John Sinclair 487 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3256-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Im Tempel des Drachen (2.Teil).
Stocksteif blieb Kerenga stehen. Der Anblick der vor ihm stehenden Gestalt ging ihm unter die Haut. Er hatte damit rechnen müssen, dennoch hatte es ihn wie ein Hammerschlag getroffen.
Vor ihm stand Shimada!
Ein Dämon, eine unheimliche Gestalt, ein Mythos aus der Vergangenheit, der den Weg in die Gegenwart gefunden hatte, Terror verbreitete und mit seiner blauen Festung durch die Zeiten reiste.
Er hatte sein Katana schon gezogen. Diese Geste ließ ihn noch unheimlicher erscheinen, als er schon war.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Im Tempel des Drachen (2. Teil)
Stocksteif blieb Kerenga stehen. Der Anblick der vor ihm stehenden Gestalt ging ihm unter die Haut. Er hatte damit rechnen müssen, dennoch hatte es ihn wie ein Hammerschlag getroffen.
Vor ihm stand Shimada!
Ein Dämon, eine unheimliche Gestalt, ein Mythos aus der Vergangenheit, der den Weg in die Gegenwart gefunden hatte, Terror verbreitete und mit seiner blauen Festung durch die Zeiten reiste.
Er hatte sein Ninja-Schwert schon gezogen. Diese Geste ließ ihn noch unheimlicher erscheinen, als er schon war …
Von seinem Gesicht war nicht viel zu sehen. Das vor die untere Hälfte gebundene blaue Tuch ließ nur die Augen frei.
Aber welche Augen!
Von einem dunklen, düsteren und gleichzeitig kalten Blau. Dieser Anblick erzeugte Angst, Schauder, eine grenzenlose Furcht, die sich bis zur. Panik steigern konnte. Die Augen schauten und waren wie Brandherde, die in die Seele eines Menschen eindrangen. Sie loteten aus, sie forschten, und sie konnten die kalten, stummen Mordbefehle geben.
Seine Haare waren ebensowenig zu sehen wie der Mund oder das Kinn. Das blaue Kampfgewand war weit geschnitten. Er konnte unter dem Stoff noch zahlreiche Waffen verbergen, aber Shimada verließ sich zumeist auf sein gefährliches Schwert.
Eine Waffe mit relativ schmaler Klinge, die eine leichte Krümmung besaß und schon an einen Säbel erinnerte. Sie war glatt und besaß dennoch Einschlüsse, denn die Klinge schimmerte an mehreren Stellen in verschiedenen Farben.
Dabei überwog das dunkle Blau, und oftmals tanzten auf den Klingen helle Lichtreflexe.
Wie Shimada die Suite im vornehmen Savoy-Hotel hatte betreten können, war Kerenga egal. Er musste es einfach hinnehmen, zudem waren einem Dämon wie Shimada kaum Grenzen gesetzt.
Und er war gekommen, um sich das zu holen, was Kerenga besaß. Er hatte für diesen Gegenstand 5 000 Pfund bezahlt. Für ein Stück Leder, für den Plan, der darauf eingezeichnet war. Dieses Stück Yak-Haut besaß ein Alter von einigen hundert Jahren, und es war deshalb so wertvoll, weil auf ihm Dinge eingezeichnet und eingraviert worden waren, die zu einer Waffe führten, hinter der Shimada und auch Kerenga her waren.
Damals war der Plan gevierteilt und in alle Winde zerstreut worden.
Vier Teile und drei Besitzer!
Zwei davon besaß Shimada, Kerenga den dritten Teil, und der vierte befand sich im Besitz des Geisterjägers John Sinclair.
Kerenga, der Mann, der auf der Welt nichts fürchtete, bekam plötzlich Angst. Gegen Menschen konnte er angehen, da hatte er seine Schutztruppe, aber Shimada war ein Dämon der schlimmsten Sorte, und der Asiate wusste genau, was der Besucher von ihm wollte.
Shimada sprach kein Wort. Nur leicht bewegte er seinen linken Arm, bevor er ihn ausstreckte und seine Hand so drehte, dass Kerenga auf die Fläche schauen konnte.
