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John Sinclair 480 (eBook)

Der Doppel-Zombie

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3249-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 480 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Doppel-Zombie.

Es erwischte mich, als ich den Wagen verließ!

Die Tür hatte ich schon zugeschlagen. Weshalb ich mich noch einmal umdrehte, wusste ich selbst nicht.

Jedenfalls schaute ich auch in das bläulichweiß schimmernde Licht der Laterne, in die plötzlich die Umrisse eines kantigen, wuchtigen Schattens hineinrasten und mich zu einer blitzschnellen Reaktion zwangen.

Drehend hechtete ich zur Seite, landete auf dem Boden, schrammte mir Haut an der Wange ab und bekam noch den Luftzug mit.

Da krachte es schon ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Doppel-Zombie


Es erwischte mich, als ich den Wagen verließ!

Die Tür hatte ich schon zugeschlagen. Weshalb ich mich noch einmal umdrehte, wusste ich selbst nicht, es war eine alte Angewohnheit, die viele Polizisten haben.

Jedenfalls schaute ich auch in das bläulichweiß schimmernde Licht der Laterne, in die plötzlich die Umrisse eines kantigen, wuchtigen Schattens hineinrasten und mich zu einer blitzschnellen Reaktion zwangen.

Drehend hechtete ich zur Seite, landete auf dem Boden, schrammte mir Haare an der Wange ab und bekam noch den Luftzug mit.

Da krachte es schon …

Der Gegenstand war seitlich in meinen Leih-Rover gekracht. Glas platzte, Metall verbog sich, knickte ein und um, der Wagen wurde deformiert, ich hörte ein Reißen und all die Geräusche gleichzeitig, während ich mit einem Sprung wieder auf die Füße kam, mich drehte und dabei die Beretta aus der Halfter zog.

Es passierte nichts weiter. Ich starrte auf den Wagen und dachte daran, dass mein Arbeitgeber, Scotland Yard, ihn abschreiben konnte. Mit dem kam ich keine zehn Yards mehr weiter. Er war an der rechten Fahrerseite völlig demoliert worden. Vielleicht hätte ihn ein sehr moderner Künstler noch als Plastik in ein Museum gestellt, für mich aber war er unbrauchbar geworden.

Das alles war sehr rasch über die Bühne gelaufen. Ich konnte dies auch noch hinnehmen, nur wunderte ich mich über das Wurfgeschoss, das mich bei einem Treffer sicherlich ins Jenseits befördert hätte.

Zuerst wollte ich es nicht glauben, traute mich noch nicht näher an das Autowrack heran, nahm die kleine Leuchte und strahlte es an.

Kein Irrtum. Mein erster Eindruck bestätigte sich auch, als ich genauer hinschaute.

Es war ein Grabstein!

Man hatte einen Grabstein auf mich geworfen!

Mit Grabsteinen warf man nicht ohne Grund. Der hätte mich bei einem Treffer in die Trümmer des Rover gedrückt und zerquetscht.

Erst jetzt kam der Schock. Kalte und heiße Wellen rannen über meinen Körper, während ich mich weiter zurückzog, um eine bessere Deckung zu haben.

Ich blieb am Rand des Parkplatzes stehen, wo mich die Zweige kahler Winterbüsche beschützten. In meinem Rücken lagen die klotzigen Umrisse der Klinik, in die ich gewollt hatte, um einem alten Freund einen Besuch abzustatten. Ein richtiger Besuch hatte es nicht werden sollen, dazu war er wahrscheinlich zu krank. Es ging einfach darum, ob es den Spezialisten gelungen war, Abbé Bloch das Augenlicht zu retten, das er bei unserem letzten gemeinsamen Fall im Elsaß durch die schmelzende Maske wohl verloren hatte. Hundertprozentig sicher war es nicht, und die Ärzte hatten mir auch keine telefonischen Auskünfte geben wollen.

Der Grabstein und der Rover hatten sich ineinander verkeilt. Sie bildeten ein Wirrwarr, und ich fragte mich natürlich, wer mit Grabsteinen um sich warf.

