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John Sinclair 474 (eBook)

Der Hexenstein

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3243-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 474 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der Hexenstein

Er sah nichts!

Weder den rasenden Zug noch die Dunkelheit. Er spürte auch nicht die Druckwelle, die ihn mit ungeheurer Wucht gegen die Tunnelwand schleuderte, wo er abprallte, auf die Schienen geworfen und von den Rädern erfasst wurde.

Wie Kreissägen schnitten sie in Arme und Beine, aber dadurch starb er nicht, denn er war bereits tot ... und lebte trotzdem.

Er war ein Zombie!

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der Hexenstein


Er sah nichts!

Weder den rasenden Zug noch die Dunkelheit. Er spürte auch nicht die Druckwelle, die ihn mit ungeheurer Wucht gegen die Tunnelwand schleuderte, wo er abprallte, auf die Schienen geworfen und von den Rädern erfasst wurde.

Wie Kreissägen schnitten sie in Arme und Beine, aber dadurch starb er nicht, denn er war bereits tot … und lebte trotzdem.

Er war ein Zombie!

Irgendwann hatte die höllische Fahrt des Zuges ein Ende. Der Zombie lag zwischen Gleis und Tunnelwand, und zwar so, dass er dem verschwindenden Autozug nachschauen konnte, dessen rote Schlussleuchten von der Dunkelheit verschluckt wurden.

Der Zombie blieb liegen!

Er konnte nicht aufstehen, es hätte ihn zu viel Kraft gekostet, und er spürte den wütenden Schmerz in seinem Körper. Besonders an der Stelle, wo ihn die Klinge beim Handgemenge mit seinem Gegner getroffen hatte.

Die Wunde würde ihn nicht sein unseliges Leben kosten, schließlich hatte der Dolch dem Zombie gehört, und er war auch nicht aus geweihtem Silber gewesen.

Ein Engländer war sein Gegner gewesen, ein Mann, den er zunächst unterschätzt hatte, der aber das Grauen in dem kleinen Bergdorf Kandersteg hatte stoppen können.

John Sinclair hieß der Mann. Der Zombie würde diesen Namen nie vergessen. Er hatte sich in seinem Inneren eingegraben. Wenn der Zombie irgendwann die Kraft fand, sich aus dem Tunnel zu befreien, wollte er es diesem Sinclair zeigen. Und allen anderen, die ihm in den Weg liefen.

Nur brauchte er auch eine gewisse Unterstützung. Ein starker Helfer musste her!

Der Tunnel war unter großen Mühen in das Bergmassiv getrieben worden. Er verband das Berner Oberland mit dem Wallis und war ungewöhnlich stark frequentiert. Bei seinem Bau hatte es viele Opfer gegeben. Aber das lag alles zurück, und daran wollte der Zombie, der auf den Namen Thomas hörte und einmal als Oberkellner im Royal-Hotel Gemmi gearbeitet hatte, nicht denken.

Ihn interessierte die Gegenwart.

Er musste überleben. Dass ihm dies gelingen würde, daran gab es für ihn keinen Zweifel, auch wenn ihm der Zug mit seinen scharfen Rädern schwer zugesetzt hatte. Aus diesem Grunde war der Zombie längst nicht mehr so beweglich wie sonst.

Er kroch voran. Den Kopf konnte er kaum heben. Aus seinen starren, leblosen Augen starrte er in den schwachen rötlichgelben Lichtschein, der unter der Decke eine hellere Insel bildete.

Da musste er hin!

Die Schienen glänzten wie matte Spiegel, und als der Zombie endlich das Licht erreichte, kippte er nach hinten, wo sich in der Tunnelmauer eine Nische befand.

Hier fühlte er sich einigermaßen sicher. Ein Versteck, in dem er vorerst bleiben und seine Wunden lecken konnte. Er hockte in einer schrägen Haltung, mit dem Rücken an der kalten Wand. Doch er als Zombie spürte weder Hitze noch Kälte. Er sah zwar aus wie ein Mensch, war trotzdem keiner, sondern ein lebender Toter.

