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John Sinclair 372 (eBook)

Werwolf-Omen (1. Teil)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3133-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 372 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Werwolf-Omen. Für die junge Laura war die Gegenwart zu einer Welt des Unheils geworden. Gleich würden sie wieder Schmerzwellen überschütten, und sie würde vergeblich versuchen, sich gegen die schreckliche Verwandlung zur Wehr zu setzen. Wie hatte ihre Mutter noch gesagt? »Es ist der Fluch der alten Zeit, finde dich damit ab, denn es gibt Dinge, die sind stärker als du. Wer den Ruf des Blutes einmal empfangen hat, wird ihm immer folgen müssen. Auch du ...« Während Laura noch über diese Worte nachdachte, hörte sie schon aus ihrem eigenen Mund ein Fauchen. Sie kannte dieses Omen, hatte eigentlich auch darauf gewartet, obwohl sie sich so sehr davor ekelte ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Werwolf-Omen (1. Teil)


Irgendwann spürte die schöne Laura den Drang der Bestie in sich. Es war ein unheilvoller Drang, zu vergleichen mit einem tiefen Brunnenschacht, der ihren Körper aushöhlte und zu bestimmten Zeiten den Schrecken vom Grunde her in die Höhe trieb.

So wie jetzt.

Die nächtliche Straße war leer. Eine verlassene Gegend, durch die sie lief, trotz der Nähe zu London, aber eben keine Hauptstraße, kein Motorway, dafür ein Weg, der durch die Felder führte und nur von wenigen Wagen befahren wurde.

Sie wollte nach Hause! Der Wunsch war ebenso stark wie der magische Druck in ihr, aber sie fragte sich, ob sie es noch schaffen konnte, bevor das Grauen kam  …

Deshalb sammelte sie alle Kräfte. Sie warf ihren Körper bei jedem Schritt vor, und das lange, lockige Haar tanzte im Rhythmus ihrer Bewegungen.

Trotz der kühlen Nacht hatte sie ihre Jacke fortgeschleudert. Laura wollte sie einfach nicht auf dem Körper spüren, sie war ihr hinderlich, und jetzt fuhr der Wind ungebremst gegen ihre dünne blaue Bluse, die sich eng wie eine zweite Haut um die sanften Formen schmiegte.

Der Wind hätte Laura eigentlich erfrischen müssen, doch sie hatte das Gefühl, gegen einen warmen bis heißen Wüstensturm zu laufen, der über sie kam und sie zu stoppen versuchte.

Nur nicht aufgeben!

Wie weit war es noch bis zum Ziel? Eine Meile, vielleicht auch weniger? Laura konnte keine Antwort geben, ihr Denkapparat war gestört. Über ihr Hirn schien sich eine Decke gelegt zu haben, die immer schwerer wurde, zudrückte und auch die Laura umgebende Landschaft zu einem bühnenartigen Possenspiel degradierte.

Sie wusste, dass rechts und links der Straße Bäume wuchsen. Hohe, schlanke Pappeln, aber die nahm sie nicht wahr. Für Laura hatten sich die Gewächse verwandelt. Sie glichen jetzt gefährlichen Schatten, die ihre Arme in die Höhe gereckt hatten, um sie im rechten Augenblick auf die laufende Person niederfallen lassen zu können.

Für das neunzehnjährige Mädchen Laura war die Gegenwart zu einer Welt des Unheils geworden.

Der Druck in ihrem Kopf nahm zu. Irgendwo schien jemand mit einem Hammer zu sitzen und ständig gegen die Hirnschale zu schlagen. Kleine Schmerzwellen breiteten sich aus. Ähnlich wie ein Stein, der ins Wasser gefallen war und auslaufende Wellen bildete.

Es war furchtbar …

Aber sie gab nicht auf. Immer wieder stemmte sie sich gegen die schreckliche Verwandlung. Wo sie auch war, wo sie auch hinlief, es erreichte sie, und jedes Mal wurde es zu einer mörderischen Qual.

