Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 460 (eBook)

Der grausame Wald (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3221-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 460 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!

Der grausame Wald.

Es gibt Dinge, die sind so furchtbar, dass man kaum daran denken will. Und doch gehören sie zur Realität.

Wenn skrupellose Geschäftemacher auf die Natur keine Rücksicht nehmen, kann es passieren, dass sie zurückschlägt. Unschuldige Menschen geraten so in einen mörderischen Umwelt-Horror.

Von einem solchen Fall möchte ich Ihnen, liebe Leser, berichten. Aber ich muss Sie warnen.

Es wird eine böse Geschichte ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Der grausame Wald (1. Teil)


Ray Askin zog den Kopf ein, als er das Geräusch der Propeller-Maschine zum vierten Mal hörte. Nicht dass er etwas gegen Flugzeuge gehabt hätte, aber wenn sie die friedliche Ruhe eines sommerlichen Nachmittags störten, ärgerte er sich darüber schon.

Er schaute zum blauen Himmel und schirmte dabei die Augen gegen die Sonne ab. Die Maschine entdeckte er im Westen, in der Nähe einiger Wolken, die an Zuckerwatte erinnerten.

Das Flugzeug, das Askin sah, war knallrot, als hätte man es mit dickem Blut übergossen.

Askin hatte das Geräusch der beiden Motoren schon des Öfteren vernommen. Er sah die Maschine jedoch zum ersten Mal, denn er hatte den dichten Wald unter sich gelassen und war auf eine Hügelkuppe gestiegen.

Während die Jungen eine Ruhepause machten, sah sich Askin um, denn für den folgenden Tag war eine Wanderung mit gleichzeitiger Schatzsuche geplant. Für den Schatz suchte er noch ein gutes Versteck.

Als Leiter der Boy Scouts, der Pfadfinder, trug er die Verantwortung für die Gruppe. Askin war schon seit seiner Kindheit dabei. Inzwischen zählte er 22 Jahre, und es machte ihm noch immer Spaß, sich um die jungen Leute zu kümmern. Er war flexibel, hatte gute Ideen, erfand neue Spiele. Eine Reise mit ihm als Leiter war nie langweilig.

Der anstrengende Weg den Hang hoch hatte ihm den Schweiß auf die Stirn getrieben. Mit einem breiten Zipfel seines Halstuchs wischte er ihn fort. Die Suche nach dem geeigneten Versteck war für ihn plötzlich zweitrangig geworden. Viel mehr interessierte ihn das Flugzeug im Westen, das einfach nicht fortfliegen wollte und dort kreiste, wo der Wald beendet war und die weiten Felder begannen.

Die Gruppe hatte sich in eine sehr einsame Gegend zurückgezogen. Bis zum nächsten Ort waren es einige Meilen. Dort sollte es nicht einmal eine Telefonzelle geben.

Askin fragte sich, was der Pilot in diesem Gebiet zu suchen hatte. Er wollte das Flugzeug so lange beobachten, bis es verschwand.

Vielleicht wurden Fotos geschossen für neue Karten. Möglicherweise übte auch ein Schüler für seinen Pilotenschein. Mit beiden Annahmen lag Ray Askin falsch.

Plötzlich ging die Maschine tiefer. Askin hatte den Eindruck, als würde sie sich in Höhe der Hügelkuppen befinden. Sie flog noch eine Schleife und war mit einem Mal in einer Wolke verschwunden. Es war keine normale Wolke, das Flugzeug hatte sie abgegeben. Aus zahlreichen Düsen war das rotbraune Zeug gequollen. Es war schwerer als die Luft und senkte sich dem Boden entgegen.

Wie ein gewaltiger Teppich breitete sich das Zeug aus, und die Düsen der Maschine versprühten immer mehr dieses Mittel.

