John Sinclair 453 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3214-5 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Im Bann des Pegasus.
Als Poseidon, der lüsterne Gott der Meere, die junge Medusa sah, schleppte er sie in den-Tempel der Athene und verführte sie. Aus dieser Verbindung stammt das Wunderpferd Pegasus, von dem in zahlreichen Sagen berichtet wird.
Einige dieser Legenden hatte ich vor Jahren gelesen, damals wusste ich noch nicht, wie gefährlich Pegasus war ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Im Bann des Pegasus
Als Poseidon, der lüsterne Gott der Meere, die junge Medusa sah, schleppte er sie in den Tempel der Athene und verführte sie. Aus dieser Verbindung stammte das Wunderpferd Pegasus, von dem in zahlreichen Sagen berichtet wird.
Einige dieser Legenden hatte ich vor Jahren gelesen, damals wusste ich noch nicht, wie gefährlich Pegasus war …
Als James Benson mein Büro betrat, wusste ich sofort, dass etwas mit ihm nicht stimmte. Seine Lippen zuckten, das Gesicht zeigte einen gequälten Ausdruck, und seine Hände hielt er zu Fäusten geballt. Dabei ging er wie ein Automat, der mit zunehmender Entfernung immer kleiner wurde, weil die Kraft aus dem Körper rann.
Ich wusste nicht viel von ihm. Er war Schriftsteller, Reiseautor und stammte aus London, doch er war in der ganzen Welt zu Hause.
Benson hatte mich angerufen und um einen Termin gebeten. Den hatte ich ihm gegeben.
Bevor er ganz zusammensackte, war ich bei ihm, stützte ihn ab und drückte ihn auf Sukos Stuhl, der meinem, durch zwei Schreibtische getrennt, gegenüberstand.
»Danke«, ächzte er.
»Möchten Sie ein Glas Wasser?«
»Wenn Sie haben …«
»Natürlich. Glenda!«, rief ich meine Sekretärin. »Bitte, bringen Sie ein Glas Wasser.«
»Sofort, Mr. Sinclair.« Wenn Fremde dabei waren, redeten wir uns nicht zu vertraulich an.
James Benson wischte durch sein Gesicht. Als er seine Handflächen betrachtete, waren sie nass. Auch der dünne Leinenanzug zeigte Schwitzflecken. Irgendetwas musste in seinem Körper toben, möglicherweise eine schlimme Krankheit.
»Soll ich einen Arzt rufen, Mr. Benson?«
»Nein, das nicht. Kein Doktor.« Er setzte sich so hin, dass er mich anschauen konnte. »Ich will ja mit Ihnen reden. Auf Sie, Sinclair, kommt es mir an.«
»Natürlich.«
Glenda brachte das Wasser. Ich bedankte mich bei ihr und schaute zu, wie Benson das Glas mit beiden Händen umfasste und erst dann gegen die Lippen führte. Er trank sehr langsam.
Er war ein Gezeichneter, war fertig, vielleicht am Ende, hatte keine Nerven mehr.
Zur Hälfte leergetrunken, stellte er das Glas zur Seite. »Ich muss mich beeilen, Mr. Sinclair. Es bleibt mir nicht viel Zeit. Sie haben mich erwischt.«
»Wer?«
»Darüber will ich mit Ihnen reden.« Er lehnte sich zurück und fuhr mit beiden Händen durch sein graues Haar. »Es sind gefährliche Menschen. Sie nehmen keine Rücksicht. Sie sind geheimnisvoll, sie halten zusammen, sie wissen sehr viel …« Nach diesen Worten starrte er ins Leere, als wollte er seine nächsten Worte noch einmal genau überdenken.
»Bitte, reden Sie weiter!«
»Geben Sie mir eine Zigarette«, bat er mich plötzlich.
Ich tat ihm den Gefallen.