Der konnte nicht normal sein. An einen Menschen glaubte ich nicht so recht. Wenn, dann hätte er Bärenkräfte haben müssen, denn Grabsteine sind nun mal keine Federbälle.

Mit der unteren Kante hatte er sich seitlich in den Wagen hineingebohrt. Er lag so gekippt, dass ich auch sein oberes Ende erkennen konnte. Und daran störte mich etwas.

Zunächst einmal nur die Form. Der Stein sah so aus, als würde aus seinem Ende ein Kopf wachsen. Ein grauer Schädel, der zudem noch durchlöchert war.

Natürlich beging ich nicht den Fehler, auf den Grabstein zuzurennen, ich wartete ab und hoffte, bessere Nerven als der sich versteckt haltende Werfer zu besitzen.

Zwei Minuten verstrichen.

Von den anderen Parkplätzen her wehte mir der Wind den Motorenklang entgegen. Ich hatte mir den kleinen ausgesucht, der eigentlich nur für das Krankenhauspersonal gedacht war. Von hier aus erreichte ich den Eingang allerdings am schnellsten.

Die Zeit verstrich, und es tat sich nichts. Nur die abendlichen Geräusche umgaben mich und natürlich die Dunkelheit, denn die Laterne leuchtete weiter entfernt.

Auf dem Grabstein lag der blasse Schein meiner Lampe und gab ihm ein etwas unheimliches Aussehen. Mich interessierte besonders die obere Hälfte aus dem so etwas wie ein Kopf hervorwuchs. Jedenfalls ein runder Gegenstand, der mir Rätsel aufgab.

Beschriftet war der Grabstein nicht. Auch als der Lichtstrahl über die Fläche wanderte, erkannte ich keine Einkerbungen, die auf Namen oder Daten hingedeutet hätten.

Weshalb hatte der Unbekannte ihn auf mich geschleudert? Nur so zum Spaß?

Das konnte ich nicht glauben. Dahinter steckte ein Mordversuch oder noch mehr.

Vielleicht hing es auch mit Abbé Bloch zusammen, der in der Klinik lag und sich trotzdem noch in Gefahr befand, denn der Templer-Führer besaß zahlreiche Feinde, die ihn vernichten wollten.

Fünf Minuten können lang werden. Auch mir kam die Zeit so furchtbar vor. Aber sie ging vorbei. Niemand hatte mich angegriffen, deshalb setzte ich mich in Bewegung und schritt sehr vorsichtig auf den demolierten Rover zu.

Aus der Dunkelheit flog kein Wurfgeschoss mehr heran. Unbehelligt erreichte ich den Grabstein, leuchtete ihn auch weiterhin an und konnte endlich erkennen, was dieser Kopf auf seinem Ende bedeutete.

Es war ein Totenschädel!

Zwei Löcher für die Augen, eines für die Nase, zwei nebeneinanderliegende für den Mund. Alles wirkte stilisiert, war aber dennoch gut zu erkennen.

Ein Grabstein mit einem Totenschädel! Der Fall, der eigentlich noch keiner war, wurde trotzdem immer mysteriöser. Und auf mich hatte man den Grabstein geworfen.

Weshalb?

Bevor ich mich bückte, um den Stein zu untersuchen, schaute ich mich noch einmal um.

Nein, den unheimlichen Werfer entdeckte ich nicht. Es sah wirklich so aus, als wäre ich mutterseelenallein auf dem kleinen, von Büschen abgetrennten Parkplatz.

Der Stein besaß ein großer Gewicht, sodass ich beide Hände zu Hilfe nehmen musste, um ihn aufzustellen. Dann leuchtete ich in die Augenhöhlen und auch in die Nasenlöcher. Dahinter befand sich kein Widerstand, der Lichtfinger fiel hindurch. Allmählich kam er mir vor wie eine Skulptur oder Plastik, die irgendjemand, aus welchen Gründen auch immer, von einem Friedhof gestohlen hatte.

Aber wer?

