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John Sinclair 327 (eBook)

Vampir-Witwen

(Autor)

eBook Download: EPUB
2015 | 1. Aufl. 2015
64 Seiten
Bastei Lübbe (Verlag)
978-3-8387-3088-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

John Sinclair 327 - Jason Dark
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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1980 - 1989! Vampir-Witwen. Der Baron von Tirano war ein Vampir, der uns viel Ärger bereitet hatte. Wir erinnerten uns noch gut an ihn. Was damals in Deutschland begonnen hatte, endete mit seiner Vernichtung im Rattentempel der Katni-Mata, mitten im heißen Dschungel Indiens. Damit hatten wir den Baron vergessen. Andere aber nicht. Wir hatten keine Ahnung, dass er viermal verheiratet gewesen war und seine Vampir-Witwen auf schreckliche Rache sannen ... John Sinclair - der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit!

Vampir-Witwen


Nadine, die Wölfin, spürte es zuerst. Irgendetwas stimmte nicht in dieser dunklen Nacht. Es war nicht allein der Sturm, der um das Haus brauste und wie mit gierigen Fingern über Dächer und Wände strich und an den Rollos zerrte, sondern etwas anders.

Eine Gefahr!

Sie lauerte im Verborgenen, aber die Wölfin konnte sie bereits spüren.

Zunächst sträubte sich ihr Fell.

Die feinen Härchen sträubten sich, während die Wölfin den Kopf schüttelte und die Decke verließ, auf der sie gelegen hatte. Wenn der Sturm mal eine Pause einlegte, hörte sie mit ihrem scharfen Gehör die Atemzüge des kleinen Johnny Conolly, der in seinem Bett lag und schlief, obwohl es draußen so stürmte.

Nadine schaute aus ihren menschlich wirkenden Augen zur Tür, bevor sie sich in Bewegung setzte.

Nur das leise Tappen der Pfoten auf dem Teppichboden war zu hören. Bevor sie mit dem Kopf die Tür aufdrückte, warf sie noch einen Blick zurück in das Zimmer.

Da lauerte keine Gefahr. Wenn sie kam, dann nicht aus dem Haus, nur von draußen, wo der Sturm wie ein wütendes Ungeheuer durch den Garten fegte und die Zweige der Bäume und Büsche schüttelte.

Nadine erreichte den Gang. Sie war kein Mensch, obwohl in ihrem Wolfskörper die Seele eines Menschen steckte, aber sie wusste genau, was sie zu tun hatte.

Allein konnte sie wohl nicht viel ausrichten. Sie wollte die anderen wecken, die noch im Haus schliefen.

Johnnys Eltern!

Bill und Sheila Conolly besaßen ihr gemeinsames Schlafzimmer am Ende des Ganges. Vom Zimmer aus gab es auch eine Tür zum Bad. Die Wölfin kannte den Weg. Sie wusste auch, dass die Conollys die Tür stets spaltbreit offen ließen.

So war es auch in dieser Nacht.

Mit der Schnauze drückte das Tier die Tür nach innen. Es gab nicht das geringste Geräusch. Die Conollys hatten ihre Türen stets gut geölt. Ruhige Atemzüge verrieten dem Tier, dass das Ehepaar schlief. Einer von ihnen musste erst geweckt werden.

Nadine entschied sich für Bill.

Trotz des Sturms lag er entspannt in seinem Bett. Und zwar auf der Seite, sein Gesicht war der Bettkante zugedreht.

Für einen Moment blieb Nadine vor dem Bett stehen. Dann hob sie die Vorderläufe, stemmte sie gegen die Kante und brachte ihre Schnauze dicht an Bills Gesicht. Die Atemzüge streiften über die feinen Härchen an der Schnauze und brachten sie zum Zittern. Wie ein großer feuchter Lappen fuhr die Zunge aus der geöffneten Schnauze. Zweimal klatschte sie durch das Gesicht, und Bill Conolly zuckte zusammen, als hätte man ihn mit einer Nadel gepiekt.

Dann schoss er hoch. Nadine hatte sich sofort zurückgezogen, war neben dem Bett stehen geblieben und knurrte leise. Bill – noch schlaftrunken – wusste dennoch Bescheid.

Er machte Licht.

