Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

John Sinclair 377 (eBook)

General Zombie

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3138-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 377 - Jason Dark
Systemvoraussetzungen
1,99 inkl. MwSt
(CHF 1,90)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! General Zombie. Die beiden Brüder starrten einander an, und in den Augen des einen glänzte der Hass. »Du weißt, was du getan hast, Al. Ich gebe dir trotzdem noch eine Chance. Erschieße dich, oder deine Karriere ist beendet. Dafür würde ich sorgen.« »Sonst nichts?« »Nein, Al.« Al nahm die Waffe, setzte sich die Mündung ans Auge und drückte ab. Er lachte in das Echo des Schusses hinein, und das schiefe, wissende Lächeln lag noch auf seinen Lippen, als er bereits tot auf den Teppich stürzte ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

General Zombie


Die beiden Brüder starrten einander an, und in den Augen des einen glänzte der Hass. »Du weißt, was du getan hast, Al. Ich gebe dir trotzdem noch eine Chance. Erschieße dich! Wenn du es nicht tust, ist deine Karriere beendet, dafür würde ich sorgen.«

»Sonst nichts?«

»Nein, Al!«

Al nahm die Waffe, setzte die Mündung an und schoss sich ins Auge. Er lachte in das Echo des Schusses hinein, und das wissende Lächeln lag noch auf seinen Lippen, als er bereits tot auf den Teppich kippte  …

 

Zuerst spaltete der Blitz die düstere Wolkenbank wie eine riesige, schräg angesetzte Messerklinge. Das fahle Nachleuchten war noch nicht verschwunden, als der Donner folgte, der weit über das flache Land rollte und selbst in den Vorstädten von London noch zu hören war.

Aprilgewitter gehören zu den schlimmsten, sagt man. Und dieses abwechselnde Spiel aus Blitz und Donner schien die Theorie voll zu unterstützen.

Die Natur zeigte ihr wahres Gesicht. Man musste sie gereizt haben, denn die Folgen von Blitz und Donner wechselten rasch.

Die Blitze erhellten. Fahl und unnatürlich gaben sie dem Land einen Glanz, der ängstliche Gemüter zu abergläubischen Kreaturen werden ließ. Dann verfluchte man sich selbst, andere wiederum beteten oder schauten, hinter Fenstern stehend, mit bangen Augen in einen von Gegensätzen bedeckten Himmel, an dem sich das gewaltige Schauspiel austobte.

Diese Donnerschläge können selbst Tote erwecken, wurde oft bei diesem Wetter gesagt, und der oder die Sprecher ahnten nicht, dass dieses tatsächlich so eintreten sollte.

Über dem Friedhof befand sich das Zentrum des Unwetters. Hier tobte es sich richtig aus, und es war ein Trockengewitter, das zudem noch Sturm mitbrachte, der das Laub vom vergangenen Jahr wie mit Riesenhänden in die Höhe schaufelte und mitriss.

Bei jedem Donnerschlag, der über den einsamen Friedhof hallte, zitterte die Erde, und die alten Grabsteine vibrierten mit, als wollten sie sich jedes Mal vor den Gewalten der Natur verbeugen, die mit einer so großen Vehemenz Mensch und Tier in Schrecken versetzte.

Ein Grabstein stach besonders hervor. Es war das große Ehrenmal für die gefallenen Soldaten, die auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten.

Soldaten aus mehreren Kriegen. Die meisten Gräber waren nicht mehr zu erkennen. Die Zeit war über sie hinweggestrichen, hatte sie eingeebnet und regelrecht plattgewalzt.

Nur einige Steine standen noch. Als stumme Zeugen reckten sie sich aus der welligen und mit Gras bedeckten Erde, um die Lebenden zu mahnen, nie wieder einen Krieg zu beginnen.

An diesem Gewitterabend wurde der Friedhof zu einem schaurigen Spielplatz der Gewalten. Blitze ließen das Licht über die Grabsteine huschen. Donner grollte gegen den Wind, der Sturm kämmte die langen Grashalme und wirbelte sie in verschiedene Richtungen.