Lange hatte er sein Unwesen in Kandersteg getrieben, bis man ihm auf die Spur gekommen war. Zusammen mit den lebenden Toten, die aus den Gräbern des kleinen Friedhofs gestiegen waren, hatte er das kleine Luxus-Hotel in eine Hölle verwandelt. Seine Tarnung war gut gewesen. Keinem Gast hatte auffallen können, wer sich tatsächlich hinter dem Aussehen des smarten Thomas verbarg. Eine Bestie in Menschengestalt, ein grauenvolles, seelenloses Monstrum, gnadenlos und eiskalt. Allein darauf geeicht, Menschen zu töten.1

Das war nun vorbei.

Aber nicht für immer.

Thomas spürte, dass er sich rächen musste. Rächen an den Menschen und auch an einem Mann namens John Sinclair. Aber das brauchte Zeit. Nicht Tage, auch nicht Monate, es konnten ruhig Jahre vergehen. Irgendwann würde er eine Chance bekommen.

Er lehnte den Kopf zurück. Seine Augen waren weit aufgerissen, ohne allerdings etwas erkennen zu können. Aus dem Mund drangen stoßweise keuchende und grunzende Laute.

Er schüttelte sich. Da der Mund offenstand, floss speichelähnliche Flüssigkeit heraus. Er wischte sie weg, als würde sie ihn stören.

Auf seine Helfer konnte er sich nicht mehr verlassen. Die hatte dieser Sinclair getötet. Und als einzelner richtete er auch nicht viel aus. Im Augenblick waren die Menschen wachsam, zu wachsam für ihn, aber er kannte sie sehr gut. Die Zeit heilte alle Wunden. Irgendwann würde Gras über die Sache gewachsen sein, und dann war seine Zeit gekommen, da konnte er zurückschlagen, noch härter und gnadenloser als zuvor. Nur musste er sich ein Versteck suchen.

In der Nische wollte er nicht bleiben. Die Gefahr einer Entdeckung war einfach zu groß. Der Tunnel wurde regelmäßig überprüft, und noch sollten die Menschen denken, dass es ihn nicht gab.

Ein Ungeheuer brauste plötzlich an der Nischenöffnung vorbei und drückte die Luft als Schwall herein, sodass seine Kleiderfetzen anfingen zu flattern.

Das Rattern der Räder, das Schaukeln der Wagen, die schnell vorbeifließenden, gelblichen Lichtstreifen der Wagenbeleuchtungen – all das gehörte einfach dazu und war ebenso schnell verschwunden, wie es gekommen war.

Fast einen Tag blieb der Zombie in der Nische liegen, ohne entdeckt zu werden.

Er wusste nicht, ob es draußen hell oder dunkel war. Der Tunnel war ein einziges Verlies, da schmolzen die Zeiten einfach zusammen.

Thomas konnte froh sein, dass ihm die rasenden Räder weder Arme, Beine noch den Kopf abgetrennt hatten. Zwar zeigte sein Körper tiefe Wunden, auch von Stichen, doch aus diesen Wunden floss kein roter Lebenssaft.

Nur ein schleimiges Zeug, gelblich, auch weiß schimmernd, und dazwischen manchmal hellgrün.

Das brachte ihn nicht um. Und was ihn nicht umbrachte, machte ihn auch nicht kampfunfähig.

Wenn Zombies je einen Schock erleiden können, so hatte er einen abbekommen. Aber der ging vorbei. Sein Instinkt sagte ihm, dass es an der Zeit war, den Tunnel zu verlassen und sich woanders für lange Zeit ein Versteck zu suchen.

Thomas kroch aus der Nische heraus. Er stemmte sich wie ein Betrunkener in die Höhe, hatte erst Mühe, das Gleichgewicht zu finden, dann fiel er gegen die Wand, wobei seine Füße auf dem feuchten Untergrund abrutschten und er sich im letzten Augenblick noch an den Schienen stützen konnte.