Es war die kleine Nachttischleuchte, die einen matten, warmen Schein verbreitete, sodass man sie auch mit müden Augen ertragen konnte.

»Nadine!«, flüsterte Bill, wobei er sich gleichzeitig umdrehte und zu Sheila hinschaute.

Die blonde Frau hatte nichts bemerkt. Sie schlief tief und atmete regelmäßig. Ihre Hände hatte sie auf der Bettdecke liegen. Im Schein der Lampe wirkte ihr Gesicht sehr entspannt. Natürlich wusste Bill, dass Nadine ihn nicht umsonst geweckt hatte, aber er dachte nicht daran, auch noch seine Frau aus dem wohlverdienten Schlaf zu reißen.

Er stand auf. Der Bademantel lag bereit, und der Reporter schlüpfte hinein. Lächelnd beugte er sich über das Tier. Die fünf Finger seiner rechten Hand verschwanden im dicken Nackenfell. »Was hast du denn, Nadine?«, fragte der Reporter. »Sag es. Was hat dich gestört, altes Mädchen?«

Natürlich konnte die Wölfin nicht antworten. Sie machte sich auf eine andere Art und Weise bemerkbar, als sie zur Tür lief und das Zimmer verließ.

Bill folgte ihr. Er war ein wenig nervös geworden. Die Wölfin weckte ihn nicht zum Spaß. Sie wusste oder spürte, dass etwas in der Luft lag. Wenn sie so reagierte, konnte es sich dabei nur um eine Gefahr handeln.

Wo lauerte sie? Und was war es für eine Gefahr?

Einen Reim darauf konnte sich der Reporter nicht machen. Eigentlich war er sehr beruhigt schlafen gegangen. Pater Ignatius hatte in den letzten Tagen für die richtigen Sicherungen am Haus gesorgt. Er hatte es gewissermaßen weißmagisch abgeschirmt. Wenn eine Gefahr vorhanden sein sollte, dann nur im Innern.

Im Flur traf der Reporter die Wölfin wieder. Sie stand so, dass sie zur Haustür schauen konnte, und Bill Conolly, der Nadine lange genug kannte, wusste jetzt Bescheid.

Die Gefahr lauerte also draußen.

Bill überlegte. Er konzentrierte sich und hörte das Heulen des Sturms. Da tobte ein wahrer Orkan um seinen Bungalow. Er ließ die Rollos klappern, jaulte um die Hausecken und bog im Garten Sträucher und Bäume.

Ein wirklich mörderisches Wetter, in dem man wirklich keinen Hund nach draußen jagte. Hinzu kam noch der Regen. In wahren Sturzbächen schlug er gegen das Mauerwerk.

Bill hörte Rauschen und Brausen. Manchmal entstanden auch pfeifende Laute, besonders in der Ecke zwischen Haustür und Garage, wo sich der Wind richtig fangen konnte.

Ein widerliches Wetter.

Dennoch ging Nadine zur Tür.

Sie wollte also nach draußen. Dem Reporter blieb keine andere Möglichkeit, als ihr zu folgen. Da es in den letzten Tagen häufig sehr stark geregnet hatte, hing der wetterfeste gelbe Umhang noch am Haken. Zudem nahm Bill eine Taschenlampe mit, und er vergaß auch nicht, die mit Silberkugeln geladene Waffe einzustecken.

Als er sich die Jacke übergestreift hatte, nickte er der Wölfin noch einmal zu. »So, wenn du mich reingelegt hast, gibt es Ärger. Dann kannst du dich warm  …«

Bill sprach das letzte Wort nicht mehr aus, denn er hatte ein lautes Geräusch vernommen. Es übertönte sogar den Sturm und ließ den Reporter zusammenzucken.

Im ersten Augenblick wusste Bill nicht, wo er es hinstecken sollte. Er überlegte noch, aus welcher Richtung es genau gekommen sein konnte, als sich Nadine bereits in Bewegung setzte. Mit weiten Sprüngen lief sie in den dunklen Wohnraum.

Bill folgte ihr. Er machte auch Licht, ließ seinen Blick durch das große Zimmer wandern, fand aber nichts, was dieses Geräusch irgendwie untermauert hätte.

Also nicht innen. Dann außen?

