald verschwunden sein, dann kam die Nacht, und die brauchte ich nicht mehr in der lauten Cessna zu verbringen, denn in der Ferne, wo der Streifen des Horizonts eine Linie zog, war mein Ziel. Eine kleine Insel, die kein Staat für sich beanspruchte.

Strategisch war sie ohne Bedeutung, trotzdem hatte man mich dort hingeschickt. Ich war allein mit einer fremden Natur, mit den Steinen, den Felsen, dem verbrannten Boden und einem Schlauchboot mit Außenborder sowie Lebensmitteln und Wasservorräten, die, per Fallschirm abgeworfen, bereits auf der Insel in Strandnähe lagen.

Der Pilot grinste mich an. Ich hatte in den letzten Minuten kaum gesprochen. Wahrscheinlich spürte er meine innere Unruhe, die sich zur Angst verdichtet hatte. Er wusste nichts von meinem lebensgefährlichen Kommando. Hinfliegen sollte er mich und dafür sorgen, dass ich gut absprang.

»Gleich geht’s los. Inspektor! Ich schätze, dass wir die Insel in fünf Minuten erreicht haben.«

Ich nickte. »Fünf Minuten«, wiederholte ich dabei.

»Muffe, Inspektor?«

»Ja.«

»Schon oft gesprungen?«

»Nein.«

Der Pilot lachte. »So ist das eben. Bei den ersten fünf Sprüngen ging mir auch der Arsch auf Grundeis. Dann aber lief es. Nach dem sechsten fühlte ich mich beim Springen plötzlich sauwohl. Wenn du es einmal hinter dir hast und fällst, ist niemand da, der dir in den Hintern treten kann. Kein Vorgesetzter, kein Weib. Niemand will etwas von dir. Du bist völlig auf dich allein gestellt und hast – so ging es mir wenigstens – das Gefühl, dir gehört die ganze Welt. Ehrlich. Das muss man aber erst erreicht haben.«

»Klar.«

»Die Regeln sind bekannt?«

»Ich habe sie eingehämmert bekommen.«

»Der Wind steht auch günstig. Da kann eigentlich nicht viel passieren. Man muss nur aufpassen, wenn man aufkommt. Der Boden sieht von oben immer besser aus, als er tatsächlich ist. Unterschätzen darf man nichts, verstehst du?«

»Runter kommen Sie immer.«

»Fragt sich nur wie.« Er schlug die Hände zusammen, ging tiefer und schaltete auf Auto-Piloten.

Ich konnte die Insel jetzt besser erkennen und stellte fest, dass sie nur wenig Grün besaß. Der größte Teil war von brauner Erde bedeckt, aus der kantiges Gestein aufragte.

Der Pilot stand auf. »Dann wollen wir mal.«

Geduckt ging er zum Ausstieg. Auch ich erhob mich und hatte das Gefühl, Gummi zwischen den Knien zu spüren.

Noch konnte ich zurück, doch die Blamage wollte ich mir nicht zumuten, ich musste auf die Insel. Ich trug einen Kampfanzug der englischen Ranger Force und war auch mit den entsprechenden Waffen ausgerüstet, um mich wehren zu können.

So hatte man mir auch das Ranger-Messer mit der breiten zweischneidigen Klinge mitgegeben.

Ein Funkgerät lag bereits bei den abgeworfenen Waffen. War der Auftrag erledigt, würde ich ein Signal absetzen.

»Fertig?«, fragte der Pilot.

Ich nickte.

»Aber mach dir nicht in die Hose, Inspektor. Du musst dich einfach fallen lassen, rein ins Nichts. Ich kannte mal einen, der wurde bewusstlos. Nach der Landung sah er schrecklich aus.«

»Danke für die Aufmunterung, Meister.«

»Das dürfen Sie nicht persönlich nehmen. Wir Flieger haben unseren eigenen Humor.« Er hatte die Verriegelung schon gelöst und riss den Ausstieg auf.

Ich zuckte unwillkürlich zurück, als mich der Flugwind traf. Er kam mir so hart vor wie ein Teppich und zerrte an mir, sodass meine Kleidung zu flattern begann.

»Wir sind jetzt drüber!«, schrie der Pilot. »Los, Sinclair, Absprung!«

Ich trat wieder vor, bis ich dicht an der Luke stand. Dabei befolgte ich den Rat des Piloten und schaltete meine Gedanken völlig aus. Die dumpfe Angst aber blieb.

»Schließ die Augen, Sinclair!« Die letzte Silbe lag noch auf den Lippen des Mannes, als er mir bereits einen Stoß in den Rücken gab, der mich nach vorn katapultierte.

Mein Herz schlug schneller, und das Gefühl der Angst war plötzlich ganz oben.

Jetzt bist du tot, dachte ich. Innerhalb von Sekundenbruchteilen zuckten mir die Berichte durch den Kopf, die ich von Springern gelesen hatte, deren Schirme sich nicht öffneten.

Ich starb nicht, und der Druck verschwand auch, sodass mir bewusst wurde, wie sehr ich plötzlich das Gefühl dieser Freiheit bekam, von der gesprochen worden war.

Es war eine herrliche, wunderbare Sache. Ich öffnete auch wieder die Augen und sah unter mir den braunen Landteppich der Insel.

Wann musste ich die Leine ziehen? – Bis zehn hatte ich zählen sollen, mir fiel es wieder ein. Die Chance war vertan, weil ich nicht daran gedacht hatte.

