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John Sinclair 462 (eBook)

Wo der Orlock haust (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3223-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 462 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Wo der Orlock haust.

WARNUNG WARNUNG WARNUNG!

Kein vernünftiger Mensch wagte sich in die Nähe des alten Schlosses, wo einst der Orlock hauste. Er, den man auch den Schänder nannte, stand dem Teufel an Grausamkeit in nichts nach.

Wer dennoch das Schloss betrat, kam lebend nie wieder hinter den Mauern des Schreckens hervor.

Auch heute noch - 100 Jahre nach den schrecklichen Taten - erzählt man sich die Geschichte vom Orlock.

Die meisten lachen jetzt darüber. Doch eines Tages wird es ihnen im Halse steckenbleiben ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Wo der Orlock haust (1. Teil)


»Dreht euch nicht um, denn der Orlock geht herum! Dreht euch nicht um, denn der Orlock geht herum …«

So hallte es durch die Straßen und auch über die Lichtung des nahen Waldes, wo das große Feuer brannte und die Jugendlichen aus dem Ort Wache hielten.

Die Kinder aber sangen.

»Dreht euch nicht um, denn der Orlock geht herum …«

Es war so Brauch an der Küste, obwohl die alten Gesänge schon in Vergessenheit geraten waren, aber jetzt, wo man sich wieder auf Dinge besann, die früher einmal große Werte besessen hatten und der Herbstwind letztes Laub von den Bäumen schüttelte, erinnerte man sich auch wieder an den Orlock.

Die Kinder hatten ihren Spaß. Jungen und Mädchen fanden sich zusammen. Einige von ihnen trugen Taschenlampen, andere Fackeln, und so rannten sie singend über die Dorfstraße, klopften an die Türen der Häuser, schrien manchmal schrecklich, denn der Orlock war böse.

Sie erschreckten die Menschen, zogen Fratzen, drohten und rannten anschließend singend weg.

Man wollte sich vor Mitternacht auf der Lichtung treffen, wo die Jugend bereits das Feuer entzündet hatte, in dem der Orlock verbrennen sollte.

So hatten es die Alten früher auch getan, aber sie waren gar nicht glücklich über die Renaissance des Brauchs, denn von einem Jahr zum anderen war er abgeschafft worden.

Man wollte nichts mehr mit dem Orlock zu tun haben. Aber sie konnten es den Kindern nicht verwehren, auch wenn sie immer wieder warnten. Eine alte Frau stellte sich drohend vor die Tür, als die Gruppe der Kinder auf ihr Haus zulief.

»Geht weg!«, schrie sie, während Fackelschein ihr Gesicht verzerrte. »Geht zu euren Eltern und lasst den Orlock in Ruhe.«

Sie wurde ausgelacht. »Hast du Angst, Mummy? Dann setz dich hinter den Ofen.«

»Man spaßt nicht mit dem Orlock!«

»Weshalb nicht?«

Die Frau beugte sich vor. »Weil er grausam ist. Ja, er ist grausam.«

»Was macht er denn? Frisst er kleine Kinder?«

»Nein, er holt sich die jungen feschen und auch frechen Dinger. Die jungen Mädchen. Lasst den Orlock! Ich warne euch. Kein vernünftiger Mensch will sich mehr an ihn erinnern. Er liegt tief in seinem Schloss. Er soll nie mehr kommen.«

»Nein, er liegt nicht in seinem Schloss!«, lachten die Kinder. »Wir haben ihn. Wir fahren ihn gleich auf die Lichtung. Er ist da. Willst du ihn sehen? Du kannst ihm die Hand schütteln!«

»Teufelsbrut!«, schrie die Frau, zog sich zurück und warf die Tür zu.

Die Kinder aber lachten. Sie hatten einen Heidenspaß und rannten zum nächsten Haus.

Das Dorf hieß Trevose und lag nicht weit vom Meer entfernt. Bei klarem Wetter konnte man vom Kirchturm aus die Wellen sehen, wenn sie gegen die Küste liefen.