Wie hatte ihre Mutter noch gesagt? »Es ist der Fluch der alten Zeit, Mädchen. Dagegen kannst du nicht an. Finde dich damit ab, dass es Dinge gibt, die stärker sind als du. Wer den Ruf des Blutes einmal empfangen hat, wird ihm immer folgen müssen. Auch du …«

»Warum du nicht, Mutter? Warum du nicht?«, hatte sie gefragt. »Du bist doch so normal.«

»Ich hatte Glück, mein Kind. Manchmal überspringt der Ruf auch eine Generation. Dich hat er gepackt …«

»Neeinnn  …!« Lauras Gedanken kehrten wieder zurück in die Realität. Sie hatte so laut geschrien, weil sie es wieder einmal nicht wahrhaben wollte, eine Erbin des Grauens zu sein, das ihre Mutter Fluch der alten Zeit genannt hatte.

Was war die alte Zeit? Oft genug hatte Laura die Fragen gestellt und so gut wie keine Antworten bekommen. Ein verloren wirkendes Lächeln, ein Heben der Schultern.

Die alte Zeit …

Sie würde ihr Leben bestimmen, bis zum Tod, oder bis zur Vernichtung, denn damit musste sie auch rechnen.

Sie lief am rechten Straßenrand. Die Beine wurden schwerer. Von Sekunde zu Sekunde schienen sie mit Bleiplättchen behangen zu werden, und es wurde schlimmer. Immer mehr Kraft musste Laura aufwenden, um die Füße vom Boden zu heben. Die Geschwindigkeit, mit der die Bäume an ihren nassen Augen vorbeihuschten, nahm ab. Ein Zeichen, wie sehr Laura unter der Kraftlosigkeit und Erschöpfung litt.

Dann konnte sie nicht mehr. Sie taumelte nach rechts, erwischte eine Lücke zwischen zwei Pappeln und wäre auf dem feuchten Rasen fast ausgerutscht und im mit Wasser gefüllten Graben gelandet.

Der Stamm hielt sie auf.

Laura lehnte sich dagegen, auch mit dem Kopf. Die harte Rinde hinterließ ein Muster auf der kalkblassen Stirn des Mädchens.

Alles war blass und bleich. Ähnlich wie der volle Mond, der noch verborgen hinter dünnen Wolkenbänken stand. Irgendwann würden die Wolken verschwinden und der Erdentrabant klar zu sehen sein.

Dann gab es keine Rettung mehr für sie, denn Laura würde zur Bestie werden.

Mondlicht war Balsam für Vampire, ebenso für die Werwölfe …

»Warum musste mich der Fluch treffen?« Sie fragte es und weinte dabei.

Es war niemand da, der ihr eine Antwort hätte geben können. Keine Mutter, die saß im Haus und wartete voller Ungeduld. Und die Laura umgebende Natur schwieg.

Bäume redeten nicht …

Sie hätte sich gern in das feuchte Gras fallen lassen, aber das hatte keinen Sinn. Wenn sie die Verwandlung hier erwischte, war es aus. Nein, das musste im Haus geschehen, wie immer, denn ihre Mutter wusste genau, was sie zu tun hatte. Sie würde Laura in den Käfig sperren und …

Zum ersten Mal drang kein Schrei aus ihrem Mund.

Es war ein anderer Laut, der sich viel gefährlicher anhörte. Eine Mischung aus Fauchen und Knurren.

Das erste Anzeichen von der Verwandlung in ein Tier. Sie kannte das Omen, hatte eigentlich darauf schon gewartet, obwohl es sie anwiderte, aber der Fluch forderte sein Recht. Nie verließ er den einmal eingeschlagenen Weg.

Mühsam stemmte sich Laura vom Baumstamm weg, drehte sich torkelnd und sah das dunkelgraue Asphaltband der Straße wie eine unruhige Wasserfläche, die alles schlucken wollte.

Vorsichtig setzte sie das rechte Bein, bekam Kontakt mit der Straße und zog das linke nach.

Laura musste weiter. Gleichzeitig ahnte sie auch, dass sie es diesmal nicht schaffen würde.

Nein, heute kam sie zu spät. Nicht mehr in dieser Nacht. Aber sie gab nicht auf.

