John Sinclair 362 (eBook)
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3123-0 (ISBN)
Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989!
Der Zombie-Apache.
Es war schon eine ungewöhnliche Unterhaltung, die der Spuk und ich da führten. Er steckte hinter der Maske eines Zombies und versuchte mir die Legende vom Apachen, der nicht sterben konnte, schmackhaft zu machen. Mich aber interessierte eine ganz andere Frage: Wie war es zu der Verbindung Spuk/Zombie gekommen?
John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!
Der Zombie-Apache (2. Teil)
Zwei Welten standen sich gegenüber!
Auf der einen Seite die modernste Technik, vertreten durch einen mit Raketen und Maschinengewehren bestückten Hubschrauber, auf der anderen der Truck!
Ein gewaltiges Fahrzeug, ein Koloss aus Stahl und Reifen, aber von einem Wesen geschützt, das auf den Namen Teufel hörte.
Und hinter dem Lenkrad hockte ein Diener des Satans. Er hieß Chuck Everett, war noch vor Stunden ein normaler Mensch gewesen und hatte sich innerhalb dieser kurzen Zeitspanne in ein wahres Monstrum verwandelt, denn auf seinen Schultern saß kein normaler Kopf mehr, sondern ein blanker, gelblich schimmernder Totenschädel mit leeren Augenhöhlen, in denen trotzdem Leben vorhanden war, denn tief in den Schächten lauerte die Glut des Teufels …
Amokfahrer hatten sie ihn genannt.
Das stimmte nur bedingt. Der Trucker war kein normaler Amokfahrer, er war etwas Besonderes, ein Günstling der Hölle, und er hatte einen Auftrag zu erfüllen, von dem ihn keiner abbringen konnte.
Er würde mit seinem Wagen fahren, bis er das Ziel erreichte.
Radikal würde er es dann vernichten.
Sie hatten versucht, ihn aufzuhalten, sie hatten alles getan. Sperren waren errichtet worden, der Truck hatte sie durchbrochen und die hinter der Sperre stehenden Polizeiwagen zu Schrott gefahren.
Sie hatten auf ihn geschossen. MPi-und Revolverkugeln waren gegen seine Außenhaut geklatscht und hatten dennoch nichts erreichen können, denn der Truck, hielt alles auf.
Dann waren sie mit zwei Panzerwagen gekommen. Der Höllentruck hatte sie abgedrängt und kurzerhand umgeworfen. Nun stand ihm noch ein Feind gegenüber.
Der Kampfhubschrauber!
Etwa zwanzig Yards über dem Erdboden befand er sich. Besetzt war die Maschine mit drei Männern. Zwei bedienten die Waffen, einer flog den Hubschrauber.
Ihm gegenüber stand der Truck. Er hatte bisher alle Hindernisse überwunden, und sein Fahrer war sicher, auch mit dem Kampfhubschrauber fertig zu werden.
Sie belauerten sich wie zwei echte Gegner. Keiner wollte den Anfang machen. Starr schaute Chuck Everett durch die Scheibe. In seinem Gesicht bewegte sich nichts. Die gelben Knochen des Totenschädels blieben starr, als bestünden sie aus Eis.
Er hatte sich daran gewöhnt, in Stresssituationen wie diesen hier mit einem Totenschädel herumzulaufen. Das machte ihm nichts mehr aus. Er verließ sich voll und ganz auf seinen Freund, den Höllenherrscher.
Auch die drei Männer im Hubschrauber freuten sich nicht so recht. Gern hätte Chuck durch das Glas der Kanzel in das Innere der Maschine geschaut, das war ihm leider verwehrt, denn die Sonne stand ungünstig. Ihre Strahlen wurden reflektiert, sie blendeten den Trucker, deshalb nahm er nur die Schatten der Männer wahr.
Und die bewegten sich.
Einer hatte sich zur Seite gebeugt. Er nickte mit seinem gesamten Körper, und der andere stand jetzt auf und näherte sich dem Ausstieg, um die Tür zu öffnen.