Auch das große Ehrenmal trotzte den Gewalten. Es waren zwei aufeinandergesetzte, große, viereckige Steine.

Kein Mensch hielt sich in der Nähe des Friedhofs auf, der am Tage zuvor seinen Schrecken bewiesen hatte, als im Ehrenmal ein kreisrunder, geheimnisvoller Spiegel aufleuchtete, der gleichzeitig das Tor in eine andere Dimension darstellte.1

Ein besonders starker Blitz fegte aus den Wolken. Er traf das Ehrenmal und spaltete den oberen Stein in zwei Hälften. Das Bersten des Steins wurde vom Donnerrollen übertönt. Langsam kippten die beiden Hälften in verschiedene Richtungen weg, fielen dumpf zu Boden, blieben dort liegen, und auch der untere, der große Stein, zeigte die ersten Risse. Spinnennetzartig durchzogen sie den grauen Granitblock, wobei sie seltsamerweise die Mitte aussparten, denn dort war der geheimnisvolle Spiegel tags zuvor erschienen.

Auch er ging zu Bruch.

Kein Zeuge sah zu, wie das kreisrunde Mittelteil des Steins langsam schmolz, schon bald an zähen Sirup erinnerte und sich als Lache ausbreitete, wobei es den Weg nahm, der auch zu den anderen Gräbern führte.

Hier lagen die Toten dicht an dicht. In Reihen hatte man sie begraben, nach einem geometrischen Muster.

Einer jedoch lag abseits. Und sein Grabstein stand noch. Nicht so hoch wie das Ehrenmal, kaum ein Drittel davon, aber mit einer eingemeißelten Schrift, der zu entnehmen war, wer hier seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.

Ein General!

General Albert T. Hodson!

Einer der angeblich Großen, einer, der von einigen Zeitgenossen auch noch in der heutigen Zeit verehrt wurde, obwohl seine »Heldentaten« schon lange zurücklagen.

Ja, man sprach noch über ihn. Über seine Menschenverachtung, über seinen Hass den Feinden gegenüber, die Foltermethoden, mit denen er Geständnisse aus Gefangenen hervorgepresst hatte, und irgendeiner hatte ihn einmal als Teufel bezeichnet.

Ein Kompliment für Albert T. Hodson, wie er gern zugab. Ein großes Kompliment sogar, denn der Teufel hatte ihn zeit seines Lebens zur Seite gestanden und die schützende Hand über ihn gehalten.

Kein Kreuz zierte sein Grab, und den Stein hatte man nur widerwillig aufgestellt.

Die Spiegelmasse war allmählich so flüssig geworden und auch schnelläufig, dass man sie mit Quecksilber vergleichen konnte. Nur besaß sie nicht die glänzende Farbe, sie war matter.

Doch sie fand ihren Weg.

Als würde der Wind ihr gehorchen, so trieb er die Masse auf das Grab des längst verstorbenen Generals zu, und ihr Weg wurde von den krachenden Donnerschlägen und fahlen Zickzack-Blitzen begleitet, bis hin zu ihrem Ziel.

Ein magischer Punkt war zerstört worden, doch in einem letzten Aufbäumen hatte diese Magie noch einmal zugeschlagen. Da kannte sie keinerlei Unterschiede mehr zwischen verschiedenen Mächten oder Machtinteressen, jetzt zählte nur der Sieg des Unheils.

In der Ferne, gen London, rötete sich der Himmel. Dort hatte ein Blitz in ein Lagerhaus eingeschlagen und es in Brand gesetzt. Auf diesem alten Heldenfriedhof geschah so etwas nicht. Da jagte der fahlgelbe und unnatürlich breite Strahl höchstens in die Erde zwischen den grauen Grabsteinen.

Die Flüssigkeit hatte endlich ihr Ziel erreicht. Bisher war das Grab des Generals nicht zu erkennen gewesen, doch die geheimnisvolle Kraft dieser veränderten Spiegelfläche sorgte dafür, dass es sich genau abzeichnete. Sie bildete ein mattglänzendes Rechteck, das exakt die Ausmaße des früheren Grabs eingenommen hatte.