Jetzt hätte er den Plan abgeben müssen, aber er weigerte sich. Die Augen verengten sich noch mehr, als er den Kopf schüttelte und ein gehauchtes »Nein« über seine Lippen drang.
Shimada blieb unbeweglich. Nur in seinen Augen schien die Farbe sich zu einem blauen Eis zu verändern. Dann ging er einen Schritt vor, das Schwert machte die Bewegung mit, die Klinge wies direkt auf Kerengas Körpermitte.
»Ich warte nicht mehr länger!«
Shimada sprach die ersten Worte. Sie wirkten wie eine Initialzündung. Plötzlich hatte Kerenga seine Starre, die Angst und auch die Scheu überwunden.
Mit einem geschmeidigen Satz brachte er sich in eine relative Sicherheit und stieß gleichzeitig einen kurzen, heiser klingenden Ruf aus. Der galt den vier Leibwächtern, die im Wohnraum der Suite warteten.
Sie kannten das Kommando.
Es dauerte nicht einmal zwei Sekunden, als sie wie Schatten in das Büro stürmten, dabei ihre Waffen zogen –großkalibrige Revolver – und sich der unheimlichen Gestalt gegenüber sahen.
Shimada tat nichts. Er stand nur da und schaute die neuen Gegner scharf an.
Kerenga zog sich zurück. Er hatte sich dabei zusammengeduckt und gab mit schriller Stimme den Befehl. »Schießt doch! Verdammt, Schießt! Macht ihn nieder!«
Dann krachten die Waffen!
*
Für uns ging es um Leben und Tod!
Wir hatten die blaue Wolke über dem Hotel entdeckt und wussten sofort, was sie zu bedeuten hatte.
Shimada war da!
Er hatte uns alle genarrt und genau den günstigsten Zeitpunkt abgewartet, um zuschlagen zu können. Gegen ihn würde auch Kerenga keine Chance bekommen. Shimada war ein Dämon und kein Mensch. Zudem schaffte er es, die Zeiten zu durchreisen. In seiner blauen Festung konnte er einmal in der Vergangenheit auftauchen und dann wieder in der Gegenwart. Er war eben etwas Besonderes.
Und er besaß zwei Teile des Plans. Den Dritten besaßen wir, den Vierten hatte Kerenga ersteigert.
Eigentlich gehörte unser Plan dem Ninja Yakup Yalcinkaya. Er hatte ihm beim Einschlagen einer Mauer gefunden, war aber von einem Verräter unter seinen Schülern überrascht worden. Der Mann hatte ihm das Stück Leder entwendet und war geflohen.
Ausgerechnet nach London. Von Yakup waren wir telefonisch vorgewarnt worden und hatten den Verräter am Flughafen abfangen können. Auf der Fahrt nach London waren wir anschließend von einer Gruppe Ninja überfallen worden und hatten den Verräter nicht mehr retten können. Er war von seinen eigenen Leuten gekillt worden.
Die Spur führte zu Kerenga, der natürlich Bescheid wusste, was er uns ins Gesicht sagte. Und er erklärte uns auch, dass er einen Teil des Plans ersteigern wollte. Dieses Stück hatte einem Sammler namens Paul Bancroft gehört, der nicht mehr lebt. Kerengas Schergen hatten ihn getötet und seine Sekretärin ebenfalls.
Nur beweisen konnten wir ihm nichts. Kerenga hatte das Stück des Plans auch ersteigern können und war sehr schnell zurückgefahren in sein Hotel. Doch während der Versteigerung war noch etwas Seltsames geschehen. Eine seit einigen Monaten verschwunden Person war erschienen und hatte vor allen Dingen bei Suko durch ihr Erscheinen einen nicht eben gelinden Schock ausgelöst.
Der Inspektor hatte es nicht überwinden können, dass seine Partnerin so mir nichts dir nichts verschwunden war, um das Erbe der Sonnengöttin Amaterasu anzutreten.