»Dreht euch nicht um, denn der Orlock geht herum …«

So klang es durch die Straßen und hallte als Echo von den Hauswänden wider.

Wenige nur nahmen den Gesang der Kinder ernst.

Einer aber hörte ihn besonders gut.

Der echte Orlock!

*

Ich stand da wie ein zu Stein gewordener Schatten, hielt den rechten Arm ausgestreckt, und aus der Faust schaute matt schimmernd der Lauf der mit geweihten Silberkugeln geladenen Beretta. Der Wind kam von der linken Seite, er peitschte meine Haare hoch und ließ den Stoff des Mantels knattern, aber die Waffenmündung wies in einen leeren, schmutzigen Raum, in dem nicht einmal eine Ratte hockte, wie ich im Schein der Stableuchte erkannte.

Das Verlies war leer und ich um eine Hoffnung ärmer.

Allmählich entspannte ich mich. Ich hatte fest damit gerechnet, hier das Rätsel um das Vorleben des Mannes zu lösen, der meinen Freund Suko und mich seit einer Woche beschäftigte.

Der Mann war tot, und wir befanden uns praktisch auf der Spur des Toten. Er war nicht an einem Herzschlag gestorben, man hatte ihn durch einen Messerstich umgebracht. Irgendein gekaufter Killer, der sich längst wieder verkrochen hatte und wahrscheinlich von dem Konzern angeheuert worden war, der ein großes Waldgebiet in Wales auf dem Gewissen hatte1

Das lag hinter uns. Wir hatten in diesem Areal einen furchtbaren Fall erlebt und auch Lupinas Tod mit ansehen müssen. Mandragoro, ein Natur-Dämon, hatte sich diese Schandtat nicht gefallen lassen. Auf seine Weise schlug er zurück.

Die Verursacher des Waldsterbens suchten wir.

Eigentlich war ich kein Öko-Polizist, aber diese Aufgabe forderte meinen Ehrgeiz heraus, deshalb untersuchte ich den Toten und nahm die Ermittlungen auf. Ein bekannter Wissenschaftler war er in seinem 53-jährigen Leben gewesen. Professor van Dyken hatte einiges auf seinem Gebiet geleistet. Als Chemiker war er spitze gewesen, aber er hatte sich auch an die >verkauft<, die am meisten zahlten.

Sein letzter Lohn war der Messerstich gewesen!

Wir forschten nach einer Spur. Jeder Mensch hinterlässt irgendetwas, das auf sein Leben schließen lässt. Wir hatten fast Tag und Nacht geschuftet, modernste Fahndungsmethoden eingesetzt und hatten auch Menschen befragt, die den Professor kannten.

Van Dyken hatte zurückgezogen gelebt, doch zwei- oder dreimal im Jahr war er an die Westküste gefahren, in die Nähe eines kleinen Ortes, der Trevose hieß.

Was er dort gesucht hatte, wussten wir nicht, hofften aber, es in diesem alten Gemäuer zu finden, auf das uns der Zufall in Form eines pensionierten Polizisten gebracht hatte.

Mit ihm waren wir ins Gespräch gekommen. Er hatte uns dabei von einem gewissen Orlock erzählt, einem ehemaligen Schlossbesitzer, der in dieser Gegend einen fürchterlichen Ruf als Mädchenschänder gehabt hatte.

Der Orlock war schließlich gestorben, doch es hielt sich die Mär, dass er in Wirklichkeit nicht tot war. Auch der alte Polizist hatte da so seine Zweifel gehabt. Jedenfalls konnte er sich gut an den Professor erinnern, weil dieser ihn nach der Burg und dem Dorf Trevose gefragt hatte.

Jetzt standen wir nahe des Gemäuers, wo angeblich der Orlock begraben sein sollte.

Aber ein Grab sah ich nicht.

Ich war nicht allein gekommen, sondern hatte Suko mitgebracht. Er suchte ein Stück entfernt von mir, hörte meinen Pfiff und kam heran, wobei er über Geröll steigen musste.