Höchstwahrscheinlich, denn die Wölfin lief bereits auf die Terassentür zu, blieb davor stehen, stemmte sich auf die Hinterpfoten und kratzte mit den vorderen Beinen an der Tür.

Sie wollte raus!

Daran hinderten sie zwei Dinge. Erstens die verschlossene Tür und zum zweiten das Rollo. Es schloss fugendicht, Bill konnte durch keinen Spalt nach draußen sehen.

Fenster und Tür nahmen fast die gesamte Breite der Wand ein. Das Rollo war deshalb sehr lang und auch dementsprechend schwer. Mit einem Handzug kaum zu bedienen. Deshalb war es auch mit einem Motorantrieb ausgerüstet.

Bill betätigte den Knopf. Das Summen des E-Motors ging im Rauschen des Sturms unter.

Der Reporter schaute zu, wie das Rollo nach oben schwang. Nadine drängte sich an ihn. Sie drückte ihren Körper eng an seine Beine und rieb ihr Fell.

Zunächst wurde das untere Drittel der Scheibe frei. Bill konnte noch nicht nach draußen schauen, das tat Nadine, und sie wurde sehr unruhig. Vielleicht entdeckte sie bereits den Grund. Bill hielt es nicht länger aus, er bückte sich, um ebenfalls einen Blick in den Garten zu werfen.

Gespenstisch sah es draußen aus. Heulend fuhr der Wind hinein. Er rüttelte an den Büschen, schaufelte die Zweige zur Seite und ließ die Natur in einem gespenstischen Reigen tanzen.

Vom Himmel rauschte der Regen.

Der Rasen sah bereits aus wie ein dunkelgrüner See und wurde in ein bleiches Licht getaucht, als Bill Conolly die Außenleuchte einschaltete.

Die unzähligen Regentropfen blitzten im Licht wie kleine, an einer Perlenschnur hängende Diamanten. Bill konnte nichts Ungewöhnliches feststellen. Eigentlich war es nur ein Blumenkübel, der die Wucht des Sturms nicht überstanden hatte und umgekippt war.

Sonst lag der Garten normal, wenn auch nass vor ihm.

Bill Conolly öffnete die Tür. Darauf hatte Nadine gewartet. Die letzte Zeit über hatte sie sich gegen seine Beine gedrückt, gehechelt und schwer geatmet.

Kaum war die Tür offen, da huschte sie schon nach draußen. Der Reporter hatte damit gerechnet, sie auf den Rasen oder in ein dichtes Gebüsch rennen zu sehen. Da irrte er sich, denn die Wölfin wandte sich sofort scharf nach links und entschwand im nächsten Augenblick seinen Blicken.

Auch Bill tauchte nach draußen. Obwohl eine kleine Überdachung die Nähe an der Scheibe unmittelbar schützte, wurde Bill doch von den schräg heranwehenden Regengüssen getroffen und sah sich gezwungen, die Kapuze aufzusetzen.

Nadine war verschwunden.

Bill schaute nach rechts und links. Er sah die Wölfin nicht. Schließlich rief er ihren Namen.

Antwort bekam er auch.

Ein so lautes Knurren, dass der Reporter erschrak. Das hatte er schon lange nicht mehr gehört. Nadine schien unter Stress zu stehen. Sie hatte sich geärgert, vielleicht war sie auch provoziert worden, jedenfalls empfand Bill ihre Reaktion als nicht mehr normal.

Noch einmal rief er nach ihr.

Sie kam auch.

An der linken Seite tauchte sie auf. Seltsam war ihr Gang, so abgehackt und schwerfällig.

Irgendetwas war mit der Wölfin. Bill wartete keine Sekunde länger und erreichte nach einigen Schritten die Wölfin.

Noch immer trommelte der Regen auf die Pfützen im Garten. Ein grauer Vorhang, der...

Erscheint lt. Verlag 15.7.2015
Reihe/Serie John Sinclair
John Sinclair
Verlagsort Köln
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Horror
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte blutig • Clown • Gruselroman • Horror • Horror Bücher ab 18 • horror thriller • Jason Dark • Lovecraft • Paranomal • Sinclair • Slasher • Splatter • Stephen King • Steven King • Zombies
ISBN-10 3-8387-3088-7 / 3838730887
ISBN-13 978-3-8387-3088-2 / 9783838730882
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