Askin ballte die Hände. Er wusste Bescheid, und er bekam vor Wut und Zorn einen roten Kopf. Man konnte ihn nicht gerade als Öko-Freak bezeichnen, aber er hasste es, wenn mit der Chemie das Wachstum der Natur allzu stark manipuliert wurde. Zudem sah er keinen Grund dafür, irgend etwas in der Nähe dieses Waldes zu besprühen. Auf dem Herweg hatten sie die Felder gesehen. Sie standen in einer prächtigen Reife und leuchteten in Farben, wie sie nur die Natur hervorbringen konnte.

Und jetzt das …

Askin schüttelte sich. »Ihr Hundesöhne«, flüsterte er. »Könnt ihr dieses Scheißzeug nicht woanders ausprobieren?«

Niemand hörte ihn. Man hätte sich auch seinen Wünschen sicherlich nicht gefügt. Und so drehte die Maschine weiter ihre Kreise und sprühte das Gift.

Es dauerte noch eine gute Viertelstunde, bis der Pilot die Arbeit beendete und in einem weiten Bogen nach Norden abdrehte.

Askin sah ihm noch nach, bis die Maschine in der Weite des Himmels verschwunden war.

Zurück blieb die Erinnerung an sie.

Die rotbraune Wolke legte sich langsam auf die Felder. Askin schüttelte sich. Er hatte vorgehabt, ein Versteck für den Schatz zu suchen, doch jetzt änderte er seinen Plan. Er wollte das Lager abbrechen und mit seinen sechs Pfadfindern zu einem Bahnhof wandern, um mit dem Zug in eine andere Region zu fahren.

»Schade«, sagte er und schüttelte den Kopf, während sein sonnenbraunes Gesicht einen traurigen Ausdruck annahm. »Bald wird es nirgendwo auf der Welt mehr einen Flecken geben, den man als heil bezeichnen kann. Dass die Menschen sich immer selbst das Leben schwermachen müssen, ich verstehe es einfach nicht.«

Einen letzten Blick warf er noch dorthin, wo sich die Wolke befinden musste.

Sie hatte sich nicht gesenkt. Noch immer trieb sie durch die Luft, auch der Wind schaffte es nicht, sie aufzulösen. Im Gegenteil, sie schien mit jeder Sekunde härter und fester zu werden, und so blieb sie auch in der Luft.

Die rotbraune Farbe erinnerte ihn an Rost.

Rost ist gefährlich. War die Wolke es auch? Ray Askin wurde schon unangenehm berührt, als er sie anschaute, dann abrupt den Kopf drehte und sich auf den Rückmarsch machte.

Sie hatten das Lager inmitten des Waldes auf einer Lichtung aufgeschlagen und auch die entsprechende Erlaubnis dafür vom Förster bekommen. Man vertraute den Pfadfindern, die es auch lernten, die Umwelt zu schützen und zu pflegen.

Wenn das Lager am nächsten Tag abgebaut wurde, würde niemand einen Papierschnipsel finden. Nichts, gar nichts wurde von den jungen Menschen zurückgelassen.

Es gab zwar einen Weg, aber der war mehr ein Pfad und für Rotwild geeigneter als für Menschen. Askin wühlte sich durch. Er hatte es auf einmal eilig. Es war die innere Unruhe, die ihn vorantrieb. Auf dem Hinweg hatte er sie nicht gespürt. Wahrscheinlich war der Grund das Auftauchen des Flugzeugs gewesen. Am Fuß des Hangs verdichtete sich der Wald. Da wuchs auch das Unterholz höher. Der Pfad war kaum mehr zu erkennen, Askin musste sich durch die Lücken zwischen den Baumstämmen des Mischwaldes winden, um überhaupt voranzukommen.

Das Gras wuchs fast kniehoch und war von Brennesseln durchsetzt, die an den Hosenbeinen des Pfadfinders entlangschleiften und seine Haut zum Glück nicht berührten.

Die Sonne hatte die Luft aufgeheizt. Das grüne Blätterdach des Waldes hatte die Strahlen nicht abhalten können. Unter den dicht belaubten Ästen und Zweigen der noch gesunden Laubbäume war die Luft stickig und schwer zu atmen. Askin hatte das Gefühl, die Luft zu trinken.

