John Sinclair 392 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3152-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Phantom-Kommando.
Oberinspektor John Sinclair wird mit einem besonders rätselhaften Fall konfrontiert : Ihm fällt eine Silberstatue in die Hände, die über erstaunliche Möglichkeiten verfügt. Dreht man ihren Kopf in eine bestimmte Richtung, werden durch ihre mysteriöse Magie fremde Wesen aus einer anderen Dimension angelockt. John Sinclair gibt diesen Dämonen bei seinen Ermittlungen den Namen Phantom-Kommando.
Die Mitglieder dieses Kommandos reisen auf fliegenden Teppichen an und sind mit Bogen und glühenden Pfeilen bewaffnet.
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
Phantom-Kommando
Der Angriff erfolgte wie ein Blitz aus heiterem Himmel, und ich hatte dabei das Glück, schon von der Straße weg und auf die Zufahrt der Tiefgarage gerollt zu sein.
Und da sah ich den Feuerstrahl!
Er jagte aus der dunkelgrauen Dämmerung, kam schräg von oben nach unten und zielte haargenau auf die breite Frontscheibe meines Wagens, um sie zu durchbohren.
Was es war, erkannte ich erst im letzten Augenblick.
Ein brennender Pfeil!
Aus dem Wagen kam ich nicht mehr raus, weil die Zeit zu knapp war. Mir blieb nur noch eine Chance …
Ich musste mich nach links auf die freie Seite werfen. Nur untergetaucht konnte ich dem Pfeil entgehen.
Aber tauchen Sie mal weg, wenn der Gurt sie hält. Ich jedenfalls hatte Mühe, hörte das Platzen der Scheibe und dann das böse Fauchen an meinem rechten Ohr.
Sogar den Aufprall bekam ich noch mit. Die Spitze bohrte sich in die Rückseite des Sitzes, wo sich sofort ein kleines Feuer bildete.
Irgendwie schaffte ich es, den Gurt zu lösen. Ich war jetzt beweglicher.
Mit dem Rücken lag ich auf dem Beifahrersitz, zog die Beine an und stieß sie wieder vor. Mit beiden Füßen hatte ich dorthin gezielt, wo sich der Pfeil im Polster befand. Mit diesem kräftigen Doppeltritt gelang es mir auch, das Feuer zu »löschen«.
Zurück blieb ein schwarzer Fleck.
Viel besser erging es mir trotzdem nicht. Mit dieser Attacke hatte ich nicht gerechnet, aber ich nahm mir die Zeit und atmete zunächst einmal tief durch.
Nur keine Panik. Ich hatte schon schlimmere Situationen überstanden, tastete nach dem Türriegel, hebelte ihn herum und drückte vorsichtig den Wagenschlag auf.
Dabei machte ich nicht den Fehler, mich aus dem silbergrauen Bentley zu rollen, ich blieb zunächst einmal liegen und holte sicherheitshalber die Beretta hervor.
Der andere hatte es besser. Wo immer er auch in der Dämmerung steckte, er war im Vorteil, da ich ihn erst noch suchen musste.
Dabei fiel mir etwas ein. Wenn er mit glühenden Pfeilen schoss, würde er seine Position verraten.
Ich zählte im Geiste bis fünf, peilte noch einmal den offenen Wagenschlag an und gab mir Schwung.
Der reichte aus, um mich aus dem Fahrzeug zu katapultieren. Ich landete auf dem glatten Asphalt, rollte mich ab, sprang wieder hoch und jagte im Zickzack auf die nicht weit entfernte Mauer zu, die den Weg zur Garage an der linken Seite begleitete und mit steigender Tiefe selbst immer höher wuchs.
Mit dem Rücken an der Mauer blieb ich stehen. Ein wenig war ich außer Atem gekommen, nicht wegen der kleinen Turnübung, nein, mir passte es nicht, dass man mich so mir nichts dir nichts einfach auf der Fahrt vom Büro nach Hause beschoss.
Dazu noch mit glühenden Pfeilen!