Deshalb zog ich.

Zuerst tat sich nichts.

Ein heißer Schreck durchzuckte mich, verwandelte sich in Todesangst, die verflog, als ich über mir das Knattern hörte und einen Moment später ein Reißen am Körper spürte.

Der Fallschirm war offen.

Er riss mich hoch, ich hatte das Gefühl, wieder zur Maschine zurückschwingen zu müssen, drehte den Kopf und legte ihn gleichzeitig in den Nacken, um den offenen Fallschirm über mir zu sehen, der mir ein so beruhigendes Gefühl gab.

Es hatte geklappt!

Nun schwebte ich.

Herrlich, wunderbar. Ich kam mir vor wie ein Vogel, das Gefühl der grenzenlosen Freiheit kehrte zurück, mein Blick glitt über die Insel hinweg, ich sah das Meer, die lange Dünung der durchsichtig wirkenden Wellen, es war einfach fantastisch.

Ewig dauert nichts.

Der Untergrund kam näher, sodass es mir gelang, Unterschiede auszumachen. Am liebsten wäre ich in Strandnähe gelandet, dort sah das Gelände ebener aus, aber ich war zu spät abgesprungen, und der Wind trug mich auf das Zentrum der Insel zu.

Dabei spielte er auch mit mir, er schwang meinen Körper vor und zurück, ohne dass ich dagegen etwas unternehmen konnte und ich mir vorkam wie das Pendel einer Uhr.

Einfach würde sich die Landung nicht gestalten, das stand fest. Ich behielt meinen forschenden Blick bei, schaute nach ebenen Plätzen und suchte Geländefalten ab, wo ich auf keinen Fall landen wollte. Ein routinierter Springer hätte das alles steuern können, aber ich gehörte nicht zu diesen Leuten.

Es war mein erster Sprung nach der Ausbildung. Ich lobte mich selbst, dass es so gut geklappt hatte, aber auch, um mir Mut zu machen. Allem Anschein nach würde ich Glück haben, denn das Gelände, auf das ich zufiel, sah so schlecht nicht aus.

Ich musste mich konzentrieren. Hatte ich vor Sekunden noch daran gedacht, wie langsam ich doch trieb, so merkte ich nun, dass ich verdammt schnell war und der Untergrund entsprechend rasch näher kam. Wie leicht hatte man sich beim Aufprall ein Bein verstaucht oder sogar noch einen Fuß gebrochen. Es war alles schon dagewesen.

Unter mir lag eine Senke. Gefüllt mit Sand und Staub. Nur an den Rändern ragten Steine in die Höhe, und dort wuchsen auch verkrüppelte, blattlose Bäume. Sie sahen aus wie die Kulisse zu einem Grusel-Film.

Zum Glück glitt ich nicht auf die Bäume zu. Ich würde so ziemlich genau in der Senkenmitte landen und hoffte, mich dort gut halten zu können.

Die letzten Yards.

Auf einmal fuhr der Wind wie mit gewaltigen Schaufelhänden unter die Fallschirmseide, bauschte sie auf, gab dem Schirm und mir noch einmal Schwung, und der trieb auch mich weiter.

Ich begann zu laufen. Noch bewegten sich meine Beine in der Luft, einen Moment später bekam ich Kontakt mit dem Boden, wirbelte die ersten Staubund Sandwolken hoch, wurde trotz meiner Bemühungen zu Boden gerissen, wo mich der Fallschirm weiterzog und ich durch den Sand rutschte, eingehüllt in Wolken aus Staub.

Der Boden war nicht eben. Kantige Steine bedeckten ihn, es gab Rillen und Vertiefungen, über beide glitt ich hinweg und hing in den Halteseilen des Fallschirms, dessen Seide noch immer aufgewölbt war und erst nahe des Senkenrandes keinen Wind mehr bekam und zusammensank.

Ich blieb liegen und schaute zu, wie der Fallschirm eine helle Insel auf dem Boden bildete.

Und ich atmete auf.

Über meine Lippen zuckte ein Lächeln. Als ich gegen den Himmel schaute, sah ich die Cessna. Der Pilot hatte sich davon überzeugen wollen, ob ich gut gelandet war und flog erst jetzt weg, wobei er zum Gruß mit den Tragflächen wackelte.

Ich setzte mich hin, atmete tief durch und dachte an den Grund, weshalb ich mich hier auf dieser einsamen Atlantik-Insel befand.

Ich sollte vier Dämonen töten!

*

Es war dunkel geworden. Eine plötzliche Finsternis, sternenlos, schattendüster. Im Licht der starken Stablampe hatte ich mich auf den Weg gemacht, die Karte hervorgeholt und war an der Nordseite zu einer bestimmten Stelle am Strand gegangen, die auf der Karte mit einem roten Kreuz markiert war.

Dort sollte ich das Schlauchboot und den Proviant finden. Derjenige, der es abgeworfen hatte, war ein Meister seines Faches gewesen.

Ich konnte nicht sagen, wie lange dieser Einsatz dauerte. Deshalb musste die Ausrüstung für mindestens eine Woche halten. Nicht weit von mir entfernt gischteten die Wellen gegen die unregelmäßig wachsenden Felsen. Sie warfen eine...

Erscheint lt. Verlag 29.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3194-8 / 3838731948
ISBN-13 978-3-8387-3194-0 / 9783838731940
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