Und dabei blieb es.

Zeit verstrich.

Der Tag war vergangen, die Dämmerung schob sich allmählich vor und brachte den Abend, dessen Düsternis auch den Friedhof umhüllte, auf dem niemand zu sehen war.

Das Gewitter klang ab. Nur ein leises Grollen in der Ferne, das war alles.

Stille legte sich über den Heldenfriedhof. Irgendwo jaulte noch die Sirene eines Feuerwehrwagens, denn der Brand hatte sich inzwischen ausgebreitet. Zudem war während des Gewitters kein einziger Tropfen Regen gefallen. Dies machte die Sache noch schlimmer, als sie ohnehin schon war.

Niemand hatte Zeit, sich um den Friedhof zu kümmern, es wollte auch keiner, sodass die Magie, die an diesem Fleck gelebt hatte, sich allmählich ausbreiten konnte.

Das tat sie auch.

Sie ging in die Tiefe.

Genau dort, wo man die quecksilberartige Flüssigkeit des zerbrochenen magischen Spiegels gefunden hatte, versickerte sie in alter Graberde.

Bei den Iren heißt es, es ist nicht alles tot, was in der Erde liegt, auch wenn es so scheint.

Das galt nicht nur für die Grüne Insel, auch in der Nähe von London lauerte das Unheil seit Jahren. Es hatte nur der richtige Zeitpunkt eintreten müssen, um es zu wecken.

Jetzt war es soweit!

Im Boden tat sich etwas. Noch nicht sichtbar, aber die mit hartem Gras bewachsene Erde geriet allmählich in Bewegung, als würde sie von unten her geschaukelt.

Das Grauen war bereit …

Noch musste es Kraft tanken, sich erholen, aber es sandte bereits seine Vorboten.

Niemand hätte sagen können, woher der Rauch gekommen war, der plötzlich über dem Grab lag. In der Tiefe musste ein Feuer brennen, denn etwas schickte den Qualm nach oben durch den porösen Boden, wo er über dem Grab sichtbar wurde und an verschiedenen Stellen zitternde Linien bildete, die sehr bald im Wind zerflatterten.

Im Grab brannte nichts. Der Qualm war der Vorbote, und er roch nach Schwefel! Es war ein Höllengestank, denn Satan hatte die Regie über diesen kaum erklärbaren und unheimlichen Vorgang übernommen.

Viele Menschen hatten über den Tod des Generals ihre Freude gehabt. Und sie alle sollten sich irren.

Albert T. Hodson war nicht tot!

Er wollte zurück. Und er kam zurück.

Noch zitterten Rauchschwaden über der flachen Erde des Grabs, aber schon zeigten sich die ersten Risse. Vielleicht war es sogar der General, der tief im Erdreich dafür sorgte, denn kleine Erdhaufen, vermischt mit altem Laub und Grasbüscheln, wurden in die Höhe gedrückt.

Platz für den Zombie!

Er ließ sich nicht mehr aufhalten. Die Erde gehorchte den Befehlen Schwarzer Magie. Sie stieß das ab, was es nicht mehr wert war, von ihr festgehalten zu werden.

Auch einen Toten  …

So kam er!

General Albert T. Hodson, der Menschenhasser, der Grausame, der Folterknecht, war dabei, zurückzukehren, um sein blutiges Handwerk auch der Nachwelt und einer anderen Generation, die weniger vom Krieg wissen wollte, beizubringen.

Wenn Zombies aus dem Grab steigen, recken sie zumeist ihre fleischlosen oder mit gelblicher,...

Erscheint lt. Verlag 22.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3138-7 / 3838731387
ISBN-13 978-3-8387-3138-4 / 9783838731384
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
HORROR | Die Vorgeschichte des Katz-und-Maus-Duetts

von H. D. Carlton

eBook Download (2025)
VAJONA (Verlag)
CHF 11,70