Dies ließ darauf schließen, dass ich es nicht mit normalen Gegnern zu tun hatte, sondern mit Wesen aus einem anderen Reich. Dämonen oder Geistern.
Ich überlegte, aus welcher Richtung der Pfeil gekommen war. Aber in der allmählich zunehmenden Dunkelheit war nichts Verdächtiges zu sehen. Allerdings hoben sich die zahlreichen erleuchteten Fenster des großen Wohnhauses, in dem auch ich hauste, aus der Schwärze ab. In diesem Gebäude, ob Dach oder Tiefgarage, hatte ich schon so manchen Angriff von dämonischer Seite erlebt, aber mit glühenden Pfeilen war ich noch nie empfangen worden.
Die andere Seite ließ sich eben auch immer etwas Neues einfallen. Wäre auch witzlos gewesen, mir immer einen Zombie zu schicken.
Zum Lachen war mir nicht zumute, eher das Gegenteil. Ein komisches Gefühl hielt mich umklammert, denn der unbekannte Schütze zeigte sich nicht. Ich suchte mit meinen Blicken die Fassade der Wohnung ab, entdeckte aber keinen Gegner.
Kein unruhiges Flackern durchbrach die Finsternis. Wenn irgendwo Licht brannte, dann in den Wohnungen oder bei den beiden runden Laternenköpfen über der Einfahrt zur Tiefgarage mit dem schon geschlossenen Rolltor.
Eine Minute gab ich noch zu, dann hielt mich nichts mehr an der Mauer. Mit behutsamen Schritten und mich stets umschauend, näherte ich mich meinem Wagen.
An der Straße lief der Verkehr normal, der Außenparkplatz lag im Schein der wenigen Laternen, die über die angepflanzten Buschreihen einen fahlen Schimmer warfen.
Auch dort entdeckte ich nichts Verdächtiges, wurde dafür von zwei Scheinwerfern angestrahlt und hörte das wütend klingende Hupen des Fahrers, der seinen Wagen dicht hinter meinem Silbergrauen zum Stehen brachte.
Der Grund für seine Reaktion war klar. Er wollte vorbei, konnte es aber nicht, weil der Bentley seinem Fahrzeug den Weg versperrte.
Ich winkte ihm beruhigend zu, stieg wieder ein und ließ den Wagen anrollen, ohne den Motor anzustellen. In einer geschwungenen Rechtskurve führte der Weg dem Rolltor entgegen.
An der Säule hielt ich an, streckte meinen Arm durch die herabgekurbelte Scheibe und ließ den flachen Schlüssel im Schlitz des Metallkopfes verschwinden.
Eine kurze Drehung reichte. Das Rolltor schüttelte sich einmal, bevor es quietschend in die Höhe schwang. Schließen konnte es der Knabe, der hinter mir fuhr.
Ich glitt in den Schlund der Garage. Das offene Tor kam mir manchmal vor wie das eckige Maul eines Ungeheuers. Es brannte nur die Notbeleuchtung. Man spart eben Energie. Wer Licht haben wollte, konnte es sich selbst einschalten. An jeder Säule befand sich ein Schalter.
Auf dem breiten Fahrstreifen rollte ich mit meinem Bentley bis in die Nähe des Lifts, wo ich ihn immer abstellte.
Wieder wurde ich an die Überfälle erinnert, die sich in dieser Ebene ereignet hatten. Schon einige Male hatte man versucht, mir das Lebenslicht auszublasen. Sogar Jane Collins in der Verkleidung des schwarzen Henkers hatte mich mit einer Axt erschlagen wollen.
Sukos Harley stand ebenfalls dort. Er und Shao waren an diesem Abend irgendwo eingeladen und mit dem Wagen der Chinesen gefahren. Wenn mich nicht alles täuschte, statteten sie dem Mann einen Besuch ab, der ein China-Restaurant betrieb, und den Suko aus den Klauen des Killers Akim Samaran gerettet hatte.