Schließlich stand er.

Schwankend, kaum in der Lage, sich in Bewegung zu setzen. Sein Kopf pendelte einmal nach vorn, dann wieder nach hinten. Thomas suchte das Gleichgewicht und fand es.

Plötzlich fühlte er sich so sicher, dass er die ersten Schritte wagen konnte. Die Tunnelwand diente ihm dabei als Stütze. Er schabte mit der Schulter ebenso oft dagegen, wie er sich mit der Hand und dem Ellbogen abstützte, aber nur so kam er weiter.

Schritt für Schritt – Meter für Meter. Irgendwann, er hielt den Kopf wieder einmal erhoben, sah er einen dunkelgroßen Umriss – die Tunnelausfahrt.

Gleichzeitig aber wurde sie von einem kompakten Schatten verdunkelt, als ein Zug einfuhr.

Die Stirnlampen der Lok sahen aus wie helle Glotzaugen. Sie kamen schnell näher, die zwei Lichtkegel huschten durch die Finsternis, zerrissen sie an einigen Stellen und hätten den Zombie sicherlich auch erfasst.

Thomas ließ sich so schnell fallen, als hätte man ihm die Beine unter dem Körper weggezogen. Er landete auf dem Boden, blieb liegen und rührte sich nicht, bis ihn der Spuk passiert hatte.

Danach raffte er sich wieder auf.

Torkelnd wie ein Betrunkener wankte er dem Ausgang zu, erreichte ihn, drückte sich rechts daneben in die Büsche, die unter seinem Gewicht brachen, und dachte daran, dass der Tunnel endlich hinter ihm lag.

Die Hölle hatte ihn ausgespuckt, und das sollten die Menschen zu spüren bekommen.

Nicht heute, nicht morgen – irgendwann …

*

Thomas hatte sein Versteck gefunden. Nicht weit von Kandersteg entfernt, wo es ein Hochtal gab, über das man sich die schlimmsten Geschichten erzählte.

Das Gastern-Tal.

Eng, unheimlich, durchtost von einem klaren Gebirgsbach. Allein der Zugang zum Tal war ein Abenteuer für sich, denn der schmale Weg führte an der Felswand entlang, wand sich in Kehren durch unheimlich wirkende Tunnels und besaß als Begleiter den stets rauschenden Gletscherbach.

Ein Tal, in dem es Gasthäuser gab, das seine Geschichte hatte und im Winter wie tot wirkte. Die Menschen verließen im Herbst die Gasthäuser und ihre Wohnungen, um nach Kandersteg zu gehen. Niemand kam auf die Idee, während des großen Schnees freiwillig im Gastern-Tal zu bleiben. Für den Zombie war es jedoch ein ideales Versteck.

Für Monate fand er dort Unterschlupf, fiel wie ein Biber in den tiefen Schlaf, doch seine Sinne arbeiteten wie Sensoren. Er sandte böse Gedanken aus, denn er wusste, dass es etwas in seiner Nähe gab, mit dem er paktieren konnte.

Noch meldete sich niemand. Thomas gab nicht auf – und hatte Erfolg.

Jemand antwortete ihm.

Schwach, sehr schwach nur, mit Hilfe der Telepathie konnte er aber den Namen der anderen hören.

Es war die Hexe vom Gastern-Tal!

»Komm!«, hörte er sie flüstern. »Komm her. Komm zu mir. Wir beide, wir werden es schaffen …«

»Wo bist du …?«

Er hörte ihre Stimme wieder. »Du wirst mich finden – und befreien …«

»Ja«, antwortete er, »ich werde kommen, und ich werde dich finden, meine Freundin …«

Minuten später schon war das Grauen wieder unterwegs …

*

Kandersteg lag begraben unter einem dicken, gewaltigen Leichentuch. Der Schnee war in diesem Jahr in Massen aus den dunklen Haufenwolken gefallen und hatte das...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3243-X / 383873243X
ISBN-13 978-3-8387-3243-5 / 9783838732435
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