Für uns war Shao der Joker in diesem teuflischen Spiel. Die Sonnengöttin Amaterasu und Shimada waren Todfeinde, das Gleiche galt dann auch für Shao, die wir als Phantom aus dem Jenseits betrachteten, denn sie war nicht mehr so wie früher.
Wenn sie erschien, dann bewaffnet. Als Waffe besaß sie eine Armbrust mit dem Zeichen der Sonnengöttin. Ein Beweis auch dafür, dass sie das Böse bekämpfen wollte.
Das blaue Licht über dem Hotel war nicht sehr stark. Es fiel bestimmt kaum jemandem auf, aber Menschen wie Yakup, Suko und ich waren sensibilisiert, wir achteten auf jede Kleinigkeit und gingen zudem davon aus, dass sich innerhalb des Luxus-Hotels ein Drama abspielte.
Konnten wir das noch verhindern?
Mochte Kerenga und seine Ninja sein, wie sie wollten, ein Blutbad musste einfach verhindert werden. Wir kannten vier seiner Leibwächter. Mit wie vielen Leuten er tatsächlich erschienen war, konnten wir auch nicht sagen, aber wie wir Shimada einschätzten, war ihm so etwas egal. Er räumte alles aus dem Weg, was ihn behinderte.
Im Fond saß Yakup – noch sichtbar. Er trug die Ninja-Krone bei sich, eine gewisse Waffe, denn wenn er sie aufsetzte, verschaffte ihm diese Krone die Unsichtbarkeit.
Er konnte als Joker in einen Kampf eingreifen, das hatte er schon mehr als einmal bewiesen.
Suko sprach kein Wort. Sein Gesicht wirkte, wie mit einem harten Bleistiftstrich nachgezogen. Hin und wieder bewegte sich sein Mund, ebenso das Kinn. Dass er über Shao nachdachte, war mir klar. Suko hatte eine schlimme Zeit hinter sich. Besonders in den ersten Wochen nach ihrem Verschwinden war nichts mit ihm anzufangen gewesen.
London war wieder zu. Mir kam es vor, als hätte sich der gesamte Verkehr gegen uns verschworen. Wir hatten große Mühe, überhaupt durchzukommen. Stop-and-go, nur langsam kamen wir voran, und der blaue Schein über dem Hoteldach blieb.
Hinter mir meldete sich Yakup zu Wort. Der blonde Türke und Ninja trug seine dunkelblaue Kampfkleidung und war bis an die Zähne bewaffnet. »So stark kann kein Mensch sein, um Shimada widerstehen zu können.«
»Hast du es nicht schon, Yakup?«
»Ja, nur habe ich ihn leider nicht besiegen können. Das ist die Tragik.«
Ich konnte ihm nur zustimmen. Auch mir war es nicht anders ergangen. Wir hatten uns sogar schon in seiner blauen Festung befunden, einer gigantischen Falle, die sich sekündlich verändern konnte und uns vor immer neue Probleme gestellt hatte.
Wieder musste ich halten. Mit den Fingern schlug ich auf den Lenkradring. »Wenn ich nur wüsste, zu welch einem Versteck der Plan führt und auf was er hinweist.« Ich drehte den Kopf. »Hast du keine Ahnung, Yakup? Keinen Hinweis?«
»Nein.«
»Es muss in Tibet liegen.«
»Wie kommst du darauf?«
»Weil Kerenga an diesem Land hängt. Tibet ist für ihn die Erfüllung. Das hat er uns gesagt.«
»Kann er auch gelogen haben?«
»Daran glaube ich nicht. Kerenga lügt möglicherweise viel, aber nicht bei diesen Dingen.«
»In Tibet gibt es Klöster«, meldete sich Suko, als ich wieder angefahren war. »Sie liegen oft sehr versteckt im unwirtlichen Bergland. Nicht einmal die chinesischen Besatzer haben alle Klöster entdeckt.«
»Und dorthin könnte die Spur führen?«
»Das ist eine der Möglichkeiten, John.«
»Was...
| Erscheint lt. Verlag | 5.8.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3256-1 / 3838732561 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3256-5 / 9783838732565 |
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