Sie schwang nach außen. Am Rand blieb der Mann stehen und klammerte sich mit einer Hand am Haltegriff fest, damit er nicht in Gefahr geriet, aus der Maschine zu stürzen.
Er gab mit der freien Hand den Männern Zeichen, die in den Panzerwagen gesessen und zum Glück überlebt hatten, während ihre Wagen umgekippt am Boden lagen.
Die Polizisten unten erwiderten die Zeichen. Sie hoben die Arme und deuteten in Richtung Truck.
Chuck verstand das Zeichen. Wahrscheinlich wollten die Polizisten, dass der Pilot endlich angriff und ihnen das vormachte, was sie nicht geschafft hatten.
»Na denn«, sagte der Trucker und startete.
Er fuhr sehr langsam, nur im Schritttempo, aber sein Start wurde genau registriert.
Der Mann im Cockpit verschwand und sprach mit dem Piloten.
Der nickte und startete.
Beinahe träge gewann der Hubschrauber an Höhe. Es schien, als wollte er im spitzen Winkel in den blassblauen Himmel hineinfahren. Aber der war nicht sein Ziel, er hatte sich ein anderes ausgesucht.
Den Truck!
Noch immer langsam und irgendwie tastend fahrend schob sich der Wagen vor. Ein mit teuflischer Magie gefülltes Monstrum der Technik, das unbeirrbar seinen Weg ging, weil es von fremden Kräften geführt und geleitet wurde,
Fast kam es so vor, als bewege sich ein Raubtier auf dem Boden. So lauernd und abwartend reagierte der Truck. Nur befand sich sein Opfer nicht vor ihm, sondern schräg über dem Wagen.
An der rechten Seite flog der Hubschrauber. Everett konnte ihn leider nicht genau erkennen, er sah nur den Schatten, den die sich drehenden Rotorblätter auf die Kühlerschnauze und den Weg davor warfen, sodass dort ein Kreisel entstand.
Staub wirbelte hoch und über den Truck hinweg. In den Wolken lauerte der Kampfhubschrauber. Er wollte es schaffen.
In der dichten Staubhülle blitzte er ununterbrochen auf, ein Beweis, dass die Maschinenwaffen ihre mörderische Ladung aus den Rohren hämmerten. Sie feuerten, was die Läufe hergeben, und die heißen Kugelgarben hämmerten schräg gegen den fahrenden Truck, ohne ihn allerdings stoppen zu können.
Der Fahrer mit dem Totenschädel hockte hinter dem Lenkrad. Aus dem Maul drang ein krächzendes Lachen, denn Everett bekam sehr genau mit, wie die schwerkalibrigen Geschosse gegen die breite Frontscheibe hämmerten und sie nicht zerstörten.
Noch vor einem Tag wäre sie regelrecht zerblasen worden, und auch von ihm wäre kaum etwas übrig geblieben, jetzt aber hielt die Scheibe stand. Sie schleuderte die Garbe nur mehr als gefährliche Querschläger zurück.
Nach diesen ersten Detonationen drehte der Kampfhubschrauber ab, um es von der anderen Seite noch einmal zu versuchen. Er wollte, ja, er musste es einfach schaffen. Und er war sehr schnell um den Truck herumgeflogen, um abermals zu schießen.
Gelassen drückte Chuck Everett das Bremspedal, sodass der Truck in Sekundenschnelle stillstand.
Er genoss es, angeschossen zu werden. Jeder Treffer, der ihm und dem Wagen nichts anhaben konnte, steigerte die Genugtuung in seinem Innern. Er brauchte sich nicht einmal zu wehren. Sie würden von selbst verzweifeln und irgendwann aufhören.
Die Schüsse verstummten. Gelassen beugte sich Chuck Everett nach links und blickte aus dem Fenster. Soeben huschte der Kampfhubschrauber wie ein großer Schatten über ihn hinweg, um wieder an Höhe zu gewinnen. Die vier Polizisten, die seiner Attacke zugeschaut hatten, standen herum und sahen ihm kopfschüttelnd nach. Damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Einer winkte. Diese Bewegung sah deprimierend aus, und Chuck hatte wieder allen Grund, sich die Hände zu reiben.