Er rauchte und schaute mich durch die blaugraue Wolke zwischen uns an. »Ich bin Reiseautor«, sagte er, »dabei kommt man ja viel herum in der Welt, aber eine Ecke in Europa hat mich besonders fasziniert. Die südöstliche. Griechische Sagen und Legenden waren schon immer ein Hobby von mir gewesen. Ich habe die griechische Mythologie erforscht und interpretiert. Dabei bin ich zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen.«
»Bitte.«
»Kennen Sie Samos?«
»Sie sprachen vorhin von Südosteuropa. Deshalb nehme ich an, dass Sie die Insel meinen und nicht den Wein.«
»Richtig.«
»Nur vom Hörensagen, Mr. Benson.«
»Ich habe einige Zeit dort verbracht und bin einer Sache auf die Spur gekommen, die gefährlich ist. Zwei Dinge müssen Sie sich merken. Pegasus und die Loge der Mystiker.«
»Das Erste kenne ich. Pegasus ist das Symbol der Schriftsteller, das geflügelte Pferd, das die Fantasie der Menschen symbolisiert.«
»Ja, stimmt.«
»Und die Loge der Mystiker?«
»Ist eine gefährliche Gruppe, die sich auf Samos etabliert hat. Sie müssen achtgeben. Das Kloster ist ebenfalls eine Falle, auch wenn es nicht so aussieht. Sie werden immer herzlich aufgenommen, aber wehe, Sie kommen den Dingen auf den Grund.« Er griff wieder zum Glas und trank es leer.
»Was haben Sie dort entdeckt?«
Er schaute mich an. Dabei hatte sich der Ausdruck in seinen Augen verändert. Er war glasiger geworden. Man konnte das Gefühl haben, dass seine Augen jeden Augenblick zerspringen würden. Auf einmal stand der Schweiß auf seiner Stirn.
»Ich werde doch einen Arzt kommen lassen, Mr. Benson …«
»Zu … zu … spät«, ächzte er. »Das Gift … der Ring … verdammt!« Er stand plötzlich auf und presste seine Hände gegen den Magen. Sein Gesicht bekam Flecken. Er öffnete den Mund. Die Zunge kam zwischen den Lippen hervor. Er würgte. Grünlichgelber Schleim drang aus seinem Mund und klatschte auf den Schreibtisch.
Dann brach er zusammen.
Ich hatte noch den Arm ausgestreckt und fing seinen Kopf ab, damit er nicht mit dem Gesicht auf die Platte schlug. An der Haut fühlte ich den kalten Schweiß. Ich hörte ihn noch röcheln, er zuckte, dann lag er plötzlich still.
»Glenda!«
Sie war sofort da.
»Ruf einen Arzt, schnell!«
Sie stellte keine weiteren Fragen, nickte und verschwand. Ich lief um den Schreibtisch herum, um mir den Mann näher anzuschauen. Als ich meine Hand gegen die Halsschlagader legte und nachfühlte, ob der Puls noch schlug, spürte ich nichts.
Auch der Herzschlag war nicht festzustellen. Ich drückte ihn zurück und gegen die Lehne des Stuhles.
Sein Gesicht war eingefallen und grau. Es wirkte bleich wie kaltes Fett. Die Augen standen offen, der Blick war erstarrt. Aus dem rechten Mundwinkel rann noch die grüngelbe Flüssigkeit. Ich konnte nur mehr eines für ihn tun. Ihm die Augen zudrücken.
Erschüttert stand ich neben ihm und wartete auf das Eintreffen des Arztes. Der kam rasch und schaute sich den Toten an.
»Exitus, Mr. Sinclair, der Mann lebt nicht mehr. Ist er hier in Ihrem Büro gestorben?«
»Ja.«
Glenda stand an der Tür und hielt eine Hand vor den Mund.