Ich richtete mich wieder auf. Noch immer umgab mich die nahezu beklommene Stille. Möglicherweise bildete ich mir dies auch nur ein, aber das Gefühl, von irgendeiner feindlichen Person belauert zu werden, wollte einfach nicht weichen.

Ich entfernte mich einige Yards vom Autowrack, um anschließend den zerstörten Rover zu umkreisen. Die Beifahrerseite hatte kaum etwas abbekommen, dafür die rechte Fahrerseite umso mehr. Ich schielte nach dem Autotelefon, um zu sehen, ob es noch in Ordnung war.

Äußerlich hatte es keine Schäden davongetragen. Die Tür bekam ich auch auf und tauchte in den Wagen. Manchmal hat man eben Glück. Das Telefon funktionierte noch.

Ich tippte Sukos Nummer ein.

Er hockte auch nicht mehr im Büro und hob schon beim dritten Durchläuten ab.

»Ich bin’s, Suki.«

»Und? Wie geht es dem Abbé?« Natürlich war er besorgt. Leider musste ich ihm eine enttäuschende Antwort geben.

»Es tut mir leid, ich war noch nicht bei ihm. Statt dessen sitze ich hier in den Trümmern von dem, was einmal ein Rover gewesen ist. Der Wagen ist fast zerstört.«

»Hattest du einen Unfall?«

»So kann man es nennen.«

»Was war es denn, Mensch? Rede doch!«

Ich erklärte ihm die Sache, und Suko zeigte sich erstaunt. »Mit einem Grabstein bist du beworfen worden?«

»Ja, und das Ding ist verdammt schwer.«

»Dann muss der Werfer ein Kraftpaket oder ein Riese gewesen sein.«

»Das ist möglich, Suko. Nur habe ich ihn nicht gesehen. Er hält sich noch versteckt.«

»Soll ich kommen?«

»Höchstens mit einem Abschleppwagen!«

»Mach keinen Mist! Die Sache kann ins Auge gehen. Wer mit Grabsteinen wirft, sollte nicht unterschätzt werden.«

»Das stimmt wohl.« Ich grinste scharf. »All right, wenn du willst, kannst du dich sehen lassen. Aber das mit dem Abschleppwagen war kein Witz. Den brauche ich tatsächlich. Der Rover ist total hin.«

»Ich komme zuerst, dann sehen wir uns die Sache mal an. Und gib auf dich acht, Geisterjäger!«

»Sicher.« Ich legte auf und starrte auf die Splitter, die in den Sitzpolstern steckten. Bei dem Aufprall war keine Seitenscheibe heil geblieben. Der Grabstein hatte alles weggeräumt.

Ich wollte mich wieder zurückziehen, aber irgendetwas hinderte mich daran.

Es war eine Warnung. Ein körperliches Unwohlsein, das mich in diesen Momenten überfiel. Die zweite Haut legte sich auf meinen Rücken, sie spannte auch meinen Nacken an. Ich war in eine Situation geraten, in der jede hastige oder auffällige Bewegung gefährlich werden konnte. Deshalb zog ich mich langsam zurück.

Das Gefühl blieb nicht nur, es verstärkte sich. Im Magen lag plötzlich der Kloß. Ich hatte Mühe, mich zu beherrschen und die Hand nicht in Richtung Beretta fallen zu lassen.

Wiederum langsam richtete ich mich auf – und drehte mich um.

Ich hörte das Lachen.

Leise, hämisch und irgendwie grausam klingend. Ich sah den Lacher nicht, dafür entdeckte ich etwas anderes.

Schattenhafte Gestalten, die wie Felsklötze vom Boden hochwuchsen und sich nicht rührten.

Waren es vier oder fünf? Ich hatte keine Ahnung, die Finsternis war einfach zu dicht.

Wer mich ansprach, erkannte ich auch nicht. Es war jedenfalls eine zischende Stimme aus der Dunkelheit, die mich warnte: »Wenn du dich falsch bewegst, bist du tot, du Schwein …«

*

...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3249-9 / 3838732499
ISBN-13 978-3-8387-3249-7 / 9783838732497
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