Dennoch war er unzufrieden. Es machte ihm einfach keinen Spaß, einfach herumzustehen und unbesiegbar zu sein.
Er wollte mehr Action.
Höllische Action, wie auf dem Rastplatz, als er die drei Halunken getötet hatte. Deren Asche lag noch auf der Ladefläche. Der Pilot sollte etwas zu tun bekommen.
Die Fahrtrichtung war ihm bekannt. Wenn er auf der Straße geblieben wäre, hätte er irgendwann die Stadt Cameron erreicht. Von dort waren es nur mehr wenige Meilen bis zu seinem eigentlichen Ziel, diesem Sanatorium.
Aber musste er wirklich über die Straße fahren? Er traute seinem Truck alles zu. Wer diesen Kugelgarben und auch den Panzerwagen widerstand, der kam auch im Gelände zurecht.
Das war es.
Im Gelände!
Er würde weder einen Highway noch eine normale Straße benutzen, sondern querfeldein rasen. Hindernisse gab es keine. Wenigstens keine, die für ihn unüberwindlich gewesen wären. Und die Ortschaften, die er auf seiner Reise berühren würde, da wollte er sehen, wie die Leute reagierten, wenn er mit dem Höllentruck hindurchrauschte.
Ein teuflischer Spaß sollte es werden.
Noch lief der Motor im Leerlauf. Chuck Everett würgte den ersten Gang in das Getriebe, schaute noch einmal in den Spiegel und sah plötzlich einen der Polizisten auf den Wagen zulaufen. Fast hätte der Mann den toten Winkel erwischt, denn der Fahrer mit dem Skelettschädel entdeckte ihn erst im letzten Augenblick.
Der Bulle hielt etwas in der Hand. Was es genau war, konnte Chuck nicht erkennen, aber der Kerl hatte Mut, wenn er den Truck angreifen wollte. Es gab vielleicht eine Schwachstelle. Wenn es dem anderen gelang, trotz aller Widrigkeiten die Ladetür zu öffnen und auf die Fläche zu klettern, hatte Chuck ihn im Nacken.
Das gefiel ihm nicht.
»Verfluchter Bastard!«, flüsterte er, drehte das Lenkrad, gab Gas, und der Truck wurde schneller.
Der Polizist rannte noch immer. Vielleicht hatte er den Wagen wirklich nicht gesehen oder war so von seinem Vorhaben besessen, dass er an gar nichts anderes mehr denken konnte und nur auf eigene Faust versuchen wollte, den Koloss zu stoppen.
Mit einer Handgranate!
Als der Polizist den Arm hob und die Finger der Faust dabei ein wenig öffnete, sah Everett das Schimmern von brüniertem Metall, das mehr einen Stich ins Graue bekommen hatte. In der rechten Hand hielt der Polizist das Höllenei, mit der linken zog er den Stift ab, schaute noch mal auf den Truck, musste den schrecklichen Schädel des Fahrers sehen und erstarrte fast vor Schreck.
Der Trucker schrie plötzlich los und begann gleichzeitig zu lachen. Er war nur noch wenige Schritte von dem »Bullen« entfernt, als dieser das Höllenei warf.
Das klappte im allerletzten Augenblick, und er hatte es auch so geschleudert, dass es dicht über den Boden rollte, wobei es unweigerlich unter den Truck geraten musste.
Das geschah.
In den folgenden Sekunden passierten zwei Dinge. Das Höllenei...
| Erscheint lt. Verlag | 22.7.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | John Sinclair | John Sinclair |
| Verlagsort | Köln |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Horror |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies |
| ISBN-10 | 3-8387-3123-9 / 3838731239 |
| ISBN-13 | 978-3-8387-3123-0 / 9783838731230 |
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