Der zweite Wagen rollte in eine Parklücke, die links von der meinen lag. Das Licht huschte bleich und geisterhaft über die anderen Fahrzeuge und die grauen Wände, bevor es verschwand.
Ich wollte den Knaben hochfahren lassen und erst dann meinen Wagen verlassen.
Ich hörte, wie er den Wagenschlag zuhämmerte, sah ihn kommen und neben meinem Bentley auftauchen. Den Hut hatte er in die Stirn gedrückt, den leichten Sommermantel über die Schulter gehängt und eine Aktentasche unter den Arm geklemmt.
Er warf einen Blick in den Bentley, sah mich und formte mit Zeigefinger und Daumen seiner freien Hand einen Kreis.
Ein international bekanntes Zeichen. Ich reagierte darauf nicht.
Schnell hatte ihn der Lift geschluckt. Jetzt befand ich mich allein in diesem unterirdischen Komplex. Ich dachte darüber nach, ob ich nicht noch einmal nach oben gehen und mich umschauen sollte. Wenn das normale Tor verschlossen war, würde ich die große Eingangstür des Hauses nehmen und mit dem Lift bis zum Flur fahren.
Schon beim Aussteigen erkannte ich, dass die Einfahrt zur Garage sperrangelweit offenstand. Der Mann hatte es nicht nötig gehabt, sie wieder zu verschließen. Eine ärgerliche Sache, so lockte man Diebe an, für mich in diesem Augenblick praktisch.
Ich ging auf die Einfahrt zu. Dabei dachte ich noch an nichts Böses, auch wenn ich mich innerlich auf eine Abwehr eingestellt hatte.
Etwa die Hälfte der Distanz lag schon hinter mir, als ich im oberen Drittel des Eingangs eine Bewegung vernahm. Nur ein Huschen, mehr war es nicht, aber dieser Schatten war ungemein schnell, jagte auf mich zu und ich sah wieder einen der verdammten Pfeile, der schräg von oben herab auf mich zujagte.
Mit einem gewaltigen Satz brachte ich mich aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich, sah den Pfeil neben mir aufprallen, abknicken und weiterrutschen.
Wie ein Tänzer drehte ich mich und fand Deckung hinter der nächsten Säule. Fast vor meiner Nase sah ich einen der Lichtschalter, drückte ihn nach unten, und einen Augenblick später wurde es in der Garage hell.
Und der Schatten war da. Aber so schnell, dass ich ihn mit dem bloßen Auge kaum verfolgen konnte. Da flog jemand durch die Luft, der auf einer Unterlage hockte, bewaffnet war, im Gesicht silbrig glänzte und ansonsten eine weißgraue Haut besaß.
Ich war von diesem Bild so beeindruckt, dass ich erst schoss, als der Schatten den Ausgang fast erreicht hatte. Meine geweihte Silberkugel holte ihn nicht von seinem komischen Flugapparat herunter, sie hackte dicht über dem Kasten des Rollgitters in den Beton.
Wie ein Schemen verschwand der Angreifer über der Auffahrt und wurde von der Nacht verschluckt.
Ich verließ meinen Platz hinter der Säule und spürte ein leichtes Drücken im Magen.
Wenige Schritte brachten mich dorthin, wo der Pfeil liegen musste. Er war unter ein Fahrzeug gerutscht und zum Glück erloschen. Nicht auszudenken, wenn das Feuer den Wagen in Brand gesetzt hätte. Das wäre einer Katastrophe gleichgekommen.
Ich hatte den Pfeil auf meinem linken Handteller liegengelassen und wunderte mich über das Gewicht. Er war ziemlich leicht, sodass er eigentlich nicht aus Holz bestehen konnte. Wieder rief ich mir das Bild des hereinhuschenden Schatten zurück ins Gedächtnis und dachte daran, dass diese seltsame Person auf einer Unterlage gesessen hatte.
Auf einem Brett oder einem Teppich …
Teppich?
Ich...
| Erscheint lt. Verlag | 22.7.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3152-2 / 3838731522 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3152-0 / 9783838731520 |
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