»Können Sie mir die Symptome schildern, die zu seinem Ableben führten, Mr. Sinclair?«
»Er sprach davon, dass man ihn vergiftet hätte.«
Der Mediziner nickte. »Das kann hinkommen.«
»Deshalb bitte ich Sie, so rasch wie möglich herauszubekommen, durch welches Gift er ums Leben kam. Eine Obduktion ist unerläßlich.«
»Das ist selbstverständlich.« Der Arzt schritt um den Schreibtisch herum und griff zum Telefonhörer. Er sorgte dafür, dass der Tote aus meinem Büro in die Obduktionsabteilung geschafft wurde. Auch die beiden Helfer waren schnell oben. Sie brachten den Plastiksack mit, in den sie die Leiche steckten. Als sie den Reißverschluss zuzogen, hörte ich das hart klingende Geräusch, und es widerte mich an.
Sie trugen den Toten hinaus. Der Arzt gab mir noch zu verstehen, dass ich wieder von ihm hörte.
Jetzt erst betrat Glenda mein Büro. Sie hatte etwas Richtiges getan und eine Flasche besorgt. Es war Cognac, den konnten wir jetzt vertragen, den hatten wir uns verdient.
Jeder von uns bekam einen Doppelten. Als wir die Hälfte getrunken hatten und die Wärme im Magen spürten, schüttelte Glenda den Kopf. »Das habe ich noch nie erlebt«, sagte sie. »Ich sah dem Mann an, dass er sich nicht wohl fühlte, aber dass es ihm so schlecht ging, kann ich nicht begreifen.«
»Auch mir fällt es schwer.«
»Was hat er denn gewollt?«
Ich nahm noch einen Schluck und setzte mich auf die Schreibtischkante. »Wenn ich das genau wüsste, ginge es mir besser. Aber ich bin leider überfragt.«
»Hat er nichts sagen können?«
»Doch. Er, der Reiseschriftsteller, hat mir von Griechenland erzählt. Er war Spezialist für griechische Mythologie und Sagen. Besonders erwähnte er die Insel Samos. Da muss sich etwas getan haben, über das wir noch nichts wissen.«
»Kam er von dort?«
»Ich gehe davon aus. Er sprach von einer Loge der Mystiker, von einem Ring, von Gift …«
»Das ihn ja wohl erwischt hat.«
Das Telefon summte. Ich hob ab und vernahm die Stimme meines Chefs, Superintendent Powell. »John, wie ich hörte, hat es bei Ihnen im Büro einen Toten gegeben?«
»Das stimmt leider, Sir?«
»Wie war das möglich?« Seine Stimme hatte bei dieser Frage eine Nuance ernster geklungen.
»Ich komme zu Ihnen und werde es Ihnen erklären.«
»Das wäre gut.«
Sir James wartete stehend hinter seinem Schreibtisch und bot mir einen Platz an. Der zweite Stuhl blieb frei. Dort hatte Suko sonst immer gesessen. Ich blickte nicht hin, sondern in das Gesicht meines Chefs, das von Sorgenfalten gezeichnet war.
Ich begann mit meinem Bericht. Es war nicht viel zu sagen. Der Hinweis auf die Insel Samos zählte, auch Dinge wie das Gift oder der Ring, ansonsten wusste ich kaum etwas.
Sir James nickte. »Was vermuten Sie dahinter?«
»Ich weiß es nicht.«
»Loge der Mystiker. Das klingt nach einer Verschwörung.«
»Kann sein, Sir. Ich bin da skeptisch. Viele Klubs und Zirkel geben sich besondere Namen, weil die besser klingen. Ich möchte die Zeit erst einmal abwarten.«
»Welche?«
»Die der Obduktion. Möglicherweise bringt uns das in seinem Körper gefundene Gift auf eine Spur.«
»Die Sie auf Samos finden werden.«
»Kann sein.«
»Würden Sie fliegen?«
»Selbstverständlich.«
»Ja«, sagte er dann, »ich hätte praktisch eine leere Abteilung.«
Es war klar, dass er auf Sukos Verschwinden anspielte. Mein Freund, Partner und Kollege war nicht mehr bei uns. Nach dem Tod seiner geliebten Shao hatte er seinen Koffer...
| Erscheint lt. Verlag | 5.8.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3214-6 / 3838732146 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3214-5 / 9783838732145 |
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