Es war früher Abend, aber schon dunkel geworden. Eine lange Nacht lag vor uns, die wir in Trevose verbringen wollten, denn in die Burg wollten wir vorerst nicht gehen.

Sie war bewohnt. Eine Firma hatte sie gekauft und darin ein Ausbildungszentrum eingerichtet.

»Was gefunden?«, fragte Suko.

»Nein.«

»Dann scheint der Orlock ein Hirngespinst gewesen zu sein.«

»Vielleicht.«

Suko ging an mir vorbei. Auf dem Boden lagen zahlreiche Steine. Die Wände waren feucht und mit einer moosigen Schicht überwuchert. Früher hatten diese Bauten mal zu der Burg gehört, waren aber, durch was auch immer, zerstört worden.

Ein Grab jedenfalls fanden wir nicht, obwohl Suko noch nicht aufgab und damit anfing, Steine zur Seite zu räumen.

»Was suchst du?«

Er schaute bei seiner Antwort nicht auf. »Vielleicht finden wir hier doch ein Grab. Ich bin noch immer davon überzeugt, dass die Spur nicht falsch gewesen ist.«

»Begräbt man Burgherren in einem solchen Verlies?«

Suko lachte. »Der Orlock ist schließlich etwas Besonderes gewesen.«

»Ja, ein Schänder und Verbrecher. Außerdem ist er längst tot, wie man uns erzählte.«

Suko ließ sich nicht beirren. »Dann müssten wir auch, verflixt noch mal, sein Grab finden.« Er räumte auch weiterhin den Schutt zur Seite. Ich holte die Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, kam aber nicht dazu, mir das Stäbchen anzuzünden, denn Suko lachte triumphierend, sodass ich mich zu ihm umdrehte.

»Was ist los?«

»Wer suchet, der findet. Hier ist etwas im Boden. Leuchte du auch, dann können wir es erkennen.«

Viel war es nicht. Ich hielt die Lampe fast waagerecht. Innerhalb einer grauen Staubschicht, die Suko nicht hatte zur Seite wegräumen können, zeichnete sich ein Muster ab.

Es war ein Rechteck. Wir konnten davon ausgehen, dass es sich um die Ausmaße einer Luke oder Falltür handelte.

»Ist das nichts?«, fragte der Inspektor.

Ich hob die Schultern. »Klar, der Eingang zu einem Versteck möglicherweise.«

»Oder zu einem Grab.«

Ich grinste. »Du lässt von deiner Theorie auch nicht ab, wie?«

»Nein.« Suko schüttelte den Kopf. »Wir werden ja herausfinden, ob es sich um eine Theorie handelt.«

»Vorausgesetzt, du schaffst es, das Ding zu öffnen.«

»Wenn du mir dabei hilfst immer.« Mein Freund war arbeitseifrig. Er kniete sich hin und befreite die Umrisse von dem grauen Staub.

Die Klappe maß ungefähr einen Yard in der Länge und einen halben in der Breite. Nur einen Ring sahen wir nicht, mit der wir sie hätten hochziehen können. So blieb uns eigentlich nur der Rückzug.

»Das ärgert mich«, sagte Suko. »Hier könnte man viel mehr rausholen.«

Ich gab die nächste Antwort eigentlich nur, um etwas zu sagen. »Vielleicht existiert hier irgendwo ein Mechanismus, der die Luke automatisch öffnet.«

»Den suche ich auch.« Suko hob die Schultern. »Ich habe das Gefühl, als wäre diese Öffnung nicht allein zur Zierde da.«

Ich verdrehte die Augen. »Verdammt, das war doch nur Spaß.«

»Nein, John. Ich will hier einfach weiterkommen.« Im Licht der Lampe säuberte der Chinese den Raum zwischen Klappe und Boden. Er pustete Staub in die Höhe, tastete mit dem Zeigefinger die Rille nach und nickte zufrieden.

Danach begann er mit...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3223-5 / 3838732235
ISBN-13 978-3-8387-3223-7 / 9783838732237
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