Die Kleidung kam ihm zu dick vor. Das Haar klebte auf seinem Kopf. Mücken und Fliegen umschwirrten ihn. Er hörte seinen eigenen Atem und das Rascheln des Grases, wenn er seine Schritte beschleunigte. Irgendetwas trieb ihn an, so rasch wie möglich das Lager zu erreichen, und er atmete erst auf, als er die Lichtung mit den drei graugrünen Zelten vor sich sah und das Plätschern des kleinen Bachs hörte, der in der Nähe der Zelte vorbeifloss. Drei Pfadfinder hockten dort auf dem warmen Boden und hielten die Füße ins Wasser.

Askin war bereits entdeckt worden. Rufe hallten über die kleine Lichtung. Auch die Jungen am Bach hatten sie gehört, sprangen auf, nahmen ihre Schuhe in die Hände und scharten sich, wie die übrigen drei, um ihren Anführer.

»Hast du ein Versteck gefunden?«, fragte Ronny, der Junge mit den Rosthaaren.

»Nein.«

Enttäuschung zeichnete die Gesichter der Pfadfinder. Einige von ihnen murrten, schwiegen jedoch, als sie die knappe Handbewegung ihres Leaders sahen.

»Wir werden die Schatzsuche nur verschieben!«, erklärte Askin, »denn wir suchen uns morgen schon ein anderes Lager. Das heißt für euch, heute Abend bereits die wichtigen Dinge packen, damit wir morgen nur noch die Zelte abbauen können. Klar?«

Die Jungen nickten. Sie fragten nicht nach den Gründen, noch nicht. Später, wenn sie am Abend zusammensaßen, würde dies sicherlich geschehen. Jeder kannte seine Pflicht, und Askin brauchte sich nicht groß zu bemühen. Seine Jungen räumten freiwillig auf.

Ray Askin wollte nicht nachstehen. Als Leiter einer Gruppe musste er auch Vorbild sein, tauchte in das kleine Zelt und begann damit, seine persönlichen Sachen ebenfalls in dem großen Rucksack zu verstauen. Er war längst nicht so flink wie sonst. Immer wieder kam ihm der Gedanke, etwas falsch gemacht zu haben. Es war nicht mehr als ein Gefühl, allerdings konnte er es nicht unterdrücken, und so stellten sich die bohrenden Fragen fast automatisch ein.

Was hätte er anderes unternehmen können?

Noch einmal ließ er den Ablauf der letzten Stunden vor seinem geistigen Auge entlangziehen. Alles war eigentlich normal gelaufen, bis auf zwei Dinge.

Das Flugzeug und die Wolke!

Beide waren urplötzlich erschienen, einfach so und Rays Ansicht nach völlig grundlos. Das Flugzeug war verschwunden, die Wolke aber hatte sich irgendwie festgehängt.

Weshalb war sie nicht dem Boden entgegengesunken? Wollte man da vielleicht ein neues Mittel testen. Ray konzentrierte sich auf das Flugzeug. Soviel er sich erinnern konnte, hatte er am Rumpf der Maschine keine Firmenaufschrift erkennen können. Das war sicherlich Absicht gewesen. In dieser einsamen Waliser Gegend wurden sicherlich Versuche durchgeführt. Mit Zeugen rechnete man nicht. Die Bewohner der kleinen, abgelegenen Dörfer zählten für die anderen nicht. Sie hatten sowieso keine Ahnung, was gewisse Dinge anging. Man musste sie ihren Alltagstrott leben lassen.

Nur – wo war sein Fehler gewesen? Was hätte er anders machen können und auch müssen?

Ray Askin wusste es leider nicht. Er zerbrach sich nicht weiter den Kopf darüber, denn seine Schützlinge nahmen ihn voll und ganz in Anspruch. Er gab Anweisungen, kontrollierte und war so leicht nicht zufriedenzustellen.

Allmählich sank auch die Sonne. Es war die Zeit, wo das Essen zubereitet wurde. Da man am nächsten Tag weiterzog, hatte...

Erscheint lt. Verlag 5.8.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3221-9 / 3838732219
ISBN-13 978-3-8387-3221-3 / 9783838732213
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70