Wieder torkelte sie auf der Straße entlang. Instinktiv versuchte sie, sich auf der rechten Seite zu halten, es gelang ihr kaum noch. Ständig wurde sie von einer Kraft, gegen die sie nicht mehr ankonnte, zur Straßenmitte getrieben. Wenn sie das merkte, fand sie trotz allem noch den Willen, wieder auf die rechte Seite zurückzukehren.

Und so ging es weiter.

Hundert, zweihundert Yards legte sie zurück, ohne zu stolpern. Hoffnung erfüllte sie, die plötzlich in einem grellen Licht und Motorenlärm zerplatzte.

Beides kam ihr entgegen.

Es war ein Bus, dessen Fernlichtfülle die Straße, deren Gräben, einen Teil des flachen Landes dahinter sowie auch die Bäume schattenhaft aus der Finsternis riss.

Entdecken durfte sie keiner!

Das war ihr eingehämmert worden wie dem Schulanfänger das Alphabet. Laura reagierte richtig. Erst als sie im feuchten Straßengraben lag und brakiges Wasser auf ihren Lippen spürte, wusste sie, was sie getan hatte. Sie war noch einmal entwischt, denn der Bus rauschte mit laut brummendem Motor und schmatzenden Reifen vorbei. Sie spürte den Luftzug der Geschwindigkeit selbst noch im Graben.

Mühsam stemmte sie sich hoch und schaute über den Rand. Ein bleiches Gesicht hatte sie. Auch jetzt noch hübsch, obwohl es vom Weinen verquollen aussah und der feuchte Schmutz auf ihren Wangen klebte. Der Dreck setzte sich jetzt auch unter den Nägeln fest, als Laura sich hochzog.

Wieder torkelte sie über die Straße. Die Dunkelheit lag wie ein Schutz über ihr. Bis sie in den nächsten Sekunden abermals von einem Scheinwerferpaar zerrissen wurde.

Diesmal kam der Wagen nicht von vorn. Er fuhr in ihrem Rücken heran, sie hörte ihn kaum. Laura sah nur ihren eigenen Schatten, den das sie einhüllende Licht als Begleiterscheinung auf die helle Bodenfläche warf.

Sie wollte wieder weg, aber in ihrem Kopf befand sich plötzlich eine Leere. Den Grund wusste sie nicht, sie machte nur einen großen Fehler. Anstatt nach rechts zu laufen, sprang sie mit einem verrückten Satz nach links. Auf die Straßenmitte zu.

Und das war der Wagen.

Etwas quietschte und radierte über den Asphalt. Das Licht wurde noch stärker, aber schlimmer war der Schlag, der sie irgendwo am Unterkörper erwischte und zu Boden schleuderte.

Laura blieb wie tot liegen …

*

Eigentlich hätte ich zufrieden sein können, denn das Duell der Hexen lag hinter mir und auch den geheimnisvollen Hexenstein gab es endgültig nicht mehr. 1

Dass ich trotzdem nicht in Jubelschreie ausbrach, ist leicht zu erklären. Wir standen ohne Würfel da, denn dem Spuk war es gelungen, ihn uns abzunehmen. Und sein Helfer, Akim Samaran, war uns auch entkommen. Zudem besaß ich die Gemme nicht mehr, aber das Abenteuer gegen die Dschinns hatte ich noch vor dem Fall erlebt, der Suko und mich nach Schottland führte, wo um den Stein bis aufs Blut gekämpft wurde.

Einer ehemaligen Hexe war es gelungen, in eine relative Sicherheit zu gelangen.

Das war Jane Collins!

Nach lebensgefährlichen Aufregungen in Frisco hatte sich Yakub Yalcinkaya der Hexe angenommen und sie in seinem Kloster untergebracht, wo auch der marokkanische Junge Ali lebte, um dessen Erziehung sich Jane bestimmt kümmern würde.

Diese Dinge waren eigentlich günstig verlaufen, und doch traute ich dem Frieden nicht. Für mich war der Würfel des Unheils das eigentliche Zentrum. Ich hatte ihn einmal als Würfel des Heils bezeichnen wollen, das war falsch gewesen. Dadurch, dass er in die...

Erscheint lt. Verlag 22.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3133-6 / 3838731336
ISBN-13 978-3-8387-3133-9 / 9783838731339
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